[Kampagne bis 4. Juni 2019] Solidaritäts-T-Shirts mit verfolgten TextilarbeiterInnen in Bangladesch

Streikende Textilarbeiterinnen demonstrieren in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch am 11. Januar 2019Die Kampagne „No Victims For Fashion!“ bietet vom 22. April bis 4. Juni die Möglichkeit verfolgte Bekleidungsarbeiter*innen mit dem Kauf fair und genossenschaftlich genähter T-Shirts oder einem freien Betrag zu unterstützen. Im Zuge der Forderungen nach einem höheren Mindestlohn läuft in Bangladesch derzeit die größte Repressionswelle seit 10 Jahren. Mehr als 11.000 Arbeiter*innen sind entlassen worden. Gegen mehr als 3.000 von ihnen – 69 waren zwischenzeitlich im Gefängnis – sind jetzt hanebüchene und willkürliche Verfahren anhängig…“ – so beginnt die Pressemitteilung „Solidaritäts-Kampagne mit verfolgten Bekleidungsarbeiterinnen in Bangladesch“ von dann merch am 22. April 2019, die wir im folgenden dokumentieren. Das Unternehmen dna merch führt diese Kampagne zusammen mit der National Garment Workers Federation (NGWF) aus Bangladesch durch, und begleitet diesen Aufruf mit dem Hinweis „Unterstütze verfolgte Bekleidungsarbeiter*innen in Bangladesch mit dem Kauf fair genähter T-Shirts oder einem freien Betrag deiner Wahl“. Siehe dazu die Pressemitteilung und den Link zur Aktionsseite, sowie den Hinweis auf einen unserer Beiträge über die Verfolgung streikender TextilarbeiterInnen in Bangladesch:

Solidaritäts-Kampagne mit verfolgten Bekleidungsarbeiterinnen in Bangladesch

Die Kampagne „No Victims For Fashion!“ bietet vom 22. April bis 4. Juni die Möglichkeit verfolgte Bekleidungsarbeiter*innen mit dem Kauf fair und genossenschaftlich genähter T-Shirts oder einem freien Betrag zu unterstützen.
Im Zuge der Forderungen nach einem höheren Mindestlohn läuft in Bangladesch derzeit die größte Repressionswelle seit 10 Jahren. Mehr als 11.000 Arbeiter*innen sind entlassen worden. Gegen mehr als 3.000 von ihnen – 69 waren zwischenzeitlich im Gefängnis – sind jetzt hanebüchene und willkürliche Verfahren anhängig.
Die Solidaritäts-Kampagne „No Victims For Fashion!“ will darauf aufmerksam machen, dass auch 6 Jahre nach Rana Plaza, dem größten und tödlichsten Fabrikeinsturz in der Geschichte der Bekleidungsindustrie, die Lebenssituation für die Näherinnen dort alles andere als ok ist. Hungerlöhne, Diskriminierung, Gewalt und sexuelle Belästigung sind weiter an der Tagesordnung.
Im Rahmen der Kampagne können die verfolgten Arbeiter*innen mit dem Kauf fair genähter T-Shirts oder einem freien Betrag unterstützt werden. Alle Überschüsse gehen direkt nach Bangladesch und werden dort für Anwalts- und Gerichtskosten der verfolgten Arbeiter*innen verwendet. Lokaler Kooperationspartner in Bangladesch ist die National Garment Workers Federation. Die Designs der Kampagnen-Shirts stammen von verschiedenen Künstler*innen und greifen das Thema auf unterschiedliche Art und Weise auf.
Genäht werden die T-Shirts aus indischer Biobaumwolle nach Ende der Kampagne in genau der Anzahl der Bestellungen. Partner dafür ist die genossenschaftlich organisierte und von den Arbeiter*innen selbstverwaltete Näherei Social Cooperative Humana Nova in Kroatien.
Mit dem geballten Angriff auf die sich zunehmend in Gewerkschaften organisierenden Arbeiter*innen und der Verfolgung besonders von jenen, die das Wort ergreifen und Aktionen organisieren, ist eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Internationale Solidarität und Druck auf die multinationalen Unternehmen, die in Bangladesch produzieren lassen, sind jetzt dringend nötig. Die Verantwortlichen in Politik und Bekleidungsindustrie, die in Bangladesch nicht selten dieselben Personen sind, müssen diesen Druck zu spüren bekommen und zum Einlenken gebracht werden.
„No Victims For Fashion!“ ist eine Initiative von dna merch, dem Berliner Anbieter fairer, genossenschaftlich genähter T-Shirts. dna merch unterstützen mit einem Teil ihrer Einnahmen Basisgewerkschaftsarbeit in der globalen Bekleidungsindustrie und haben sich auf das Fundraising durch Solidaritäts-Shirts spezialisiert.“