express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und GewerkschaftsarbeitWie in Deutschland gibt es auch in Frankreich ein gesteigertes Interesse an Methoden des Community Organizing (CO) außerhalb gewerkschaftlicher Organisierung. Die Alliance Citoyenne gehörte zu den ersten Zusammenschlüssen, die sich zur Organisierung von Nachbarschaften explizit auf diese Methode beziehen. Ausgangspunkt für die GründerInnen war die Auseinandersetzung mit dem Handbuch »Rules for Radicals« (1971) von Saul Alinsky, bevor sie 2010 die Alliance Citoyenne in Grenoble gründeten. Ihr Ziel ist die stadtteilbezogene Organisierung von Menschen in unterprivilegierten Vierteln, um Verhältnisse von Ungleichheit und Ausbeutung bewusst zu machen und Möglichkeiten der kollektiven Gegenwehr zu erlernen. Das von Vincent Gay mit Adeline de Lépinay geführte Interview wurde im Januar 2017 im Onlinemagazin Contretemps veröffentlicht. Adeline de Lépinay hat 2016 die Alliance Citoyenne in Aubervilliers, einem Vorort von Paris, mitgegründet und dort zwei Jahre als Organizerin gearbeitet. Sie verbindet die Organizing-Methoden mit einer politischen und libertären Bildung von unten (éducation populaire), die sie als widerständige Praxis der Selbstorganisation begreift im Kampf gegen jede Form der Unterdrückung und für eine tiefgreifende Transformation der Gesellschaft. Heute arbeitet sie nicht mehr für die Alliance Citoyenne, sie war zwischenzeitlich mehrere Monate in den USA, um weitere Community Organizing-Ansätze kennenzulernen und ein Buch darüber zu schreiben, das im Herbst 2019 unter dem Titel »Organisons-nous! Manuel critique” (Organisieren wir uns! Ein kritisches Handbuch) erscheinen wird…” Interview von Vincent Gay, erschienen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 5/2019 in der Übersetzung aus dem Französischen durch Anna Steenblock:

Klinkenputzen für’s Kollektiv

Adeline de Lépinay über Community Organizing in Frankreich

Wie in Deutschland gibt es auch in Frankreich ein gesteigertes Interesse an Methoden des Community Organizing (CO) außerhalb gewerkschaftlicher Organisierung.[1] Die Alliance Citoyenne gehörte zu den ersten Zusammenschlüssen, die sich zur Organisierung von Nachbarschaften explizit auf diese Methode beziehen.[2] Ausgangspunkt für die GründerInnen war die Auseinandersetzung mit dem Handbuch »Rules for Radicals« (1971) von Saul Alinsky, bevor sie 2010 die Alliance Citoyenne in Grenoble gründeten. Ihr Ziel ist die stadtteilbezogene Organisierung von Menschen in unterprivilegierten Vierteln, um Verhältnisse von Ungleichheit und Ausbeutung bewusst zu machen und Möglichkeiten der kollektiven Gegenwehr zu erlernen. Das von Vincent Gay mit Adeline de Lépinay geführte Interview wurde im Januar 2017 im Onlinemagazin Contretemps veröffentlicht.[3] Adeline de Lépinay hat 2016 die Alliance Citoyenne in Aubervilliers, einem Vorort von Paris, mitgegründet und dort zwei Jahre als Organizerin gearbeitet. Sie verbindet die Organizing-Methoden mit einer politischen und libertären Bildung von unten (éducation populaire), die sie als widerständige Praxis der Selbstorganisation begreift im Kampf gegen jede Form der Unterdrückung und für eine tiefgreifende Transformation der Gesellschaft. Heute arbeitet sie nicht mehr für die Alliance Citoyenne, sie war zwischenzeitlich mehrere Monate in den USA, um weitere Community Organizing-Ansätze kennenzulernen und ein Buch darüber zu schreiben, das im Herbst 2019 unter dem Titel »Organisons-nous! Manuel critique” (Organisieren wir uns! Ein kritisches Handbuch) erscheinen wird.[4]

Wie habt ihr in Aubervilliers angefangen?

Es gab für uns keinen Grund, nicht direkt mit dem Klinkenputzen zu starten. Trotzdem haben wir uns zunächst bei allen im Viertel vorgestellt, die dort bereits aktiv sind, bei öffentlichen und privaten Institutionen, Verbänden, Vereinen etc. Niemand von uns kam aus Aubervilliers – und das ist ein Prinzip des CO: Es ist wichtig, nicht aus dem Gebiet zu kommen, das organisiert werden soll. Diese Distanz zum Territorium soll die Macht der OrganizerInnen reduzieren und hängt mit dem Ziel zusammen, Menschen zu befähigen und zu überzeugen, aktiv zu werden und selbst zu handeln, anstatt eigene Interessen zu verfolgen und es für sie zu tun.

Bei der Methode des »Door-Knocking« wählst Du ganz konkret einen Häuserblock aus und klopfst an alle Türen. Es ist überraschend und nicht überraschend zugleich. Wir bekommen immer ungefähr die gleichen Antworten, bezogen auf Probleme, die wir gut kennen: Probleme mit der Schule, dem Wohnen, der Nachbarschaft usw. Unser Ziel bei diesem ersten Treffen ist, die Menschen spüren zu lassen, dass eine soziale Ungerechtigkeit mit diesen Problemen einhergeht; das nennen wir Vertikalisierung. D.h. wir setzen dort mit der Frage an, was getan werden kann, um das zu ändern und um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die einzige Lösung zur Behebung des Problems darin bestehen kann, als Kollektiv zu handeln. Wenn wir die Leute fragen, wie dieses oder jenes geändert werden könnte, sprechen sie oft von Petitionen, was deutlich macht, dass sie bereits in kollektiven Ansätzen denken. Wir versuchen sie noch einen Schritt weiter gehen zu lassen in Richtung einer direkten kollektiven Aktion. Als OrganizerIn ist unser Ziel, dass sie Vertrauen in ihre eigenen Ideen entwickeln und Lust bekommen, diese umzusetzen.

Allerdings liegt zwischen der vagen Vorstellung eines Kollektivs und der Tatsache, dazuzugehören, mitzumachen und sich zu organisieren, ein großer Unterschied. Was macht ihr, um diese Distanz zu überbrücken?

An dem Punkt unterscheiden wir uns stark von SozialarbeiterInnen. In diese Momente hängen wir uns voll rein und nehmen keineswegs eine neutrale Position ein. Wenn die Leute mich sehen, sollen sie spüren, dass da Wut und Energie ist, mit der man etwas erreichen kann. Man muss ein Gefühl kollektiver Energie schaffen, die Lust macht, aktiv zu werden. Es ist beeindruckend zu sehen, dass das funktioniert, verglichen mit den traditionellen aktivistischen Methoden der Ansprache, wie dem Verteilen von Flugblättern, der Einladung zu Versammlungen oder Demonstrationen. Wir schlagen den Leuten nichts vor. In den ersten fünfzehn Minuten eines Treffens sprechen wir ausschließlich über sie und ihre Probleme. Erst ganz am Ende spreche ich darüber, dass wir dabei sind, eine Alliance Citoyenne in der Nachbarschaft aufzubauen.

Natürlich rahmen wir von Anfang an das, was wir sagen und wie wir diskutieren wollen, indem wir Wut und Gefühle über Ungerechtigkeiten aufrufen und bestimmte Beispiele nennen; damit zielen wir auf einen Konflikt mit den Institutionen ab. Das bedeutet nicht, dass es nicht Menschen gibt, die uns sagen, dass es »zu viele« AraberInnen und »zu viele« Schwarze gibt. Wir versuchen dann deutlich zu machen, dass wir nicht von dieser Art Konflikten mit den Institutionen sprechen. Ich benutze außerdem ein Vokabular, das meine Wut zeigt, und ich insistiere darauf, dass wir gemeinsam kämpfen werden und dass es nicht banal und normal sein sollte, so behandelt zu werden.

Community Organizing wird oft mit Sozialarbeit oder Erwachsenenbildung bzw. einer »Bildung von unten« (education populaire) verglichen. Was unterscheidet deiner Meinung nach diese Aktionsformen?

CO unterscheidet sich dort von Sozialarbeit, zumindest von jener im institutionellen Rahmen, wo es um Fragen der Würde, der Wiedergewinnung von Selbstvertrauen, Stolz und Bedürfnissen geht. Indem wir unsere erreichten Erfolge feiern, können wir deutlich machen, dass wir in Verhandlungen treten können, z.B. mit dem Direktor eines Sozialwohnungsamts, wenn wir uns zusammentun. Und das ist enorm wichtig, dieses Gefühl, die Macht über sich und die Gesellschaft wiederzugewinnen, die einem die Fähigkeit gibt, sich zu widersetzen. Wir arbeiten nicht für eine Eingliederung in die Gesellschaft. Unsere Mitglieder holen sich ihren Platz in der Gesellschaft zurück, indem sie sich das Recht auf die Stadt aneignen. Der erste Schritt dafür ist das Kollektiv und die Entscheidung dafür.

Wie werden die Ziele definiert, insbesondere zwischen dem, was gewinnbar ist und dem, was außer Reichweite erscheint? Und wie werden die Entscheidungen getroffen? Besteht nicht die Gefahr, sich auf kleine Dinge zu beschränken, auf die Nachbarschaft, die nächste Aktion des CO, während anderswo die große Politik an den Menschen vorbeigeht?

Das erste Prinzip besteht darin, Probleme niemals auszuschließen, auch nicht solche, die als rassistische Fragen formuliert sind. Wir werden diese Frage vertikalisieren und uns fragen, warum es dieses oder jenes Problem gibt. Das ist unsere Arbeit der Politisierung: All diese Kämpfe haben ein Ziel an sich, und es ist auch eine Möglichkeit, wieder ein Klassenbewusstsein aufzubauen, indem wir erkennen, dass es sinnlos ist, gegen z.B. die Rom*nja zu kämpfen und nicht gemeinsam mit ihnen gegen ›das Rathaus‹, um sanitäre Einrichtungen zu bekommen. Wut nicht zu disqualifizieren bedeutet, daran zu arbeiten, sie zu politisieren.

Wir versuchen, unsere Entscheidungen strategisch zu priorisieren: Was ist gewinnbar und welches Interesse verfolgen wir mit den gewinnbaren Zielen? Wenn wir verlieren, ver­lieren wir auch an Motivation und werden schwächer. Dies ist auch eine Form der Politisierung, indem es die Leute dazu bringt, über Machtverhältnisse nachzudenken und darüber, was wir erreichen können. Aber natürlich gibt es nicht immer eine Antwort. Nehmen wir z.B. die Forderung nach mehr Polizei in den Stadtteilen. Durch eine gemeinsame Suche könnten wir zu der Forderung nach mehr ErzieherInnen oder MediatorInnen kommen, aber es ist kompliziert, denn kurzfristig scheint das Argument der Sicherheit immer effektiver zu sein.

Du hast die Bedeutung von Stadtteilen und Wohnen hervorgehoben in dem, was die Menschen über ihre Probleme berichten. Wird auch die Arbeit angesprochen?

Seltsamerweise nicht oft. Ich stelle fest, und das ist ziemlich beängstigend, dass es am Arbeitsplatz schwierig ist, aus einem fatalistischen »es gibt keine Wahl« herauszukommen. Während Probleme in der Wohnung und der Schule also Widerspruch hervorrufen können, werden die total verrückten Arbeitszeiten weniger in Frage gestellt. Prekarität scheint selbstverständlich. Zu Hause ist, wo du dich wohl fühlen willst, wo du dich um deine Familie kümmerst und wo du bereit bist, etwas zu investieren. Die Arbeit ist zwar der größte Mist, aber so ist das halt.

Ich hoffe jedoch, dass durch das, was wir tun, das Klassenbewusstsein gestärkt wird und der Wunsch, aus dem Fatalismus herauszukommen, und dass sich das auch auf die Arbeitswelt überträgt.

Du hast erwähnt, dass das CO für dich drei Ziele umfasst: Kämpfe zu gewinnen; Politisierung und politische Befähigung; die Gesellschaft mit einem revolutionären Ziel zu verändern. Die Verbindung dieser drei Dimensionen ist jedoch nicht selbstverständlich. Wie gestaltet sich die Verständigung über die Ziele zwischen OrganizerInnen und Mitgliedern? Mit anderen Worten, wie gestaltet sich der Prozess der Politisierung und wie wird er von OrganizerInnen und Mitgliedern umgesetzt?

Es ist eine Arbeit, die im Laufe der Zeit passiert. Schon bei der ersten Diskussion sprechen wir oft über soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft. Die Momente, in denen daraus Ziele werden, sind, wenn wir über die Strategie der Organisierung sprechen, zum Beispiel die Form der landesweiten Strukturierung. Zu erkennen, welche Ähnlichkeiten zwischen der Situation an dem einen oder anderen Ort existieren, und der Wille, Entscheidungen zu beeinflussen, sei es in der Nachbarschaft oder in größerem Maßstab, sind der Motor für die kollektive Mobilisierung und der entscheidende Punkt, nicht nur für ein kleines lokales Problem zu kämpfen. Und für mich ist das dritte Ziel – die Veränderung der Gesellschaft – der grundlegende Motor der gesamten Maschine. Denn wenn es das nicht gäbe, würde es keinen Sinn machen, sich zu strukturieren, Verantwortung zu übernehmen…

Außerdem ist es eines unserer politischen Grundprinzipien, dass eine Macht notwendigerweise Gegenmächte braucht. Wir organisieren uns daher nicht, um Macht zu übernehmen, sondern um eine starke Gegenmacht zu sein. Im Sinne eines Gesellschaftsprojekts heißt das schon was. Wir befinden uns nicht in einem Projekt, in dem die Organisierten versuchen, die Macht zu übernehmen, um die Dinge von oben in Richtung einer besseren Welt lenken. Es widerspricht der repräsentativen Demokratie, so wie sie heute funktioniert, wir befinden uns in einem Prozess der Wiederaneignung; aber wir benennen es nicht mit einem -ismus. Dieses Misstrauen gegenüber den Machthabenden und der Wunsch, Gegenmächte aufzubauen, beeinflussen unsere Aktivitäten: sich nicht auf Institutionen zu verlassen, Machtmechanismen zu verstehen, sich autonom organisieren zu wollen…

Wie sieht das Profil der Personen aus, die zu den Versammlungen eurer Organisation kommen?

Das kann sehr unterschiedlich sein, vor allem von Stadtteil zu Stadtteil. Im Moment arbeiten wir in zwei Bezirken von Aubervilliers. In dem einen gibt es ein paar ehemalige AktivistInnen, im anderen sind es eher Menschen, die noch nie in einer Gruppe aktiv waren und keine Erfahrungen mit gemeinsamen Aktionen haben oder auch nur damit, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Auch die Altersgruppen sind unterschiedlich, es gibt ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen, aber es ist etwas schwierig, junge Menschen zu treffen, denn diejenigen, die die Tür öffnen, sind nicht die Jungen, es sind ihre Eltern. Wir treffen viele Frauen, besonders Mütter.

Das CO basiert auf bezahlten Stellen und erfordert ein ökonomisch tragfähiges Modell. Wie sieht das konkret aus? Und wie seht ihr euch in der Doppelrolle als Lohnarbeiterin und aktivistische Organizerin?

Unser Ideal ist die vollständige Selbstfinanzierung durch Mitgliedschaften und den Verkauf von Dienstleistungen, wie Trainings zu CO-Techniken. Derzeit ergänzen wir das aber noch durch die Unterstützung  von Stiftungen.

Was das Thema Lohnarbeit betrifft, greifen wir auf den pragmatischen Umgang mit dem  CO in den USA und Alinsky zurück: Um effektiv zu sein und Organisationen aufzubauen, brauchen wir entlohnte MitarbeiterInnen, die ihre Tage nur damit verbringen. Allerdings achten wir darauf, so viele Elemente wie möglich zu etablieren, die einer Professionalisierung des Aktivismus entgegenwirken. Wir sind wachsam bei eigenen Arbeitsbedingungen und weigern uns, Arbeitsbedingungen zu reproduzieren, wie sie bei Hauptamtlichen im Verbands- und Vereinswesen vorherrschen. Außerdem ist das Ziel zu ermächtigen, ernst gemeint. Das Hauptanliegen der OrganizerInnen besteht darin zu organisieren, um nach kurzer Zeit nichts Anderes mehr zu sein als eine Unterstützung für eine autonome Nachbarschaft und weiterziehen zu können in ein neues Viertel. Für uns sind entlohnte MitarbeiterInnen nicht diejenigen, die anstelle der Betroffenen handeln sollten, sondern ein Mittel, um Massenorganisationen aufzubauen, die es den Menschen ermöglichen zu handeln. Das impliziert darüber hinaus eine Struktur, die über die Größe des Stadtteils hinausgeht. So gibt es in Grenoble eine Struktur nach Stadtteilen; der Stadtteil hat mit seiner souveränen Mitgliederversammlung die entscheidende Macht inne und wählt ein Stadtteilkomitee mit klaren Verantwortlichkeiten. In diesem Komitee sitzen Personen, die im stadtteilübergreifenden Rat mitwirken, und von diesem Rat wiederum geht ein administrativer Rat aus, der sich um die Verwaltung kümmert. Aktuell diskutieren wir über einen nationalen Verwaltungsrat, der die verschiedenen Strukturen zusammenführt.

Wenn das zentrale Anliegen aber darin besteht, »populäre Viertel«[5] zu mobilisieren, warum dann eine Struktur auf nationaler oder gar internationaler Ebene aufbauen?

Das Ziel besteht darin, einen Ort zum Austausch über unsere Praktiken zu haben und diese weiterentwickeln zu können. Außerdem müssen wir gut aufgestellt sein, um nationale Kampagnen zu machen. So starten wir bspw. derzeit eine Kampagne zu Problemen mit den Aufzügen in den sozial geförderten Hochhäusern (HLM – Habitation à loyer modéré) und wir versuchen, alle Initiativen in diese Richtung zu bündeln. Was die internationale Ebene betrifft, so sind wir hauptsächlich mit dem internationalen ACORN-Netzwerk verbunden (ein Zusammenschluss von Basisorganisationen, die sich am CO orientieren und in etwa fünfzehn Ländern vertreten sind), zumindest auf Ebene der OrganizerInnen, bald vielleicht auch für die Mitglieder.[6] Außerdem arbeiten wir mit RéACT (Réseau pour l’Action Collective Transnationale)[7] zusammen, die internationale Kampagnen durchführen, insbesondere die McDonald’s-Kampagne. Da geht es also mehr um gewerkschaftliche Kämpfe, während wir eine auf Nachbarschaften ausgerichtete Organisation bleiben.

Übersetzung aus dem Französischen: Anna Steenblock

Anmerkungen:

1    Zum aktuellen Trend in Frankreich: Petitjean, Clément 2018: Politiser les colères du quotidien, in: Le monde diplomatique, März (www.monde-diplomatique.fr/2018/03/PETITJEAN/58472 externer Link).

2    https://alliancecitoyenne.org externer Link

3    www.contretemps.eu/naissance-community-organizing-france externer Link

4    www.education-populaire.fr externer Link

5    Es gibt eine grundsätzliche Schwierigkeit, den Begriff »quartiers populaires« bzw. »classes populaires« zu übersetzen. Gemeinhin wird er mit »einfache Bevölkerungsschichten« oder »ArbeiterInnenklasse« übersetzt, die jedoch beide nicht den Kern treffen. »Das Kriterium populaire (»einfach«) verweist auf eine subalterne, untergeordnete Stellung in der Arbeitsteilung.« Jedoch fasst der Begriff classes populaires »eine ganze Reihe von Gruppen und Lebenslagen, die äußerst heterogen sein können (…) zusammen (…) Bauern, Arbeiter, Angestellte, mittlere Angestellte, kleine Handwerker und Gewerbetreibende, Beschäftigte eines Unternehmens, marginalisierte Jugendliche etc.«. (Amable, Bruno / Stefano Palombarini 2018: Von Mitterand zu Macron. Über den Kollaps des französischen Parteiensystems. Berlin: Suhrkamp, 37f.)

6    www.acorninternational.org externer Link

7    http://projet-react.org/v2/fr/ externer Link