"Diesen Generalstreik gewinnen wir!" 
Am Dienstag war Generalstreik. Zwar nur im Baskenland - aber dort haben ihn auch jene Gewerkschaftsverbände mittragen müssen, die im Restspanien erst für den Herbst mobilisieren... Und, was diesen Streik unterscheidet: Es wird nicht nur darum diskutiert ob und wogegen - sondern es wird darüber gesprochen, wie der Kampf zu gewinnen ist: Der gegen das Regierungsprogramm Zapateros, Sozialabbau und billigere Entlassungen als Kernpunkte.
a) Im Vorfeld des Streiks erschienen, fasst der Beitrag "Doppelter Generalstreik im spanischen Staat" von Ralf Streck vom 16. Juni 2010 bei linksunten.indymedia die Ausgangssituation zusammen, sowohl, was das Regierungsprogramm in der aktuellen Krise betrifft, als auch bezüglich der auseinandersetzungen in der Gewerkschaftsbewegung.
b) Vom selben Autor am 29. Juni 2010 - dem Streiktag - bei telepolis der Bericht "Das erste große Kräftemessen mit der spanischen Regierung" in dem auch auf den glechzeitigen Streik der Metro-Beschäftigten in Madrid eingegangen wird.
c) "La mayoría sindical vasca considera un éxito rotundo la huelga general y dice que esto es sólo el principio de la lucha contra la rerforma laboral" ist die offizielle, ausgesprochen positive, Bewertung vom 01. Juli 2010 (bei kaosenlared) der aufrufenden Gewerkschaftsverbände zum Generalstreik im Baskenland.
d) Der Bericht "Un gran paro en la industria lidera la respuesta vasca a los ataques a los trabajadores" vom 30. Juni 2010 in der baskischen Zeitschrift Gara gibt einen konkreten Überblick über den Verlauf des Streiks.
Generalstreik im Herbst. Oder Generalstreik Ende Juni?
Die baskischen Gewerkschaften - inklusive der Comisiones - haben für den 29. Juni einen Generalstreik im Baskenland ausgerufen. In Katalonien werden entsprechende Debatten geführt und auch in Andalusien gibt es beachtliche Kräfte, die für einen Generalstreik am 29. Juni eintreten. Angesichts des Aufrufs von CCOO und UGT zum Generalstreik Ende September gibt es auch innerhalb der Gewerkschaftsopposition heftige Auseinandersetzungen um die Frage: zum Juni-Alternativtermin mobilisieren oder dazu beitragen, den Herbststreik möglichst stark zu machen?
a) Für eine eigenständige Mobilisierung zum 29. Juni, auch wenn sie minoritär bleibt, argumentieren in "El desafío de la izquierda sindical" Angel Luis Parras und Enrique Martínez am 22. Juni 2010 in kaosenlared.
b) Für eine möglichst starke Mobilisierung im Herbst argumentiert in "Huelga general, huelga vital" José Lopez, ebenfalls am 22. Juni 2010 in kaosenlared.
Gegen die Reform der Arbeitsgesetze - Generalstreik. Ganz bestimmt. Irgendwann...im September
Die Berichterstattung im Ausland war, querbeet durch die politischen Standpunkte, wie immer: Generalstreik (im öffentlichen Dienst) gegen die Reformen der Regierung Zapatero am 9. Juni wurde da vermeldet, inklusive der üblichen - diesmal extrem - unterschiedlichen Zahlenangaben zur Beteiligung. Die ganzen Auseinandersetzungen über Umfang, Termin und Alternativen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung wurden weitgehend ausgeblendet. Der Überblick "Fragezeichen Generalstreik" vom 17. Juni 2010 versucht, die Situation etwas aufzuhellen.
Nach dem 12. Mai: Der IWF will mehr
Am 12. Mai verkündete der sozialdemokratische Ministerpräsident Zapatero das Sparprogramm der spanischen Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Wie kaum anders zu erwarten, waren die Reaktionen extrem unterschiedlich: EU, Währungsfonds und Unternehmerverband - die heilige Dreieinigkeit der Menschenverachtung - begrüssten die Maßnahmen, fanden allerdings, dass sie nicht weit genug gingen...die ausgesprochen vielfältige Gewerkschaftsbewegung fordert entweder Generalstreik - sofern sie zu den linken Strömungen gehören - oder aber Nachbesserungen, wie es die beiden grössten Gewerkschaftsverbände tun.
a) "Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero (PSOE) ist angezählt: Zwar gelang es ihm am Donnerstag, dank der eigenen Stimme sein zweites »Sparpaket« innerhalb von zehn Tagen über die erste parlamentarische Hürde zu heben. Trotzdem zeichnen sich vorgezogene Neuwahlen ab. Die Abstimmung demonstrierte, daß seine Sozialistische Spanische Arbeiterpartei (PSOE) isoliert ist" - so beginnt der Bericht "Zapatero angezählt" von Ingo Niebel in der jungen welt vom 28. Mai 2010.
b) In der Dokumentation "Las medidas del “ajustazo” del gobierno" vom 25. Mai 2010 bei kaosenlared werden die Sparmaßnahmen der Regierung im einzelnen dargestellt....
c) Als eines der zahlreichen möglichen Beispiele von Kritik an den beiden grossen Gewerkschaftszentralen - die sich nach längeren Denkpausen entschlossen haben zu einem eintägigen Protest im öffentlichen Dienst aufzurufen - der Aufruf der andalusischen SAT "Contra el Zapatazo, HUELGA GENERAL" vom 13. Mai 2010.
Soziale Krise vertieft sich – Rekordarbeitslosigkeit verschärft die Haushaltsmisere
„Eine Hiobsbotschaft kommt selten allein. Unmittelbar vor dem 1. Mai musste die spanische Regierung zwei harte Schläge einstecken. Die Statistikbehörde gab bekannt, dass in Spanien 4,61 Millionen Menschen keine Arbeit haben. Das sind gut 1,2 Millionen offiziell registrierte Arbeitslose mehr als in Deutschland, bei nur halber Bevölkerung. Damit hat die Arbeitslosenquote die Schallmauer von 20 Prozent durchbrochen. Bei den unter 25-Jährigen ist sogar schon fast jeder zweite arbeitslos...“ Artikel von Ralf Streck, San Sebastian im Neus Deutschland vom 03.05.2010 . Aus dem Text: „...Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero kündigt für 2011 einen noch restriktiveren Sparhaushalt an, weshalb den Gewerkschaften nun der Kragen platzt. Sie kritisieren, dass die einfachen Leute für die Krise zahlen und nicht die Verursacher. Für den Fall, dass Sozialleistungen gekürzt werden, kündigte der Generalsekretär der Arbeiterunion (UGT), Cándido Méndez, auf der Maidemonstration in Madrid »weitreichende Arbeitskämpfe« an. Der Chef der den Sozialisten nahestehenden Gewerkschaft warf Zapatero vor, »an Überzeugungskraft verloren zu haben und von den Finanzmärkten eingeschüchtert zu sein«. Méndez forderte die Regierung auf, die Pläne zu zurückzunehmen, das Rentenalter auf 67 anzuheben und die Berechnungsgrundlage zu verändern...“
Tod eines Geschäftsmannes - und Ende einer Karriere
Zwei Personen standen in diesen Tagen im Zentrum der politischen Debatten Spaniens: Der verstorbene Juan Antonio Samaranch, der aus den Olypischen spielen ein profitables Geschäft machte und Richter Garzón, dem nicht etwa seine zahlreichen Verstöße gegen demokratische Gepflogenheiten zur Bedrohung seiner Karriere wurden, sondern sein "Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit" oder wie die Formel in Spanien immer lauten mag. Im Falle Samaranch ein Nachruf, der sich von den Einheitstexten sowohl spanischer als auch deutscher Medien unterscheidet - und etwa seine Rolle als oberster Sportfunktionär Francos erwähnt; im Falle Garzons ein Beitrag, der sich von der Solidaritätskampagne etwa der beiden großen Gewerkschaftsverbände abhebt.
- "Hau ab"
Mit dieser Losung wurde Herr Samaranch 1977 bei seiner Wiederkehr nach Barcelona begrüßt, schreibt in "Samaranch, fot el camp!" Mikel Arizaleta am 22. April 2010 in kaosenlared.
- Gegen Franco, nicht für Garzon
"Coas vítimas do franquismo, non con Garzón" heisst der Beitrag der Galizischen Bewegung zum Sozialismus vom 22. April 2010 bei kaosenlared - einer der wenigen Beiträge, der das Wirken des Herrn Garzon, bevor er sich mit dem Fraquismus anlegte nicht ausblendet...
Spanische Krankheit: Wirtschaftlicher Absturz auf der Iberischen Halbinsel als Folge eines irrationalen Baubooms auf Pump und der Dominanz Deutschlands im Euroraum
„Die Krise hat Spanien weiterhin fest im Würgegriff. So stieg auch im Februar die offizielle Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um zwei Prozent an. Amtlich sind damit 4,13 Millionen Menschen ohne Job, laut Berechnungen der OECD nahezu 20 Prozent aller Erwerbsfähigen. Innerhalb eines Jahres hatten per Saldo 700000 Menschen keinen Arbeitsplatz mehr. Zwar hat sich der Anstieg verlangsamt, eine Trendumkehr ist zumindest in diesem Jahr nicht in Sicht. Frühestens 2011 könnten in der spanischen Volkswirtschaft im nennenswerten Umfang »neue Arbeitsplätze entstehen«, argumentierten Analysten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bis dahin soll das Heer der Erwerbslosen weiter anschwellen…“ Artikel von Tomasz Konicz , zuerst erschienen in “Junge Welt” vom 12.03.2009 auf der Webseite des Autors
Andalusien: Generalstreik ohne die großen Verbände
In den 19 Dörfern und Städtchen des Bezirks Sierra de Cadiz fand am 09. Februar 2010 ein Generalstreik statt: Aufgerufen hatte die andalusische Arbeitergewerkschaft SAT. Die beiden großen Verbände Comisiones Obreras und UGT sahen darin eher eine Provokation - im Angesicht einer Erwerbslosigkeit von bis zu 40% und den üblichen sozialdemokratischen Regierungsmaßnahmen - wie etwa Erhöhung des Rentenalters - eine eher exquisite Stellung. Der Bezirk jedenfalls war an diesem Tag geschlossen. Ein zusammenfassender Überblick wird in dem Beitrag "La Sierra de Cádiz ha hablado con un seguimiento total y masivo del paro general" vom 10. Februar 2010 gegeben, der auch eine Fotostrecke und einen 2minütigen Videofilm enthält
- Siehe dazu auch: "CCOO y UGT arremeten contra el SAT por la convocatoria de Huelga General en la Sierra de Cádiz"
vom 08. Februar 2010 bei kaosenlared, in dem die Pressemitteilung beider Verbände, dass sie an diesem Streik weder beteiligt sind, noch ihn unterstützen, in Zusammenhang mit ihrer Haltung gegenüber den laufenden Regierungsmaßnahmen gebracht wird.
Rekordarbeitslosigkeit - und noch ein Beschäftigungspakt?
Spanien hat die höchste Erwerbslosenquote der EU - offiziell liegt sie bei 19,2%. Ein neuer Sozialpakt soll die Lage verändern schlugen die regierenden Sozialdemokraten vor - und die beiden großen Gewerkschaftsföderationen sprangen ganz schnell ins Rettungsboot. Eine kurze aktuelle Materialsammlung "Krise in Spanien" vom 17. Dezember 2009.
Wenn eine Gewerkschaft als terroristisch gilt...
Am 13. Oktober war - wieder einmal - Generaloffensive des spanischen Staats im Baskenland angesagt: In einem polizeilichen Großangriff wurde unter anderem die Zentrale des baskischen Gewerkschaftsbundes LAB gestürmt und mehrere Funktionäre festgenommen. Unter den insgesamt an diesem Tag 10 Festgenommenen ist auch der frühere Generalsekretär des LAB, Rafael Díez Usabiaga. Der Solidaritätsaufruf des LAB "COMPLAINT OF THE TRADE UNION LAB" vom 14. Oktober 2009 (inklusive Mailadresse für die Zusendung von Soliadressen).
Siehe dazu auch:
a) Zur Bedeutung der Polizeiaktion und den bisher folgenden Protesten "Menschenflut gegen Verhaftungen" von Ralf Streck, am 18. Oktober 2009 bei linksunten.indymedia
b) Zur Festnahme Usabiagas "Algo más que un sindicalista" von Koldo Campos Sagaseta, am 15. Oktober 2009 bei rebelion.org
Santanderbank besetzt: Schuldenfalle
Damit die Regierung aufhört, nur an die Banken und Spekulanten zu denken, sondern auch mal an das Volk zu denken gezwungen wird, hat die andalusische Arbeitergewerkschaft SAT einen ganzen Mobilisierungskalender erarbeitet: Auftakt dazu war eine erneute Bankbesetzung, diesmal in der Ortschaft Arcos, die einen besonders hohen Anteil von problematischen Verschuldungen verzeichnet, wird in dem (spanischen) Bericht "Andalucía: Población en crisis ocupa un banco" vom 24. Februar 2009 bei Clajadep-LaHaine dokumentiert.
Granada: Gewerkschaft besetzt Bank und Immobilienfirma
"Das Geld aller für Beschäftigung" - unter diesem Motto hat die Andalusische Arbeitergewerkschaft SAT (gegründet 2007 auf Initiative der Landarbeitergewerkschaft SOC zusammen mit einer Reihe gewerkschaftlicher regionaler und oppositioneller Initiativen) in Granada im (einstigen) Bauboomland Spanien vor allem eine Immobilienfirma - Osuna, eine der größten Spaniens, deren Besitzer im Aufsichtsrat der Bank Andalusiens sitzt und Großaktionär der Santanderbank ist - besetzt, die im Zentrum der Regierungsaktivitäten zur finanziellen Stützung von Unternehmen steht. Die staatlichen Gewaltmonopolisten griffen die aktiven ArbeiterInnen an. Der erste Bericht "El SAT ocupa la sede central de la Inmobiliaria Osuna y exige que el dinero de todos se dedique a crear empleo" (mit Verlinkung zu den aktuell folgenden) vom 19. November 2008 auf der Seite der SAT - eine andalusische Art, Beschäftigungsprogramme und anderes einzufordern...
Gegen das 1 Milliarde € Privatisierungsprogramm der Madrider Krankenhäuser
Flurkampf im Krankenhaus: keine Szene aus einem der zahllosen schlechten Actionfilme, sondern Madrider Wirklichkeit am 1. Oktober 2008. Hunderte Beschäftigte des Hospital Clinico San Carlos hatten, wie in den Tagen davor und danach an zahlreichen Einrichtungen des Madrider Gesundheitswesens, gegen die massive Welle der Privatisierung und die damit einhergehenden Entlassungen protestiert - die Polizei verfolgte sie bis auf die Flure, nahm mehrere Kollegen fest und behauptete nachher - entgegen der Videoaufzeichnungen - sie wären aggressiv gewesen. Die in der Stadt regierende Volkspartei (PP) hat ein Privatisierungsprogramm aufgelegt, das im Herbst 2008 die Inbetriebnahme von gleich 8 privaten Krankenhäusern vorsieht - ein Geschäft, bei dem eine runde Milliarde Euros im Spiele ist - und etwa 10.000 Entlassungen - beziehungsweise Erlöschen von Zeitverträgen. Die PP-Stadtverwaltung arbeitet dabei auf der Grundlage eines Gesetzes von 1997, erlassen, als sie selbst die Regierung in Spanien stellte - und die seit mehreren Jahren regierende Sozialdemokratie (PSOE) hat nichts unternommen, solcherart Gesetze zurück zu nehmen. In Madrid hat sich dagegen die Koordination der Beschäftigten des Gesundheitswesens gegen die Privatisierung gegründet - unter Einbeziehung von verschiedenen sozialen Organisationen und der betroffenen AnwohnerInnen - bzw der Föderation der Anwohnervereinigungen.
a) Die Seite der Coordinadora de Trabajadores de la Sanidad Pública Contra la Privatización mit dem wöchentlich erscheinenden (pdf) Bulletin und vielen weiteren Materialien - diese Koordination entstand aus dem Verlangen zahlreicher Gewerkschaftsmitglieder verschiedenster Verbände und wird faktisch bis heute von den beiden großen Verbänden - CCOO und UGT - boykottiert.
b) Die Analyse "Construir la movilización contra la privatización de la sanidad es indispensable" von Ángeles Maestro (Corriente Roja) vom 28. September 2008, verfasst nach der ersten gemeinsamen Aktionen von rund 8.000 Madrider Beschäftigten des Bereichs und Anwohnern.
Ende der Fiesta: Die Wirtschaftskrise in Spanien stellt Zapatero vor Probleme
„Seit seiner überraschenden Wahl Mitte April 2004 ist der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero zur Lichtgestalt der europäischen Sozialdemokratie aufgestiegen. Selbst nach dem, nicht zuletzt der Anbiederung an Zapatero geschuldeten, Wahldebakel der Vereinigten Linken (Izquierda Unida) Anfang März 2008, klagte der damalige Parteichef von Rifondazione Comunista, Franco Giordano, mit Blick auf die eigene Mitte-Linke noch: „Wenn Veltroni doch bloß so wäre wie Zapatero!“ („il manifesto“ vom 12.3.2008) Mit diesem Mythos könnte nun bald Schluss sein, denn der wesentliche Grund für Zapateros Renommee war neben dem Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak vor allem die gute Wirtschaftsentwicklung…“ Artikel von Waldemar Bolze , erschien in gekürzter und redigierter Form in der „jungen Welt“ vom 06.08.2008, mit einer Vorbemerkung vom Gewerkschaftsforum Hannover
Die reale Autogesellschaft implodiert
Die Konfrontationen der LKW-Fahrer mit der Polizei quer durch Spanien (und auch in Portugal) machen Schlagzeilen in ganz Europa - und liefern Fernsehbilder...Höchste Treibstoffpreise bringen insbesondere die kleinen Unternehmen und "Selbstständigen" unter Druck, der Verband der großen Unternehmen hält sich offiziell raus und ist wohl intern gespalten. Unterdessen haben sowohl Supermärkte als auch zahlreiche Unternehmen wachsende Probleme mit dem Nachschub, der meist völlig auf LKW-Basis organisiert ist. Um zu verhindern, dass sie mit jeder Fahrt Verlsute machen, fordern die Transporteure Mindesttarife und Beihilfen - die Regierung bietet, neben 25.000 Polizisten, Hilfestellung an: Zur Frühverrentung...
- Spanien: Nach(?) dem Streik
Nach der Einstellung ihres seit 06. Juni andauernden Streiks, haben die autonomen Kleintransporteure Spaniens eine öffentliche Erklärung ihrer Motive für diese Entscheidung abgegeben und stellen jetzt die Forderung nach Dialog . Nach dem Streik ist vor dem Streik oder doch besser Anarchie ?.. Zusammenstellung und Übersetzung von tierr@ auf Indymedia vom 23.06.2008 
- Streiks in Spanien-Ticker
„Die Fuhrunternehmer haben aus Sicherheitsgründen alle für heute angesagten Proteste abgesetzt; Beendigung des Streiks angekündigt. Fischer weiter im Ausstand... " Informationen und bisheriger Verlauf des Streiks in Übersetzung und Zusammenstellung tierr@ auf Indymedia vom 19.06.2008 
- Ein aktueller Überblick
Der Beitrag "Massive Streiks in Spanien und Portugal" von Ralf Streck am 11. Juni 2008 bei "telepolis"
- Eine gewerkschaftliche Stellungnahme
Die gewerkschaftsoppositionelle Strömung Cobas, bzw deren Madrider Organisation verbreitet die Erklärung "El Gobierno tiene que ceder a las reivindicaciones de los camioneros autónomos" vom 11. Juni 2008 in der sie die Forderungen der Protestierenden unterstützt.
Die Legende vom billigen Supermarkt...
Ausgerechnet Spanien: Aus deutschen Supermarktketten ließen sich sicherlich endlose Überwachungsvideo-Dokumentationen erstellen, die den hohen Anteil etwa andalusischer Erzeugnisse am Einkauf deutscher KonsumentInnen belegten, und die Landarbeitergewerkschaft SOC hat oft genug die Bedingungen dokumentiert und kritisiert, unter denen diese Nahrungsmittel produziert werden. Ausgerechnet in Spanien also wurde jetzt eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass spätestens in 15 Jahren über 80% aller Nahrungsmittel importiert werden müssen, wenn die Entwicklung so weiter geht: sieben Unternehmen beherrschen 75% des Marktes. Darunter etwa Carrefour, aber auch Mercadona. Und obwohl die Leitlinie "billig" dazu führt, dass sowohl jene, die in den Supermärkten arbeiten, als auch diejenigen, die die Produkte herstellen, unter immer übleren Bedingungen arbeiten müssen, ist die These Supermärkte seien nun halt mal billiger anzuzweifeln: Der katalanische Bauernverband (in Katalonien sind noch 1% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, in ganz Spanien knapp über 5%) hat dokumentiert, dass die gängigsten landwirtschaftlichen Produkte in den Supermärkten im Durschnitt 11% teurer verkauft werden als in den Resten des traditionellen Einzelhandels. In dem Interview "Es un mito que en los supermercados los precios sean más baratos que en una tienda de barrio" das Manuel Ros für die Zeitung "La directa" am 20. April 2008 mit Ester Vivas gemacht hat, der Autorin des Buches "Supermercados, no gracias" werden auch Alternativen zum Istzustand angesprochen (gespiegelt bei "Rebelion.org").
Auch in Spanien ist Armut Alltag
Die jährliche Statistische Erhebung das nationalen Statistikamtes über die Lebensbedingungen der Bevölkerung zeigt auch für Spanien, dass 20 Prozent der Bevölkerung arm sind - also nach den recht abstrakten Regeln der Zunft weniger als 60% des Durchschnitsseinkommens haben. Das Durchschnitsseinkommen in Spanien ist auf rund 23.400 Euro im Jahr angestiegen - aber die Verteilung wird immer ungleicher. Vor allem RentnerInnen sind es, die mit weniger als 14.000 Euro im Jahr leben müssen. Weitere Fakten in dem Beitrag "Uno de cada cinco españoles, bajo el umbral de pobreza relativa" von Reuters vom 4. Dezember 2007 bei Kaosenlared.
M. Aisa, P. Madrid, D. Marín u.a.: Rebellisches Barcelona
Ein Stadtführer durch das Barcelona der Rebellen, Hausbesetzer, Immigranten, Streikenden und Revolutionäre. Barcelona hat eine reiche aufrührerische Geschichte, und es gibt noch viele Plätze und Monumente, Bars und Gebäude, die diese Geschichte bezeugen. Angeordnet wie ein herkömmlicher Stadtführer, kann der Besucher das Buch für eine besondere und aufregende Erkundungstour nutzen. Dieses Buch bietet eine außergewöhnliche Stadtgeschichte der letzten 100 Jahre. Die Attraktivität und der Charme Barcelonas hängen mit dieser Geschichte zusammen. Gegen die Politik der Vertreibung und des schönen Scheins stellt sich eine Stadt in Bewegung vor, voller Lebensfreude, spontaner und entschiedener Kämpfe. Wer die Hauptstadt Kataloniens hinter den Kulissen kennenlernen will, wer die sozialen Probleme verstehen will, die heute durch Migranten und Illegale, durch Spekulation und Ausgrenzung in dieser Metropole entstehen, der lese dieses Buch!
Siehe dazu:
- Verlagshomepage
Rebellisches Barcelona; Mit einem Vorwort von Manuel Delgado; Aus dem Spanischen übersetzt von Horst Rosenberger; Großformatige Broschur, 288 Seiten mit 100 S-W-Fotos; € (D) 19,90 bzw. sFr 30,90 und mit der ISBN 978-3-89401-554-1
Alle weiteren Informationen auf der
Verlagshomepage zum Buch 
- Die kollektivierte Bierbrauerei Damm
Ein Auszug aus dem Kapitel des Stadtteiles „L´Eixample . Exklusiv im LabourNet Germany. Wir danken dem Verlag und den Autoren.
Bilder von der
Massendemonstration gegen NATO-Tagung
Die Anti- Nato Demonstration in Sevilla, zu der auch
alle lokalen Gewerkschaften aufgerufen hatten - und jeweils beachtliche
Mobilisierungen organisierten - war mit (nach verschiedenen Quellen)
über 10.000 TeilnehmerInnen ein echter Erfolg. Bei Kaosenlared
gibt es dazu eine "Bildergalerie"
von Juan Luis Martinez vom 4. Februar 2007.
Gewerkschaften gemeinsam gegen NATO-Ministertagung
Nicht nur in München, auch in Sevilla treffen
sich dubiose Vereinigungen: dort sind es die Kriegs-Minister der
Mitgliedsstaaten am 8. und 9. Februar. Sämtliche vor Ort präsenten
Gewerkschaften - die CCOO, die UGT, die CGT und die SOC - rufen
zu einer grossen Demonstration am 4. Februar und zu vielfältigen
Aktionen inklusive Arbeitsniederlegungen am 8. Februar auf. Das
(spanisch, mit kurzer deutscher Zusammenfassung) "Manifiesto
sindical contra la cumbre de ministros de la OTAN" vom
24. Januar 2007
Rentnerelend - gewerkschaftlich mitgestaltet
Beinahe zwei Drittel (genau 65.6%) aller Renten aus
den öffentlichen Versicherungsträgern liegen unter 600
Euros im Monat, von den besonders diskriminierenden Witwenrenten
einmal ganz abgesehen, die oft bei 450 Euros liegen. Alles fein
säuberlich mitgestaltet - und damit mitverantwortet - von etablierten
Gewerkschaften. Der aktuelle (spanische) Bericht "Pensiones
de miseria"
vom 15.Dezember 2006 bei "Kaosenlared".
Landbesetzung der SOC in Andalusien am 1.Mai
Der 1.Mai 2005 in Spanien wäre (beinahe) so gewesen,
wie die letzten Jahre: Weniger TeilnehmerInnen (10.000 in Madrid),
und der Vorsitzende der Comisiones Obreras wurde wieder einmal von
vor Jahren mit seiner Zustimmung entlassenen Telefonarbeitern attackiert.
Wenn da nicht die andalusische Landarbeiter - Gewerkschaft SOC wäre:
Die hat am 1.Mai die Besetzung der Finca "La Turquilla"
beim Städtchen Osuna im Bezirk Sevilla organisiert. Der Besitzer
des Großgutes: Das Verteidigungsministerium. Etwa 2.000 Menschen
nahmen an der Besetzungsaktion teil. In diesem Sevillaner Bezirk
ist die Erwerbslosigkeit besonders hoch und viele Einwohner müssen
anderswo Saisonarbeit auf Ländereien leisten. Ein anderes,
im Jahr 2001 besetztes Gut hat heute 500 Beschäftigte. Der
Gewerkschaftssekretär Cañamero sagte der Presse, die
Pferdezucht der Armee habe keinerlei sozialen Zweck. Der redaktionelle
(spanische) Bericht "Se
celebró el 1º de Mayo con poca asistencia a las manifestaciones"
in der Netzzeitung "Insurgente" vom 2.Mai 2005.
Strafanträge PazifistInnen / Gewerkschafter
„Der Folterstaat Spanien, permanent im Kreuzfeuer
von Menschenrechtsorganisationen, ist dabei, FriedensaktivistInnen
wegen Direkter Aktion, sowie Gewerkschafter, die im Jahr 2002 an
der Organsation des Generalstreiks beteiligt gewesen waren, zu Haft
und hohen Geldstrafen zu verurteilen. Politische "Gesinnungsgefangene"
fallen unter FIES….“ Bericht
von Z(11#) vom 04.02.2005 bei indymedia
Darin: Übersetzung aus der Presseerklärung von Juventud
de CCOO Cantabria y el Sindicato de Oficios Varios de CGT Cantabria
(Jugend der Gewerkschaft CCOO Cantabria und verschiedener Gewerkschaftsbüros
der CGT Cantabria )
"WER BRAUCHT EINEN KÖNIG?"
(Quien necesita un rey?) - Ein (spanischer,
mit deutscher Zusammenfassung) Bericht
vom 20. Mai 2004 über Sonderrechte, Finanzen und politischer
Rolle des Bourbonenclans.
Ein Brief aus Spanien
"Zu den Ereignissen nach dem Anschlag auf diverse
Vorortzüge und den Bahnhof von Atocha in Madrid mit 200 Toten und
noch mehr Verletzten am 11.3.2004, der offenbar von einer Zelle
der Al Qaida als Reaktion auf die spanische Beteiligung an der "Koalition
der Willigen" verübt wurde, schickte der Genosse Antonio Doctor
aus Zaragoza u.a. dem Gewerkschaftsforum Hannover den folgenden
Brief, der zeigt wie die Ereignisse dieser Tage bis hin zu den Wahlen
von einem langjährigen Aktivisten der spanischen radikalen Linken
und der Gewerkschaftslinken wahrgenommen und eingeschätzt werden.
Der zweite Teil des Briefes enthält darüber hinaus zahlreiche, hierzulande
wenig bekannte, Detailinformationen über die spontanen Proteste
gegen die gezielten Medienmanipulationen und die generelle Politik
der nun abgewählten Aznar-Regierung...". Der ganze
Brief vom 15. März 2004 in Bearbeitung des Gewerkschaftsforums
und der Uni-Antifa-AG Hannover
Spontane Massenbewegung brachte
die Wende
Ein Interview
Mitte März 2004 von Hans-Gert Öfinger mit Miriam Municio (Generalsekretärin
der spanischen Schüler- und Studierendengewerkschaft Sindicato de
Estudiantes - SE) zu den Aussichten nach der spanischen Parlamentswahl.
Spanische Gewerkschaften zum
Attentat von Madrid
In Spanien selbst glaubten nur noch wenige an die
ETA als Täter. Das gestaltlose Gebilde "Al Qaida" rückte in den
Mittelpunkt - und mit ihm die spanische Beteiligung am Irak Krieg.
Eine Übersicht über
die Positionen der spanischen Gewerkschaftsföderationen und der
spanischen Linken vom 15. März 2004, samt verschiedener enthaltener
Debatten um Verfassung, sowie um Terror - mit und ohne Bomben.
Madrider Polizei verhindert Macrobotellón
Nicht alle finden
sich mit der Enteignung des öffentlichen Raums ab - oder: reclaim
the streets auf Spanisch: "Der Macrobotellón, mit
dem die Madrider Jugend gegen die Besetzung der Plätze demonstriert
hat, endete mit Festnahmen und Gewalt. Die Gruppe der Studenten
für die Besetzung des 2. Mai hatte zu dem Protest aufgerufen,
um ihre Ablehnung gegen die polizeilichen Maßnahmen zu demonstrieren.
Mit der polizeilichen Besetzung zahlreicher Plätze in Madrid,
wie der des 2. Mai, und heftigen Kontrollen versucht die konservative
Regierung und ihr Statthalter in Madrid seit Wochen dem Phänomen
des "Flasche machen" (Botellón) Herr zu werden.
Mehrer hunderttausend Jugendliche versammeln sich jedes Wochenende
auf Strassen und Plätzen zum Feiern mit mitgebrachten Flaschen
(Spanien will den Botellón verbieten)...." Artikel
von Ralf Streck in telepolis vom 03.03.2002
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