Fortgesetzte Verfolgung chinesischer Basisaktivisten: Auch in der Schuhfabrik, die für Frau Trump produziert

neuer schuhstreik chinaEine Festnahme, zwei „Verschwundene“ – das ist das Resultat einer neuerlichen Repression gegen Basis-Aktivistengruppen in der VR China – diesmal traf es drei Aktive, die eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen in einer Schuhfabrik unternahmen, in der unter anderen für die Marke einer gewissen Frau Trump produziert wird. Die Begründungen sind die üblichen im Reich des kommunistischen Kapitalismus: Natürlich haben die Aktivisten gegen irgendwelche Gesetze verstoßen (gegen welche, wird entweder später nachgeliefert, oder aber es wird, wie in so vielen sozialistischen Ländern früher, gleich eine kriminelle Anklage konstruiert – erinnert sich noch jemand an „Rowdytum“ in der DDR?). Der Reuters-Artikel „Activist Probing Factories Making Ivanka Trump Shoes in China Arrested“ am 31. Mai 2017 bei Portside externer Link dokumentiert, berichtet auch davon, dass die Betroffenen „verwarnt“ worden seien und nicht mehr nach Hongkong ausreisen durften – und dass die (imperialistische, versteht sich, zumindest, wenn es passt) Menschenrechtsorganisation ai bereits Protest gegen die neuerliche Repression eingelegt habe – überflüssig, zu unterstreichen, dass die Untersuchung in der Schuhfabrik ergeben hatte, dass es deutliche Verstöße gegen die Arbeitsgesetze gegeben habe. Siehe dazu einen Bericht über die Aktualisierung der Anklagen:

  • „China labour activists suspected of sending ‘industrial secrets’ abroad“ am 07. Juni 2017 bei Channel News Asia externer Link ist eine Meldung über die nunmehr konstruierte Anklage gegen die Aktivisten: Sie haben Industriegeheimnisse aus der Schuhfabrik ins Ausland verraten. (Jetzt weiß die ganze Welt, wie viele Menschen in China Plattfüße haben?) . Die Konstruktion der Anklagebehörde scheut sich nicht zu behaupten, dass die Lohnstruktur ein Industriegeheimnis sei – und auch weitere Meisterleistungen der Selbstentlarvung zu produzieren, die den chinesischen Weg zum Sozialismus – zu mindestens für Nichtkapitalisten – nicht eben „attraktiv“ machen.