J'ai (très) mal au travail. Ein 90minütiger Dokumentarfilm über die moderne Arbeitsorganisation und ihre GefahrenDas parlamentarische Komitee Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) organisierte eine Anhörung zur Arbeitswirklichkeit in der sogenannten GIG Economy: Beschäftigte von Uber, Amazon und Hermes berichteten (und in der Tat, aus Furcht vor Verfolgung, in nichtöffentlicher Sitzung!) von ihren Arbeits- und Lebensbedingungen bei einer Anhörung, in deren Verlauf auch die Unternehmensleitungen Stellung bezogen. Dabei hatte etwa der Topmanager von Uber – dessen Unternehmen durch Gewerkschaftskampagnen und Gerichtsurteile in die Defensive geraten ist – kein besseres Argument gegen die Behandlung der Fahrer als Angestellte vorzubringen, als dass dies das Unternehmen viele Millionen kosten würde (was lange ganz anders klang, als Partnerschaften beschworen wurden). Siehe dazu eine ganz kurze deutsche Zusammenfassung der Statements von Beschäftigten und der Gewerkschaft:

In dem Artikel „GMB Members Working for Uber, Amazon and Hermes Tell Parliamentary Committee About ‘Horrors’ of Gig Economy Work Including Driver Whose Contract Was Terminated after Preamture Birth of Their Child“ am 10. Oktober 2017 bei der GMB externer Link wird von den Aussagen der Gewerkschaftsmitglieder aus drei Unternehmen berichtet.

So sprach etwa ein Fahrer von Uber über die Bezahlung – über die wirkliche Bezahlung, wenn er all seine Unkosten, die er ja als angeblich Selbstständiger selbst tragen muss, abzieht. Es bleiben ihm, genau gerechnet, gerade einmal 6 Pfund Sterling die Stunde. Was das bedeutet, kann man auch aus der Ferne schnell erkennen: Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 7,50 Pfund…

Der Fahrer von Hermes berichtete ausführlich über einen Fall von Kündigung: Ein Kollege war kurzfristig nicht zur Arbeit gekommen, weil seine Frau überraschend ihr Kind viel früher bekam, als erwartet. Dieses besonders familienfreundliche Unternehmen werde aber, so in der Aussage festgehalten, mit den Vorteilen flexibler Arbeitszeitgestaltung. Im konkreten Unternehmensverständnis bedeute dies schlicht „Arbeit auf Abruf“.

Der Gewerkschaftssekretär der GMB sprach danach über die Arbeitsbedingungen in den drei Unternehmen im Allgemeinen, und verwies dabei auf deren Rolle in der Branche, die Markierungen zu setzen erlaube. Über die Erhebungen der Gewerkschaft zur Auswirkung der diversen „Arbeitszeitmodelle“ dieser Konzerne, die immer noch so täten, als wären sie „Start Ups“ sagte der GMB Vertreter, diese hätten ergeben, dass 6 von 10 in diesen Zwängen arbeitenden Betroffenen an psychischen Schäden litten. (Im Artikel auch ein Link zu den Ergebnissen dieser Erhebung der Gewerkschaft GMB).