Inmitten von Straßenblockaden und Protesten: Endkampf im legalen Putsch gegen die brasilianische Regierung? – Ein milliardenschwerer Medienzar steigt in den Ring

MST Strassenblockade bei Rio de Janeiro 25.4.2016Während in mindestens neun Bundesstaaten soziale Bewegungen wie die Landlosen und die Obdachlosen Straßen blockieren, um gegen den Rechtsputsch zu demonstrieren, kommen jetzt allmählich die wirklichen Protagonisten des Sturzes der sozialdemokratischen Regierung „ans Tageslicht“: Nicht nur, aber in erster Linie ein gewisser Herr Marinho. Der Herr fühlte sich gezwungen, sein Medienimperium persönlich zu verteidigen – ein noch nie da gewesener Vorgang in der Geschichte des Globo-Imperiums. Mit der Hasskampagne gegen die PT-Regierung, so der oberste Chef der Propagandaschleuder, erfülle man lediglich journalistische Pflicht. Aber: Dass der Mann persönlich auf Artikel in der ausländischen Presse reagiert, zeigt auch, dass es schon besondere Besorgnis in den Putschreihen gibt, und Globo möchte wohl auch weiterhin als gutbürgerliches Medienkonglomerat gelten. Diejenigen, die jetzt Straßen blockieren, dürften ohnehin nicht zur Stammkundschaft gehören… Siehe dazu vier aktuelle Beiträge

  • „Globo’s Billionaire Heir, João Roberto Marinho, Attacked Me in the Guardian. Here’s My Response“ von David Miranda am 25. April 2016 bei The Intercept externer Link ist die Antwort des Journalisten auf die Kritik des Medienzaren am Artikel Mirandas im Guardian. Miranda hatte am 21. April im offenen Bereich des Guardian einen Beitrag veröffentlicht, der die Rolle insbesondere von TV Globo, aber auch des gesamten Globo-Konzerns in der Kampagne der brasilianischen Rechten gegen die Präsidentin Rousseff beleuchtete. Worauf Marinho persönlich im Guardian – von der Redaktion empfohlen – einen Kommentar schrieb, der Mirandas Beitrag als Lügengemisch darstellte und die „Arbeit“ des Medienkonzerns verteidigte – als Journalismus eben… Mirandas Antwort befasst sich Punkt für Punkt mit der Stellungnahme Marinhos