Unifo-Streik bei GM Kanada am 26.11.2018General Motors erzielte 2018 insgesamt 11,8 Milliarden Dollar Gewinn, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Hiervon wurden 10,8 Milliarden US-Dollar in Nordamerika realisiert, hinzu kommt eine Gewinnmarge von 9,5 Prozent im letzten Quartal. Gleichzeitig beschleunigt GM die Pläne, fünf Fabriken in den USA und Kanada zu schließen und mehr als 14.000 Arbeitsplätze zu vernichten. Der GM-Vorstand initiierte das Massaker an Jobs zwei Tage vor der Veröffentlichung des Gewinnberichts, der einen Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresgewinn verzeichnet. Das Ziel lautet, die Wall Street zu beruhigen, indem GM die Werksschließungen und Massenentlassungen trotz Empörung in der Bevölkerung durchsetzt. Am Montag wurden die ersten von insgesamt 4.000 Ingenieuren, Technikern, Managern und anderen Angestellten entlassen, darunter 1.300 Arbeiter am Detroiter Standort Warren. Im nächsten Monat ist das 50 Jahre alte Montagewerk in Lordstown, Ohio dran. Das Montagewerk Detroit-Hamtramck soll am 1. Juni geschlossen werden, das Werk Oshawa, Ontario im vierten Quartal 2019. Das Unternehmen plant außerdem, die Transmissionswerke in Baltimore und Warren zum 1. April bzw. 1. August zu schließen…“ – so die Zusammenfassung des aktuellen Standes der GM Offensive in dem Beitrag „Trotz Milliardengewinn vernichtet GM 14.000 Arbeitsplätze“ von Jerry White am 08. Februar 2019 bei wsws externer Link, was Kanada und die USA betrifft. Siehe dazu einen aktuellen Beitrag zum Beginn der Entlassungswelle, einen Betrag zur Reaktion von IndustriAll, sowie einen Diskussionsbeitrag zu möglichen anderen gewerkschaftlichen Alternativen – und Hintergründe:

  • „Metalúrgicos de Brasil anuncian acción mundial contra amenazas en General Motors“ am 06. Februar 2019 bei IndustriAll externer Link ist ein Bericht über eine Tagung aller bei GM in Brasilien vertretenen Metallgewerkschaften, bei der nicht nur eine landesweite Koordination gegen die konkreten Angriffe in Brasilien Thema war (von der weltweit praktizierten „Drohung“ schlicht das Land zu verlassen, bis hin zur Verlängerung der Wochenarbeitszeit) – sondern auch die Koordination des weltweiten Vorgehens gegen die GM Vorhaben, inklusive eines Aufrufes an die Gewerkschaften in den USA und Kanada zur gemeinsamen Aktion. Der Generalsekretär von IndustriAll wird darin abschließend mit der (per Videokonferenz übermittelten) Aussage zitiert, man werde die gemeinsame Aktion mit den Gewerkschaften in den USA und Kanada organisieren und die Gewerkschaften weltweit gegen diese Erpressungsversuche mobilisieren…
  • „Stopping the GM Shutdowns“ von Sam Gindin am 14. Januar 2019 beim JacobinMag externer Link ist ein ausführlicher Diskussionsbeitrag des früheren CAW-Funktionärs mit einem Schwerpunkt auf den gewerkschaftlichen Aktivitäten und möglichen Alternativen dazu. Seine ausführliche Bilanz der gewerkschaftlichen Vorgehensweisen seit 1979 der erste „Beschäftigungs-Sicherungsvertrag“ abgeschlossen wurde ist mehr als niederschmetternd und findet ihren Höhepunkt in der Zahl der Gewerkschaftsmitglieder, die in diesen 40 Jahren von 450.000 auf 50.000 absank. Und auch die aktuellen Reaktionen der Gewerkschaften sieht er nicht eben als erfolgsversprechend an. Dabei setzt er sich unter anderem mit den Vorschlägen für eine Boykottkampagne auseinander, die er weder für sinnvoll noch für erfolgsversprechend hält, so wenig wie die von Aktivistenkreisen erhobene Forderung nach einer Verstaatlichung durch die kanadische Regierung. Diese letztere Herangehensweise mache nur dann Sinn, wenn damit von vorne herein eine Vorstellung verbunden sei, wie konkret eine Produktionsumstellung zu verwirklichen sei, denn ein staatliches Autowerk in Kanada werde sich mit Sicherheit nicht halten können…

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