Die ArbeiterInnen Chinas und aktuelle Versuche der Selbstorganisation

Belegschaftsprotest in einer chinesischen Walmartfiliale am 3.7.2016Zahlreiche Kämpfe und Proteste in der VR China, vor allem im Laufe des Jahres 2016, zeigen zwei Tendenzen: Im Zuge der Veränderung der chinesischen Wirtschaft hin zum „Dienstleistungsbereich“ werden auch dort die Kampfaktionen immer zahlreicher – ohne im industriellen Bereich deutlich zurück zu gehen. Und trotz aller Repression gegen Basis-AktivistInnen (nicht nur) gewerkschaftsähnlicher Gruppierungen ist der Weg der Selbstorganisation am offiziellen Gewerkschaftsbund (mindestens) vorbei eine wachsende Form der Vorbereitung solcher Auseinandersetzungen. Für die „neuen“ Kämpfe im Dienstleistungsbereich stehen die Auseinandersetzungen bei Walmart vor allem, aber auch die Proteste der StahlarbeiterInnen gegen das (von westlichen Gewerkschaften so massiv gefordert – Solidarität ist eben unsere Stärke) Reduktionsprogramm der Regierung, zeigen selbstorganisierende Elemente auf, wie auch etwa die Kämpfe der LehrerInnen. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge:

  • „Here’s what China’s teachers bring to the labour movement“ von Keegan Elmer am 27. Oktober 2016 in Equal Times externer Link ist ein ausführlicher Beitrag über den Kampf der LehrerInnen in China (mit vielen Verweisen auf andere Quellen) und vor allem über die unterschiedlichen Formen von Kampf und Protest – in der Regel für das immer selbe grundlegende Ziel (mit Varianten) seit 25 Jahren, dass sie dieselbe Position haben wollen, wie andere öffentliche Bedienstete und nicht schlechter bezahlt werden und schlechtere Arbeitsbedingungen haben. Die verschiedentlich geäusserte Kritik, die (partei)offizielle Gewerkschaft sei ein Verein zur Organisierung der Freizeit mag wohl vielen nicht ganz unbekannt erscheinen