[Workers Memorial Day 2018] Georgische Bergarbeiter fordern Produktionsstopp: Sechs Tote sind zu viel

Workers Memorial Day 2018 - Plakat der spanischen CGT, das auch von anderen Gewerkschaften des alternativen Netzwerkes benutzt wirdIn der Saknakhshiri Kohlezeche im Western Georgiens starben in der Nacht zum 05. April 2018 sechs Bergarbeiter, drei weitere wurden ins Krankenhaus gebracht. Ursache war eine Explosion, die bisher ungeklärt geblieben ist. Das Unternehmen, in Besitz einer Familienholding eines früheren Geheimdienstchefs wird von internationalen Experten ebenso begutachtet, wie von den Strafverfolgungsbehörden des Landes untersucht. Dort sind insgesamt rund 1.500 Menschen beschäftigt. In der Meldung „Miners demand ‘temporary halt’ to coal mining in Tkibuli“ am 17. April 2018 bei OC Media externer Link wird von der Aktion einer größeren Gruppe Beschäftigter in der Hauptstadt berichtet, die damals seit über einer Woche vor dem Arbeitsministerium forderten, die Förderung solange einzustellen, bis sowohl die Ereignisse aufgeklärt, als auch entsprechende Maßnahmen ergriffen worden seien. Dies war eine Forderung breiter Teile der Belegschaft gewesen, die von der Gewerkschaft zunächst nicht aufgenommen wurde, weshalb sie sich selbstständig auf den Weg nach Tiflis machten, um ihr Anliegen öffentlich zu machen. Am 11. April hatte sich dann der Gewerkschaftsbund GTUC hinter die Forderungen der Aktivgruppe gestellt und ebenfalls die einstweilige Einstellung der Produktion gefordert. Der Bürgermeister der Hauptstadt hat sich danach als Mediator für Gespräche mit der Regierung angeboten, die bisher die Forderung nach Stopp nicht verwirklicht hat. Bei einer Demonstration, zu der auch über Eintausend Menschen zusätzlich angereist waren, wurde außerdem noch gefordert, das das Unternehmen sich am Bau und Betrieb eines Krankenhauses vor Ort beteiligen solle – bisher müssen, auch bei leichteren Unfällen, die Opfer über 70 km hinweg transportiert werden. Siehe dazu auch einen (Foto)Kurzbericht über einen Solidaritätsprotest mit den Bergarbeitern am Tag nach der Explosion in der Hauptstadt: