Alitalia-Belegschaft lehnt das Krisenprogramm ab, das die Gewerkschaften unterschrieben hatten

USB Plakat nach der Abstimmung der Alitalia gegen Krisenplan am 25.4.2017Die Zustimmung der verschiedenen Gewerkschaften hatte sie, die Unternehmensleitung der Betreiber-Gesellschaft von Alitalia mit ihrem einfachen Plan: 1.700 werden entlassen, der Rest verzichtet auf 8% des Einkommens. Was bei der Urabstimmung dem Unternehmens nichts nutzte, und den Gewerkschaften ein Schlag ins Gesicht war: 67% lehnten diesen Plan ab. Die Meldung „Mitarbeiter lehnen Sanierungsplan ab“ am 25. April 2017 bei biztravel externer Link fasst die Situation so zusammen: „Nach zähen Verhandlungen und einer Abstimmung unter den Mitarbeitern wurde in der vergangenen Nacht bekannt, dass 67 Prozent der Mitarbeiter den Sanierungsplan für Alitalia ablehnen. Der Plan sah vor, dass die Zahl der Mitarbeiter kräftig verringert wird, die verbleibenden auf acht Prozent des Gehalts verzichten müssen und die Kosten in Summe um 30 Prozent gesenkt werden. Im Gegenzug wollten die Großaktionäre Unicredit und Banca Intesa zwei Milliarde Euro frisches Kapital einbringen. Rund um das Rettungspaket war öffentlich Druck auf die Mitarbeiter aufgebaut worden. Alitalia sei ein Privatunternehmen und es gebe keinen Plan B hatte Premierminister Paolo Gentiloni gesagt. Sein Verkehrsminister Graziano Delrio verkündete, die Mitarbeiter könnten sich keine Hoffnung auf eine Verstaatlichung machen, schreibt das Handelsblatt. Die Gewerkschaften wollen nun erneut verhandeln. Voraussichtlich werden von der Regierung drei kommissarische Firmenverwalter eingesetzt. Sie könnten beispielsweise nach einem Käufer suchen. Der Airline stehen also weiterhin turbulente Zeiten bevor“. Siehe dazu vier weitere aktuelle Beiträge, auch über die innergewerkschaftlichen Debatten:

  • „Alitalia: il falò delle tante vanità“ am 25. April 2017 auf der Webseite der organisierten Gewerkschaftsopposition in der CGIL externer Link ist einerseits ein Beitrag, der die genauen Abstimmungsergebnisse berichtet, andererseits wird darin auch die Geschichte bisheriger Restrukturierungspläne langer Jahre nachgezeichnet: Etwa die faktische Halbierung der Belegschaft und zahlreiche andere Maßnahmen zur Kostensenkung, die allesamt nicht viel verändert haben. Rund 11.600 Beschäftigte waren abstimmungsberechtigt, an gültigen Stimmen haben sich ergeben 3.200 Ja und 6.800 Nein (gerundet). Die mehr als fragwürdige Rolle der Gewerkschaften bei diesem abermaligen Kürzungsprogramm wird ebenso unterstrichen, wie die wachsende Tendenz zu Nein-Stimmen bei ähnlichen Befragungen in anderen Großunternehmend er letzten Zeit.