| Verhandlungen erfolglos. Zwischen Belegschaft und Gewerkschaft, wohlgemerkt... 
Seit Dezember ist die Belegschaft der Tanta Flax Werke im Großraum Kairo im Streik - einmal mehr wegen ausstehender Löhne und weil sie die Forderung vertreten, Prämien wie im öffentlichen Dienst (weiterhin) zu erhalten. Die Saudische Geschäftsleitung reagierte mit Aussperrung der 850 Arbeiter, worauf mehr als die Hälfte von ihnen vor das Gebäude des Ministerrats im Zentrum von Kairo zog und dort seitdem protestiert: Weil dieser Ministerrat das Unternehmen gegen den Willen der Belegschaft privatisiert hatte und an saudische Unternehmer verkauft. Versprechungen gab es seitdem genug - an Taten geschah nur die Entlassung neun aktiver Gewerkschafter aus dem Betrieb. Wie kompliziert die Situation dieser Aktivisten ist, zeigt sich auch daran, dass sich die Gewerkschaftsführung - sowohl Vertreter des Gewerkschaftsbundes als auch der Textilarbeitergewerkschaft nicht scheuten, öffentlich in "Verhandlungen mit dem Betriebskomitee" zu treten, auf Anfrage der Ministerin Hady, die ihrerseits selbst einst leitende Funktionärin des Gewerkschaftsbundes war. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Belegschaftsvertreter scheiterten, weil die Belegschaft mit großer Mehrheit ablehnte, weiteren Versprechungen Glauben zu schenken.
a) Der Bericht "Tanta Flax workers' demo - no end in sight?" von Jano Charbel, vom 16. Februar 2010 bei Almasryalyoum informiert auch über Vorgeschichte und Hintergründe der Auseinandersetzung.
b) Der Bericht "Official trade union fed fails to reach resolution with Tanta Flax workers" von Sarah Carr am 22. Februar 2010 bei Daily News Egypt spiegelt die große Peinlichkeit für eine Organisation wieder, die bis zur Selbstaufgabe die Rolle des Transmissionsriemens spielt - die ETUF.
Nun auch in Ägypten: Belegschaft übernimmt Unternehmen
Seit Anfang September letzten Jahres ist der Eigentümer des Mischkonzerns Ahmoseto, Adel Agha flüchtig - im Land zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt: was in Ägypten immerhin mal passiert, wenn jemand besticht, illegale Bankgeschäfte macht und anderen Gepflogenheiten folgt, die hierzulande straffrei bleiben. Gerichte kümmerten sich um die Ansprüche von Banken - da beschlossen die Arbeiter, sich selbst um die ihren zu kümmern. Zum Konzern gehörten auch 9 kleinere Textilfirmen mit zusammen über 2.000 Beschäftigten, die dann eben, vor einem Jahr nach Betriebsbesetzungen die gerichtliche Erlaubnis erhielten, diese Unternehmen selbst zu betreiben. Bei all den Grenzen, die so ein Vorgehen haben mag, ist es doch immer auch ein Zeichen dafür, dass irgendjemand nicht gebraucht wird, damit ein Unternehmen sich entwickelt. Die Belegschaft jedenfalls erhielt nicht nur ausstehende Löhne, sondern auch eine deutliche Lohnerhöhung und verbesserte Arbeitsbedingungen. Und findet jedenfalls schon mal nicht, dass sie einen Unternehmer braucht, wird in der Reportage "10th of Ramadan textile workers self-manage factory" , die am 30. August 2009 bei libcom gespiegelt wurde berichtet...
Neue Streikwelle
„Wieder sind ägyptische Straßen mit Demonstranten gefüllt. Angestellte der öffentlichen Dienste, Textilarbeiter und Postarbeiter sind Teil einer neuen Streikwelle. Ihre Forderungen erhöhen die politische Temperatur in Ägypten in rasantem Tempo. Angestellte der Grundsteuerbehörden aus ganz Ägypten kamen am 11. August auf der Hussein Hegazy Straße in Kairo-Mitte zusammen. Sie streikten, weil sich der ägyptische Finanzminister weigert, einen kürzlich vereinbarten Sozialfonds umzusetzen. Etwa 2.000 Streikende blockierten die Straße. Sie riefen Sprechchöre, hielten Plakate hoch und schlugen lautstark auf Trommeln ein. Aktivistinnen - manche von ihnen trugen Atemmasken und Kopftuch - führten die Sprechchöre an. Viele brachten ihre Kinder mit zum Protest. „Sie sollen wissen, dass ihre Mutter hart arbeiten muss, um etwas Essen auf den Tisch zu bringen," berichtete Madeeha aus Kairo der Zeitung Al Masry al Youm…“ Artikel von Anne Alexander in der Zeitschrift Socialist Worker in einer Übersetzung bei Linke Zeitung vom 29.08.2009 
Der Vorstand der Eisenbahnergewerkschaft dankt der Staatssicherheit. Die Arbeiter bedanken sich für solch eine Gewerkschaft: Streikbewegung
Im Januar, Februar und März kam es an verschiedenen Arbeitsstellen der ägyptischen Eisenbahn zu größeren Streiks - die ersten seit 1986. Alle diese Streiks dauerten nur relativ kurze Zeit - einige Stunden bis zu einem Tag: Weil sie alle erfolgreich waren. Lohnerhöhungen, Jahresbonus und Arbeitsbedingungen waren Gegenstand der Auseinandersetzung. Und während der Vorstand der Gewerkschaft danach öffentlich, inklusive per Transparenten auf Bahnhöfen, allen möglichen Institutionen dankten, bis hin zur Staatssicherheit, bedankten sich die eisenbahner auf ihre Art bei der Gewerkschaft: Sie belebten die Arbeiterliga wieder, jene Gruppierung, die die Streikwelle der Eisenbahner 1986 organisiert hatte und danach unter permanentem Druck eben dieser Staatssicherheit zunehmend - aber eben nicht ganz - zerfiel. Der zusammenfassende Bericht "Anger on Rails" des Center for Trade Union and Workers Service von März 2009.
Auch Tabakarbeiterinnen wehren sich - trotz 33 Entlassungen
In Damanhour haben zahlreiche Kolleginnen sich an einer Solidaritätsaktion mit einer Aktivistin beteiligt, die unter fadenscheinigen Vorwürfen aus der örtlichen Tabakfabrik entlassen werden sollte. Sowohl die Arbeitsinspektion als auch die Polizei eilten dem Unternehmen zu Hilfe - den Widerstand brechen konnten sie aber nicht, obwohl die willkürliche Entlassung von 33 solidarischen Kolleginen von den Behörden für rechtens betrachtet werden. Der Bericht "Violation against women workers" der CTUWS vom 31. August 2008.
Die Streikwelle geht weiter: Bankangestellte, Universitäten, Ärzte...
Während der Ärztestreik am 15. März nach den Angriffen des Premierministers, der über alle ägyptischen Sender hatte verlautbaren lassen, dieser Streik sei illegal, sich in eine heftige innere Debatte der Ärztegewerkschaft verwandelte (die Gruppierung "Ärzte ohne Rechte" machte eine Sitzblockade vor dem Gewerkschaftsbüro, weil der Vorstand nach der Regierungsattacke den Streik einstweilen ausgesetzt hatte) nimmt der Streik der 2.000 Universitätsprofessoren geradezu historische Dimension an, weil erstmals voll befolgt. Trotz ständiger Spekulationen der Regierung über weitergehende Streikverbote, wird der gleichzeitige Streik der Stahlarbeiter von Helwan in der Öffentlichkeit bereits als "normal" betrachtet. Und die diversen Streikaktionen von Bankangestellten haben jetzt auch Abgeordnete dazu gebracht, öffentlich festzustellen, dass die ofizielle Gewerkschaft - die von den streikenden Bankern auf eine Stufe mit dem Vorstand des Bankenverbandes gestellt werden - seien "tot", wird in dem kurzen Bericht "Unions in a dire state, says MP as more workers protest" von Michaela Singer am 25. März 2008 bei den "Daily News Egypt" ausgeführt.
Streiks erschüttern den Alliierten der USA - Arbeiter rufen: „Nieder, nieder Mubarak! Deine Herrschaft ist Scheiße!"Zehntausende Arbeiter fordern den Diktator heraus
„Arbeiter der Ghazl el-Mahalla Tuchfabrik in Ägypten führten am vergangenen Sonntag eine Massendemonstration durch. Sie forderten ein Ende des US-gestützten Regimes von Hosni Mubarak. Die Tuchfabrik ist die größte ihrer Art im Mittleren Osten. Die 27.000 Arbeiter der Fabrik waren bereits in der Vergangenheit daran beteiligt, das Regime zu wirtschaftlichen Zugeständnissen zu zwingen…“ Artikel von Hossam el-Hamalawy in der Linkezeitung vom 23.02.2008 
55.000 Steuerbeamte im Streik
Mit einem Sit-In vor dem Ministerium und zahlreichen Demonstrationen und Protesten führten die (kommunalen) Beamten der Grundsteuerbehörden ihren Streik weiter - eine ihrer Forderungen (neben den fast schon üblichen Nachzahlungen ausstehender Gehälter und Bonusse) ist es, dass sie künftig als Beamte des zentralen Steuerministeriums arbeiten wollen - die verdienen mehr und, nach Meinung der Aktivisten, ist die Zentrale weniger korrupt als die örtlichen Behörden. Ach ja, einen Gewerkschaftsbund gibt es im Lande auch - aber den fragt kaum noch einer, ob er streiken darf..."Scenes from a Sit-in" heisst der Fotobericht vom 6. Dezember 2007 in Baheyyas Blog.
Hunderte bestreiken Telefon-Unternehmen
In einer 2001 privatisierten Firma, die Telefonausrüstungen herstellt haben rund 500 der 1400 Beschäftigten einen Streik mit Sit-In organisiert - genau jener Teil der Belegschaft, die bereits vor der Privatisierung im Unternehmen beschäftigt war, die anderen 900 waren in den letzten Jahren mit Zeitverträgen eingestellt worden. Auch hier geht es um die (Nicht-) Ausbezahlung des Jahresbonuses, wie bei so vielen Streiks des letzten Jahres. Besonders wird diese Aktion durch die Bestrebungen beider Teile der Belegschaft, Forderungen und Aktionen gemeinsam zu entwickeln, wird in dem (englischen) Kurzbericht "Hundreds of telephone manufacturing workers stage sit in south of Cairo" vom 23. Oktober 2007 im Arabist.Net unterstrichen.
Betriebsbesetzung der Ghazl al-Mahallah Textilwerke
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Betriebsbesetzung beendet - ökonomischer Erfolg umfassend
Alle wesentlichen Forderungen der streikenden Belegschaft der Misr Spinning and Weaving Company in Mahalla el-Kubra sind erfüllt worden: die versprochenen Bonuszahlungen werden in voller Höhe ausbezahlt, das System ihrer Auszahlung wird künftig verändert, so dass nicht mehr die Unternehmensleitung entscheidet, wie hoch die Zahlungen zu sein haben; des weiteren wird eine kooperative betriebliche Transportgesellschaft gegründet um die hohen Kosten für den Weg zum Arbeitsplatz zu reduzieren und es wurde von der Regierungsdelegation versprochen, die Geschäftsleitung werde abgesetzt. Die Streiktage werden als Urlaubstage bezahlt und es werden keinerlei Maßnahmen gegen Streikende unternommen. Über die gewerkschaftliche Vertretung der Belegschaft werde "die Diskussion fortgesetzt" - die Forderung nach Auflösung der ETUF-Branche konnte demnach nicht durchgesetzt werden. So wurde es am vergangenen Samstag beschlossen, seit Sonntag wird wieder gearbeitet. Dazu:
- Der (englische) Bericht "Wage concessions end Mahalla strike, leave political demands unaddressed"
von Liam Stack am 30. September 2007 im "Daily Star"
- Betriebsbesetzung
- Widerhall in der gesamten Gesellschaft
Die Belegschaft der Ghazl al-Mahallah Textilwerke
hat am vergangenen Sonntag damit begonnen, das Werk zu besetzen:
die Belegschaft, eine derjenigen, die vor nun beinahe einem Jahr
mit dem begonnen haben, was heute oft neue ägyptische Arbeiterbewegung
genannt wird, will erzwingen, dass die Ende letzten Jahres gemachten
Zusagen eingehalten werden. Das Arbeitsministerium und sein gewerkschaftlicher
Anhang erklärten die Aktion sofort für illegal, enorme
Polizeikräfte wurden nahe des Werkes zusammengezogen, in dem
die Zahl der in einer Zeltstadt lebenden Menschen bis Montag schon
auf 15.000 angewachsen war. Da viele Arbeiter ihre Familien mitbrachten,
wird geschätzt, dass sich am zweiten Tag etwa die Hälfte
der 27.000 Beschäftigten an der Besetzungsaktion beteiligten
- Tendenz stark steigend. Der aktuelle Überblick "Betriebsetzung
bei Ghazl al-Mahallah" vom 27. September 2007.
Und die Welle endet nicht...
Betriebsbesetzungen und immer neue Streikaktionen:
Trotz diverser Repressionsversuche und einer allgemeinen medialen
Drohkampagne seitens der Regierung geht die grösste Streikwelle
der jüngeren ägyptischen Geschichte immer weiter - dieweil
sich Mubaraks oberster Gewerkschafter bitterlich beklagt, die Belegschaften
gäben seinem Verein keine Chance...Ein kurzer aktueller Überblick
"Streikwelle
geht weiter" vom 24. Mai 2007.
Bedeutung und Entwicklung der Textilarbeiterstreiks
der letzten Monate
Die Streiks der Textilarbeiter quer durch Ägypten
Ende 2006, Anfang 2007 waren ehrfach Gegenstand aktueller Berichterstattung
im LabourNet Germany - eine Bewegung von vielen Zehntausend. Ebenso
die "Folgen" - die Attacken der staatstragenden Gewerkschaftsbürokratie
im Eivernehmen mit Medien und Zivil- wie Militärbehörden.
Der (englische) Beitrag "Egyptian
Textile Workers Confront the New Economic Order"
vom 25. März 2007 von Joel Beinin und Hossam el-Hamalawy beim
Middle East Report Online versucht nun eine Analyse dieser Streikbewegung
hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Gesamtgesellschaft in
Mubarakland.
"Die Gewerkschaftsfunktionäre sitzen in
Cafés und reden nicht mit uns..."
...so werden streikende Arbeiter einer Textilfabrik
mit rund 4.200 Beschäftigten zitiert. Auch in anderen Großbetrieben
des wichtigsten ägyptischen Industriesektors gab es Streiks
- in der Regel wegen Nichtausbezahlung der von der Regierung nach
dem grossen Textilstreik Ende des Jahres 2006 versprochenen Bonusse.
Die Übereignung von Belegschaftsaktien und Ausbezahlung von
Bonussen steht im Zusammenhang mit der Privatisierungswelle in der
Textilindustrie (die offensichtlich nach allen Erfahrungen mit der
staatlichen Wirtschaftsbürokratie für Viele in den Belegschaften
akzeptabel erscheint). Zwei Charakteristika dieser Ereignisse: Dass
es sich um eine erneute Streikwelle handelt, grösser noch als
2006 - und dass harsche Töne gegen die offiziellen Gewerkschaften,
insbesondere die betrieblichen Gewerkschaftskomitees angeschlagen
werden. Die Zahl der Betriebe, die besetzt werden ist gross - und
Abkommen, die von Gewerkschaften mit Unternehmen ausgehandelt werden,
werden nicht akzeptiert. So wird es in dem (englischen, hiermit
ganz kurz zusammengefassten) Bericht "Silent
no more"
von Mohamed El-Sayed in "Al Ahram Weekly" vom 8.-14.Februar
2007 berichtet.
Erfolgreicher Kampf der TextilarbeiterInnen
Der Kampf war nicht besonders lange, aber heftig:
mit Vollstreik, Betriebsbesetzung und öffentlicher Kampagne
haben 20.000 TextilarbeiterInnen bei MEHALLA ihre Forderungen wegen
Prämienzahlungen durchgesetzt. Der (englische) Bericht "VICTORY
OF MEHALLA WORKERS" des CTUWS vom 9. Dezember 2006.
Der grösste Streik seit vielen Jahren
Rund 20.000 Beschäftigte der Al Mehalla Textilwerke
sind in den Streik getreten um ihren Anspruch auf Ausbezahlung des
Jahresbonus durchzusetzen - der grösste Streik seit langer
Zeit im Lande, alle 3 Schichten der Belegschaft sind auf dem Werksgelände.
Der (englische) Bericht "Al
Mahalla Spinning Workers Strike and Sit-down" vom CTUWS
vom 7. Dezember 2006.
Textilarbeiter im Streik
Seit dem 26. Juni befinden sich die 1.400 ArbeiterInnen
des Textilunternehmens Amonsinco im Streik und halten das Firmengelände
besetzt. Auslöser der Aktion war die Tatsache, dass das Unternehmen
zwar Beiträge zur Pensionskasse vom Lohn abzieht, diese aber
nicht abführt. Der (englische) Bericht "Workers
of the Economic Company for Industrial Development (Amonsinco) Start
Strike and Sit-in As From Monday 26/6/2006" des CENTER
FOR TRADE UNION & WORKERS SERVICES vom 29. Juni 2006.
Nahrungsmittelarbeiter streiken gegen Zulagenkürzung
Seit dem 24. Juni befinden sich die 500 ArbeiterInnen
der Al Fayoum Sugar Beets Company im Streik. Hauptgrund - aus einem
forderungskatalog mit 14 Punkten - ist die Rücknahme der Zulagenkürzungen.
Die Erschwerniszulage soll von 30 auf 20 Prozent gekürzt werden,
die Zulage für die Beschäftigten aus entfernten Bezirken
gar von 40 auf 20 Prozent. Der (englische) Bericht "Al
Fayoum Sugar Beets Company Workers Call for Their Rights in Fair
Labour Relations" des CENTER FOR TRADE UNION & WORKERS
SERVICES vom 1. Juli 2006.
Streik der Zementarbeiter erfolgreich
Das meiste Geld das ihnen zusteht wird ausbezahlt
- das ist das Ergebnis des dreitägigen Sitzstreiks auf dem
Gelände der Hellwan-Zementfabrik, während dem die Belegschaft
die Werkstore geschlossen hielt. Nachdem ein erstes Treffen am Montag
zwar eine Art Übereinkunft zwischen Unternehmensleitung, Ministerium
und Gewerkschaften gebracht hatte, das die Arbeiter aber nicht akzeptierten,
wurde die positive Entscheidung des italienischen Unternehmens auf
einem weiteren Treffen am Dienstagabend gefällt. Der (englische)
Bericht "Cement
Hellwan factories workers still sit-in" des CTUWS vom 21.
März 2006
Streik der Zementarbeiter
Mehr als 1.500 Arbeiter der Hellwan Zementfabrik haben
am 19. März einen Sitzstreik im Werk begonnen, mit dem sie
Lohnerhöhung und Gleichbehandlung mit den Belegschaften anderer
zementwerke fordern. Alle bisherigen Versuche der Gewerkschaft,
mit dem schweizerisch-italienischen Unternehmen zu verhandeln, wurden
schroff abgelehnt. Ein aktueller (englischer) Bericht "Sit-Down
Strike of Cement Hellwan factories workers" des CWTUS vom
19. März 2006.
600 Arbeiter der Nubariya Engineering seit 3. September
im Sit-In
Ein (englischer, mit kurzer deutscher Zusammenfassung)
Solidaritätsaufruf
des Center for Trade Union and Workers Services (CTUWS) vom 26.
September 2005, aus Anlass einer Demonstration der Streikenden in
Alexandria.
Streikende in mehreren Betrieben erzielen Erfolge
Die Tatsache, dass seit Beginn 2004 und erst recht
in diesem Jahr die Zahl betrieblicher Auseinandersetzungen in Ägypten
sprunghaft angestiegen ist hat es als Meldung bereits bis in die
Mainstream-Medien geschafft. Was auch dazu führt, dass ägyptische
Gewerkschaften weit mehr als früher zeigen müssen, dass
sie diese Aktionen zumindest unterstützen. Einige englische
Berichte des CENTER FOR TRADE UNION AND WORKERS SERVICES werden
hier zusammengefasst. auch der Erfolg der Aura- Asbestarbeiter -
und der Polizeiüberfall auf ein leitendes Mitglied des CTUWS:
"Streikerfolge"
vom 1.September 2005.
Aura - Asbestarbeiter besetzten drei Tage
lang die Gewerkschaftszentrale
Anfang Juli besetzten die Arbeiter der Aura - Asbestfabrik, die teilweise seit September 2004 keinen Lohn mehr bekommen, drei Tage lang das regionale Gewerkschaftsbüro - so lange, bis die Gewerkschaft bereit war, ihr Anliegen zu unterstützen. Eine ausführliche (englische, mit kurzer deutscher Zusammenfassung) Darstellung der aktuellen Ereignisse, samt Dokumentation des Brief der Gewerkschaft an die regierung und des betrieblichen Gewerkschaftskomitees an die Öffentlichkeit. "SUPPORT THE URAMISR WORKERS" vom 5. Juli 2005
Streik der Zementarbeiter
Seit Dienstag befinden sich die Arbeiter der Tura-Zementwerke im Streik. Die grundlegende Forderung besteht in der Erfüllung früherer Vereinbarungen, die das neue französische Management nicht zur Kentniss nimmt. Ein französischer Manager hat Arbeiter, die bei ihm vorsprachen mit Fußstritten traktiert - das bedeutete das Ende der Geduld. Der (englische) Bericht "TURA CEMENT WORKERS STRIKE-IN TODAY" vom 24.Mai 2005 des Center for Trade Union and Workers Services (CTUWS).
Seit über einem Monat: Textilarbeiterstreik ohne Gewerkschaft
Seit dem 13.Februar 2005 streiken rund 400 Arbeiter des (staatlichen) Textilunternehmens ESCO-Awadem Betriebs in Qalyoub. Seit letzter Woche erhalten sie keine vollen Löhne mehr, ab nächsten Monat überhaupt nichts mehr. Die - ohne viel Hoffnung gestellten - Anfragen an die General Federation of Trade Unions (GFTU), die staatstragende (und regierungsnahe) Föderation blieben ohne Antwort, leisten die Arbeiter doch Widerstand gegen die Regierungspoltiik, gegen die Privatisierung der staatlichen Textilindustrie nämlich. Das seit Juli 2004 gültige neue Arbeitsgesetz aber legalisiert ausschliesslich Streiks der GFTU - und ermöglicht ausserdem Entlassungen, wenn Beschäftigte "die Erwartungen nicht erfüllen" ohne dass dies näher ausgeführt werden muss. Wer von Demokratisierung des Mubarak-Regimes spricht, kann von den Arbeits- und Gewerkschaftsgesetzen nicht schweigen. Der (englische) Bericht "Survival at stake" von Faiza Rady in der englischen Wochenausgabe der Zeitung "Al Ahram" vom 10.März 2005.
Seit drei Monaten im illegalen Streik. Ägyptische Asbestarbeiter protestieren gegen die Schließung ihrer Fabrik und fordern ausstehenden Lohn
Artikel von Gisela Kremberg in junge Welt vom 04.02.2005
Erfolgreicher Streik in Phosphatmine
Das Centre for Trade Unions and Workers Services (CTUWS) berichtet (englisch) vom Streik der Belegschaft der Abou Tartour Phosphate Mine samt der Drohung der Polizei, das Ventilationssystem auszuschalten - und vom erfolgreichen Ende der Aktion am 2.November 2004
"Cancer swallows workers in Aura-Egypt company for asbestos products"
(Krebs verschlingt die Arbeiter der ägyptischen Aura- Gesellschaft für Asbestprodukte) - Ein (englischer) Bericht des Center for Trade Union and Workers Services vom Juni 2004 über den Streik der 90 Beschäftigten (von denen 46 an Krebs erkrankt sind) von ORA in Ramadan City - inklusive Solidaritätsaufruf und entsprechenden Adressen |