Voith und Mahle, BRD-Unternehmen in Brasilien: Im Geleitzug der illegalen Regierung gegen Gewerkschaften

Mahlewerk Itajuba BrasilienBundesdeutsche Unternehmen haben – entgegen der Berichterstattung der BRD-Kommerzmedien – beim illegalen Sturz der gewählten brasilianischen Regierung durchaus eine tragende Rolle gespielt – und sei es nur über ihre aktive Mitgliedschaft im Unternehmerverband FIESP, im Bundesstaat Sao Paulo – Hauptbetreiber des „legalen Putsches“ gegen die PT Regierung. Und so wollen sie jetzt auch die Zinsen für ihr Verhalten eintreiben, mit dem Wirken einer Regierung, die nicht nur Sozialterror verbreitet, sondern auch direkte Angriffe auf soziale Bewegungen startet – und nun, zumindest propagandistisch, auch die Gewerkschaften „aufs Korn“ nimmt. Kann man natürlich ausnutzen, um lästige Profitreduzierer los zu werden. Denken sich auch und gerade bundesdeutsche Unternehmen wie eben aktuell Voith und Mahle und machen schon mal Schritte zur Eingrenzung gewerkschaftlichen Einflusses im Betrieb. Siehe dazu zwei aktuelle Meldungen:

  • „Mahle avança em reestruturação e ataca direitos dos trabalhadores, retirando ônibus fretados“  am 27. Januar 2017 beim Gewerkschaftsbund CSP Conlutas externer Link ist ein Bericht der dieser Föderation angeschlossenen Metallgewerkschaft von Itajubá in Minas Gerais über die kontinuierlichen Attacken der Unternehmensleitung auf soziale Errungenschaften der Belegschaft – und auf ihre gewerkschaftlichen Rechte. So wurden Tarifverhandlungen mit der Betriebsgewerkschaft verweigert und als Neuerung der bundesstaatliche Tarifvertrag unterzeichnet – weil der unter anderem die Einführung von Arbeitszeitkonten vorsieht, was die Betriebsgewerkschaft ablehnte. Im gleichen Atemzug wurde dann auch noch die Transportunterstützung für rund 750 Beschäftigte aus der Belegschaft abgeschafft, denen das Unternehmen bisher diese Fahrten in angemieteten Omnibussen zumindest teilweise ersetzt hatte. Die Gewerkschaft kündigt den Widerstand der Betroffenen an
  • „Trabalhadores da Voith aprovam greve contra demissões e terceirização“ am 30. Januar 2017 bei Mundo Sindical externer Link ist die Meldung über den Streikbeschluss der etwa 2000 Beschäftigten des Werkes in Jaragua (Bundesstaat Sao Paulo) ab dem 13. Februar, der sich gegen eine Entlassungswelle richtet, bei der selbst Beschäftigte mit dauerhaften Folgen aus Arbeitsunfällen nicht ausgespart werden – und gegen ein Restruktierungsprogramm, das massive Auftragsvergaben an Subunternehmen vorsieht. Jedenfalls: Die Lage scheint so angespannt, dass selbst die Metallgewerkschaft der extrem sozialpartnerschaftlichen Verbandes Forca Sindical gezwungen ist, zum Streik aufzurufen