Nach den Ausschlüssen: Italienische Gewerkschaftsopposition diskutiert Verbleib in der CGIL

Aus der italienischen Metallgewerkschaft FIOM ausgeschlossen - Sergio Bellavista am 6.4.2016Eine Metallgewerkschaft FIOM, die sich weigert, Solidarität mit Autoarbeitern zu organisieren – weil sie gewerkschaftsübergreifend Fiat-Kollegen zum Widerstand mobilisiert haben. Im Anschluss: Ausschluss des Repräsentanten der Gewerkschaftsopposition aus den Leitungsgremien der Föderation CGIL, der zur Solidarität mit den Fiat-Gewerkschaftern aufgerufen hatte und diese versucht, zu organisieren. Was dazu geführt hat, dass einige der bekanntesten VertreterInnen einer alternativen, kämpferischen Gewerkschaftsbewegung ihren Austritt aus dem Verband bekannt gegeben haben. Was wiederum andere dazu motiviert hat, diese Schlussfolgerung zu kritisieren – eine Debatte in der italienischen Gewerkschaftslinken scheint begonnen zu haben. Siehe dazu einige aktuelle Beiträge zur Debatte:

  • „Usciamo dalla Cgil e andiamo avanti“ am 13. Mai 2016 bei il sindicato è un’altra cosa externer Link (der wichtigsten Internetplattform der Gewerkschaftslinken in der CGIL) ist die Austrittserklärung von Sergio Bellavita, Maria Pia Zanni und Stefania Fantauzzi (alles Mitglieder – bzw ehemalige Mitglieder – des Bundesvorstandes der CGIL), die darin unterstreichen, dass die CGIL durch ihr jüngstes Vorgehen endgültig den Spielraum für jede gewerkschaftsoppositionelle Tätigkeit geschlossen habe, weswegen es jetzt darauf ankomme, auf andere Art weiter zu machen
  • „Sulla crisi dell’area di opposizione in Cgil: da dove ripartire“ am 21. Mai 2016 bei il sindicato è un’altra cosa externer Link ist ein Beitrag von drei Aktivisten der Gewerkschaftsopposition, Mario Iavazzi, Paolo Brini und Paolo Grassi, die vor allem darauf verweisen, dass es keineswegs eine neue Debatte ist, die da jetzt beginnt, sondern ein Thema, das spätestens seit dem Ausscheiden des früheren CGIL Vorsitzenden Cremaschi auf der Tagesordnung gestanden habe, und es ein Fehler der Koordination gewesen sei, dies nicht öffentlich zu machen. Ihre Kritik gilt dabei vor allem Sergio Bellavita, dem Sprecher der Opposition, dem sie nachweisen wollen, er verfolge seine Linie ausschließlich aus persönlichen Gründen – und wäre noch in der CGIL, wenn er seine Funktionen behalten gekonnt hätte…
  • „L’addio di Bellavita alla Cgil: una ventina di Rsa della Fiat lasciano la Fiom Cgil“ am 20. Mai 2016 bei contro la crisi externer Link ist eine Erklärung von FIOM-GewerkschafterInnen mit betrieblichen Funktionen – es sind 20 der vom Metallgewerkschaftsvorstand einer inkompatiblen Aktion beschuldigten Fiat Beschäftigten, die sich nun selbst die Inkompatiblen nennen, die wegen der internen Debatten in der Gewerkschaftsopposition nun auch diese verlassen haben: Die internen Auseinandersetzungen, etwa um die Besetzung von Räumlichkeiten in der Zentrale der CGIL, die die AutorInnen organisierten, habe ihnen gezeigt, dass der Fundus an Gemeinsamkeiten erschöpft sei, dass jene, die die Papiere über die Aktion stellten sich anders orientierten als sie selbst