Griechenlands Rechte mobilisiert allseitig: Brandanschlag auf libertäres Kulturzentrum während einer nationalistischen Massendemonstration

Der Brandanschlag der faschisten während der Nationalistendemo in Thessaloniki am 21.1.2018Eben darum geht es: Die meisten Griechen wollen nicht, dass der Nachbarstaat seinen in der Verfassung verankerten Namen „Republik Mazedonien“ behält. Griechenland beansprucht den Namen für sich als Teil seines historischen Erbes und befürchtet außerdem Gebietsansprüche auf seine gleichnamige Provinz im Norden. Auch auf der Kundgebung am Sonntag wurden diese Argumente mit Pathos vorgetragen. „Demonstriert, meine Brüder“, erklärte der erzkonservative Bischof von Thessaloniki. Tausende Menschen waren mit Bussen angereist, mit Plakaten und Sprechröhren protestierten sie gegen einen „Verrat“ im Namensstreit. Historiker und Journalisten waren die Hauptredner, Politiker ergriffen nicht das Wort. Aber sie waren dabei – allen voran die rechtsextremen Abgeordneten der Goldenen Morgenröte. „Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet jetzt eine Chance auf Annäherung zwischen Athen und Skopje bestehen soll“, protestierte der konservative Oppositionsabgeordnete Kostas Gioulekas im Radiosender Skai. Gemeint ist die aktuelle Verhandlungsrunde über den Namen „Mazedonien“, die UN-Vermittler Matthew Nimetz vergangene Woche eingeleitet hatte. Am Rande der Kundgebung kam es vereinzelt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Bis Sonntagabend war unklar, inwiefern auch Rechtsextreme daran beteiligt waren. Twitter-Meldungen zufolge soll ein seit neun Jahren von Autonomen besetztes Gebäude verbrannt worden sein. Antifa-Aktivisten werfen den Rechten vor, im Haus Brandsätze gelegt zu haben“ – aus dem Beitrag „Ein Kompromiss gilt als Verrat“ von Jannis Papadimitriou am 21. Januar 2018 in der taz externer Link, worin der Brandstifter-Höhepunkt der nationalistischen Orgie bereits angedeutet wird. Siehe dazu auch einen Beitrag über den Brandanschlag auf das besetzte Libertatia Kulturzentrum und eine Stellungnahme dazu:

  • „Fascists Burned Down Libertatia Squat in #Thessaloniki“ am 21. Januar 2018 bei Enough is Enough externer Link ist der Bericht über den faschistischen Brandanschlag auf das besetzte Kulturzentrum – worin sowohl berichtet wird, dass dies nicht die einzige Attacke faschistischer Gruppierungen innerhalb ihrer nationalistischen Bundesgenossen gewesen ist, sondern auch ein weiteres soziales Zentrum angegriffen wurde, als auch, dass die Polizei diese Angriffe tatenlos geschehen ließ – wozu in den Bericht ein Videofilm eingebunden ist, der diesen Sachverhalt untermauert.