Arabische und jüdische Arbeiter Israels in solidarischer Verbundenheit mit den Brüdern in Kairo, Tunis und Damaskus
Aufruf zum 1. Mai 2011 von dem unabhängigen, jüdisch-arabischen „Workers Advice Center“ (WAC-MAAN) in Israel . Aus dem Anschreiben an die Redaktion des LabourNet vom 29.04.2011: „da selten solche nachrichten aus israel zu uns durchdringen habe ich den maiaufruf der kollegen vom "workers advice center" übersetzt. angesichts der katastrophalen lage in dieser region, die wie kaum anderswo in der welt auf das bewusstsein der arbeiter drückt, halte ich diesen aufruf für einen beleg dafür, dass die bewegungen in den arabischen ländern auch die debatten unter den kollegen in israel bestimmen. man kann die ausdrucksweise als "reformistisch" betrachten, die wortwahl als "illusion in die demokratie" deuten. möglicherweise ist dem auch so. aber angesichts des krieges und des terrors, denen die bevölkerung dieses landes seit jahrzehnten ausgesetzt ist, und angesichts des starken einflusses der nationalistischen ideologie, die auf beiden seiten des konfliktes auf die unterdrückten einwirken, ist dieser aufruf ein wichtiges signal. denn er birgt in sich die möglichkeit einer debatte unter den arbeitern der region.“
Ende des Booms?
„Nach fünf Jahren Wirtschaftsboom geht in Israel die Angst um, von der Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA mitgerissen zu werden. Seit November 2007 ist der 100 Firmen umfassende TA-100-Index an der Börse von Tel Aviv um 17% gefallen. Das ist der größte Einbruch seit Beginn der Hausse im März 2003. Sorgen bereitet auch die Fehlspekulationen führender Unternehmen, wie beim Pharma-Konzern TEVA oder bei der High-Tech-Firma Allot Communications, die im Rahmen der Subprime-Krise erhebliche Verluste vermeldeten. Vor allem aber versetzt der Höhenflug der israelischen Währung Unternehmer und Gewerkschaften in Unruhe…“ Artikel von Rosso Vincenzo auf Telepolis vom 10.03.2008 
Wie die israelische Regierung den Sozialstaat demontiert - Reformen contra gewerkschaftliche Organisierung
“Zuerst hat die israelische Regierung die Leistungen für Erwerbslose, Körperbehinderte, Kinder und Alte brutal gekürzt. Und dann hat sie überrascht festgestellt, dass es Armut im Lande gibt: Ein Viertel der Bevölkerung Israels lebt heute unter der Armutsgrenze, darunter 35 Prozent der Kinder des Landes. Viele der erwachsenen Armen sind erwerbstätig, 60 Prozent von ihnen arbeiten Vollzeit. Unter den alten Menschen gilt sogar ein Viertel als arm…“ Artikel von Assaf Adiv , andesweiter Koordinator des Workers Advice Center, Israel, in der NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung vom 11.04.2007
Eine Gewerkschaft, die nichts unternimmt, Gräben zu überwinden
Einmal mehr gab es in Israel am 1. Mai getrennte Demonstrationen jüdisch-israelischer und arabisch-israelischer ArbeiterInnen, weil das sinkende Schiff Histradut sich weiterhin weigert, Schritte zur Überwindung der Gräben zu unternehmen. So demonstrierten 5.000 meist arabische ArbeiterInnen in Nazareth, während - weniger - jüdische TeilnehmerInnen in Tel Aviv demonstrierten, wo sich die Arbeiterpartei kurzfristig der Teilnahme entzog, wegen der "Gefahr" von "Provokationen linker Gruppen" (wie im letzten Jahr...). Der (englische) Bericht "May Day in Israel" von Yossi Schwartz bei "In Defence of Marxism" vom 3. Mai 2006.
"The Unmaking of the Histadrut"
Das mag einer der Gründe sein, weswegen das Workers Advice Center in "bestimmten Kreisen" nicht eben beliebt ist: eine (englische) Studie von Dani Ben Simhon (WAC) über die einst allmächtige israelische Gewerkschaftszentrale Histadrut - und was von ihr nach 10 Jahren Privatisierungspolitik noch übrig ist. Und über die (perverse) Rolle der Histadrut gegenüber arabischen ArbeiterInnen und MigrantInnen (u.a mit eigener "Arbeitsagentur"). Hat die Histadrut ausgedient? Die Studie als (auszugsweiser) Artikel im WAC-Magazin "Challenge" , Ausgabe November-Dezember 2004
Vor 20 Jahren: Sabra und Schatila - Chronologie eines Massakers
Noam Chomsky, Jg. 1928, libertärer Jude, Linguist und politischer Aktivist, zeichnet auf der Grundlage von Presseberichten, israelischen Dokumenten und alternativen Quellen das Massaker nach, das christliche Milizen am 16./17. September 1982 in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila verübten. Wir veröffentlichen seine Analyse in zwei Teilen als Vorabdruck aus der aktualisierten Neuauflage seines Nahost-Buches.
|