Streik in der Mailänder Logistik-Niederlassung der italienischen Post auf andere Städte ausgeweitet

Die Mailänder SDA Belegschaft hat den Streik bei der italienischen Post begonnen - jetzt, am 25.9.2017 in 5 Städten

SDA, die Logistik-“Abteilung” der italienischen Post hat versucht, ihre Niederlassung in Mailand als Exempel für weitere Auslagerung zu etablieren – große Teile der Tätigkeit sollten an ein neues Konsortium ausgelagert werden. Diese Unternehmen begannen ihre Vorbereitung auf die Übernahme von verschiedenen Tätigkeiten mit der Erklärung, die bestehenden Tarifverträge seien für sie nicht bindend, da ja nicht mit ihnen abgeschlossen. Was zum einen dazu führte, dass die Mailänder Organisation der Basisgewerkschaft SI Cobas vor Ort zum massiv befolgten Streik aufrief. Und, da der „Fall“ der Auslagerung in Carpiano (direkt bei Mailand) von allen Seiten als Exempel verstanden wurde, wurde dieser Streik auch an anderen Orten vorbereitet – was in der Niederlassung Bologna dazu führte, dass den Gewerkschaftsaktiven der Zutritt zum Unternehmen, für das sie arbeiten, verweigert wurde – was man auch in Italien Aussperrung nennt. Der die Gewerkschaft wiederum mit einer Blockade der Eingangstore begegnete. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge, darunter auch eine kleine Fotodokumentation über den Streik in Mailand und die Solidaritätsaktionen, sowie eine Solidaritätserklärung mehrerer Basisgewerkschaften mit der Streikbewegung bei SDA:

  • „SDA: continua lo sciopero nazionale dei lavoratori S. I. Cobas!“ am 20. September 2017 bei SI Cobas externer Link ist ein kurzer Zwischenbericht über die Fortsetzung und Ausweitung des Streiks bei der SDA, wobei deutlich wird, dass der Kern der Auseinandersetzung darin besteht, dass die Unternehmen Schritte realisieren wollen, die diktierte Prekarität wieder zur Geltung zu bringen, die mit dem sogenannten „Jobs Act“ des früheren Ministerpräsidenten Renzi eingeführt worden war. Und damit  gegen geltende Tarifabkommen, die eben diese Wirkung zumindest einschränkten vorzugehen. Was zunächst in einigen wenigen Fällen durchgeführt werden sollte, hat aber die Belegschaft in Mailand durchaus als Angriff auf alle rund 400 dort Beschäftigten verstanden und entsprechend gehandelt.