Erneuter Massenprotest gegen die geplante Privatisierung von Bildungs- und Gesundheitswesen in Honduras

So sieht es aus, wenn die Regietung in Honduras dem Protest gegen Privatisierung den Dialog anbietet - 24.5.2019„… Tausende Honduranerinnen und Honduraner sind am 30. und 31. Mai dem Aufruf der Plattform zur Verteidigung der öffentlichen Gesundheit und Bildung gefolgt und haben landesweit Straßen und Plätze besetzt. In ländlichen Regionen wurden Brücken und Fernverkehrsstraßen blockiert. Dem medizinischen und pädagogischen Personal schlossen sich breite Bevölkerungsteile an, die in den großen Städten wie auch in ländlichen Regionen durch staatliche bewaffnete Kräfte unter Einsatz von Tränengas, Wasserwerfern und scharfer Munition angegriffen wurden. Es wurde von Schwerverletzten in Siguatepeque und Trujillo berichtet. In der Hauptstadt Tegucigalpa kam es am Donnerstag zwischen den Protestierenden und der Polizei am internationalen Flughafen der Hauptstadt zu schweren Auseinandersetzungen, wobei ein Polizeifahrzeug in Flammen aufging. Der am Freitag in Brand gesetzte Eingang der US-amerikanischen Botschaft, sorgte ebenfalls für Aufmerksamkeit. Nach Aussagen mehrerer alternativer Berichterstatter würden eingeschleuste Paramilitärs für Gewalt und Unruhe in den Demonstrationszügen sorgen, um den Vorwand zu liefern, die Protestierenden des Terrorismus zu beschuldigen…“ – aus dem Beitrag „Generalstreik in Honduras gegen Privatisierung von Gesundheit und Bildung“ von Daniela Dreißig am 02. Juni 2019 bei amerika21.de externer Link über die erneuten Proteste im Rahmen des nun auch schon wieder seit Wochen andauernden Widerstandes gegen die Privatisierungspolitik des Regimes Hernandez. Zu den aktuellen Protesten ein weiterer aktueller Beitrag – und der Hinweis auf unseren bisher letzten Bericht zu dieser Bewegung:

  • „Aufruhr in Honduras“ von André Scheer am 03. Juni 2019 in der jungen welt externer Link berichtet unter anderem: „… Zehntausende Menschen waren in der vergangenen Woche in mehreren Städten Honduras’ gegen Staatschef Juan Orlando Hernández auf die Straße gegangen. Vor allem Ärzte und Krankenschwestern sowie Lehrkräfte und Dozenten der Schulen und Hochschulen legten die Arbeit nieder, die Studierenden boykottierten die Vorlesungen. Anlass für die Proteste ist die geplante Privatisierung von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, für die Staatschef Hernández per Dekret den Weg geebnet hat. Wie der Rundfunksender Radio Progreso berichtete, war es dabei bereits am Donnerstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, als die Beamten den Protestmarsch am Flughafen von Tegucigalpa mit Tränengas attackierten. Während Ärzte und Lehrer versuchten, die Demonstration fortzusetzen, griffen vor allem jüngere Teilnehmer die Polizeiketten mit Steinen an. Der Flugbetrieb musste für Stunden eingestellt werden, weil sich Passagiere vor den Tränengasschwaden auf das Rollfeld flüchteten. Auch in anderen Städten gingen die Einsatzkräfte gewaltsam gegen die Demonstranten vor. In Siguatepeque wurde ein streikender Lehrer von einem Geschoss der Polizei getroffen und schwer verletzt, wie die Menschenrechtskommission Cofadeh informierte. Am Sonnabend meldete die oppositionelle »Breite Bewegung für Würde und Gerechtigkeit«, dass in Guadalupe Carney ein Mensch von der Polizei ermordet worden sei. Drei weitere Demonstranten seien verletzt worden, als die Einsatzkräfte gegen eine Kundgebung vorgegangen seien. Ein Ende der Proteste ist trotzdem nicht abzusehen. Wie das Internetportal Hondudiario.com am Wochenende berichtete, wollen sich die Angestellten des Sozialversicherungsinstituts am heutigen Montag dem Ausstand anschließen. Man habe die Aktionen der Kollegen in den vergangenen Wochen solidarisch verfolgt, nun sei es aber an der Zeit, sich auch selbst daran zu beteiligen, erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Der Fernsehsender UNE-TV sah aufgrund der Proteste bereits das »orlandistische Regime« wanken…“