Streikende Freeport-Bergarbeiter in Papua: Straßen-Blockade von der Polizei überfallen

Streik gegen Kurzarbeit bei Freeport Indonesien: Sie werden aus den Unterkünften verjagt und verdienen keine lebenswichtigen Zuschläge mehrIn Timika, der Hauptstadt der Region, in der die seit Monaten bestreikte Grasberg-Mine sich befindet, fand am Wochenende eine Demonstration der entlassenen Bergarbeiter statt, die zur Blockade der Straße zwischen Stadt und Mine führte. Diese Protestaktion wurde von massiven Polizeikräften beendet, unter Einsatz von Schlagstöcken, Tränengas und Warnschüssen, wobei drei Arbeiter verletzt wurden. In der (Reuters) Meldung „Freeport Indonesia copper mine access to resume after clashes“ am 20. August 2017 bei Straits Times externer Link wird berichtet, dass ab dem 21. August wieder mit „weitgehend“ normalem Zugang zur Mine gerechnet werde. Und auch wenn in dieser Meldung bis in die Diktion hinein der Standpunkt des Unternehmens vertreten wird (etwa indem von „ehemaligen Beschäftigten“ fabuliert wird, getreu der Freeport-Behauptung, es gäbe keinen Streik, sondern nur Arbeiter, die von sich aus gekündigt hätten) wird doch unfreiwillig deutlich, dass die indonesischen Behörden – offiziell im Streit mit Freeport um die Zukunft der Mine – sehr eindeutig Partei ergreifen in dieser Auseinandersetzung. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge:

  • „IndustriALL mission to Indonesia finds human rights crisis for sacked workers“ am 11. August 2017 bei IndustriAll externer Link ist eine Mitteilung der Solidaritäts-Delegation der Internationalen Föderation, die vom 8. bis 11. August vor Ort war und vor allem auf die außerbetriebliche Repression des Unternehmens verweist, das beispielsweise Werkswohnungen gekündigt hat, und den Zugang zu Krankenhäusern und Schulen des Unternehmens verhindert. Das Unternehmen habe auch, so wird darin weiter berichtet, auf Banken der Region Druck ausgeübt, den streikenden Bergarbeitern keine Kredite zu geben. Die Schlussfolgerung ist dass es sich bei dem Vorgehen des Unternehmens in beiden betroffenen Betrieben nicht nur um Unterdrückungsversuche gegen einen Streik handelt, sondern um eine Unternehmenspolitik, die eine regelrechte humanitäre Krise schaffe.