Gebäudeeinsturz in Bangladesch: Begraben in der Betonhölle

Dossier

Foto von Rashed Shumon aus exchains-Newsletter zu Bangladesch Nr. 7 vom April 2013„Am Tag nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch offenbart sich das Grauen. Noch immer hört man Schreie unter den Trümmern, es soll mehr als 1500 Verschüttete geben. Arbeiter entdeckten schon am Vortag des Unglücks Risse im Gebäude – und wurden dennoch ins Verderben geschickt…“ Artikel von Hasnain Kazim, Islamabad, auf Spiegel-Online vom 25.04.2013 externer Link Aus dem Text: „(…) Kik, aber auch C&A sowie Benetton beeilten sich jetzt zu erklären, dass sie in dem jetzt betroffenen Fabrikgebäude nichts herstellen ließen. Zuvor hatte der Textilindustrieverband von Bangladesch mitgeteilt, unter anderem habe die Firma Ether-Tex in dem Gebäude nähen lassen, die auch für Kik und C&A arbeitete. Doch beide Unternehmen erklärten, sie hätten die Geschäftsbeziehungen mit Ether-Tex schon vor Jahren beendet. Auch die US-Händler The Children’s Place und Dress Barn, die spanische Kette Mango und der britische Discounter Primark ließen angeblich in dem eingestürzten Gebäude produzieren.“ Siehe dazu:

  • Fabrikeinsturz in Bangladesch: Warten auf Entschädigung
    Die Opfer des Fabrikeinsturzes vor drei Monaten müssen immer noch allein mit den Folgen klarkommen. Eine Kompensation haben sie bislang nicht erhalten. Artikel von Gilda Sahebi in der TAZ vom 22. 07. 2013 externer Link Aus dem Text: „(…)Die Konvention 121 der Internationalen Arbeitsorganisation regelt Entschädigungszahlungen. Bangladesch hat sie nicht ratifiziert, wohl aber die Länder, in denen die großen Textilhändler sitzen, die im Rana Plaza fertigen ließen. Danach stehen den Opfern im Schnitt etwa 5.000 Euro pro Familie zu, insgesamt rund 54 Millionen Euro. NGOs wie medico und die Clean Clothes Campaign fordern, dass der bangladeschische Staat, Unternehmerverbände und die Konzerne die Betroffenen in dieser Höhe entschädigen. Bislang hat keines der Unternehmen zugestimmt. Einzelne bieten freiwillig kleinere Summen, über die Höhe verhandeln wollen auch sie nicht…
  • “Die Kunden wollen das nicht” – und die Unternehmen schon gar nicht: Sicherheitsabkommen – jetzt erst recht Druck machen
    Die Zahl der Todesopfer beträgt inzwischen 1125 und von den Hunderten Menschen, denen Arme oder Beine amputiert werden mussten, ist kaum die Rede. Die internationale Kampagne erhöht den Druck für den schnellen Abschluss eines wirklichen Sicherheitsabkommens – und das tut auch dringend not, wenn man die konkrete Haltung der europäischen und US-Amerikanischen Unternehmen betrachtet, die sie seit dem Großfeuer im vergangenen November an den Tag gelegt haben. Die aktuelle Meldung “Bangladesh building death toll rises to 1,125externer Link am 12. Mai 2013 bei The News (Pakistan)
    Siehe dazu auch:
  • Big brands rejected Bangladesh factory safety planexterner Link von KAY JOHNSON and JULHAS ALAM (Associated Press) hier bereits am 26. April 2013 bei Yahoo News – ein Beitrag, der die ablehnende Haltung der Unternehmen gegen ein Sicherheitsabkommen anhand jeweiliger Stellungnahmen dokumentiert und chronologisch die Dauerhaftigkeit dieser menschenverachtenden Haltung nachzeichnet. Das chronisch arme Unternehmen Walmart fand solch ein Abkommen nicht finanzierbar. Ein Sprecher von H&M (mit etwa 200 Vertragsfirmen der grösste Abnehmer aus dem Land) meinte, schliesslich sei die Regierung in Bangladesch verantwortlich – und der Sprecher des nationalen Textilunternehmensverbandes von Bangladesch zeigte wes Geistes Kind da regiert – das Problem seien die Kunden, die nicht mehr bezahlen wollten, in diesem Hirn ist es undenkbar, an Profiten zu kratzen
  • “Global support for Bangladesh factory safety surpasses one million”  Pressemitteilung der Clean Clothes Campaign vom 10. Mai 2013 – über eine Million Unterschriften für ein sicherheitsabkommen, das auf dem nächsten Verhandlungstreffen am 15. Mai unterzeichnet werden soll, inklusive Verweise, wo weiterhin unterschrieben werden kann, und auf die Notwendigkeit, dies möglichst vor dem 15. Mai zu tun
  • Das Verbrechen. Die Täter. Neue Opfer. Und nun?
    Weiterhin steigt die Zahl der Opfer des Gebäudeeinsturzes von Rana Plaza jeden Tag weiter an: Inzwischen wurden über 950 tote Menschen gefunden und alle gehen davon aus, dass noch weitere gefunden werden. Am Mittwoch den 6.5 gab es bei einem erneuten Brand in einer Textilfabrik – die an diesem Tag geschlossen war – 8 Todesopfer, die allesamt auf der Flucht durch das Treppenhaus an durch den Brand entwickelten Acrylgasen erstickten. In einem Gebäude in dem, laut ersten Bekundungen der Behörden, alle entsprechenden Sicherheitsauflagen erfüllt waren. Wonach es anscheinend für giftige Gase keine Sicherheitsvorschriften gibt. Die AP-Meldung “Bangladesh garment factory fire kills 8externer Link vom 09. Mai 2013, hier bei CBC.   Siehe dazu auch:
  • Eine Fratze, die täglich hässlicher wird – trotz aller Kosmetik: Schon über 700 Todesopfer
    Die Versuche, das Gesicht zu wahren, ohne Gewinnverluste verbuchen zu müssen – das ist die auffälligste Reaktion der verschiedenen Unternehmen der Textilkette, während die Zahl der Todesopfer weiter steigt: Dienstagabend waren bereits 705 Opfer des Fabrikeinsturzes geborgen. Irgendwie verhindern, dass sie ein Abkommen eingehen müssen, mit dem den Beschäftigten in Bangladesh (und damit zumindest bald auch anderswo) zumindest ein Mitsprache und Kontrollrecht bei den Arbeits- und Sicherheitsbedingungen entsteht – das scheint das oberste Ziel. „Laundering The Public Image Of Worker-Killing Sweatshopsexterner Link von David Bacon am 07. Mai 2013 bei truthout kritisiert in diesem Zusammenhang ausführlich die „Corporate Social Responsibility“ Kampagne, die die US-Konzerne alleine sich 80 Millionen Dollar kosten lassen – eine Säuberungskampagne, die nichts ändern soll.   Siehe dazu auch:

  • Die Zahl der Todesopfer in eingestürzten Textilfabriken steigt ständig
    Sonntag Abend vermeldet die Polizei: Bisher 622 Menschen sind es nun schon, die tot aus den Trümmern geborgen wurden. Weit über 250 sind seit letzten Mittwoch bei der organisierten Suche gefunden worden – als die Behörden von 146 Vermissten sprachen. Der Architekt des Gebäudes hat nun der Presse gegenüber gesagt, das Gebäude sei als Shopping Mall geplant gewesen – und keinesfalls dafür gebaut, schwere Maschinen zu tragen, erst recht nicht in den später ohne Genehmigung hinzugefügten drei obersten Etagen. Der AP-Bericht “Bangladesh factory collapse death toll tops 620externer Link vom 05. Mai 2013 bei der kanadischen CBC
  • Bangladesch: Kik-Shirts in Katastrophenfabrik gefunden
    „Mehr als 400 Menschen starben beim Einsturz eines Fabrikkomplexes in Bangladesch. In den Trümmern haben Helfer nun Ware des deutschen Textildiscounters Kik gefunden. Das Unternehmen hatte bisher behauptet, seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen mehr mit der Katastrophenfabrik zu haben…Artikel von Nils Klawitter auf Spiegel-Online vom 02.05.2013 externer Link
  • Stoppt das Töten. Mehr Sicherheit für die ArbeiterInnen in Bangladesch!
    Petition zur Unterzeichnung des Abkommens zum Gebäude- und Brandschutz in Bangladeschs Textilfabriken.  Siehe dazu die Seite der Kampagne für Saubere Kleidung externer Link mit deutschsprachigen Informationen. Der Link zur eigentlichen Petition findet sich ebenfalls dort.
  • Anzahl der Toten steigt
    „Der Einsturz eines achtstöckigen Gebäudes mit mehreren Fabriken hat in Bangladesch mindestens 150 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 1000 wurden verletzt, als das Haus im Gebiet Savar, etwa 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka, kollabierte. Viele Menschen seien noch unter den Trümmern begraben, teilte die Polizei, wenige Stunden nach dem Einsturz, mit…Meldung und Video bei Euronews vom 25.04.2013 externer Link
  • Einsturz eines Fabrikgebäudes: Viele Arbeiterinnen tot
    exchains-Newsletter zu Bangladesch Nr. 7 vom April 2013 externer Link Der Newsletter beinhaltet einen Spendenaufruf von TIE. TIE weist  zudem darauf hin, dass die darin genannten Zahlen bereits veraltet sind: “Aktuell werden 228 Tote und 1.500 Verletzte gezählt.Die Zahl wird weiter steigen.”
  • Proteste gegen den Tod in der »Billignähstube«
    „In Bangladesch ist der Textilsektor der wichtigste Wirtschaftszweig – und der mörderischste. Wegen der Fabrikbrände wächst der Widerstand. Seit 2006 kamen in Bangladesch bei Bränden in Kleiderfabriken fast 1000 Menschen ums Leben. Die Arbeitsbedingungen sind grauenhaft. Dieses Jahr gab es deshalb mehr Streiks…“ Artikel von Hilmar König im Neues Deutschland vom 26.04.2013  externer Link