Armut im Billiglohnland Europa – vor allem, wenn es um Schuhe und Textilien geht…

ArbeiterInnen in mittel- und südosteuropäischen Schuhunternehmen leiden unter Hungerlöhnen. Zugleich verschließt die Schuh- und Lederindustrie die Augen vor Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen weltweit. Das zeigen zwei neue Studien der Kampagne Change Your Shoes. Besonders erschreckend: ArbeiterInnen in Albanien, Mazedonien und Rumänien stellen „deutsche“ Schuhe oft zu noch niedrigeren Löhnen her als ArbeiterInnen in China“ – aus der Pressemitteilung „Neue Recherchen belegen: Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten – auch in Europa“ am 04. Juli 2016 bei und von Inkota externer Link – worin es auch noch Links zum Bericht und anderen Materialien zu dieser Problematik gibt. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge:

  • „Mitten in Europa: Zwangsüberstunden und Armutslöhne in der Modebranche“ bereits am 02. Februar 2016 bei der Kampagne für saubere Kleidung externer Link  ist ein vergleichbarer Überblick über die Textilindustrie in europäischen Billiglohn-Zonen, zu dem es einleitend heißt: „Wenn “Made in Europe” auf den Bekleidungsetiketten steht wird das oft als Garantie für gute Arbeitsbedingungen angesehen. Zwei neue Länderdossiers der Clean Clothes Campaign zeigen jedoch, dass Beschäftigte in der Modeindustrie auch innerhalb der EU und mitten in Europa Armutslöhne verdienen. Polnische und tschechische ArbeiterInnen berichten davon, Überstunden nicht freiwillig zu leisten und die gesetzlich vorgeschriebenen Überstundenzuschläge nicht zu erhalten. Teils werden Überstunden sogar überhaupt nicht entgolten. Zusätzlich zu Billiglöhnen und unbezahlten Überstunden beschrieben die Beschäftigten ihre Arbeitsumgebung oft als gesundheitsschädlich
  • „Armut in Europa nimmt zu“ von Hans Jürgen Maurus am 19. Mai 2016 beim Deutschlandfunk externer Link ist ein Beitrag zu den Ergebnissen – unter anderem – der Niedriglohnpolitik, worin unterstrichen wird: „Als Ursachen für Armut in Europa nennt die ILO Arbeitslosigkeit und zu geringe Einkommen. In vielen Staaten könnten die Sozialleistungen die Einkommenslücken vieler Geringverdiener nicht mehr kompensieren, betonte ILO-Generaldirektor Guy Ryder in Genf, seit der Finanzkrise 2008 gebe es in Europa zudem immer weniger Vollzeitjobs. Rund 17 Prozent der EU-Bevölkerung gilt als arm, in Deutschland sind es 16 Prozent. Es bestehe die Gefahr, dass sich Armut über Generationen hinweg fortpflanze, warnt die ILO, nur anständige Jobs könnten diesen Trend umkehren