Die britische Regierung wird zunehmend auch für den Hochhausbrand verantwortlich gemacht – kein sozialer Wohnungsbau, keine Kontrolle – und viele in ähnlicher Wohnsituation

Feuer im Londoner Hochhaus 14.6.2017 - die MiterInnen hatten gewarntTausende von Briten leben in brandgefährdeten Hochhäusern und müssen mindestens zeitweilig ausquartiert werden. Zu diesem Schluss kommen Tests, die in den letzten Tagen im Gefolge der Brandkatastrophe von Kensington an zahlreichen Gebäuden durchgeführt wurden. Wie Premierministerin Theresa May am Donnerstag dem Unterhaus berichtete, ist die Verkleidung an mindestens 600 der insgesamt weit mehr als 4000 Hochhäuser im Land feuergefährlich. „Wir werden den Menschen nicht zumuten, in unsicheren Wohnungen zu leben“, versicherte die Regierungschefin. Der ausgebrannte Grenfell-Tower steht als düsteres Mahnmal weit sichtbar im Westen Londons. 79 Tote wurden seit dem Brand vergangene Woche aus dem 24-stöckigen Haus geborgen, mindestens ein Dutzend Schwerverletzte liegen noch immer in Krankenhäusern“ – aus dem Beitrag „Hunderte Hochhäuser sind brandgefährdet“ von Sebastian Borger am 22. Juni 2017 in der FR Online externer Link, worin auch noch zu einem Video zum Thema verlinkt wird. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge und ein Statement von Mietaktivisten:

  • „UK government deregulation led to Grenfell Tower inferno“ von Julie Hyland am 21. Juni 2017 bei wsws externer Link ist ein Beitrag, der die gesamte neoliberale Wohnungsbaupolitik der letzten 35 Jahre kritisch skizziert – und ihre Ergebnisse in den Todesopfern von Grenfell sieht. Etwa, wenn 1986 das Londoner Gebäudegesetz faktisch abgeschafft wird, das seit langen Zeiten die Sicherheit in der Stadt organisierte – ein Gesetz, das Ergebnis der Erfahrungen einer Stadt war, die immer wieder von Brandkatastrophen heimgesucht wurde (The Great London Fire ist ein „Ereignis“ der Geschichtsbücher – gewesen).