Kachelfabrik Zanon

Dossier

zanonAm 9. November 2012 konnten die compañer@s von Zanon endlich das vom Gouverneur der Provinz Neuquén unterschriebene Dekret in Empfang nehmen,mit dem die Enteignung besiegelt wird. Diese war bereits im August 2009 vom Provinzparlament beschlossen worden, aber für die Umsetzung waren noch viele weitere Demonstrationen nötig (zuletzt am 5.11.). Jetzt geht die Fabrik in das Eigentum der Kooperative FaSinPat über, und die Gefahr einer gewaltsamen Räumung ist wirklich vom Tisch. Siehe zu den Hintergründen und der weiteren Entwicklung unser Dossier

  • Solidarität mit der selbstverwalteten Fliesenfabrik Zanon in Neuquén / Argentinien!Dringende Unterstützungskampagne für Zanon Mai 2015: Argentinische Regierung will zugesagten Kredit nicht ausbezahlen
    Der Fliesenfabrik Zanon, einem der bekanntesten der übernommenen Betriebe in Argentinien, droht wegen der Weigerung der Regierung, bereits zugesicherte Kredite auszuzahlen, das ökonomische Aus. Die inzwischen hoffnungslos veraltete Maschinerie bedarf dringend einer Erneuerung. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, sammeln die compañer@s von Zanon nun auch international Unterschriften. Diese sollen in der BRD der Botschaft Argentiniens übergeben werden. Unterstützungsunterschriften bis zum 19. Mai an soli_zanon@gmx.de. In dem Brief “Solidarität mit der selbstverwalteten Fliesenfabrik Zanon in Neuquén / Argentinien!” der Belegschaft von Zanon von Anfang Mai 2015 heißt es unter anderem “Wir Arbeiterinnen und Arbeiter von Zanon wollen nichts geschenkt haben. Wir fordern vom Staat nichts anderes als einen Kredit für den Kauf von Maschinerie und die technologische Erneuerung eines Teils der Fabrik. Dies ist unserer Meinung nach eine gerechtfertigte Forderung, um die Produktion weiterführen und die Arbeitsplätze erhalten zu können

  • Frischer Wind bei Zanon – Neuquén/Argentinien: Interview mit Raúl Godoy
    In der ila 357 hatten wir über die ökonomischen Schwierigkeiten der seit mehr als zehn Jahren selbstverwalteten Fliesenfabrik Zanon/FaSinPat berichtet. Die dringend notwendige technologische Erneuerung konnte nicht vorgenommen werden, da die Compañer@s keinen Zugang zu Krediten hatten. Die Enteignung von Zanon war zwar bereits 2009 vom Provinzparlament beschlossen, aber bis dahin nicht umgesetzt worden. Niedrige Löhne führten zu Spannungen in der Fabrik und drohender Entsolidarisierung. In der kleinen Gewerkschaft SOECN trat zum ersten Mal seit der Besetzung eine Oppositionsliste an. Bei den Wahlen im September setzte sich jedoch die bisherige Liste mit ihrer klassenkämpferischen Haltung durch und am 9. November 2012 konnten die Compañer@s endlich das vom Provinzgouverneur unterschriebene Enteignungsdekret in Empfang nehmen. Raúl Godoy war zur Zeit der Besetzung Generalsekretär der lokalen Gewerkschaft SOECN. 2009 kehrte er in die Produktion zurück. Anfang Januar hat er im Parlament der Provinz Neuquén für ein Jahr den Sitz des Links-Bündnisses FIT übernommen.” Das Interview von Alix Arnold in der ila 362 vom Februar 2013  Wir bedanken uns bei der Autorin und dem Verlag für die Freigabe der Artikel und verweisen an dieser Stelle auf die neue ila (Nr. 362, Februar 2013) mit dem Schwerpunkt “Experiment Selbstverwaltung”.
    Der ila-Schwerpunkt “Experiment Selbstverwaltung” umfasst 40 Seiten (das gesamte Heft zählt 64 Seiten) und kann zum Preis von 5,- Euro (+ 0,50 Euro Porto) direkt bei der ila bestellt werden: Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel.: 0228-658613, Fax: 0228-631226, E-Mail: vertrieb@ila-bonn.de, Internet: http://www.ila-web.de externer Link
  • Endlich unterschrieben: Die Enteignung der Fliesenfabrik Zanonzanon„Am 9. November 2012 konnten die compañer@s von Zanon endlich das vom Gouverneur der Provinz Neuquén unterschriebene Dekret in Empfang nehmen,mit dem die Enteignung besiegelt wird. Diese war bereits im August 2009vom Provinzparlament beschlossen worden, aber für die Umsetzung waren noch viele weitere Demonstrationen nötig (zuletzt am 5.11.). Jetzt geht die Fabrik in das Eigentum der Kooperative FaSinPat über, und die Gefahr einer gewaltsamen Räumung ist wirklich vom Tisch. Vor allem aber haben die compañer@s nun Zugang zu Krediten, die sie dringend benötigen, um die Maschinerie zu modernisieren. Mit ihrer veralteten Technologie konnten sie in der Konkurrenz nur noch schwer mithalten. Die Löhne der Arbeiter_innen von Zanon liegen heute weit unter denen vergleichbarer (nicht selbstverwalteter) Fabriken. Diese ökonomischen Schwierigkeiten hatten zu einigen internen Konflikten geführt (siehe http://www.ila-web.de/artikel/ila357/argentinien_zanon.htm externer Link) .Manche Kolleg_innen waren der Meinung, dass angesichts der eigenen Misere nun endlich Schluss sein müsse mit der ewigen Solidarität mit anderen. Zum ersten Mal seit dem Beginn des Kampfes um Zanon bildete sich in der Gewerkschaft eine Oppositionsliste. So drohte mit den ökonomischen Problemen auch das politische Projekt zu kippen. Bei den Wahlen in der Gewerkschaft SOECN (die außer bei Zanon in zwei weiteren selbstverwalteten und einer Fabrik mit Chefs aktiv ist) konnte sich Ende September die bisherige Liste mit 71 Prozent durchsetzen. Damit wurde die klassenkämpferische Linie von der Mehrheit der Arbeiter_innen bestätigt. Bleibt zu hoffen, dass mit den jetzt möglichen Investitionen auch ein Teil der ökonomischen Probleme zu lösen ist…“ Beitrag von Alix Arnold vom 03.12.2012
  • 10 Jahre Zanon
    Im April 2002 habe ich sie zum ersten Mal getroffen, in Buenos Aires. Compañeros der Fliesenfabrik Zanon waren aus dem 14 Busstunden entfernten Neuquén in die Hauptstadt gereist, wo sie zusammen mit den Compañeras der Textilfabrik Brukman zu einem „Treffen zur Verteidigung der besetzten Fabriken“ aufgerufen hatten. Nach dem Aufstand war das Land noch in Aufruhr; bei den 700 TeilnehmerInnen des Treffens herrschte Aufbruchstimmung. Die Arbeiter von Zanon hatten in ihrer seit einem halben Jahr besetzten Fabrik gerade die Produktion wieder aufgenommen, sie verkauften die ersten in Selbstverwaltung hergestellten Soli-Kacheln mit dem Logo ihrer Gewerkschaft und propagierten für den Betrieb die „Verstaatlichung unter Arbeiterkontrolle“. Die konnten sie zwar letzten Endes nicht durchsetzen, aber nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen beschloss das Provinzparlament 2009, die Fabrik zu enteignen und der von den ArbeiterInnen gegründeten Kooperative FaSinPat zu überlassen” – so beginnt der Beitrag “Es wird schwieriger, den Zielen treu zu bleiben”   zu zehn Jahre Selbstverwaltung bei Zanon von Alix Arnold in der ila 357 Ausgabe Juli-August 2012

LabourNet-ArchivÄltere Beiträge zum Thema finden sich im LabourNet-Archiv. Siehe auch die (spanische) Homepage der Zanon-ArbeiterInnen externer Link