Gleichschaltung auf italienisch: Soziale Zentren in Bologna mit Polizeiüberfall geräumt

Die Räumung zweier sozialer Zentren in Bologna Anfang august 2017 wird nicht zur Einstellung ihrer Arbeit führen...Zu den Ländern der EU, in denen selbstverwaltete soziale Zentren eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Opposition spielen, gehört auch Italien (wie etwa auch Spanien). Wie an anderen „Fronten“ auch, sollen nun offensichtlich diese Widerstandsnester ausgeräumt, gleichgeschaltet werden, wie es ja bereits in dem berüchtigten Satz, es gebe keine Alternative, programmatisch eingefordert wird. Dass an einem Tag in einer Stadt gleich zwei solche Zentren überfallartig geräumt werden ist dementsprechend ein Hinweis darauf, dass auch in Italien ein zunehmend aggressiver Kurs gegen alles Oppositionelle eingeschlagen wird. In der Solidaritätserklärung „Guai a chi ci tocca!“ der Interventionistischen Linken vom 08. August 2017 externer Link heißt es unter anderem dazu: „In Deutschland verzieht sich gerade erst der Nebel und der Rauch der G20 Proteste. Wir versuchen zu verstehen was die G20 Proteste für uns heißen und in welche Richtung sie weisen, da werden wir bereits erneut auf eine Wahrheit gestoßen, die uns schon während des G20 Gipfels klar wurde. Die Zeiten werden rauer. Ob nun der autoritäre Kapitalismus den Ausnahmezustand über ganze Städte verhängt oder die lange Tradition der Sozialen Zentren in Italien beenden will“ – und dementsprechend wird gemeinsamer Widerstand angekündigt. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge, inklusive auch gewerkschaftlicher Solidarität:

  • „Bologna è “rossa”, di vergogna“ am 08. August 2017 bei Contropiano externer Link ist die Dokumentation einer gemeinsamen Erklärung von Asia-Usb, Concibò, Palestra popolare Teofilo Stevenson, Scuola popolare di musica Ivan Illich, Noi Restiamo, Rete dei Comunisti und Xm24, die mit der Überschrift „Bologna ist rot – vor Schande“ an die bekannte linke Tradition der Stadt anknüpft, um den Polizeiüberfall zu verurteilen, und zu unterstreichen, dass die PD-Stadtverwaltung in ihrer Gentrifizierungspolitik sich nicht von der italienischen Rechten unterscheidet.