| Großkundgebung der Erwerbslosen in Kolkata 
Organisierte Erwerbslose - keine so große Seltenheit in Indien, ihre Proteste auch nicht. Ein Großprotest von zahlreichen Gewerkschaften organisiert schon weitaus eher selten - und erst recht in einem von der CPI (M) regierten Bundesland. Mindestens 14 Gewerkschaften und zahlreiche andere soziale Organisationen haben das Joint Action Committee of Various Closed Industries gebildet, das für den 11. März zu einer großen Demonstration aufrief. Wir dokumentieren den Aufruf "Rally of Workers of Closed Industries on 11th March" von Anfang März 2010.
Landesweites Komitee gegen Sonderwirtschaftszonen gegründet
Das Allindische Koordinationskomitee des Widerstandes gegen SEZ (Special economic zones) ist von zahlreichen höchst unterschiedlichen Gruppierungen gegründet worden und ruft zu seinem ersten Kongreß in Neu Delhi auf. Wir dokumentieren den Aufruf "An all India National Convention has been organised by All India coordination committee of anti-SEZ, anti-landgrabbing and anti-displacement movements at New Delhi on 13th December" vom 2. Dezember 2009.
Soziale Bewegungen, Gewerkschaften, Volksorganisationen: Memorandum zum Klimagipfel
Ein Statement an die indische Regierung, was diese in Kopenhagen bei der Weltklimakonferenz vertreten sollte (und welche Politik im eigenen Land verfolgt werden sollte): Was soll daran besonderes sein? Professionelle NGOen holzen gegenwärtig halbe Wälder damit ab. Dieses Statement aber ragt heraus: Nicht nur wegen des Kreises, der es verabschiedet hat - soziale Bewegungen, wichtige Gewerkschaftsströmungen und Landorganisationen sind die großen Unterzeichner. Es ragt auch heraus, weil es eine an die Wurzel gehende Gesamtkonzeption vertritt, die sich nicht zum Anhängsel irgendwelcher Abkommen macht. Und: Weil es auf zahlreichen Webseiten und in vielen Mailinglisten ein heftiges Echo gefunden hat: Zumeist von Realpolitikern unterschiedlichster Strömungen, die sich durch Angriff ("illusorisch") zu verteidigen suchen, womit sie argumentativ in einer Reihe mit den Herrschenden stehen. Das "Memorandum" vom 24. November 2009.
In der Globalisierungsfalle
Vorabdruck. Hunger und Armut: Die Auswirkungen neoliberaler Politik in Indien. Artikel von Utsa Patnaik in junge Welt vom 14.09.2009 
"Identitätspolitik füllt keine Mägen"
Der anfänglichen Erleichterung über die Niederlage der hindunationalistischen Bharatya Janata Party (BJP) bei den Wahlen zum indischen Unterhaus Mitte Mai könnte bald der Katzenjammer folgen. Die indische Präsidentin Prathibah Patil hat Anfang Juni das Regierungsprogramm der Koalition der United Progressive Alliance (UPA) vorgestellt, die von der Kongresspartei angeführt wird. Artikel von Gerhard Klas auf Telepolis vom 12.06.2009 . Aus dem Text: „...Das neue Regierungsprogramm enthält zwar einige verbale Zugeständnisse an die Armen in Indien, wo 80 Prozent der Bevölkerung von weniger als umgerechnet zwei Dollar am Tag leben. Das Kabinett unter Ministerpräsident Manmohan Singh will u.a. allen armen Familien monatlich 25 Kilo Reis oder Weizen zur Verfügung stellen und hat angekündigt, mehr Arbeitsmöglichkeiten für die städtischen Armen zu schaffen. Aber an erster Stelle stehen ausgerechnet solche "Reformen", die in westlichen Ländern seit Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr überall als Allheilmittel angesehen werden: Um der globalen Wirtschaftskrise zu begegnen, will die neue indische Regierung ausgerechnet auf mehr Marktwirtschaft und private Investoren setzen...“
Verlierer der UN-Konferenz gegen Rassismus: Dalits
Hinter der Auseinandersetzung ob man die israelische Militärmaschine als rassistisch kritisieren darf - die zu einem Großmächteboykott Anlaß gab - und andrerseits ob man dafür ausgerechnet den Sprecher des iranischen Mullah-Regimes sich als Verbündeten aussucht, gab es auf der Konferenz in Durban, die bis 24. April tagte, noch eine ganze Reihe politischer Skandale. Etwa die Nichtbefassung mit der rassistischen Diskriminierung durch das indische Kastensystem, das immerhin über 170 Millionen Menschen ins Elend treibt. Das internationales Dalit-Solidaritätsnetzwerk verbreitet dazu die Erklärung "UN Racism Conference fails to address caste-based discrimination affecting 260 million people" vom 23. April 2009
"Nach dem Massaker: Soll man Tausende Kilometer Küstenlinie militarisieren?"
"Indiens 11. September" - das ist die Generallinie indischer Kommerzmedien nach dem Überfall auf Bombay. Was in jedem Fall immer bedeutet: Härtere Gesetze, mehr Militär, Spezialeinheiten aufrüsten - das ganze übliche Arsenal, inklusive des Generalverdachts gegen alle Moslems. Da sind Stimmen, die die Realität nicht vergessen kaum zu hören: Die etwa die naheliegende Frage stellen, wie es etwa aussehen soll, wenn Indiens Küste (Atlas anschauen!) vom Militär verteidigt werden soll... Der Artikel "As the Fires Die: The Terror of the Aftermath" von Biju Mathew in der Ausgabe 31/2008 der Zeitschrift Samar ist gerade wegen seines echten Realismus lesenswert, der auf seinem Engagement etwa bei Gründung der Gewerkschaft der Taxifahrer beruht.
Massenerhebung der Adivasis gegen Polizeiterror
Schon vor den Anschlägen von Bombay war so gut wie nichts zu hören, von einer der größten Rebellionen der letzten Jahre in Indien - jetzt wird es wohl endgültig der "Vergangenheit" anheim fallen: Adivasis in Westbengalen im Massenprotest gegen Polizeiterror. Mehrere Protestversammlungen mit jeweils rund 10.000 TeilnehmerInnen quer durch den Bundesstaat fanden statt, zahlreiche Polizeikasernen wurden von mit allem möglichen bewaffneten blockiert, ein Forderungskatalog in hunderten von Versammlungen ausgearbeitet. Unter dem Titel "Evolving news: Today we have come out – Mass uprising of tribal people in West Bengal" hat die Webseite Sanhati seit dem 13. November 2008 nun schon rund 10 beinahe tägliche Updates über die Entwicklungen.
Antifaschistische Nationalkonferenz gegen kommunalistische Gewalt
In mindestens 10 indischen Bundesstaaten gab es in den letzten Wochen heftige Angriffe auf christliche Gemeinschaften, denen mindestens ein Dutzend Menschen zum Opfer fielen. Hindu-Fundamentalistengruppen wie die Bajrang Dal übernehmen vor TV-Kameras nicht nur die Verantwortung für diese Aktionen, sondern kündigen auch weitere an. Und die indische Polizei demonstriert, warum Indien lange als die einzige funktionierende bürgerliche Demokratie in Asien galt: Trotz Fersehauftritten der Fundis hat sie den wahren Verdächtigen bereits ausgemacht - muslimische Jugendgruppen, die ja ohnehin allesamt terroristisch seien. Gegen diesen Freibrief an die Fundamentalisten soll jetzt eine landesweite Antifaschistische Konferenz organisiert werden. Wir dokumentieren den Aufruf "NATIONAL CONVENTION AGAINST FASCISM-DELHI-OCTOBER 25,26,2008" vom 9. Oktober 2008.
Generalstreik: Flughäfen und Banken zu
Eine offizielle Teuerungsrate von über 12% in einem Land, wo etwa 500 Millionen Menschen mit umgerechnet zwei Dollar am Tag auskommen müssen: radikalere KritikerInnen im Lande nennen so etwas Massenmord. Jenseits parteipolitischen Kalküls für die Wahlen im Mai 2009 bleibt der Fakt, dass der Aufruf von über 40 Einzelgewerkschaften zu landesweiten Streiks von Millionen Beschäftigten befolgt wurde - insbesondere die 900.000 Bankangestellten machten die Schalter zu. Der (frz) redaktionelle Bericht "Des millions d'Indiens en grève contre l'inflation" vom 21. August 2008 bei "Le monde" gibt einen Überblick über die Ereignisse.
Hunger in Indien: Anders als bisher - schlimmer durch neoliberale Projekte
Hunger in Indien ist leider nichts Neues: Die große Hungersnot in Bengalen ist sozusagen ein fester Begriff, wie der irische Hunger vor 150 Jahren. Und dennoch: Im Zeitalter des Neoliberalismus stehen sogar die staatlichen Lebensmittelstellen zur Disposition, die immer ein wesentliches Element einer minimalen Grundversorgung waren. Und die aktuelle weltweite Teuerungswelle bei Nahrungsmitteln trifft viele Menschen sozusagen mit doppelter Wucht. In "India's Emerging Food Security Crisis: The Consequences of the Neoliberal Assault on the Public Distribution System" , dem Editorial der Zeitschrift Analytical Monthly Review vom Mai 2008 wird die Modernisierung der Armut analysiert.
Der Polizeibericht zur Ermordung Lahlit Mehtas: Sogar das Datum des Mordes ist falsch...
Die NREGA AktivistInnen kommen landesweit zunehmend in Gefahr: Eben, weil sie versuchen NREGA nicht auf dem Papier zu lassen - die bundesgesetzliche ländliche Beschäftigungsgarantie. Letzten Monat wurde in Palamau Lahlit Meta, führend in dieser Bewegung, ermordet - der Polizeibericht dazu strotzt dermaßen von falschen Behauptungen und Auslassungen, dass selbst das Datum der Ermordung Mehtas falsch genannt ist. Dafür werden MitaktivistInnen des Mordes verdächtigt - die größte Demokratie der Welt eben. Der Solidaritätsaufruf "Palamau Report: Enquiry or Cover-up?" der Aktivistenorganisation MKSS von Anfang Juni 2008.
Autoarbeiter für sozialen Frieden?
In einem der grössten Industriebetriebe Kolkatas (Kalkutta), den Hind-Motorwerken, haben die Arbeiter bei den Wahlen zu den anstehenden Tarifverhandlungen sich mit 62% für die CITU-Gewerkschaft (die zu der im Bundesstaat Westbengalen regierenden KPIM gehört) entschieden. Die bisherige Mehrheit für die radikalere SSKU ist nach deren Spaltung verloren gegangen. Kali Gosh, der Sekretär der CITU im Bundesstaat nannte dieses Ergebnis ein Plebiszit für die Wirtschaftspolitik der Regierung und für die von der CITU eingeschlagene Linie der sozialen Partnerschaft. Die Bedeutung dieser Wahl für die gesellschaftliche Debatte liegt vor allem darin, dass es die erste grosse Gewerkschaftswahl nach den heftigen Auseinandersetzungen im Bundesstaat über die Industrialisierungsprojekte der Linksblock-Regierung war. Der (englische) Bericht "Hind Motors workers vote for Bengal CM's agenda: no militancy, please" von Bidyut Roy am 10. Januar 2008 im ExpressIndia.
Neoliberalismus
und Regierungslinke - Bengalen als exemplarischer Fall ?
Das "Massaker von Nandigram" in Westbengalen,
bei dem im Frühjahr 2007 Bauern und Landarbeiter starben, die
sich der Vergabe von Land an "Investoren" widersetzten,
macht in Indien weiter Schlagzeilen und Furore. Nicht aufgrund seiner
Einzigartigkeit - denn seitdem gab es in anderen Bundesstaaten bereits
weitere Todesopfer der Modernisierung. Nein: Der von der Kommunistischen
Partei Indiens (Marxisten) seit Jahrzehnten regierte Bundesstaat
Westbengalen ist beileibe nicht die einzige Gegend des riesigen
Landes, in dem mit den weltweit üblichen Flexibilisierungen,
Steuersenkungen, Investitionsanreizen, Reduzierung von (Schutz)Vorschriften,
Landnahme und Vertreibung das Projekt "Eingliederung in den
Weltmarkt" verfolgt wird. Ebenso ist Westbengalen auch nicht
der einzige indische Bundesstaat, in dem es massiven Widerstand
gegen diese Politik gibt. Ganz im Gegenteil: Die Marktwirtschaft
lässt quer durchs Riesenland schlagen, schiessen und verfolgen,
in nahezu allen vorstellbaren Konstellationen und für unterschiedlichste
Unternehmenszwecke: Bergbau in verschiedenen Varianten, Hightech-Outsourcing
und Sonderwirtschaftszonen. Aber die Auseinandersetzungen in Bengalen
sind in jüngster Zeit eben besonders heftig geworden - und
die Politik der Justierung auf den Weltmarkt wird eben von einer
linken Landesregierung betrieben. Was die Debatten darum auch in
der gesamten - und nicht nur der parteinahen - indischen Gewerkschaftsbewegung
und den sozialen Bewegungen prägt - und sie gerade deshalb
auch für andere Länder wichtig macht, speziell dort, wo
es ansatzweise vergleichbare Konstellationen gibt. Die kommentierte
aktuelle Materialsammlung "Exempel
Nandigram?" von Ende August 2007.
Nandigram - ein Massaker. Oder eine Hetzkampagne?
Die Ereignisse in Westbengalen vom März haben
weltweit einiges Echo hervorgerufen - "Landnahme" zur
industriellen Entwicklung ist ein Thema überall in Indien -
aber die Sonderwirtschaftszonen stoßen auf Widerstand, eben
auch im von der CPI(M) regierten Bundesstaat. Die Todesopfer bei
den heftigen Konfrontationen speziell in Nandigram haben nun ganz
unterschiedliche Untersuchungsergebnisse bzw Stellungnahmen hervorgerufen.
Ein Volkstribunal zahlreicher Gruppierungen der Demokratiebewegung
hat einen vorläufigen Abschlussbericht seiner Untersuchungen
veröffentlicht, der der linken Landesregierung unter anderem
absichtlichen und geplanten Mord vorwirft - der parteinahe Gewerkschaftsbund
CITU sieht nur Polizisten, die sozusagen überreagiert hätten
und ansonsten eine bürgerliche Hetzkampagne.
a) Der (englische) Report "Executive
Summary of the Report: People’s Tribunal on Nandigram"
wurde Ende Mai erarbeitet und im August 2007 im Internet verbreitet.
b) Die (englische) Stellungnahme "FACTS
vs FICTITIOUS SLANDERS"
in der CITU - Zeitung "The working class" ist bereits
im April 2007 veröffentlicht worden, aber recht neu im Netz.
Widerstand erfolgreich: Nach 14 Todesopfern stoppt Indien den Plan zur Errichtung einer Autofabrik
Nach unserem Bericht „Italiens Metallgewerkschaften solidarisch mit Anwohnerwiderstand“ vom 14.03.2007 ein Nachtrag „India state drops low-tax hub plan after protests“ bei Reuters-Alert-Net vom 17.03.2007
Italiens Metallgewerkschaften
solidarisch mit Anwohnerwiderstand
Was italienische Gewerkschaften konkret mit dem Auto-Ansiedlungsplan
der linken Landesregierung in Westbengalen zu tun haben? Genau:
Fiat ist Partner der bauwilligen Tata-Unternehmensgruppe. Alle drei
Metallgewerkschaften haben jetzt an die westbengalische Landesregierung
appelliert, die Repression gegen den Widerstand der Anwohner gegen
ein neues Autowerk zu beenden und eine andere Lösung zu suchen.
Die Schaffung von geplanten 2.000 Jobs dürfe nicht die Ernährung
von 30.000 Menschen gefährden, argumentieren die Gewerkschaften
laut dem (englischen) Bericht "Italian
Metal Unions Condemn Rights Violations in West Bengal, Call on Carmarkers
to Move Plant from Singur"
vom 14. März 2007 bei der Nahrungsmittelinternationale IUF.
Die Linke, das Wachstum, der Widerstand...
Die CP(M) geführte Landesregierung von Westbengalen
hatte geglaubt, gewonnen zu haben: In der heutezutage üblichen
umgekehrten Lobbyarbeit hatte der Bundesstaat den Zuschlag der Tatagruppe
für ein neues Autowerk bekommen. Nun ist Indien zwar laut Gesetz
ein Land, in dem einerseits Land nicht ohne weiteres verkauft werden
darf, andrerseits landwirtschaftlich genutztes Land ohnehin nicht
anders genutzt werden darf - in dem aber drittens der Staat zwecks
Interessen der Allgemeinheit enteignen kann. In dem aber auch wie
gegenwärtig kaum in einem anderen Land neue Industrie (und,
vor allem, Bergbau-) Projekte auf den Widerstand derjenigen treffen,
die dafür weichen sollen. So auch in Singur, nahe Kolkata,
wo die Autofabrik hin soll. Und während die Landesregierung
die Polizei wüten lässt, wenden sich jetzt sogar zunehmend
Gewerkschaften gegen das Projekt. Die kleine Materialsammlung "Keine_Autos"
vom 15. Februar 2007.
Gas-Zwischenfall: Aus Bhopal nichts gelernt...
Ende Oktober wichen 25 Kilometer von der Stätte
des Industrieverbrechens vom Bhopal vor 22 Jahren Gase aus Lagerstätten
- und die Regierung des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh bzw
ihr Sonderbeauftragter konnten in ihrem Bericht dazu nur feststellen,
dass die Unternehmen des industriebezirks Mandideep keinerlei Verantwortung
trügen, und ohnehin keine Gefahr bestanden habe. Ganz anders
sehen das 4 Organisationen, die mit der Aufarbeitung der Vorfälle
vom Dezember 1984 befasst sind. In der (englischen) Pressemitteilung
"SURVIVORS' ORGANISATIONS
CASTIGATE MP GOVERNMENT FOR FAILURE TO PREVENT CHEMICAL ACCIDENTS"
vom 18. November 2006 kritisieren sie den Bericht der Landesregierung
und führen ihrerseits Fakten an, warum dieser Zwischenfall
darauf hin weist, dass eine neuerliche grosse Katastrophe möglich
ist - auch, weil keinerlei Konsequenzen gezogen wurden.
Historische erste Landeskonferenz der Hotelarbeitnehmer
in Indien gründet Landesgewerkschaftsbund
„Vom 2.-4. September vereinigte die von der IUL organisierte Gesamtindische Konferenz der Hotelarbeitnehmergewerkschaften 47 Gewerkschaften, die 20 000 Mitglieder in Hotels und Cateringbetrieben im ganzen Land vertraten. Bei dieser Konferenz, die in Goa stattfand, handelte es sich um die erste Landeskonferenz der Hotelgewerkschaften in Indien…“ Meldung auf der Seite der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften (IUL) vom 05.09.2006
Rebellen und "Eingeborene": Schlecht fürs Geschäft...
Orissa ist auch für indische Verhältnisse
ein "armer" Bundesstaat. Aber: mit einem Boden voller
Erze. Da wollte die soziale Institution Tata Steel den Menschen
etwas Gutes tun und ein Stahlwerk bauen. Nur, dass die Bewohner
des geplanten Industriegebiets von Kalinganagar diesem Projekt nicht
weichen wollten. Als zu Jahresbeginn die Bulldozer auffuhren, wurden
sie blockiert und die von Tata gerufene Polizei zeigte, was die
soziale Ader eines solchen Unternehmens wert ist: 16 Menschenleben.
Aber es sind ja nur "Eingeborene". Und die sind nicht
nur so dumm, Tatas Segnungen der Marktwirtschaft nicht haben zu
wollen, schlimmer noch: Die Region ist eine Hochburg der Naxalitenbewegung
(wie sie in den bürgerlichen Medien genannt wird) - der Volksbefreiungsarmee
in eigener Namensgebung. Orissa, Jharkand und Chhattisgarth sind
drei Bundesstaaten in denen diese Bewegung stark ist, und in denen
es gleichzeitig grössere Investitionsprojekte gibt, unter anderem
von weiteren Unternehmen wie Vedanta oder auch POSCO. In dem (englischen,
hiermit ultrakurz zusammengefassten) Bericht "Maoist
guerrillas and tribal rebels threaten India's industrial boom"
von Randeep Ramesh in der britischen Tageszeitung "The Guardian"
vom 2. August 2006 wird diese riskante Investitionslage arg bejammert...
Neue Gewerkschaftsinitiative - ohne Parteianbindung
Am 6. März diesen Jahres fand der Gründungskongress
der NTUI (New Trade Union Initiative) in Delhi statt - und die Gewerkschaften,
die sich da zusammenschlossen haben zusammen über 1 Million
Mitglieder. Es ist der Versuch, in Indien eine parteiunabhängige
Gewerkschaftsbewegung aufzubauen - in seiner Rede sagte der Sekretär
der neuen Föderation Gautam Mody"an dem Tage, da alle
demokratisch strukturierten Gewerkschaften unter einem Dach sind,
sind wir überflüssig geworden". Der (englische) Bericht
"Labouring unity"
von Bela Malik, wie er am 25. Juni 2006 auf der Mailingliste LNSA
publiziert wurde.
Das organisierte Verbrechen Kapitalismus:
Versuchskaninchen outgesourct
Im Jahre 2000 gab es ein "Skandälchen", das von der Medienwirtschaft schnell vergessen wurde: indischen KrebspatientInnen war - ohne Kenntniss - das US-Medikament M4N injiziert worden, ohne dass zuvor irgendwelche Tierversuche etc stattgefunden hätten (ohne jetzt damit die Tierversuchsfolterer reinzuwaschen) - eine Reihe Todesfälle. Seitdem: Sendepause. Nicht, weil nichts passiert wäre, im Gegenteil: inzwischen gibt es einen regelrechten "Outsource-Run" von Medikamententests nach Indien. Dies wird in dem Ankündigungstext zur BBC-Sendung "Drug trials outsourced to India" vom 22. April 2006 berichtet.
McKinsey-Linke
Ein Beitrag von Matthias Becker in der "Jungle World" vom 26.Mai 2004 über die politische Rolle der CPI (M) nach dem Wahlsieg von Kongress und Linksfront
CMP inadequate, not acceptable: Trade unions
(Das gemeinsame Minimalprogramm ist unangemessen und nicht akzeptabel sagen die Gewerkschaften) - Ein (englischer) Bericht beim Nachrichtenportal "Rediff" vom 24.Mai 2004 über die Reaktion der linken Gewerkschaftsverbände auf die Vorstellung eines gemeinsamen Minimalprogramms der neuen Regierung durch die Kongresspartei.
Ein überraschendes Wahlergebnis - mit guten Gründen
Eine knappe Zusammenfassung vom 19.Mai 2004 zur Wahlniederlage der Hindu-Fundamentalistischen Regierung, dem Wahlsieg der totgesagten Kongresspartei und der künftigen Regierungsbeteiligung der KP
BHOPAL TRADE UNIONISTS TAKE ON DOW CHEMICAL
Ein (englischer) Beitrag von N. Renuka Uthappa in der Ausgabe Juli 2003 von "Labornotes" über gewerkschaftliche Solidaritätsaktionen mit den GewerkschafterInnen von Bhopal
Lehrergewerkschaft in Tamil Nadu schliesst Bündnis mit anderen Staatsangestellten
Die Regierung des Bundesstaates Tamil Nadu gehört zu den indischen Vorreitern des Sozialabbaus und der unternehmensfreundlichen politischen und ökonomischen Umwandlung. Nach einem ersten erfolgreichen Streik am 10.April haben nun erstmals die diversen Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, auf Initiative der LehrerInnengewerkschaft, ein Aktionsbündnis geschlossen. Nach ersten Kundgebungen - vor allem am 8.Mai in Chennai - sind eine Reihe weiterer Aktionen geplant, die ab 2.Juli in einen unbegrenzten gemeinsamen Streik münden sollen - trotz des Gesetzes über die Aufrechterhaltung der Grundversorgung, die LehrerInnen und vielen anderen im öffentlichen Dienst Beschäftigten Repressalien androht. "A joint struggle in Tamil Nadu" - ein (englischer) Beitrag von S. VISWANATHAN in der Ausgabe vom 10.Mai 2003 beim zweiwöchentlichen Magazin "Frontline"
"Water wars" - Wasserkriege
Für die Zukunft Auseinandersetzungen um Wasser zu prognostizieren ist verbreitet: Wie es heute bereits aussieht ist weniger bekannt. 8% aller erfassten Todesfälle in Indien sind auf verseuchtes Wasser zurückzuführen... Siehe "Water wars", Artikel von Nirupa Bhangar für Indymedia Bombay vom 8.10.02 
Deutliche Fusspuren des Faschismus in Indien / Fascism's Firm Footprint in India
(englischer) Artikel von Arundhati Roy über die Pogrome in Gujarat - über Hindu-Fundamentalismus, die Atombombe und die Regierungspartei im Gefüge der hinduistischen Netzwerke in "The Nation" vom 12.September 2002 |