Home > Internationales > Irak
Updated: 11.12.2009 7:41

Irak

Internationale, gewerkschaftspolitische Meldungen, die wir aus Newsgroups oder über Kontakte, KooperationspartnerInnen bzw KorrespondentInnen bekommen haben. Viele sind auf Englisch, manche in anderen Sprachen. Meist nicht woanders zu finden.
Übrigens: Internationale Nachrichten aus speziellen Branchen sind auch auf den jeweiligen Branchen- Seiten zu finden!

updated = updated  externer Link = externer Link  pdf-Datei = pdf-Datei

Mairesolution irakischer Gewerkschaften

Das Ende der Besatzung, ein Arbeitsgesetz das den ILO-Konventionen entspricht und die Verhinderung des neuen Ölgesetzes - das sind die Kernpunkte in der Stellungnahme "May Day 2008 Statement from the Iraqi Labour Movement" irakischer Gewerkschaften zur Lage des Landes aus Anlaß des 1. Mai 2008.

Der Kampf um Basra - zwischen KPMG und Milizen die Gewerkschaften

Der britische Verteidigungsminister war da, der Vizepräsident der USA ebenfalls - und zuvor der Chef der Beratungsfirma KPMG Michael Wareing, der von diesen beiden Regierungen zum Commissioner in der neu eingerichteten Basra Development Commission (‘BDC') ausersehen wurde. Der feine Herr hatte mehr Sicherheit für Geschäfte gefordert - da war es keine Überraschung, dass seit dem 24. März die Besatzungstruppen - meist in Form der sogenannten Regierungstruppen - in die Offensive gingen: Hunderte von Menschen wurden getötet und verletzt. Naftana, die britische Solidaritätsorganisation mit der irakischen Ölarbeitergewerkschaft hat dazu die Pressemitteilung "Basra Assault Threatens Trade Unionists" vom 29. März 2008 verbreitet, die wir hiermit dokumentieren.

Der dritte Weg: Irak Freedom Council

Zwischen zwei Feuern: dem der Besatzertruppen und dem fundamentalistischer Milizen befindet sich der Irak Freedom Council. In dem auch verschiedene wichtige Gewerkschaften des Landes - wie etwa die der Ölarbeiter - mitarbeiten. Einen aktuellen Überblick über den Stand des Kampfes des IFC versucht der (englische) Beitrag "IRAQ'S CIVIL RESISTANCE - The Secular Left Opposition Stands Up" externer Link von Bill Weinberg (der in einer gekürzten Fassung am 24. Dezember 2007 in "The Nation" erschien und einige Tage später ungekürzt auf der smygo-Mailingliste.

US-Truppen rauben Büro der Journalistengewerkschaft aus

Am 19. Februar bekam das Bagdader Büro der irakischen Journalistengewerkschaft "Besuch": Die US-Army selbst verwüstete das Büro, nahm Mitglieder eines von der irakischen Regierung beauftragten Sicherheitsdienstes fest, klaute 10 Computer und selbst die Generatoren, die für die Hinterbliebenen ermordeter Journalisten gesammelt worden waren. Dies alles unmittelbar im Anschluss an die staatliche Anerkennung als Gewerkschaft. Die Internationale Journalistenföderation kritisiert die "überzogene" Aktion in ihrer Pressemitteilung "IFJ Condemns United States over "Outrageous" Armed Raid on Iraqi Journalists' Union" externer Link vom 20. Februar 2007. Siehe dazu auch:

  • Act-Now
    Am 22.02. berichtete das Labournet Germany über die Razzia, die Verwüstungen und die Verhaftungen des Bagdader Büros der irakischen Journalistengewerkschaft. Laborstart hat jetzt eine Act-Now-Kampagne externer Link mit einem vorbereitetem Protestmailer gestartet. Auf der Seite finden sich auch weitere News zum Thema rechts unter „Latest news about this campaign“

Hightech Krankenhäuser - am Ende

Neben kommunalistischen Kriegen hat der US/UK-Versuch, per Massenmord jenes System zu demokratisieren, das USA und EU selbst mit aufgebaut hatten, noch eine ganze Reihe kleinerer Katastrophen produziert - so zum Beispiel im Gesundheitswesen jede Menge Krankenhäuser die mit aufwendiger Hightech ausgestattet sind - aber sonst mit nichts... Der (englische) Bericht "High-Tech Healthcare in Iraq, Minus the Healthcare" externer Link von Pratap Chatterjee vom 8. Januar 2007 bei "Corpwatch" wirft Licht auf eine von vielen Katastropen.

Deutsche Wirtschaftspolitik im Irak - Ein Stück vom Kuchen

„Krieg und Besatzung durch den Welthegemon USA haben den Irak zu einem der zentralen Konfliktherde unserer Zeit gemacht. Kurz vor Ausbruch des Krieges veröffentlichte die SoZ-Autorin Brigitte Kiechle im Stuttgarter Schmetterling-Verlag das Buch Irak — Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Ihr soeben erschienenes neues Buch Das Kriegsunternehmen Irak (ebenfalls bei Schmetterling) zieht nun eine erste, düstere Zwischenbilanz von Krieg, Besatzung und Plünderung eines zerfallenden Landes…Artikel von Brigitte Kiechle inklusive eines Teilkapitels ihres Buches in der SoZ externer Link - Sozialistische Zeitung vom November 2006

Erneut Gewerkschaftsaktivist ermordet

Am 18. August wurde der Sekretär der Gewerkschaft der Beschäftigten des Gesundheitssektors Tariq Mahdi 25 Km südlich von Baghdad von religiösen Milizen ermordet. Mahdi, der auch Mitglied des Iraqi Freedom Congress war hatte, wie auch dieser Zusammenschluss, sowohl gegen die Besatzung, als auch gegen religiöse Milizen gekämpft. In der (englischen) Pressemitteilung "Health Care Union Leader in Iraq Assassinated" des IFC vom 19. August 2006 wird der Mord verurteilt und sein Leben gewürdigt.

Feuer frei in Kurdistan

Am 27. Juli demonstrierten 700 Beschäftigte der Tasloja Zement Fabrik bei Suleiumanyia in Irakisch-Kurdistan für Lohnerhöhungen und die Wiedereinstellung von 300 entlassenen Kollegen. Polizei und eigene Sicherheitskräfte der Patriotic Union of Kurdistan eröffneten das Feuer: Drei Tote und 16 Verwundete waren das Ergebnis. Der Einsatz der PUK-Sicherheitskräfte gegen Werktätige hat Tradition, unterstreicht die Sektionb Kurdistan der Arbeiterkommunistischen Partei des Irak in ihrer (englischen) Presseerklärung "Killers of the employees of the Tasloja Cement Factory must be brought to justice" vom 27. Juli 2006.

Armutsproteste in Halabja

Die EinwohnerInnen von Halabja (im "kurdischen Irak") haben eine schwere Geschichte: Als Saddam Hussein vor 18 Jahren einen mörderischen Giftgasangriff anordnete, war er "im Westen" noch ein "Guter" weswegen die Medien den Massenmord erst sehr verspätet ernsthaft zur Kentniss nahmen. Als die Koalition den Irak mit Krieg überzog, dienten sie der Propaganda als eines der Beispiele für Saddams Verbrechen - danach wurden sie wieder "vergessen". Als jetzt zum Jahrestag des Massakers die staatlichen Autoritäten des besetzten Irak "den Toten gedenken" wollten, bauten Tausende EinwohnerInnen aus Protest Barrikaden, um der Prominenz den Zugang zur Stadt zu verwehren. Sie zündeten Reifen an, legten Steine und Felsbrocken auf die Strasse - oder auch sich selbst. Nach dreistündigen Auseinandersetzungen wurde die Gedenkfeier am 16. März abgesagt, ein 17-jähriger Demonstrant war tot (nach ärtzlichen Aussagen zweimal getroffen - Demonstranten sagten, erst verwundet, dann exekutiert), viele weitere verletzt. Der Protest galt vor allem der langen Liste unerfüllter Versprechungen: Nicht nur viele Häuser sind im beschädigten Zustand geblieben, auch die überlebenden Opfer des Giftgases haben so gut wie keine medizinische Behandlung, die viele von ihnen brauchen würden und viele werfen den Behörden und den führenden politischen Parteien Korruption vor. Der (englische, hiermit kurz zusammengefasste) Bericht "Halabja Protest Turns Violent" externer Link vom 17. März 2006 von Mariwan Hama-Saeed, Amanj Khalil, Ayub Karim und Ismail Osman beim "Institute for War and Peace Reporting".

Die Verantwortung liegt bei den Besatzern und ihrer Verfassung

Der Bombenanschlag auf die Goldene Moschee von Samara hat unmittelbar zu jenen Ergebnissen geführt, die bezweckt waren: die gesellschaftlichen Spannungen wurden weiter gesteigert und Glaubensbekentnisse werden immer mehr zu Gräben. Die Hauptverantwortung für diese Entwicklungen tragen die Besatzer, die dem Land eine Verfassung aufgezwungen haben, die das Land nach ethnischen und religiösen Gesichtspunkten strukturiert - und damit auch entsprechend orientierten Gruppierungen den Spielraum schafft - so besagt es die von der "Federation of Worker Councils and Unions of Iraq" verbreitete (englische, hiermit kurz argumentativ zusammengefasste) Erklärung "No to deepening the sectarian hatred policy - lets stand against the sectarian war" des "Iraq Freedom Congress" (dem die Föderation angehört) vom 22. Februar 2006.

"Frauen haben im heutigen Irak keinen Schutz"

„Fast täglich kommt es zu Erschießungen, Entführungen, Vergewaltigungen und Ermordungen von Mädchen und Frauen durch bewaffnete Gruppen. Frauen im Irak leben heute gefährlicher als in den Jahren zuvor. Besonders, wenn sie sich für ihre Rechte einsetzen und gegen frauenfeindliche Angriffe zur Wehr setzen. Frauenrechtlerinnen werden immer wieder Opfer von gezielten Anschlägen. Eine der ersten, die Morddrohungen erhielt, war Yanar Mohammed, die Präsidentin der [extern] Organisation für die Rechte der Frauen im Irak (OWFI), einer irakischen Fraueninitiative. Ihre Gruppe organisiert Demonstrationen gegen Vergewaltigung, Entführung und "Ehrenmorde". Die Organisation gibt eine Zeitung heraus und unterhält Schutzräume für Frauen, die von Gewalt und Mord bedroht sind. Deren Zahl wächst ständig, seit im Irak fundamentalistische und erzreligiöse Gruppen Auftrieb erhalten. Maike Dimar sprach mit Houzan Mahmoud von der "Organisation für die Rechte der Frauen im Irak". Zur Situation von Frauen im Irak, gezielten Anschlägen und der Forderung nach Abzug der Besatzungstruppen ein Interview mit Houzan Mahmoud externer Link von der "Organisation für die Rechte der Frauen im Irak" von Maike Dimar in telepolis vom 14.12.2005

Bagdad versinkt in einer brutalen Anarchie: Die Verhandlungen über die Verfassung kommen nicht voran, die Gewalt schwillt an und al-Qaida setzt neben Anschlägen zunehmend auf Propaganda

Bei den Verhandlungen über die neue Verfassung für den Irak gab es trotz hohen Drucks seitens der USA noch keinen Durchbruch, obgleich bei weiteren Verzögerungen Neuwahlen angesetzt werden müssten. Probleme gibt es vor allem bei den Themen Föderalismus, der Rolle des Islam und der Verteilung der Gewinne aus dem Erdöl. Über die neue Verfassung, sollte sie, mit welchen Kompromissen und ungelösten Problemen auch immer, zustande kommen, muss das irakische Volk abstimmen. Widerstandsgruppen und Terroristen erhöhen im Vorlauf nicht nur die Anschläge, sondern setzten nun auch vermehrt auf Propaganda…“ Artikel von Florian Rötzer auf telepolis externer Link vom 19.08.2005

Für einen irakischen Freiheitskongress

Einen Kongress für einen freien, souveränen, laizistischen und nicht-ethnisch strukturierten Irak - das ist der Vorschlag des Gewerkschaftsbundes FCTWUI, den der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes Felah Alwan im (englischen) Interview mit David Bacon vertritt. Und - notfalls - UNO Truppen aus Ländern, die nicht am Krieg beteiligt waren oder sind. "Iraqi Union Calls for a "Freedom Congress" and UN Intervention" externer Link. Veröffentlicht bei "Thruthout" am 18.April 2005.

Proteste von 2.000 "Hausbesetzern" in Baghdad

Hunderte von Hausbesetzern demonstrierten Mitte März in Baghdad, vor der "Green Zone" Festung gegen ihre drohende Verjagung. Sie - insgesamt rund 2.000 Menschen - leben in einem ehemaligen Regierungskomplex, nachdem sie von ihren jeweiligen Hausbesitzern im Zuge der Aufhebung der Mietpreisbindung nach dem Krieg gekündigt worden waren. Obwohl ihnen versprochen worden war, sie könnten bleiben und zunächst sogar in die Infrastruktur investiert worden war, kam jetzt das Ultimatum der "Demokraten". Eine (englische) Meldung - samt Solidaritätsaufruf - des UN-Netzwerkes IRIN im "Reuters AlertNet" externer Link vom 22.März 2005.

38 Dollar für verletzte Iraker

Britische Ärztestudie dokumentiert die anhaltende Zerstörung des Gesundheitssystems im Irak. 100000 Tote infolge der US-Invasion. Artikel von Rüdiger Göbel in junge Welt vom 01.12.2004 externer Link

Krieg, Not - und keine Spur von "Demokratie"

Eine Materialsammlung und ein Überblick zur Lage der Bevölkerung und zur politischen und wirtschaftlichen Entwicklung im Irak in den ersten Monaten des Jahres 2004.

„Gleiche Rechte Jetzt“

„Gleiche Rechte Jetzt“ ist der Titel einer monatlich erscheinenden Veröffentlichung der Organisation für die Freiheit von Frauen im Irak in deutscher Sprache – Nr.5 vom 12. Februar 2004 pdf-Datei externer Link u.a. mit dem Beitrag: „Unter den Augen der US-amerikanischen Besatzungskräfte in Bagdad: Islamisten drohen, die Frauenaktivistin Yanar Mohammed zu töten“

"Protestiert gegen die Kampagne "10 Euro für den irakischen Widerstand"!"

Ein streitbarer Text der Arbeiterkommunistischen Partei des Iran vom 28.Dezember 2003 zur Frage, wen es warum im Irak zu unterstützen gelte - und warum die "10 Euro Kampagne" falsch sei.

THE OCCUPATION'S WAR ON IRAQI WORKERS

Ein (englischer) Bericht von David Bacon vom 20.Oktober 2003 über die Auswirkungen der Besatzung auf irakischer ArbeiterInnen, in dem es unter vielem anderen um die Lage der Erwerbslosen, die - mörderische - Bedeutung der Privatisierungspläne und die Fortdauer der Geltung Saddamscher (Anti-) Gewerkschaftsgesetze geht.

"Befürchten Sie nicht, aufgrund Ihrer Beteiligung am Regierungsrat als eine Art „Kollaborateur“ betrachtet zu werden?"

Ein Interview, das Bernard Schmid am 1.Oktober 2003 mit Raid Fahmi, Führungsmitglied der irakischen KP, seit 1983 politischer Flüchtling in Frankreich, (unterrichtet derzeit Ökonomie in Paris) führte.

"Bring the troops home now"

Der 68.Nationalkongress der "United Electrical, Radio and Machine Workers of America" hat bereits am 28.August 2003 in Pittsburgh den restlosen Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert. Die (englische) Entschliessung "Bring the troops home now" externer Link auf der Page des Z-Magazins

Nach dem Krieg - der Krieg?

Am 1.Mai 2003 wurde der Bushkrieg offiziell für beendet erklärt. Einen Zivilverwalter später - Bremer nach drei Wochen Garner - wird die Lage täglich angespannter: Selbst jene eingeflogenen "Demokraten", die die Besatzungsmächte (die gerne auch die BRD und Frankreich wären) als ihre Aushängeschilder zu benutzen gedachten, distanzieren sich zunehmend - um "Volkes Stimmung" zu treffen. Währendessen gibt es neben militärischen Attacken auch immer mehr Demonstrationen und Versuche, sich zu organisieren - zum Beispiel in einer Arbeitslosengewerkschaft. Die "Union of Unemployed Iraqis" hat für den 3.Juli landesweit Demonstrationen angekündigt, da ihre einfachsten Forderungen missachtet würden. Proteste gegen Ausfälle der Strom- und Wasserversorgung sind bereits an der Tagesordnung. Eine Bestandsaufnahme nach zwei Monate "Frieden"

Klinken putzen bei Saddam

Deutsche und europäische Delegationen setzen sich für das irakische Regime ein. Die EU fürchtet um ihren Einfluss im Nahen Osten. Artikel von Thomas Uwer und Thomas von der Osten-Sacken in Jungle World 09 vom 20. Februar 2002 externer Link. Es ist ein aktueller Beitrag zur Frage: die USA wollen aus ökonomischen Gründen das Regime stürzen, die EU-Politiker wollen aus ökonomischen Gründen das Regime nicht angreifen. Frage: wer ist hier humanitärer?

Specials
Grundinfos

Irak im Auswärtigen Amt der Bundesregierung externer Link

Irak im Fischer Weltalmanach externer Link

Irak bei Labourstart externer Link

Irak bei amnesty international externer Link

Irak bei beim CIA- factbook externer Link


Home | Impressum | Über uns | Kontakt | Fördermitgliedschaft | Newsletter | Volltextsuche
Branchennachrichten | Diskussion | Internationales | Solidarität gefragt!
Termine und Veranstaltungen | Kriege | Galerie | Kooperationspartner
AK Internationalismus IG Metall Berlin | express | Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken
zum Seitenanfang