Pepsi Buenos Aires will 700 Menschen auf die Straße werfen: Besetzt!

Plakat der BetriebsbesetzerInnen Pepsi Buonos Aires vom 21.6.2017Am Feiertag, 20. Juni 2017 hingen plötzlich Plakate an den Betriebstoren von Pepsi in Buenos Aires: Der Betrieb wird verlagert, nach Mar del Plata, etwa 250 Km entfernt. Und die 691 Beschäftigten sollen auf die Straße geworfen werden, nur weniger als 200 sollen am neuen Standort weiter beschäftigt werden, so das Diktat der Unternehmensleitung – solche „überraschende“ Massenentlassungen sind im Argentinien des Präsidenten Macri sozusagen Normalzustand – was viele Belegschaften nicht hinnehmen. Die Unternehmen und die ihnen dienenden Medien finden die ganze Reihe von Betriebsbesetzungen der letzten Monate „Gewalt“. (Natürlich: Massenentlassungen sind bei ihnen keine Gewalt, sondern „Zwang“. Was insoweit stimmt, als dieses System so funktioniert, aber noch lange kein Grund ist, dies hinzunehmen). Auch die mehrheitlich weibliche Pepsi-Belegschaft hat das nicht hingenommen, sondern den Betrieb besetzt, auch wenn die „zuständige“ Gewerkschaft dafür keine Unterstützung leistete, wohl aber zahlreiche AktivistInnen oppositioneller Gewerkschaften und Gewerkschaftsströmungen.  Der Nahrungsmulti versucht, seinen Kurs rücksichtslos durch zu ziehen. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge:

  • „Workers Occupy Factory to Keep their Jobs with PepsiCo“ von Mira Craig-Morse am 29. Juni 2017 bei The Left Voice externer Link ist ein Bericht über die Betriebsbesetzung durch die Pepsi-Belegschaft, der die ganzen Ausgangsbedingungen, inklusive der arroganten Art, in der das Unternehmen sein Diktat verkündete zusammenfassend darstellt. Der Kern des Vorgehens ist, dass das Unternehmen offensichtlich die Belegschaft dafür bestrafen will, dass sie in mehreren Gewerkschaftswahlen der letzten Zeit stets mehrheitlich linke Listen gewählt hat, gegen die Mehrheit in der Gewerkschaft STIA (Nahrungsmittelgewerkschaft, die auch bei anderen Multis der Branche organisiert)  und deren Kurs der freundschaftlichen Zusammenarbeit. Weswegen die STIA auch gleich die Entscheidung des Unternehmens unterstützt hat – und der Belegschaft die Unterstützung verweigert.