Die ersten Gruppen der Flüchtlingskarawane aus Mittelamerika erreichen die Grenze zu den USA

„Migrationskarawane“ von Honduras durch Guatemala nach Mexico und in die USANach einer Tausende von Kilometer langen Reise durch Mexiko haben die ersten Migranten aus Mittelamerika den Grenzzaun zu den USA erklommen. Etwa 20 Personen kletterten am Dienstag (Ortszeit) auf den Zaun zwischen Tijuana und San Diego an der Pazifikküste. Die Aktion versetzte die Beamten des amerikanischen Grenzschutzes in Alarmbereitschaft, sie griffen allerdings nicht ein. Nach rund 20 Minuten stiegen die Mittelamerikaner wieder auf der mexikanischen Seite der Grenze hinab. Andere schauten nur durch die Gitterstäbe oder badeten im Meer. Zwischen Tijuana und San Diego teilt der Grenzzaun den Strand und reicht bis in den Pazifischen Ozean. Die Mittelamerikaner gehörten zu einer ersten Gruppe von 357 Personen, die am Dienstag in neun Bussen in Tijuana ankamen. Er sei glücklich, nur einen Schritt davon entfernt zu sein, die USA zu betreten, sagte José Alfredi Mejía Márquez aus Honduras der Deutschen Presse-Agentur. Er hatte sich vor einem Monat mit der sogenannten Migranten-Karawane in der honduranischen Stadt San Pedro Sula auf den Weg gemacht. Die Migranten fliehen vor der Gewalt durch Jugendbanden und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Region…“ so beginnt die dpa-Meldung „Hunderte von Migranten aus Mittelamerika erreichen die Grenze zu Amerika“ vom 13. November 2018 externer Link (hier bei der NZZ) über die Ankunft der „Vorhut“ der Karawanen an der US-Grenze. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag, zwei Hintergrundartikel zu Fluchtursachen und Auswirkungen, sowie einen Beitrag zu praktischen Ergebnissen Trumpscher Hetztiraden und den Hinweis auf den bisher letzten unserer zahlreichen Beiträge zu den Karawanen:

  • „Auf dem Weg nach Norden“ von Carmen Navarra am 14. November 2018 in der jungen welt externer Link berichtet über den Hauptteil der ersten Karawane unter anderem: „Viele von ihnen erzählen, die Entscheidung über Nacht getroffen zu haben. Sie erfuhren – meistens über Facebook oder Bekannte – einige Tage bis Stunden vor dem Treffen von der Bildung einer Migrationsgruppe mit dem Ziel USA. Der honduranische Journalist und Aktivist Bartolo Fuentes soll die Gruppen miteinander vernetzt haben. Dafür wurde er in seinem Heimatland angeklagt. Doch momentan befindet er sich noch im mexikanischen Exil, da er die Karawane begleitete. Die wenigsten in der Gruppe kannten sich vorher. Nun verbringen sie jeden Tag und jede Nacht zusammen. Neben den Fluchtursachen teilen sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was auch Verantwortung schafft. Sie helfen sich gegenseitig beim Aufstieg auf einen Trailer, oder sie tragen das Kind eines anderen. Sie haben sich organisiert, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Zur allabendlichen Versammlung werden sowohl Sprecherinnen und Sprecher für Klein- und Interessengruppen gewählt als auch Entscheidungen getroffen: Welchen Grenzübergang wählt man, oder wann bricht man auf und geht weiter? Darüber wird auch an diesem Abend in Mexiko-Stadt diskutiert. Die Frage, welche Route man nimmt, ist ein Abwägen zwischen schwierigem Gelände, kühler Gebirgsregion und Wüste gegen gefährliche Gegenden, in denen Drogenkartelle regieren und dafür bekannt sind, Menschen verschwinden zu lassen…
  • „Persigan al mensajero“ von Eliana Gilet am 13. November 2018 bei Rebelion.org externer Link (ursprünglich für Abonnenten bei La Brecha aus Uruguay – und damit auch eines von vielen möglichen Beispielen für die Breite der Resonanz der Karawane in ganz Lateinamerika) ist ein Beitrag über ein Gespräch der Autorin mit Bartolo Fuentes im Rahmen des Migrations-Weltsozialforums Anfang November 2018 in Mexiko, in dem dieser über den Versuch der Regierung von Honduras berichtet, ihn festnehmen zu lassen – als Verantwortlichen für das Zustandekommen der Karawanen. Wozu er unterstreicht, dass diese Bezeichnung in erster Linie dem Präsidenten von Honduras zustehe, dessen Politik im Dienste der multinationalen Konzerne die Menschen in die Flucht treibe. „Sie verfolgen den Überbringer der Nachricht“ – wie es die Überschrift des Beitrags sagt…
  • „Beyond the Caravan: Why We Must Protect Workers Covered by TPS“ am 12. November 2018 bei Working Class Perspectives externer Link ist ein Beitrag über die Angriffe der US-Regierung auf den Temporary Protected Status, der bisher unter anderem für Flüchtlinge aus den mittelamerikanischen Staaten (insgesamt 10 Staaten) gilt und bis zu endgültigen Entscheidungen unter anderem den Betroffenen Reiseerlaubnis und Arbeitserlaubnis gibt. Eine Gesetzesergänzung, die die Trump-Regierung im Zuge ihrer Hetzpropaganda gegen die Karawane nun beseitigen will – für alle, auch für jene, die bereits unter diesem Schutz stehen.