Arbeitsministerium in Gujarat lässt den Streik der Tata-Nano Beschäftigten verbieten

Hungerstreik bei Tata - in der Marco Polo Anlage: Auch hier am 1.3.2016 wegen Entlassung von GewerkschafternAm Mittwoch, den 2. März 2016, ließ das Arbeitsministerium des Bundesstaates Gujarat den Streik der Stammbelegschaft des Tatawerkes bei Ahmedabad verbieten, den diese seit dem 23. Februar organisiert hatte. In dem Artikel „Labour department declares Tata Nano strike ‘illegal’“ von Piyush Mishra am 03. März 2016 in der Times of India externer Link wird ein Sprecher des dortigen Arbeitsminsteriums mit der Aussage zitiert, man habe den Streik nach § 10 Absatz des Gesetzes über betriebliche Auseinandersetzungen verboten – eine schlecht kaschierte Form der Willkür im Dienste der reichsten Familie Indiens, denn dieser Absatz besagt einfach, dass ein Streik, über den irgendeine Behörde oder Gericht angerufen wurde, verboten werden kann. Von den rund 2.200 Beschäftigten im Tatawerk in Sanand sind, wie in der indischen Autoindustrie üblich, weniger als ein Viertel Stammbelegschaft (500), alle anderen sind Zeitarbeiter. Und 426 dieser 500 befanden sich seit nunmehr neun Tagen im Streik – gegen die Entlassung von 28 ihrer Kollegen, die wegen schädlichen Betragens vom Unternehmen gekündigt worden waren. Wogegen sich die Kollegen wenden und unterstreichen, es sei entlassen worden, weil diese 28 zum Kern jenes Belegschaftsteils gehörten, die für die Gründung einer Gewerkschaft aktiv waren. (Womit ja beide Seiten recht haben könnten: Gewerkschaftsgründung kann schließlich Ausbeutungszielen extrem schädlich sein. Kann.) Siehe dazu auch einen Beitrag in dem die Streikenden zu Wort kommen – und eine Meldung über einen Hungerstreik gegen Aussperrung in einem anderen Tatawerk – auch dort willkürliche Entlassungen wegen Organisationsbestrebungen:

  • „Tata-Marcopolo workers begin indefinite fast“ von N. Dinesh Nayak am 02. März 2016 in The Hindu externer Link ist der Bericht über den Beginn eines Hungerstreiks in einem anderen Tatawerk (im Bundesstaat Karnataka) dessen gesamte Belegschaft wegen ihrer mehrfachen Proteste ausgesperrt wurde: Die Proteste richteten sich gegen zwei Entlassungen und darauf folgende 19 Suspendierungen. Die Aktion wird von der Gewerkschaft Krantikari Kamgar Union (die dem Gewerkschaftsbund TUCI angehört) organisiert – das Unternehmen wollte bisher weder mit der Belegschaft noch mit den zuständigen Behörden reden