Erklärung gegen das „atomare Dorf“ (außerhalb Japans auch Atom-Mafia genannt)

Am 11.3.2017 in Berlin Solidarität mit Fukushima gegen alle AKWHeute, sieben Jahre nach der Menschheitskatastrophe in Fukushima und sechs Jahre nach der Überbringung des Internationalen ethecon Black Planet Awards 2011in Tokyo müssen wir mit großer Erschütterung feststellen, dass die Lage unverändert katastrophal und bedrohlich ist. Zulieferer, Entsorger, Hersteller und Betreiber von AKWs tun in Kooperation mit willfähriger Politik und gesteuerter Bürokratie alles, um die tödlichen Auswirkungen der Atomenergie zu leugnen und ihr Geschäft trotz untauglicher Technik fortzusetzen. Dieser korrupte und verbrecherische Sumpf wird in Japan gemeinhin „das atomare Dorf“ genannt…“ – so beginnt die gemeinsame Erklärung „BesitzerInnen von TEPCO und die japanische Regierung müssen haften!“ der Stiftung ethecon und der Fukushima Collaborative Clinic vom 25. Juli 2018 – die wir im folgenden dokumentieren:

Gemeinsame Erklärung der Fukushima Collaborative Clinic (Fukushima/ Japan) und derinternationalen Stiftung ethecon (Düsseldorf/ Deutschland) vom 25. Juli 2018 anlässlich eines gemeinsamen Treffens in Japan

BesitzerInnen von TEPCO und die japanische Regierung müssen haften!
Verantwortliche müssen bestraft werden!
Ausstieg aus der Atomkraft in Japan und weltweit!

Heute, sieben Jahre nach der Menschheitskatastrophe in Fukushima und sechs Jahre nach der Überbringung des Internationalen ethecon Black Planet Awards 2011in Tokyo müssen wir mit großer Erschütterung feststellen, dass die Lage unverändert katastrophal und bedrohlich ist. Zulieferer, Entsorger, Hersteller und Betreiber von AKWs tun in Kooperation mit willfähriger Politik und gesteuerter Bürokratie alles, um die tödlichen Auswirkungen der Atomenergie zu leugnen und ihr Geschäft trotz untauglicher Technik fortzusetzen. Dieser korrupte und verbrecherische Sumpf wird in Japan gemeinhin „das atomare Dorf“ genannt.

Mit Leugnung, Vertuschung und struktureller Gewalt werden auch heute noch die Folgen des GAUs heruntergespielt. Die japanische Bevölkerung wird mit hochgesetzten Grenzwerten, mit der Verweigerung einer tatsächlichen Beseitigung der Strahlengefahren und angemessener gesundheitlicher Versorgung, sowie mit Zwang zur Rückkehr in verstrahlte Gebiete und in Gefahr gebracht. Obwohl inzwischen mehr als 200 Kinder an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind, wollen die japanische Regierung und die Präfekturverwaltung von Fukushima die zur Erkennung notwendigen Ultraschalluntersuchungen einstellen.

Zugleich wird über Einleitungen in den Pazifik, Emissionen in die Atmosphäre und Exporte von verstrahlten Gütern und Lebensmitteln die Weltgemeinschaft direkt und indirekt in Mitleidenschaft gezogen. Mit den Olympischen Sommerspielen 2020 wird der nationalen und internationalen Öffentlichkeit nicht vorhandene Normalität vorgegaukelt. Millionen BesucherInnen und SportlerInnen werden für dieses Trugbild in unmittelbare Gefahr gebracht.

Fukushima Collaborative Clinic und ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie bringen ihre tiefe Betroffenheit über das Leid der Bevölkerung zum Ausdruck. Die Organisationen erklären sich solidarisch und stehen nach Kräften an der Seite der Opfer und Betroffenen sowie aller aktiven und protestierenden Institutionen und Menschen.

Fukushima Collaborative Clinic und etheconStiftung Ethik & Ökonomie bekräftigen die anläßlich der Übergabe des Internationalen ethecon Black Planet Awards 2011 erhobenen Forderungen:

  • Sofortige Umsetzung aller sinnvollen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Schäden!
  • Übernahme der Haftung für alle unmittelbaren und mittelbaren akuten und Folgeschäden!
  • Gerechte Entschädigung aller Opfer und Betroffenen sowie ihrer Hinterbliebenen!
  • Inpflichtnahme des Vermögens von TEPCO sowie der BesitzerInnen (AktionärInnen) für die Kosten sämtlicher Schäden und Entschädigungen!
  • Bestrafung der verantwortlichen ManagerInnen und GroßaktionärInnen!
  • Keine weiteren GAUs wie die von Tschernobyl und Fukushima! – Nie wieder Bomben auf unsere Städte wie auf Hiroshima und Nagasaki!
  • Ausstieg aus der Atomkraft, in Japan und weltweit. Sofort!

Fukushima, den 25. Juli 2018
Fukushima Collaborative Clinic / ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie