Gegen das Verbot der LehrerInnen-Gewerkschaft Ecuadors

UNE Lehrerdemo Ecuador Mai 2016Am 18. August hat die ecuadorianische Regierung die Auflösung der Gewerkschaft des Erziehungspersonals UNE (Nationale Vereinigung der ErzieherInnen) verkündet. Damit wurde ein Schritt vollzogen, der bereits sowohl angekündigt als auch angedroht war. Anlass dazu waren von der Regierung benannte Versäumnisse in der Registrierung der Gewerkschaft. Kern der Vorwürfe ist es, dass eine Reihe neuer Mitglieder im Vorstand sich weigerte, Personendaten an die Regierung weiter zu geben. Präsident Correa führte in seinem Statement dazu noch an, die UNE habe niemals Vorstandswahlen zugelassen und ohnehin sei bekannt, dass rechte politische Kräfte die Gewerkschaft unterstützten. Das alternative gewerkschaftliche Netzwerk für Solidarität und Kampf weist diese Vorwürfe in einer Solidaritätserklärung zurück und verweist auf die eigenen positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der UNE. Siehe dazu drei Dokumente und einen parteiischen Hintergrundbeitrag:

  • „President Correa and the old dream of destroying the Teacher’s Union“ von Edgar Isch am 10. August 2016 beim Idea Network externer Link ist ein Beitrag, der im wesentlichen – in Verteidigung der UNE – die Geschichte der Gewerkschaft und auch die ihrer Auseinandersetzung mit der Regierung Correa nachzeichnet, wie auch jene mit früheren Regierungen. Dabei wird vom Autor vertreten, die UNE habe ihre Position gegen die neoliberale Reform des Erziehungswesens konsequent beibehalten, auch gegen jene der Correa-Regierung, die nach 2008 – als der Präsident noch Gastredner beim UNE-Kongress gewesen war – einen Kurs einer Restauration im Erziehungswesen gefahren sei. Von den neuen Richtlinien zur Registrierung von NGO in Ecuador, die jetzt gegen die UNE angewendet würden, sei außer ihr nur noch eine weitere noch aktive Organisation betroffen, ebenfalls aus dem Erziehungsbereich.
  • „Solidarity National Union of Teachers of Ecuador“ am 05. September 2016 ist die Solidaritätserklärung des alternativen gewerkschaftlichen Netzwerkes für Solidarität und Kampf (dem auch LabourNet Germany angehört), in der es unter anderem heißt: „Our organization joins with Education International and many other organizations around the world to condemn this act to silence the legitimate voice of Ecuadorean teachers“ („Unsere Organisation schließt sich dem Protest von EI und vieler anderer Organisationen aus aller Welt an, diesen Akt zu verurteilen, mit dem die legitime Stimme der Lehrer Ecuadors zum Verstummen gebracht werden soll“)