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Die griechische Krise und das Dilemma der Privatisierungen
„Nebenbei bemerkt, flocht der Moderator im Frühprogramm des griechischen Staatssenders NET am letzten Dienstag ein, seit acht Monaten habe er kein Gehalt mehr bezogen. Das Mitleid der TV-Zuschauer dürfte sich in Grenzen gehalten haben. Im privaten Sektor sind ausbleibende Lohnzahlungen längst die Regel. Die Kassenlage im staatlichen Fernsehen ist eines von vielen Anzeichen dafür, dass der griechische Staat die Grenze zur Zahlungsunfähigkeit bereits überschritten hat. Im öffentlichen Dienst insgesamt beträgt der Gehaltsrückstand durchschnittlich zwei Monate. Ähnlich sieht es bei den Rentenkassen aus: Bis die Rente bewilligt ist, vergehen im Durchschnitt 18 Monate, in denen nur eine Abschlagszahlung geleistet wird. Müsste man die vollen Renten von Anfang an auszahlen, wären einige Berufskassen bereits pleite. Und über die Summen, die der Staat dem privaten Sektor schuldet (z.B. Baufirmen und Krankenhaus-Lieferanten) gibt es nur Schätzungen, die gnädigste liegt bei 10 Mrd. Euro..." Beitrag von Niels Kadritzke auf den Nachdenkseiten vom 30.05.2011 
Der geplünderte Staat Griechenlands Gewerkschaften bekämpfen die Sparbemühungen des Staates. Sie wehren sich gegen drohende Privatisierungen, die Griechenland aus der Schuldenkrise holen sollen. Artikel von Gerd Höhler in der Frankfurter Rundschau vom 09.05.2011 . Aus dem Text: „Gestern ist Nikos Fotopoulos auf einen Schornstein geklettert, 174 Meter hoch. „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst hatte“, gesteht er. „Aber es musste sein, es war ein heiliger Zweck.“ Fotopoulos ist Chef der Gewerkschaftsföderation Genop beim staatlichen Stromversorger DEI. Der rot-weiß geringelte Kamin, auf den er geklettert ist, steht am Erdgaskraftwerk von Keratsini westlich Athens. Gemeinsam mit anderen Gewerkschaftern spannte Fotopoulos ein großes Spruchband an dem Schlot auf: „Billiger Strom – die DEI in Volkseigentum“…“
Gegen die Privatisierung der Containerhäfen
Proteste in Griechenland sollen Privatisierung der Containerterminals in Häfen Piräus und Thessaloniki verhindern. Ein Interview von Heike Schrader mit Giorgos Papavassiliou, welcher die kommunistisch orientierte Gewerkschaftsfront PAME im Vorstand der Hafenarbeitergewerkschaft vertritt "Ohne diesen Streikdruck läuft gar nichts" in der jungen Welt vom 28. Mai 2008.
Gewerkschaftsalarm: Telekom kauft sich ein
Es ist, wie immer: kauft ein deutsches Unternehmen irgendwo einen Betrieb auf oder sich ein, ist hierzulande wenig von dem umgekehrt üblichen Gejammere über Heuschrecken und andere rassistisch inspirierte Bezeichnungen zu hören. Und die Telekom etwa ist berüchtigt dafür, solch einen Kurs rigoros durchzuziehen - eben auch in Griechenland. "Die geplante Übernahme des griechischen Telekomkonzerns Hellenic Telecom (OTE) durch die Deutsche Telekom stößt auf massive Gewerkschaftskritik. "Wir kennen die Strategie der Telekom. Deren Absicht ist es, Stellen zu streichen und Löhne zu drücken", sagte eine Sprecherin der griechischen Telekomgewerkschaft OME-OTE" - heisst es denn auch einleitend in dem dpa-Bericht "Kritik an Telekom-Deal" vom 25. März 2008 in der "FR-Online".
»Der Verkauf bedeutet den Abbau von Arbeiterrechten«
Widerstand gegen Privatisierung der Reste von Telekommunikationskonzern in Griechenland. Ein Interview von Heike Schrader mit Lefteris Papakonstantopoulos , welcher für die kommunistisch orientierte Gewerkschaftsfront PAME im Vorstand der Telekommunikationsgewerkschaft OME-OTE sitzt, in der jungen Welt vom 12.01.2007
Erneut Streiks in Griechenland - Kritik an Privatisierungen und Sozialabbau
“Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche gab es in Griechenland gestern Streiks im öffentlichen Dienst. Griechische Gewerkschaften wehren sich gegen die Privatisierung von Staatsbetrieben sowie Lohn- und Rentenerhöhungen unterhalb der Preissteigerung. Auf Protest stoßen auch die Vorstöße der Regierung zur schrittweisen Abschaffung der staatlichen Sozialversicherung und der Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen. Diskutiert wird bereits, die geltende Grenze der Wochenarbeitszeit von 48 auf 65 Stunden zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Überstunden nur noch mit einem Bruchteil des bisherigen Entgeltes vergütet werden…“ Artikel von Anke Stefan (Athen) in Neues Deutschland vom 19.05.2005.
Studentische Unruhen in Griechenland gegen die Einführung von Privatuniversitäten
- 317 occupations all over the country! We continue...
Bericht auf der Seite von Neolaia Synaspismou mit Stand vom 31.01.2007
Proteste der Studenten und Professoren gegen die Änderungen der Hochschulgesetze
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Kostenlose Bildung für alle
„Seit fast zwei Monaten befinden sich Professoren und Studierende in Griechenland im Dauerstreik. Sie protestieren gegen geplante Änderungen in der Hochschulgesetzgebung. Über Monate hatte die Regierung die Gesetzesvorlage unter Verschluss gehalten. Erst am Donnerstag standen die geplanten Veränderungen des Hochschulgesetzes in allen Zeitungen. Gleichzeitig gingen am selben Donnerstag zum wiederholten Male Tausende von Studierenden auf die Strasse…“ Artikel von Heike Schrader auf telepolis vom 23.06.2006
- Schon 320 Fakultäten besetzt - Studenten im Kampf gegen Privatunis
Die konservative Regierung will es - die StudentInnen nicht: Das neue Universitätsgesetz. Das im wesentlichen aus drei Teilen besteht: Die bestehenden Universitäten werden der Leitlinie kommerzieller Buchführung unterworfen (also schlechter, teuerer und autoritärer, sagen die AktivistInnen), private Unis werden ermöglicht und alle möglichen einrichtungen des sogenannten lebenslangen Lernens eingeführt. Seit 4 Wochen dauert der Protest, der mit Demonstrationen und Besetzungen organisiert wird. Die Zahl der besetzten Fakultäten wächst täglich an - in dem informativen (englischen) Bericht "During the last 3 weeks there is quite some unrest in Greek universities" bei Indymedia Athen vom 1. Juni 2006 sind es noch 180 besetzte Fakultäten...
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