[Veranstaltung am 3.12.16 in Berlin] Zanon: Eine Fabrik ohne Chefs. 15 Jahre Produktion unter Kontrolle der Arbeiter*innen

[Veranstaltung am 3.12.16 in Berlin] Zanon: Eine Fabrik ohne Chefs. 15 Jahre Produktion unter Kontrolle der Arbeiter*innen2001 in Argentinien. Es herrscht Wirtschaftskrise. Die Keramik­fabrik Zanon soll schließen. So hat es der Besitzer verkündet. Für die 500 Beschäftigten bedeutet das Arbeitslosigkeit – und Elend. Doch die Arbeiter*innen von Zanon nehmen ihr Schicksal nicht hin. Sie streiken. Sie besetzen ihre Fabrik. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, fangen sie an, die Lager­be­stände zu verkaufen. Bis ihnen eine einfache, aber revolutionäre Idee einfällt: Auch ohne den Kapitalisten können sie weiterhin Fliesen produzieren. So entstand die „Fabrik ohne Bosse“. Seit 15 Jahren produziert die Fabrik unter Selbstverwaltung. Statt für den Profit produzieren die Kolleg*innen für die Menschen in ihrer Region. Sie haben neue Arbeitsplätze geschaffen. Alle Entscheidungen werden demokratisch in Versammlungen getroffen. Alle bekommen den gleichen Lohn…” Aus der Einladung bei Klasse gegen Klasse zur Diskussionsveranstaltung mit Paula Varela, Soziologin aus Buenos Aires, Autorin eines Buches über die klassenkämpferische Basisbewegung in den Gewerkschaften, und dem Film „Mate, Ton und Produktion“ (AK Kraak, 52 Minuten, 2003) am Samstag, 3. Dezember, 18 Uhr, im Versammlungsraum im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, U6/U7 Mehringdamm, Berlin. Siehe dazu weitere Informationen und das Grusswort von LabourNet Germany, dem Mitveranstalter und nun der Bericht:

  • Erfolgreiche Veranstaltung zur argentinischen Selbstverwaltung in Berlin
    [Veranstaltung am 3.12.16 in Berlin] Zanon: Eine Fabrik ohne Chefs. 15 Jahre Produktion unter Kontrolle der Arbeiter*innen„Zanon zeigt nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis, dass die Kapitalist*innen Parasiten sind.“ Paula Varela, Dozentin von der Universität Buenos Aires, sprach über die klassenkämpferische Basisbewegung in den argentinischen Gewerkschaften, die Zanon als Vorbild nahm. Junge Arbeiter*innen an den verschiedensten Arbeitsplätzen haben sich basisdemokratisch organisiert, um gegen Prekarisierung zu kämpfen und die Bürokrat*innen aus ihren Gewerkschaften zu schmeißen“ – eine Passage aus dem Veranstaltungsbericht „Fast 100 Menschen diskutieren in Berlin über die besetzte Fabrik Zanon“  von Wladek Fakin am 05. Dezember 2016 bei Klasse gegen Klasse externer Link zur Veranstaltung Zanon: Eine Fabrik ohne Chefs am 3. Dezember, zu der neben anderen auch LabourNet Germany aufgerufen hatte – und worin auch noch unterstrichen wird: „Aber Zanon ist kein Einzelfall. Ein zweiter Film, nur drei Minuten lang, zeigte den Kampf der Druckerei Madygraf, wo die Produktion unter Arbeiter*innenkontrolle seit zwei Jahren läuft“ (im Bericht auch ein Link zu diesem Kurzfilm)
  • Organisiert von: Antirassistische Bewegung Weißensee; Interbrigadas; Labournet.de; Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO); Revolutionär-kommunistische Jugend (RKJ); ver.di aktiv, Basisgewerkschaftsgruppe bei der BVG; ver.di-Betriebsgruppe Botanischer Garten.

Grußwort von LabourNet Germany an die Berliner Zanon- Veranstaltung am Dezember 2016

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zu Zanon in Berlin, für LabourNet Germany ist es sowohl eine Freude, als auch eine Ehre, zum Kreis der Mitveranstalter dieses Treffens zu gehören.

Denn im Laufe der Jahre ist, mit allen Windungen und Wendungen, mit allen Schwierigkeiten der Politik und des Alltags, Zanon zu einem Begriff geworden, was die Bewegung selbstverwalteter Betriebe betrifft. Zu einem positiven Begriff, zu einem Begriff des “Es geht, trotz allem“ – und das keineswegs nur in Argentinien, sondern weit über die Grenzen des Landes hinaus.

Nicht zufällig waren bei einem großen Treffen selbstverwalteter europäischer Betriebe in Griechenland Ende Oktober 2016 die Erfahrungen bei und von Zanon ein Gegenstand von Debatten. Und wenn wir nur auf unsere eigene Berichterstattung zur Zanon Selbstverwaltung zurückschauen, so haben wir erstmals am 9. April 2003 darüber berichtet und seitdem kontinuierlich – über alle Etappen des Kampfes um Legalisierung und Entwicklung hinweg.

Und wir waren ja beileibe nicht die Einzigen, die dies getan haben, viele von euch kennen die diversen Zeitschriften und Webseiten ebenso, wie das massive Engagement vieler Einzelpersonen und Gruppierungen, die sich solidarisch zur Unterstützung von Zanon eingesetzt haben. Denn es ist immer auch mehr als Solidarität: Immer schwingt dabei mit die Vorstellung, der Traum von einem anderen Leben, von einer anderen Gesellschaft als jener, in der wir heute leben müssen, einer Gesellschaft, in der Solidarität statt Konkurrenz das leitende Prinzip ist und dafür steht jeder Betrieb in Selbstverwaltung, auch wenn er im kapitalistischen Ozean überleben muss, und dafür steht, auf Grundlage des so langen Kampfes, vor allem eben die Zanon Belegschaft, die wir hiermit grüßen und der wir weiterhin unsere Solidarität versichern.

Möge die Veranstaltung zur Verbreitung dieser Ideen über den kapitalistischen Tellerrand hinweg beitragen!