Zum 5. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima: Leck in indischem AKW, Proteste in Japan. Ende: Nicht absehbar

AKW Fukushima vor der Katastrophe 2011Auch im AKW Fukushima sieht es 5 Jahre nach dem Unglück nicht gut aus. Unter den mehr als 50.000 evakuierten Menschen scheint die Wut zu wachsen. Nach einer Umfrage gehen 38 Prozent davon aus, nicht mehr zurück zu können, 14 Prozent meinen, es könnte noch mehr als 20 Jahre dauern. Nur 22 Prozent hoffen, in 5 Jahren wieder in ihrer kontaminierten Heimat leben zu können. Jetzt schon wollen 25 Prozent nicht mehr zurück, da sie glauben, dass es zu Lebzeiten nicht mehr möglich sein wird. Herausgestellt hatte sich jetzt auch nach 5 Jahren, dass der Betreiber Tepco den vollständigen Stromausfall nicht gleich nach Eintritt der Regierung gemeldet hatte, sondern erst eine Stunde später. Entsprechend später konnte dann auch die Evakuierung geplant werden. Erst letzten Monat kam heraus, dass im AKW niemand Kenntnis von Richtlinien hatte, nach denen untersucht werden muss, ob sich eine Kernschmelze ereignet hat. Das wurde vom Betreiber nur spät und zögerlich eingestanden“ – aus dem Beitrag “Fukushima: Nicht einmal für Roboter betretbar” von Florian Rötzer am 11. März 2016 bei telepolis externer Link – ein Beitrag, in dem auch der Stand der Dinge in anderen japanischen AKWs Thema ist und der deutlich macht, auf welche Schwierigkeiten der Kurs der Abe-Regierung stößt, um jeden Preis der AKW-Mafia laufenden Betrieb zu sichern. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge zu 5 Jahre Fukushima – inklusive einer indischen „Feier“ zum Jahrestag:

  • „Für Jahrzehnte unbewohnbar“ von Michael Streitberg am 12. März 2016 in der jungen welt externer Link, worin es unter anderem heißt: „Japans rechtskonservative Regierung verbreitete unterdessen frohe Botschaften: »Der Wiederaufbau sozialer Infrastruktur ist im wesentlichen abgeschlossen«, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Papier. Die Lebenswirklichkeit der heimatlos gewordenen Menschen ist jedoch eine andere. Laut eines vor wenigen Tagen veröffentlichten Reports der Umweltschutzorganisation Greenpeace lebten im November 2015 von insgesamt etwa 100.000 evakuierten Menschen noch immer 62.798 in provisorischen Unterkünften. Laut Regierungsangaben ist die Bevölkerungszahl der Präfektur Fukushima um 5,7 Prozent gesunken. Viele der stark radioaktiv kontaminierten Gebiete, so Greenpeace, würden voraussichtlich für Jahrzehnte unbewohnbar bleiben. Nichtsdestotrotz drängt die Regierung zahlreiche Menschen in die verstrahlten Städte und Dörfer zurück