Nach Protesten gegen Energiepreis-Erhöhung wird ein Gewerkschaftsvorsitzender in Gambia festgenommen. Im Gefängnis gestorben.

Sheriff Dibba Vorsitzender der Transportgewerkschaft - im Gefängnis getötet im Februar 2016Yahya Jammeh ist Präsident von Gambia: Selbstherrlich ließ er Anfang Februar im Fernsehen verkünden, hiermit sei die Gewerkschaft National Union of Gambian carriers verboten, ihren Mitgliedern die Gründung neuer Vereinigungen untersagt und Teile des bisherigen Vorstandes (insgesamt 9 Personen) in Haft. Der Grund: Wie viele andere Gruppierungen (aktuell keineswegs nur in Gambia, aber nur hier mit solchen direkten Folgen) auch, hatte die Gewerkschaft gegen die steigenden Belastungen (in diesem Fall Zollabgaben im LKW-Grenzverkehr mit dem Senegal) protestiert und mobilisiert. Der sehr ehrenwerte Herr Jammeh hatte in der Tat daraufhin die Preiserhöhung etwas moderater gestaltet, was aber bei weitem nicht ausreichte, die Proteste zu beenden, auch nicht die der Gewerkschaft – die daraufhin wegen „wirtschaftlicher Verbrechen“ angeklagt und (auch noch ohne irgendein Verfahren) verboten wurde (das Verbrechen bestand im Einzug von Mitgliedsbeiträgen). Sheriff Dibba, der Gewerkschaftsvorsitzende starb in dieser Haft. Der Artikel „Death of the leader of the National Union of Gambian carriers“ am 26. Februar 2016 bei ITUC Africa externer Link vermeldete bis dahin nur, dass es noch keine Reaktion der Behörden gegeben habe. Siehe dazu auch Beiträge zum Protest der Transport – Internationale und zur Kampagne bei Labourstart: