Frankreich: Streik der Kulturprekären

Dossier

  • Les intermittents ont fait exploser le – standard du – MedefProtesttag 1. Oktober
    Der Tenor der Berichterstattung über die Aktionen der Kulturprekären am Mittwoch, 1. Oktober, war in etwa „oha, die sind ja immer noch da“ – nach einer kurzen Zeit geringerer Proteste waren sie am 1. Oktober, dem Datum, an dem einige der zentralen Punkte die Ursache des Kampfes sind, in Kraft traten, wieder quer durchs Land aktiv. Auf der Webseite der Koordination CIP-IDF wurde die Streikchronologie GREVES CONTRE LA CONVENTION ASSURANCE-CHÔMAGE externer Link am 01. Oktober 2014 aktualisiert um Berichte aus zahlreichen Städten Frankreichs. Siehe dazu auch:

  • Kulturprekär heißt: Erwerbslosenversicherung haben 2 von 5
    Der bereits monatelange Kampf und Protest der „Kulturprekären“ in Frankreich findet vor einem sozialen Hintergrund statt, der unter anderem mit folgendem kurzen Zitat charaktierisiert ist: „In der französischen Unterhaltungsbranche sind derzeit zirka 350000 Personen beschäftigt. Davon haben 100000 einen normalen befristeten oder gar unbefristeten Arbeitsvertrag. Die übrigen 250000 stehen in einem Zeitarbeitsverhältnis. Dank des Sonderstatuts können sie ihren Anspruch auf soziale Rechte geltend machen und ihre Belange durch Gewerkschaften vertreten lassen“ – aus dem informativen Artikel Kunst für lau externer Link von Robrecht Vanderbeeken am 13. August 2014 in der jungen welt, worin dann eben auch festgehalten wird, dass von den 250.000 Betroffenen nur 100.000 eine Art Verischerungsschutz für Zeiten der Erwerbslosigkiet haben – was dem Unternehmerverband Medef viel zu viel ist, und seit neuestem ist er sich mit der Regierung darin einig…
  • Pour la fin du néo-libéralisme « de gauche » externer Link eine Erklärung der  Coordination nationale des intermittents et précaires vom 02. September 2014 (Ein Ende dem „linken“ Neoliberalismus), publiziert am Ende einer 3-tägigen Versammlung in Dijon, worin einerseits die diversen juristischen Einsprüche und jene beim Staatsrat unterstützt werden, andrerseits und vor allem aber dazu aufgerufen wird, die Streikbewegung angesichts des illegalen Charakters der jüngsten Maßnahmen zur Einsparung im Haushalt der Unedic die Streikbewegung auszuweiten
  • Tausende in Aurillac gegen neue Erwerbslosenbestimmungen
    Frankreich: Streik der Kulturprekären
    Aus Anlaß des Straßentheaterfestivals in Aurillac gab es eine Großdemonstration von mehreren Tausend Menschen, die sich gegen das Erwerbslosenabkommen der Regierung, des Unternehmerverbandes und dreier Gewerkschaftszentralen richtete, das seit dem 1. Juli in Kraft getreten ist – eine Demonstration, mit anschließender Besetzung der Präfektur durch mehrere Hundert AktivistInnen, die, wie es der regionale Sprecher der CGT sagte, keineswegs nur eine Demonstration der streikenden prekären Beschäftigten im Kulturbereich sei, sondern eine aller Beschäftigten und Erwerbslosen. Der Bericht Dans les rues d’Aurillac, scènes de lutte contre la convention Unedic externer Link von Laure Andrillon am 23. August 2014 in Le Monde macht deutlich, dass dies auch so war. Siehe dazu auch:

    • 2 milliards d’économie sur le dos des précaires: PRENDS TA MAIRIE externer Link – die Erklärung der BesetzerInnen von Aurillacs Bürgermeisterei vom 22. August 2014 bei rebellyion.info, worin sowohl abgelehnt wird, dass noch mehr Einsparungen auf Kosten der Erwerbslosen gemacht werden sollen, als auch die Gewerkschaftsverbände FO, CFDT und CFTC kritisiert, die das Abkommen unterzeichnet haben – und dazu aufgerufen, viele Bürgermeisterämter zu besetzen
  • Nix Avignon Festival: Streik mit Besetzung von Gewerkschaftslokalen
    Les intermittents ont fait exploser le – standard du – MedefAvignon : Occupation village du Off qui se transforme en assemblée populaire pour une refonte du Off externer Link – so heisst die Meldung vom 07. Juli 2014 bei CIP – IDF über die Streikaktionen beim Festival von Avignon, die mit breiten öffentlichen Debatten um die Zukunft (und dringend benötigte Grundsatzreform) des Festivals verbunden sind. Siehe dazu auch:

    • avignonIntermittents, précaires, occupation de la CFDT et FO à Avignon! externer Link – die dazu gehörende Meldung, ebenfalls vom 07. Juli 2014 – über die Besetzung der Gewerkschaftslokale von CFDT und FO, aus Protest weil beide Verbände das Abkommen von Regierung und Unternehmensverband über den „neuen Umgang“ mit Erwerbslosigkeit unterstützen. Diese und weitere Aktivitäten fanden statt im Rahmen eines breit angelegten Aktionstages, der von massiver Beteiligung geprägt warProtest der intermittents du spectacle
  • Theater, Konzerte, Ausstellungen: Bestreikt
    Die Protestbewegung der Erwerbslosen, Zeitarbeiter und Kulturprekären gegen die neuen Regelungen der sozialdemokratischen Regierung für Erwerbslosigkeit geht nicht nur weiter, sondern gewinnt an Kraft: Freitag und Samstag wurden Kultureinrichtungen in 14 Städten quer durch Frankreich bestreikt. Siehe dazu den Überblick Grèves contre l’accord assurance chômage externer Link vom 22. Juni 2014 bei der CIP – IDF.
  • Kulturprekär spektakulär
    „Werden die Kulturfestivals in Frankreich in diesem Sommer stattfinden? Diese bange Frage stellen sich derzeit viele Veranstalter, seien es Kommunen oder Privatunternehmen. Am Donnerstag, den 26.06.14 erschien im französischen Amtsblatt Journal Officiel das neue Regelwerk für die Arbeitslosenversicherung während der nächsten zwei Jahre. Es schafft die Unterstützung für Leiharbeiter in auftragslosen Zeiten – nach dem bisherigen Zusatzprotokoll 4 – weitgehend ab, und verringert erheblich die Unterstützung für prekäre Kulturschaffende (intermittents du spectacle) nach den Zusatzprotokollen 8 und 10…“ Artikel von Bernard Schmid, Paris, vom 03.07.2014
  • Streik der Kulturprekären
    Die französische Arbeitslosenkasse wird durch die so genannte „Sozialpartner“, mit besonders führender Rolle der rechtslastigen Gewerkschaftsbürokratie der CFDT, verwaltet. Ein „sozialpartnerschaftliches“ Abkommen, das in der Nacht zum vergangenen Samstag beschlossen wurde, enthält Sparbeschlüsse in Gesamthöhe von 400 Millionen Euro. Kein Cent davon wird durch Beitragserhöhungen für die Arbeit„geber“ finanziert, denn die Kapitalverbände widerstanden diesem Ansinnen äußerst erfolgreich. Alle Einsparungen werden ausschließlich durch die Lohnabhängigen finanziert. Besonders an den Kragen geht es Leiharbeiter/inne/n in ihrer beschäftigungslosen Periode, aber auch den intermittents du spectacle, also diskontinuierlich Beschäftigten im Kulturbetrieb. Letztere setzen sich erneut, wie bereits 1997 und 2003, mit einer breiten Protestbewegung inklusive Streiks und Besetzungen zur Wehr. Unterdessen wurden am gestrigen Mittwoch neue Rekord-Arbeitslosenzahlen verkündet, die Zahl der völlig beschäftigungslosen Erwerbslosen erreicht nunmehr 3,34 Millionen…” Artikel von Bernard Schmid vom 27.3.2014 .
  • Siehe zum Hintergrund im LabourNet-Archiv: Streiks der Kulturschaffenden