Solidarität mit dem Kampf gegen den Goldabbau in Chalkidiki

Dossier

SOS Chalkidiki - Das Gold gehtSolidarität mit dem Kampf gegen den Goldabbau in Chalkidiki! „Wir, die Menschen der Bewegung gegen den zerstörerischen Bergbau in Chalkidiki, wenden uns ein weiteres mal an euch, unsere Mitbürger, unsere MitkämpferInnen, unsere Mitmenschen. Im heutigen Griechenland findet ein Verbrechen statt. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise werden Umwelt, Menschenrechte, Menschenwürde, Demokratie, die Redefreiheit, die Lebensqualität geopfert auf den Altar der unternehmerischen Interessen, politischen Ambitionen und dem eines neoliberalen Kapitalismus, welcher in Griechenland sein unmenschlichstes Gesicht zeigt. (…) Am 9. November werden wir uns in Thessaloniki auf einer Kundgebung treffen um unseren Protest, Anspruch und Solidarität sichtbar zu machen. Wir rufen euch dazu auf, am selben Tag neben uns zu stehen und euch auch ihr euren Regionen zu treffen in einer gemeinsamen Solidaritätsaktion. Nur gemeinsam und solidarisch können wir eine menschenwürdige Gegenwart und eine bessere Zukunft erreichen.“ Aufruf von Widerstandskomitees von Chalkidiki und Thessaloniki auf trend-onlinezeitung 11/2013 externer Link. Siehe dazu die Aktionsseite  Solidarität Komitee mit den Verfolgten der Kampf gegen den Goldbergbau externer Link, dort Hintergründe und Infos, und hier dazu:

  • Die griechische Rechtsregierung erfüllt Wahlversprechen – an kanadisches Unternehmen: „Bergbau frei“ auf Chalkidiki New
    „… Für die Bergbaufirma Eldorado Gold konnten die griechischen Parlamentswahlen nicht besser ausgehen. Am Dienstag, zwei Monate nach dem Sieg der rechtskonservativen Nea Dimokratia, gab Eldorado bekannt, Installationsgenehmigungen zur Wiederbelebung seines abgebrochenen Minenprojekts Skouries vom griechischen Ministerium für Energie und Umwelt erhalten zu haben – eine angekündigte Umwelttragödie mit verheerenden Folgen für die Halbinsel Chalkidiki. 2017 hatten die Kanadier die Tätigkeiten ihres Tochterunternehmens Hellas Gold eingestellt. Als Grund nannte der CEO von Eldorado George Burns damals das schleppende Genehmigungsverfahren und den politischen Widerstand gegen die »Investition«. Eldorado verwendete in seinen Bergwerken die Flash-Smelting-Technik. Dabei gelangten laut einer Studie des griechischen Umweltministeriums 20.000 Tonnen Arsenstaub pro Jahr in die Luft – der zulässige Höchstwert liegt bei 20 Kilogramm innerhalb eines Jahres. Die Syriza-Regierung stoppte die Lizenzvergabe. »Spätestens einen Monat nach Regierungswechsel kriegt ihr die Genehmigungen«, versprach der damalige Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis kurz vor den Wahlen. Griechenland, so die Kampagne der Nea Dimokratia, könne sich den »Luxus« des Unweltschutzes nicht leisten: »Die Griechen brauchen Arbeit.« Es stünden 1.200 Arbeitsplätze beim Minenbetreiber sowie mittelbar weitere 2.500 Stellen auf dem Spiel – behaupteten Eldorado und die damalige Opposition. Dass Chalkidiki und die unmittelbare Region um Skouries hauptsächlich vom Tourismus und der Imkerei leben, was durch die Aktivitäten der Bergbaufirma gefährdet werden würde, schien die Befürworter des Projekts nicht zu interessieren…“ -aus dem Artikel „Giftiges Gold“ von Efthymis Angeloudis am 06. September 2019 in der jungen welt externer Link über ein – zwar mit leichter Verzögerung, aber eben doch – erfülltes Wahlversprechen der griechischen Rechtsregierung
  • Kanadische Profitjäger wollen griechische Regierung erpressen
    Der seit Frühjahr 2017 amtierende CEO Burns griff während seiner Pressekonferenz in Athen die Regierung direkt an. Er könne angesichts der Athener Administration das Kapital seiner Aktionäre nicht riskieren, meinte er und kündigte an, dass nach einem Regierungswechsel neue Gespräche möglich seien. Wörtlich sagte er: “Wir stehen gegenüber unseren Aktionären in Verantwortung, unser Kapital in renditestarke Projekte zu investieren und in Ländern, deren Regierungen unsere Investitionen unterstützen und mit uns zusammenarbeiten.” Der Goldabbau war, auch wegen der Erfahrungen mit früheren Investoren, von Anfang an umstritten. Die Anwohner sind geteilt in Befürworter, die in der Regel zu den Familien der Beschäftigten gehören, und den Gegnern, die entweder in der Agrar- oder Tourismuswirtschaft tätig sind oder aber das Investment aus politischen Gründen ablehnen. Der amtierende Premierminister Alexis Tsipras hatte sich als Oppositionsführer demonstrativ auf Seiten der Gegner gestellt. Mitten in den dramatischen Wochen um den Grexit im Sommer 2015 hatte das Umweltministerium sämtliche Bau- und Betriebsgenehmigungen widerrufen. ElDorado Gold hatte mit bislang achtzehn Gerichtsentscheiden gegen die Regierung vor Gericht Recht erhalten. Nun möchte El Dorado sämtliche Anlagen still legen und nur mit einem Rumpfteam instand halten, bis es entweder einen Regierungswechsel oder eine Kapitulation des Umweltministeriums gibt“ – aus dem Beitrag „Kein Eldorado mehr …?“ von Wassilis Aswestopoulos am 11. September 2017 bei telepolis externer Link, worin auch darauf verwiesen wird, dass der Goldbergbau, obwohl in der Region nur noch mit Schwermetallen möglich, von griechischen Gerichten mehrfach ‚“Recht“ bekommen hat – die Unterstützung der Oppositionsparteien ohnehin.
  • Die nächsten Termine sind:
    8.9. Köln 19:30 | Allerweltshaus Köln | Körnerstraße 77-79
    10.9. Hamburg 19:30 | GWA-St. Pauli | Hein-Köllisch-Platz 11
    11.9. Berlin 19:00 | Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung | Franz-Mehring-Platz 1
  • »Das Gold geht, die Zerstörung bleibt« externer Link von John Lütten am 04. September 2014 in der jungen welt, worin es unter anderem heißt „Ein neuer Investitionsplan des Unternehmens sieht nun vor, das Gold nicht nur unter, sondern auch über Tage zu fördern. Das soll unter massivem Einsatz von Wasser und Chemikalien erfolgen, und mehrere Millionen Tonnen Erde sollen dafür ausgehoben werden. Nach Angaben von Kritikern ist in einer Tonne Erde jedoch nur ein Gramm Gold zu finden