|
Widerstand in Britannien: Eine Krabbelstube in der Bankfiliale 
Was unternimmt man gegen eine Regierung, die partout den Sozialstaat gegen die Wand klatschen will? Man lässt sich was Neues einfallen. Und vergisst die Vergangenheit nicht. Artikel von Pit Wuhrer, London, in der WOZ vom 17.11.2011 
An den falschen Stellen wird gespart
Die britische Regierung kürzt die Gelder für Jugendarbeit und setzt darauf, dass die "Big Society" sich des Problems annimmt, während die Jugendkriminalität ansteigt. Artikel von Florian Rötzer auf Telepolis vom 30.07.2011 . Aus dem Text: „In Großbritannien muss gespart werden. Und obwohl die Ausgaben für die Jugenddienste gemeinhin nicht sonderlich hoch sind, wird hier radikal gespart. Die Regierung strich 100 Millionen Pfund, mit denen die Jugendarbeit von Gemeinden unterstützt wird. Schon wurden 3000 Angestellte entlassen, die für Jugendarbeit zuständig waren. Viele Jugendzentren müssen geschlossen werden. In den Gemeinden wurden die Budgets teils erheblich zusammengestrichen, wenn nicht ganz gekürzt, wie der Guardian berichtet. Die Regierung hofft, die Zivilgesellschaft werde es schon richten - natürlich mit weniger Geld. Schon jetzt wird deutlich, eine absehbare Folge, dass die Jugendkriminalität anwächst…“
Grossbritannien spart bei Operationen
„Den Briten stehen möglicherweise dramatische Einschnitte im Gesundheitswesen bevor: Kindern sollen etwa nur noch nach sieben durchgestandenen Entzündungen die Mandeln entfernt werden. Viele Ärzte sind besorgt über diese Entwicklung…“ Artikel in der NZZ Online vom 28. Juli 2011 
Mit Druck von oben gegen die "Gewohnheit der Arbeitslosigkeit" - Der britische Arbeitsminister will Arbeitslose zu gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichten
„Der Vorschlag, den der britische Arbeitsminister Iain Duncan Smith im Lauf der Woche im Detail vorstellen will, gehört zum festen Repertoire der Wohlfahrtsstaatsgegner aller Nationen und erlebt allerorten eine Renaissance. Man darf gespannt sein, wie die Reaktionen in Großbritannien auf Iain Duncan Smith's Idee ausfallen werden: Um Arbeitslose wieder an die Arbeit zu gewöhnen, sollen sie bis zu vier Wochen lang 30 Stunden wöchentlich arbeiten...“ Beitrag von Thomas Pany auf Telepolis-Blogs vom 08.11.2010 
Erwerbslosenhilfe in Liverpool: Wider die vererbte Armut
Seit bald zwanzig Jahren engagiert sich eine Basisinitiative in den Armenvierteln der einst reichen Hafenstadt. Aber kann sie überleben? Artikel von Pit Wuhrer, Liverpool, in der schweizerischen WOZ vom 08.04.2010 . Aus dem Text: „…Die Grundüberlegung war einfach: «In Dingle und Toxteth vererben sich Arbeitslosigkeit und Armut seit Generationen», sagt Clarke. «Die Grosseltern hatten vielleicht noch halbwegs anständig bezahlte Arbeitsplätze, die Eltern hin und wieder einen Job – aber die Jungen wissen zum Teil gar nicht, was das ist.» Hilfe von den Jobcentern erfahren sie kaum; ein paar Zehnminutengespräche können die tiefsitzende Frustration nicht durchbrechen – zumal die Jobcenter nur auf die formale Qualifikation achten. «Viele jobben nebenbei auf dem Schwarzmarkt, manche sind mittlerweile erfahrene Handwerker», sagt O'Hara. «Aber sie können ihre Kenntnisse nicht belegen und auch nicht ‹Maler› oder ‹Maurer› in die Formulare eintragen, weil dann Beamte gleich wissen wollen, ob sie ihre Erfahrungen während des Bezugs von Arbeitslosengeld gesammelt haben. Also schreiben sie ‹Hilfsarbeiter›. Davon aber gibt es Tausende.» Bei Dingle Opportunities ist das anders. «Wir behandeln alle Informationen vertraulich», sagt Clarke, «und wir nehmen uns Zeit für die Ratsuchenden.»…“
"Kein Recht auf ein Leben mit Sozialhilfegeldern"
"Nicht nur in Deutschland wird wie im Bundeswirtschaftsministerium über Aktivierungsstrategien für Arbeitslose nachgedacht. Auch in Großbritannien werden angesichts wachsender Arbeitslosenzahlen von der Regierung Maßnahmen vorgeschlagen, nach denen Langzeitarbeitslose oder Sozialhilfeempfänger nach zwei Jahren ohne Arbeit nur noch Geld erhalten sollen, wenn sie dafür soziale Dienste leisten…“ Artikel von Florian Rötzer auf Telepolis vom 22.07.2008 
Keine Jobverluste durch britische Lohnuntergrenze
„Großbritannien hat 1999 einen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt und ihn seitdem mehrfach angehoben. Arbeitsplätze hat das nicht gekostet, zeigt eine Studie der London School of Economics. Der britische Mindestlohn erfasste zum Zeitpunkt seiner Einführung 1999 rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer. Nachdem er sieben Mal erhöht wurde, liegt er derzeit bei 7,94 Euro und gibt den Stundenverdienst für etwa 2 Millionen Arbeitnehmer vor. Der Mindestlohn hat den Lohnabstand von Geringverdienern zu den übrigen Beschäftigten sowie zwischen Männern und Frauen eingedämmt…“ Beitrag im Böcklerimpuls 12/2007 
Mit Stimmanalyse gegen Sozialbetrüger
„Einer Meldung der englischen Tageszeitung The Guardian zufolge erprobt man in Großbritannien den Einsatz eines Lügendetektors im Bereich der öffentlichen Sozialfürsorge. Getestet wird das System in Harrow, einer Vorstadt von London. Anrufer, die das dortige Job Centre kontaktieren, das für Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld zuständig ist, werden zunächst von einem Stimmcomputer begrüßt. Dieser stellt zunächst einfache Fragen und zeichnet die Antworten auf. Nach diesem biometrischen Enrolment werden im Laufe des weiteren Telefongesprächs die Stimmen der Anrufer analysiert, ob sich verdächtige Muster in der Stimme zeigen. Ist dies der Fall, werden die Anrufer zu Telefonisten weitergestellt, die auf Betrugsfälle spezialisiert sind…“ Artikel auf Heise-News vom 06.04.2007
Gleiches Geld für gleiche Arbeit?
„Damit Gleichbehandlungsanforderungen erfüllt werden, müssen britische Männer jetzt mit empfindlichen Gehaltskürzungen rechnen. In der EU verdienen Frauen durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer. Dass Frauen für ihre Arbeit auch genauso viel Geld wie ihre männlichen Kollegen bekommen sollen, wird seit langem gefordert, durch Programme gefördert und durch Gesetze abgesichert. Doch an der Umsetzung hapert es oft noch. Und der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wie sich derzeit in Großbritannien zeigt. Beschäftigte im öffentlichen Dienst – und zwar überwiegend Männer – müssen nämlich mit empfindlichen Gehaltseinbußen rechnen, damit Gleichbehandlungsregelungen erfüllt werden. Anderenfalls würde vielen Kommunen der finanzielle Kollaps drohen - eine paradoxe Situation…“ Artikel von Brigitte Zarzer auf telepolis vom 02.04.2007
Aufstand von Asylbewerbern in London: Protest gegen Zustände in Abschiebezentrum
"London - Doppelkrise für Großbritanniens Innenminister John Reid: Im größten Abschiebezentrum des Landes in Harmondsworth bei Heathrow legten abgelehnte Asylbewerber am Mittwoch Brände, zertrümmerten Mobilar und legten im Innenhof mit Leintüchern das Wort „Hilfe“ aus. Gleichzeitig kletterte die Zahl der britischen Gefängnisinsassen zum ersten Mal auf mehr als 80 000. Auf 100 000 Einwohner kommen in Großbritannien 143 Inhaftierte. Damit sperrt das Land mehr Menschen ein als alle anderen in Europa…“ Artikel von Matthias Thibaut in Der Tagesspiegel vom 30.11.2006. Siehe dazu auch:
Aufstand am Krankenbett
„Ihre Gesundheitsreform könnte der regierenden Labour Party noch größeren politischen Schaden zufügen als der Irakkrieg. Noch nie hat eine britische Regierung so viel Geld in das Gesundheitswesen gesteckt - und doch werden Krankenhäuser geschlossen, Entbindungsstationen und Notaufnahmen verlegt. Der Widerstand dagegen wächst und erinnert in manchem an die Proteste gegen die Gemeindesteuer-Reform, die einst Margaret Thatcher zu Fall brachte…“ Artikel von Pit Wuhrer in Freitag vom 01.12.2006
Labour: Scharfe Attacke gegen Irak-Krieg, Gesundheitsreform abgeschmettert "Parteitagsteilnehmer werfen der Regierung vor, die Bevölkerung belogen zu haben. Große Mehrheit gegen Veränderungen im größten staatlichen Gesundheitssystem der Welt. Mit der Ablehnung der Gesundheitsreform hat die britische Labour-Partei ihrem Regierungschef Tony Blair eine empfindliche Niederlage beigebracht. Sie folgten damit dem Antrag der größten britischen Gewerkschaft Unison, die die Aufgabe des umstrittenen Projekts forderte...." Artikel in die Welt vom 1. Okt 2003 
Sozialreform in Großbritannien
-
Arme ab. Altersarmut und private Verschuldung. "Schluss mit der Altersarmut!« So lautete die Parole der Rentner, die während einer in Devon von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden organisierten Demonstration im Februar lautstark gegen eine Erhöhung der Gemeindesteuer und für eine deutliche Rentenerhöhung protestierten. Die Polizei war verwirrt. Auf einer Straßenkreuzung blockierten die Senioren den Verkehr. Danach versuchten sie, das Rathaus zu besetzen, woran sie aber gehindert werden konnten...." Sozialreform in Großbritannien, Teil III. Artikel von Matthias Becker, London, in Jungle World 35 vom 20. August 2003 
-
Auf dem Sprungbrett. Die Briten werden ärmer, das Sozialsystem wird unübersichtlicher, und die Rhetorik des »New Deal« funktioniert nicht mehr. Sozialreform in Großbritannien, Teil II. Interview von Matthias Becker in jungle World vom 06. August 2003 
-
Hauptsache Arbeit. Die britische Regierung hat es geschafft, die offizielle Arbeitslosenzahl auf fünf Prozent zu reduzieren. Wie man so etwas macht, beschreibt matthias becker. Sozialreform in Großbritannien, Teil I. Artikel von Matthias Becker, London, in Jungle World 32 vom 30. Juli 2003 
Im Jammertal. Die Stadt mit dem höchsten Krankenstand Großbritaniens
"Manchmal erwähnt Großbritanniens optimistischer Premierminister Tony Blair die "schlechten Symptome" der modernen Gesellschaft. In der walisischen Stadt Merthyr Tydfill treten sie geballt auf. Es gibt mehr Arbeitslose, mehr Kranke, mehr Drogenabhängige. Die Lage ist ernst - und hoffnungslos.." Reportage über ein Beispiel für "New Deal" von Ralf Sotscheck in der taz vom 3.4.02  |