“Denke Anders” – so wirbt Apple. Selber tun: Fehlanzeige (nicht nur) in China. Beteiligt euch an der Sacom-Kampagne “NO More iSlave!”

no more islaveAls führende Marke der Smartphone Industrie hat Apple Milliarden verdient seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007. Während das Unternehmen seine Kunden mit dem Slogan „Think Different“ zu einem anderen Denken auffordert, ist die Ausbeutung seiner Arbeiter nie anders gewesen. Manipulierte gewerkschaftliche Wahlen, Flexibilisierung der Arbeit, niedriger Lohn, militärisches Management, zahlreiche Selbstmorde von Arbeitern und weitere Mißstände bei den Arbeitsbedingungen wurden in der Geschichte der iPhone Produktion nie abgestellt. Zum 10. Jubiläum des IPhones in  diesem Jahr startet SACOM seine „iSlave at 10“ Kampagne  mit der Veröffentlichung von Arbeiterinterviews, Dokumentationen, Animationsfilmen und Reportagen“ – so beginnt die deutsche Übersetzung (von blitzfilm) des Sacom (Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour) -Aufrufs „NO More iSlave!“ vom September 2017 – für eine Kampagne zu Verkaufsstart des neuen IPhone (voraussichtlich am 3. November). Siehe dazu den ganzen (übersetzten) Aufruf, eine aktualisierte Datensammlung und einen Bericht über die Arbeit für Apple bei Pegatron:

NO More iSlave! Beendet die  sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der iPhone Produktion!
(Aufruf zum weltweiten Aktionstag zur Beendigung von Apples „iSlavery“ )

Als führende Marke der Smartphone Industrie hat Apple Milliarden verdient seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007. Während das Unternehmen seine Kunden mit dem Slogan „Think Different“ zu einem anderen Denken auffordert, ist die Ausbeutung seiner Arbeiter nie anders gewesen. Manipulierte gewerkschaftliche Wahlen, Flexibilisierung der Arbeit, niedriger Lohn, militärisches Management, zahlreiche Selbstmorde von Arbeitern und weitere Mißstände bei den Arbeitsbedingungen wurden in der Geschichte der iPhone Produktion nie abgestellt.
Zum 10. Jubiläum des IPhones in  diesem Jahr startet SACOM* seine „iSlave at 10“ Kampagne  mit der Veröffentlichung von Arbeiterinterviews, Dokumentationen, Animationsfilmen und Reportagen, um die Mißachtung der Arbeiterrechte in diesen 10 Jahren zu dokumentieren. Unsere 3 zentralen Forderungen an den Apple Konzern lauten:

  • Das Recht der Arbeiter, eine eigene Gewerkschaft aufzubauen
  • Verdoppelung des Grundlohns für ein menschenwürdiges Leben der Arbeiter
  • Stopp der Flexibilisierung der Arbeit

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft SACOM zum globalen Aktionstag zum Erscheinungsdatum des iPhone 8 auf. Es gilt die Macht international agierender Aktivisten im Kampf gegen Apple zu bündeln.

Du kannst dich an drei Aktivitäten beteiligen:
A) Aufschrei der Arbeiter: Protestaktion am globalen Aktionstag vor einem Applestore in deiner Region. Richtet die Forderungen der Arbeiter in Sprechchören oder auf andere Weisen an Apple.
B) Foto Kampagne: Haltet Bilder und Plakate hoch, während die Kunden in der Schlange stehen und informiert Kunden, Öffentlichkeit und Medien über die Wirklichkeit bei Apple. Fotografiert die Aktion.
C) Online Kampagne: Teilt die Filmclips von SACOM bei facebook, twitter und anderen online Plattformen mit den Tags #nomoreislave und #islaveat10, um die Wahrheit über Apple zu verbreiten.

SACOM („Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour“) ist die in Hongkong ansässige NGO „Schüler und Studierende gegen das Fehlverhalten von Unternehmen“
(Bitte sendet die Aktionsfotos an: sacom@sacom.hk . Die Fotos werden auf unsere Facebookseite und Homepage hochgeladen.)

  • „How much is it worth?“ am 12. September 2017 bei Sacom externer Link (Facebook) ist ein kurzes Video mit Aussagen von chinesischen Migranten, die das IPhone produzieren über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen (mit englischen Untertiteln). Warum der Lohn nicht reicht ist dabei ebenso Thema wie der (nicht so ganz völlig luxuriöse) Wunsch nach einem freien Tag…
  • “Ich konnte mich kaum noch aufrecht halten” von Matthias Fiedler am 26. August 2017 bei Spiegel Online externer Link ist ein Beitrag über einen Undercover-Aufenthalt in einer IPhone-Fabrik von Pegatron, in dem der Student über seine Zeit dort unter anderem sagt: „Zengs neues Zuhause wurde ein Sechsgeschosser, in dem sich pro Etage 160 Mann einen Waschraum teilen. Sein Zimmer, Nummer 506, war ein hoher, enger Raum mit grellen Neonröhren an der Decke und vier Doppelstockbetten. Matratze, Kissen und Decke musste er kaufen. Seine Mitbewohner kamen aus ganz China, viele vom Land. Einer war so arm, dass es Zeng kaum ertrug. Er lieh ihm die paar Yuan fürs Bettzeug. (…) Am ersten Arbeitstag hatte Zeng Nachtschicht. Ein Shuttlebus brachte ihn und die Kollegen um 18.30 Uhr zur Fabrik, am Eingang mussten alle durch einen Metalldetektor treten. Handys mitzubringen war verboten, niemand sollte Fotos von Apples neuesten Produkten machen können. Kurz vor halb acht standen 200 Mann in vier Reihen wie Soldaten neben dem Fließband. Der Gruppenleiter schritt an ihnen vorbei, zog ihre Mitarbeiterausweise durch ein Lesegerät. Pünktlich um 19.30 Uhr brüllte er: “Schmeißt die Förderbänder an. Jede Sekunde zählt!” (…) Zeng hastete zu einem lehnenlosen Drehhocker, seinem Arbeitsplatz. Der nannte sich “Station 26-2: Fasten Speaker to Housing”, den Lautsprecher am iPhone 6s befestigen. Dazu musste er eine winzige Schraube vom Schraubenspender fummeln, auf den Elektroschrauber setzen und ins Gehäuse drehen. Eine Schraube. Alle 23 Sekunden. 1800 Stück pro Tag. Zeng sagt, etwas Monotoneres habe er nie zuvor gemacht“.