[Buchvorstellung und Diskussion am 16./17. Mai 18] Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken – Brodelnde Konflikte im autoritären Kapitalismus – Zwei der Veranstaltungen von LabourNet Germany mit organisiert

Buch „Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken“ von Zhang LuDie chinesische Sozialforscherin Zhang Lu untersuchte für ihr Buch „Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken“ die Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie, die Zusammensetzung der Belegschaften, die Arbeitsbedingungen an den Montagelinien und die Konflikte zwischen ArbeiterInnen und Autokapital in China. Ralf Ruckus, Übersetzer und Herausgeber der in diesem Jahr erschienenen deutschen Fassung, zeichnet die wichtigsten Ergebnisse des Buches nach, zieht einen Bogen zum Kampf von LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen in Changchun 2017 und spricht über den größeren Zusammenhang zwischen solchen sozialen Konflikten, der verschärften autoritären Führung durch die Kommunistische Partei und Chinas neuer Außen- und Wirtschaftspolitik. Das Buch von Zhang Lu erschien im März 2018 im Mandelbaum-Verlag. Ralf Ruckus schreibt und übersetzt u.a. für gongchao.org. Er untersucht insbesondere soziale Auseinandersetzungen in China sowie die veränderte Rolle des Landes im kapitalistischen Weltsystem. Siehe den Link zur Veranstaltungsreihe bei Gongchao und hier die beiden Veranstaltungen, die LabourNet Germany in Köln und Dortmund mit organisiert, sowie einen Link zum Vorwort zur deutschen Ausgabe:

  • „Veranstaltungen Gongchao“ externer Link ist die Liste aller bisher fest stehenden sieben Veranstaltungen in der BRD, Österreich und der Schweiz zwischen dem 09. Mai 2018 und dem 02. Juni
  • Dortmund: Mittwoch, 16. Mai 2018 um 19.30 Uhr in der Buchhandlung und Café Taranta Babu, Humboldtstraße 44 in 44135 Dortmund (nähe Städtische Kliniken)
  • Köln: Donnerstag, 17. Mai 2018 um 19.30 Uhr im Allerweltshaus, Körnerstr. 77-79 in 50823 Köln
  • „Vorwort: Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken“ von Ralf Ruckus am 13. März 2018 bei Gongchao externer Link beginnt so: „Ende 2016 begannen mehr als 1.000 LeiharbeiterInnen beim chinesisch-deutschen Joint Venture FAW-Volkswagen in Changchun, China, einen Arbeitskampf. Viele von ihnen waren mehrere Jahre von ihrer Leiharbeitsfirma in die Fabrik des Joint Ventures geschickt worden, verdienten jedoch weniger als die direkt bei FAW-Volkswagen Beschäftigten – obwohl sie an den Montagelinien die gleiche Arbeit verrichteten. Die LeiharbeiterInnen forderten „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, einen Ausgleich für die vergangenen Jahre ungleicher Bezahlung, bessere Arbeitsverträge und anderes mehr. In den folgenden Monaten organisierten sie Demonstrationen, schrieben Petitionen und zogen vor Gericht. FAW-Volkswagen machte kaum Zugeständnisse, die örtlichen Gerichte wiesen ihren Fall ab und im Juni 2017 verhafteten die lokalen Behörden einige der Arbeiteranführer.1 Dies ist ein prominentes Beispiel für die Arbeiterproteste von AutomobilarbeiterInnen in China in jüngster Zeit und vor allem ein Kampf, der von denen getragen wird, die oft als „schwach“ gelten – den LeiharbeiterInnen. Im vorliegenden Buch Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken beschreibt Zhang Lu, wie die Arbeitgeber die Zweiteilung der Belegschaften seit Jahren einsetzen, um mit Unterstützung des Staates ihre ArbeiterInnen in zwei Gruppen zu spalten – Direktbeschäftigte und LeiharbeiterInnen – und so ihre Kämpfe zu schwächen. Diese Strategie war bisher nur teilweise erfolgreich. Im Laufe ihrer Untersuchung von Mitte der 2000er bis Anfang der 2010er Jahre in sieben großen Automobilfabriken Chinas – darunter zwei chinesisch-deutschen Joint Ventures – begegnete Zhang Lu diversen Widerstandsformen von LeiharbeiterInnen und Direktbeschäftigten, wie Leistungszurückhaltung, Sabotage, offenen Protesten und Streiks“.