Dossier

8. März 2017: Wenn unser Leben keinen Wert hat, dann streiken wir! Aufruf zum globalen Frauenstreik“Nach den Mobilisierungen und den Streiks von Frauen im vergangenen Jahr, nach ihrer riesigen Beteiligung während der Inthronisierung Trump‘s in den USA und weit darüber hinaus finden jetzt in vielen Ländern auf der ganzen Welt Versammlungen statt, um den 8. März zu einem großen Streiktag zu machen. Wir laden alle, die Initiativen zum 8. März planen, ein, diesen Aufruf zu verbreiten, um die feministische Streikbewegung transnational und stark werden zu lassen. Von Polen bis Argentinien, von der Türkei bis Italien entsteht gerade eine weltweite Bewegung von Frauen. In mehr als zwanzig Ländern werden am 8. März Frauen die Straßen  erobern und streiken, um für einen Tag Produktion und Reproduktion zu unterbrechen. Inspiriert von den Streiks der Frauen in Argentinien und Polen, von den riesigen  Demonstrationen in Italien gegen männliche Gewalt und nach dem Women’s March, der in Washington und London seinen Anfang nahm und weltweit zugleich in hunderten von Städten stattfand – mit all diesen Erfahrungen im Rücken wird der 8. März ein nächster Moment des Aufruhrs. (…) Der 8. März wird dieses Jahr kein Ritual sein. Dieses Jahr kann und muss die Gelegenheit genutzt werden, um zu zeigen, wie kraftvoll ein Streik sein kann, indem er nicht nur auf der Arbeit, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen und zuhause durchgeführt wird, wenn der Streik weltweit ein feministisches Aufbegehren gegen den globalen neoliberalen Angriff darstellt. Am 8. März können auch diejenigen, die nicht “legal” streiken dürfen, ihre Ablehnung von Unterdrückung und Prekarität demonstrieren…” Aufruf von und bei Transnational Social Strike Platform externer Link. Die Hashtags zum globalen Frauenstreik: #niunamenos / #womenstrike / #8M / #WomensMarch: In the spirit of women and their allies coming together for love and liberation, we offer A Day Without A Woman… Es gibt dazu weitere, teilweise regionale Aufrufe, und die üblichen von DGB u.a. in unserem diesjährigen Dossier:

  • Überall auf der Welt Proteste – eine 9fache Nachlese zu unseren Berichten über den 8. März 2017New
    Wie schon in unserer ersten, umfassenden und doch sehr unvollständigen Berichterstattung über den 8. März 2017 wird auch in diesem ergänzenden Material deutlich, dass es vor allem drei Kernfragen waren, die die Aktionen in vielen Ländern an diesem Tag geprägt haben: Die besondere Ausbeutung der Frauen im kapitalistischen System und, damit im Zusammenhang, speziell die Frage „Gedenkveranstaltung“ oder Streiktag, schließlich auch die Repression gegen die Frauenaktionen, oft genug als „Begleitmusik“ zu feierlichen Ansprachen, die genau so viel wert sind, wie zu erwarten ist:

    • [Brasilien] „Mulheres da saúde em greve neste 8 de março“ am 08. März 2017 beim Gewerkschaftsbund Intersindical externer Link ist die Dokumentation des Aufrufs (und eine erste Bilanz) der Gewerkschaft im Gesundheitswesen des Bundesstaates Santa Catarina im Süden des Landes zum Streik an diesem Frauentag. In einem Land, in dem alle 11 Minuten ein gewalttätiger Angriff auf Frauen offiziell registriert wird, sei es zu Hause, auf der Straße oder im Betrieb, und dessen Regierung nun mit der Rentenreform einen Frontalangriff gerade auch auf die Arbeiterinnen unternimmt – mit einem Präsidenten, der zum Frauentag bezeichnenderweise von sich gibt, die Frauen sorgten fürs Zuhause – gäbe es mehr als genügend Gründe, mehr zu machen, als Veranstaltungen. Nach ersten berichten wurde dieser Frauenstreik im Gesundheitswesen des Bundesstaates sehr stark befolgt
    • [Brasilien] „Milhares de mulheres foram as ruas apesar do boicote das centrais sindicais à paralisação“ von Maira Machado am 08. März 2017 bei Esquerda Diario externer Link ist ein Bericht aus Sao Paulo, wo es eine große Demonstration gab, an der sich über 15.000 Frauen beteiligten – vor allem die streikenden Frauen der größten Universität des Landes, der USP – die den Streikbeschluss auf einer Vollversammlung gefasst hatten, aber die einzigen waren, weil es massive Widerstände in den Gewerkschaften gegeben habe, zu einem Streik aufzurufen
    • [Brasilien] „Mulheres do MST são mantidas presas pela PM de Goiás“ am 08. März 2017 beim Gewerkschaftsbund CUT externer Link ist eine Meldung über die Festnahme von Aktivistinnen der Landlosenorganisation MST im Bundesstaat Goias – die die örtliche Niedelassung des Renteninstituts blockiert hatten, um auf die vorbreitete Attacke gegen ihre Rentenversicherung aufmerksam zu machen und den Widerstand zu organisieren – auch als Beispiel für die zahllosen Meldungen von Polizeiübergriffen rund um die Welt zu lesen
    • [Chile] „[Fotogalería] Marcha 8 de Marzo – Santiago“ von Exequiel Trujillo am 10. März 2017 bei La Izquierda Diario externer Link ist eine Fotodokumentation der vielleicht im Verhältnis größten Demonstration an diesem Tag, als in Santiago etwa 100.000 Frauen demonstrierten, mit – wie aus den Fotis zu ersehen – zwei Schwerpunkten, gegen die Gewalt und für gleiche Arbeitsbedingungen
    • [Ukraine] „Women In Kyiv Say They March For Equality, Not Flowers And Compliments“ am 09. März 2017 bei Radio Free Europe externer Link ist ein Bericht über die Frauendemonstration in Kiew mit rund 1.000 Teilnehmerinnen, die vor allen Dingen vertraten, es gehe um Gleichberechtigung und nicht um einen Feiertag – um den ursprünglichen Sinn dieses Kampftages, wie es eine Demonstrantin im Interview ausdrückte. Eine Attacke ukrainischer Nationalisten musste ebenfalls zurückgeschlagen werden
    • [Thailand] „7 female activists face charges on International Women’s Day“  am 09. März 2017 bei Prachatai externer Link ist ein Bericht über die besondere Art der Militärjunta des Königs, den Frauentag zu „begehen“: Genau an diesem Tag wurde der Prozess gegen 7 Dorfbewohnerinnen eröffnet, denen zum Vorwurf gemacht wurde, das Demonstrationsverbot der Junta durchbrochen zu haben mit ihrem Protest gegen die geplante Inbetriebnahme der Erweiterung einer Goldmine in Khao Luang, dazu hatten sie im Herbst 2016 eine Demonstration mit etwa 150 TeilnehmerInnen organisiert
    • [China] „China’s women fight back against workplace discrimination“ am 08. März 2017 im China Labour Bulletin externer Link ist ein Artikel über die Diskriminierung der Frauen bei der Arbeitssuche in China – wo bei Einstellungsgesprächen oft schon mal nach der „Familienplanung“ gefragt wird, oder gleich bei Ausschreibung direkt oder indirekt gesagt, es handele sich um eine Stelle für Männer – über den wachsenden Widerstand dagegen wird in diesem Beitrag ebenfalls berichtet, der sich vor allem in einer stark ansteigenden ‚Zahl von Klagen bemerkbar macht, aber auch darin, das selbst der nicht eben progressive Frauenverband ACFW sich mit der Thematik befassen muss: In der offiziellen Umfrage antworteten rund 87% aller Frauen, sie hätten Diskriminierung erfahren
    • [Irland] „Ireland Strikes for Repeal“ ein Gespräch mit Aiofe Frances am 08. März 2017 im Jacobin Magazine externer Link über den Kampftag für das Recht auf Abtreibung, der es in der katholischen Republik war. Ein differenzierter Streik- und Beteiligungsaufruf  wurde vom Netzwerk Strike for repeal ebenso verbreitet, wie die Zusammenarbeit, etwa mit Studierendenvertretungen, ausgebaut. Aiofe Frances unterstreicht in diesem Gespräch auch sehr nachdrücklich, dass ein streikaufruf, wie kompliziert er auch sein möge, deswegen die richtige Herangehensweise ist, weil Abtreibung eben auch eine Frage der ‚Arbeitsbedingungen ist – leicht zu verstehen, etwa anhand entsprechender freier Tage
    • [Israel] „International Women’s Day: Weaving a common future“ von  Michal Schwarz am 08. März 2017 bei WAC-Maan externer Link ist ein Foto über eine gemeinsame Frauentag-Veranstaltung der alternativen Gewerkschaftsinitative, die an diesem Tage eine Begegnung arabischer und jüdischer Arbeiterinnen organisierte
  • [Polen] „Die Macht ist weiblich!“ von Beata Bielecka am 07. März 2017 bei Deutschlandradio Kultur externer Link ist ein Beitrag über Frauen gegen Rechtspopulismus in Polen – dem Land, neben Argentinien und im Januar den USA – wo es in jüngster Zeit die massivsten Frauenmobilisierungen gab – in dem es unter anderem heißt: „Die jüngste Entscheidung der Regierung hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht: Sie hat verboten, dass die “Pille danach” rezeptfrei verkauft wird. Diese Tablette sei in Wahrheit eine Abtreibungspille – obwohl sie überall sonst als Verhütungsmittel anerkannt wird. Da hat es uns gereicht! Ein spontaner, landesweiter Aufruf im Internet hat genügt, um eine gigantische Demonstration gegen diese Anti-Frauen-Politik zu organisieren – für den morgigen internationalen Frauentag. Frauen aus weltweit 40 Ländern haben sich angeschlossen, als Geste der Solidarität mit uns Polinnen. Das lässt mich hoffen. Kein anderes Thema hat die Frauen in Polen so vereint wie dieses! Egal, ob wir 30 oder 50 Jahre alt sind, an Gott glauben oder nicht, ein abgeschlossenes Studium haben oder nur die Berufsschule besuchten, ob wir in der Hauptstadt leben oder auf dem Lande – wir haben begonnen, mit einer Stimme zu sprechen, denn es geht um uns, um unseren Körper, darum, dass wir die Konsequenzen dessen tragen, was die Politiker sich ausdenken – und diese sind Männer. Wir werden noch nicht mal gefragt
  • [Argentinien] „Seis detenidas por difundir el paro de mujeres“ am 07. März 2017 bei Anred externer Link ist der Bericht über die Festnahme von sechs Frauen in Buenos Aires, die Parolen gemalt hatten mit Aufrufen zum Frauenstreiktag 8. März. Da diese Frauen dem Netzwerk „Ni una a menos!“ angehörten, die im letzten Jahr in ganz Argentinien gewaltige Menschenmassen zum Protest wegen Gewalt gegen Frauen mobilisierte, war aber auch diesmal eine massive und schnelle Protestmobilisierung gegen diese Festnahmen möglich – und erfolgreich
  • [Ecuador] „Ecuador Women Blaze Trail in Scoring Labor Rights for Domestic Workers“ am 07. März 2017 bei teleSur externer Link ist ein Bericht über die Household Workers Association of Ecuador, die mit ihren etwas über 600 Mitgliedern in 11 Provinzen erfolgreich für eine Reihe grundlegender Ziele gekämpft hat – mit der Unterstützung zahlreicher Aktivistinnen aus anderen Bereichen – wie etwa Sozialversicherung, Mindestlohn und geregelte Arbeitszeiten. Aus Anlass des 8. März wird darüber eine Bilanz gezogen und es werden auch die Schwierigkeiten berichtet, die sich dabei ergeben haben
  • [Philippinen] „Women call for end to endo, contractualization on Women’s month“  am 06. März 2017 bei der Labour Party PM externer Link ist der Bericht einer Frauendemonstration in Manila, mit der die Gewerkschaft Nagkaisa und die Beschäftigten zahlreicher Betriebe aus der Hauptstadt und der umgebenden Region eine Ende der Zeitarbeit forderten, wie es ja die im letzten Jahr gewählte Regierung Duterte versprochen hatte. Gemäß dem jüngst erneuerten Versprechen Dutertes verbleiben noch 26 Tage bis zu seiner Erfüllung. Bei dem Bericht über diese Demonstration, die als Vorbereitung und weitere Mobilisierung für den 8. März zu landesweiten Demonstrationen diente, wird an Unterschieden unter anderem genannt, dass die – eher wenigen – festangestellten Frauen etwa Stillzeiten haben, was Zeitarbeiterinnen in der Regel verwehrt wird
  • [international] March, 8th, International day of struggle for women’s rights
    Erklärung des gewerkschaftlichen Netzwerks für Solidarität und Kampf vom 25. Februar 2017  – dem auch LabourNet Germany angehört – in mehreren Sprachen, in der Unterstützung und Beteiligung am 8. März unterstrichen wird – und dabei insbesondere hervorgehoben, dass dieser 8. März anders werden kann, als in den letzten Jahren, eben wegen des Streikaufrufs, für dessen Realisierung es weltweit viele Aktivitäten gibt.
  • [ILO] Zum Internationalen Frauentag: Neuer ILO-Bericht zu Gleichstellung und Vereinbarung von Familie und Beruf
    Der neue Bericht „Towards a better future for women and work: Voices of women and men“ bietet erstmalig weltweit erhobene Daten zu Einstellungen und Verhaltensweisen von Frauen und Männern zum Thema Frauen und Beruf. Die Erkenntnisse basieren auf dem Gallup World Poll, einer repräsentativen Erhebung der globalen Erwerbsbevölkerung in 142 Ländern und Regionen, mit ca  149.00 befragten Erwachsenen. 70 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer befürworten, dass Frauen einer bezahlten Arbeit nachgehen. Diese Zahlen sind doppelt so hoch, wie die Prozentzahlen derer, die es vorziehen, dass Frauen zu Hause bleiben.  Von den 70 Prozent der Frauen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen möchten, zählt die Mehrheit aktuell nicht zur Erwerbsbevölkerung. Dies trifft auf fast alle Regionen weltweit zu, einschließlich der Regionen, in der die Frauenerwerbsquote niedrig ist, wie in den Arabischen Staaten…” ILO-Meldung vom 8. März 2017 externer Link
  • [FIAN] Zugang zu Saatgut für Kleinbäuerinnen erhalten!
    Die zunehmende Kommerzialisierung des Saatgutsektors schadet besonders Frauen, welche eine zentrale Rolle für die Bewahrung und Weiterentwicklung von Saatgut haben. Hierauf weist die Menschenrechts-Organisation FIAN anlässlich des morgigen Internationalen Frauentags hin. Großen Agrarkonzernen wird es immer leichter gemacht, durch Sortenschutz und Patentrecht exklusive Saatgutrechte zu erlangen – auch im Rahmen von Entwicklungsprogrammen wie der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“ der G7. Kleinbäuerinnen sind in der Regel für die Ernährung der Familien zuständig. Dazu gehören neben der Zubereitung des Essens auch Anbau und Ernte sowie die Wiedergewinnung und Weiterentwicklung von Saatgut. Letzteres wird meist informell getauscht. Doch die G7-Staaten tragen mit ihrer „Neuen Allianz“ dazu bei, dass der Zugang zu Saatgut von Frauen in Afrika zunehmend bedroht wird…” Fian-Pressemitteilung zum Internationalen Tag der Frau vom 7. März 2017 externer Link
  • [international / Europa] International Women’s Day – She needs a pay rise
    A pay rise for women would narrow the gender pay gap, and boost the economy by giving millions of working women more money to spend. UNI Europa Regional Secretary Oliver Roethig said: ‘UNI Europa is a 100% committed to closing the gender pay gap – and we are doing our share with the http://uni40for40.org/ externer Link campaign, to increase women representation in all UNI structures and decision making bodies by 40%…” UNI-Kampagne zum 8.3.2017 externer Link
  • [ver.di] Aktionstag für die Gleichstellung der Frau
    ver. di: Happy-womans-dayFrauen kämpfen seit Jahrhunderten für ihre Rechte: bessere Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und die Gleichstellung der Frau! Der Kampf der Frauen um ihre Rechte geht heute weiter und wird jährlich am 8. März weltweit besonders gefeiert und bekräftigt! Immer mehr Frauen sind berufstätig, leider oft unter prekären Bedingungen: für niedrigste Löhne, in unfreiwilliger Teilzeit, befristet oder in Minijobs. Ein Job allein reicht oft zum Leben nicht mehr aus! Das ist ein Skandal! Noch ist die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise nicht ausgestanden. Trotzdem muss gerade jetzt auch die Gleichstellung der Geschlechter in Wirtschaft und Verwaltung, in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft auf der Agenda bleiben. Wir brauchen dringend gute und gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer! Deswegen setzt ver.di jedes Jahr zum Internationalen Frauentag klare Zeichen – und legt am 08. März 2017 den Schwerpunkt auf die eigenständige Existenzsicherung von Frauen! …ver.di-Beitrag zum Frauentag 2017 externer Link (ohne Datum).

  • [GEW] „Zeit zu leben, statt Leben am Limit“. Bildungsgewerkschaft zum Internationalen Frauentag: „Wir brauchen mehr Spielräume, um die Balance von Erwerbsarbeit, Privatleben und Engagement zu gestalten“
    Zum Internationalen Frauentag am 8. März macht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für mehr Spielräume für erwerbstätige Frauen stark, um die Balance von Erwerbsarbeit, Privatleben und Engagement zu gestalten. Die Gewerkschaft schlug eine Familienarbeitszeit und das Recht auf Rückkehr aus Teilzeit vor. „Frauen verändern die Arbeitswelt, die Familie, die Gesellschaft schon heute. Doch wir fordern ‚Her mit dem ganzen Leben!’ Frauen benötigen einfach mehr Zeit – Zeit zum Arbeiten, für Familie und Freundschaften, für gesellschaftliches Engagement und für sich selbst“, betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt a.M. „Frauen verändern!“ lautet das Motto der DGB-Gewerkschafterinnen zum Internationalen Frauentag…” GEW-Pressemitteilung externer Link
  • Convocatoria de Acción de La Vía Campesina para el 8 de Marzo[international / Lateinamerika] „Convocatoria de Acción de La Vía Campesina para el 8 de Marzo“, am 28. Februar 2017 beim Cloc externer Link dokumentiert, ist der Aufruf der KleinbäuerInnen und LandarbeiterInnen-Organisation an die Frauen auf dem Lande weltweit, sich am Streiktag 8. März zu beteiligen. Darin wird hervor gehoben, dass gerade auf dem Lande, im Zuge der Rechtswende in zahlreichen Ländern, die Gewalt gegen Frauen – und die Straflosigkeit dieser Gewalt – massiv zugenommen haben. Auf den Streichlisten der neoliberalen Regierungen verschiedenster Couleur stünden auch solche öffentlichen Programme, die hier präventiv wirken sollten, ein weiterer Grund, gerade an diesem Tag auf die Straße zu gehen und sich Ausbeutung und Gewalt zu verweigern
  • [Leipzig] Feministischer Kampftag 2017 in Leipzig externer Link: “Für den 11. März mobilisieren wir zu einer Demonstration gegen die patriarchalen Verhältnisse in Leipzig, der BRD und auf der ganzen Welt…”
  • [international / Lateinamerika] „Striking for Ourselves“
    Artikel von Liz Mason-Deese vom 23. Februar 2017 in International Viewpoint externer Link ist ein Beitrag zum globalen Fraunstreiktag 8.März, in dem vor allem die politische Kontinuität zu den gewaltigen Massendemonstrationen in Lateinamerika im Oktober 2016 hervorgehoben wird. Schon damals war es ein Bestandteil dieser Proteste, sowohl die allgemeine Gewalt gegen Frauen anzuprangern, als auch die Gewaltverhältnisse im Arbeitsverhältnis, denen Frauen unterworfen sind…
  • [allgemein/ historisch] »Uns reicht’s!« Streikende Frauen sind keine Ausnahmeerscheinung – auch wenn die Geschichtsbücher sie oft ignoriert haben
    “Das Gerücht, dass Frauen keine politische Kampfkraft zeigen, hält sich beharrlich, obgleich die historischen Überlieferungen ein anderes Bild zeichnen. Der erste uns bekannte Frauenstreik begann um 400 vor Christi mit dem Aufruf von Lysistrate, der »Heeresauflöserin«, als der Peleponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta bereits im 20. Jahr tobte. Immerhin soll Lysistrate – glaubt man den Übermittlungen des griechischen Stückeschreibers Aristophanes – erfolgreich gewesen sein. Die Männer, Gefährten und Gespielen gaben angesichts des angedrohten oder praktizierten Liebesentzugs der Frauen klein bei und verkündeten den Frieden. (…) Immer wieder wird den Frauen unterstellt, sie hätten um das Brot ihrer Kinder gefürchtet, und wären den Streiks fern geblieben. Aus historischen Überlieferungen wissen wir aber, dass es gerade die Sorge um die Kinder und um die Familie war, die dazu führte, dass Frauen die Männer bei ihren Streiks unterstützten oder selbst den Aufruhr anführten. (…) Aus dem Blick in die Geschichte von streikenden Frauen wird deutlich, dass ihr Kampf um bessere Arbeitsbedingungen immer auch die übrigen Lebensbereiche mit einschloss. Gewerkschaften unterscheiden hingegen zwischen Arbeitskampf und politischen Kampf. Deshalb hatten sie auch Schwierigkeiten mit dem Aufruf zum Frauenstreik 1994 für die gesamte gerade wiedervereinigte Bundesrepublik. Unter dem Motto »Jetzt ist Schluss! – Uns reicht’s!« richtete er sich gegen die vielfältig bestehende Frauendiskriminierung nach der »Wende« und auf eine Verweigerung der bezahlt und unbezahlt geleisteten Arbeit in Produktion und Reproduktion. Ein solcher Streik war ein Novum. (…) Mehr als eine Million Frauen teilten die Position der damaligen Frauenministerin Angela Merkel nicht. Sie hatte geschrieben: »Als Frauenministerin setze ich mich täglich für die Belange der Frauen ein… Der Frauenstreiktag ist ein spektakuläres Ereignis… Ich werde jedenfalls nicht streiken, sondern die geplante Kabinettsitzung besuchen.«…” Artikel von Gisela Notz bei ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 624 vom 14. Februar 2017 externer Link
  • [international] Beyond Lean-In: For a Feminism of the 99% and a Militant International Strike on March 8. USA: AUFRUF DER WOMENS’MARCH ORGANISATOR*INNEN ZUM FRAUENGENERALSTREIK. ENGLISCHES ORIGINAL externer Link zuerst veröffentlicht im Viewpoint-Magazin und DEUTSCHE ÜBERSETZUNG externer Link von Marion Wegscheider bei Marx21
  • [Österreich] Aktionsseite bei fratzebuch externer Link: “Nimm dir Zeit für deine Rechte! Am 8. März legen wir Frauen in Österreich unsere Arbeit nieder. Egal ob wir angestellt oder selbständig sind, ob wir Hausarbeit erledigen müssen oder Kinder betreuen – am Internationalen Frauentag machen wir das alles: einfach nicht. Denn das ist jener Tag, an dem wir alle Welt daran erinnern, dass wir noch immer nicht gleichberechtigt sind – und dass sich das endlich ändern muss. Ob für eine Stunde oder einen ganzen Arbeitstag: die Zeit, die ihr euch nehmt, bleibt euch überlassen…”
  • [Hamburg] WOMEN STRIKE BACK…  AND DANCE!
    Am diesjährigen internationalen Frauentag, den 08. März 2017, unterstützen wir den internationalen Aufruf zum Frauengeneralstreik, den „Tag ohne Frauen“. In diversen Ländern in Europa und auch in den USA sind Frauen an diesem Tag dazu aufgerufen, weder in noch außerhalb ihres Zuhauses zu arbeiten. Und wir liefern den Sound zum Tag – ab 18 Uhr mit einer OpenAir Tanzparty auf dem Lattenplatz (vor dem Knust), Neuer Kamp in Hamburg. (…) Erst im Oktober letztes Jahr streikten polnische Frauen, um gegen eine Gesetzesvorlage zu protestieren, die jegliche Abtreibungen in Polen sogar in Fällen von Vergewaltigung, Inzest, der Lebensgefahr für die Mutter oder auch im Falle der Feststellung irreparabler Schäden am Fötus unter Strafe gestellt hätte.  Zehntausende Frauen gingen am 03. Oktober 2016 dagegen auf die Strasse und nahmen teil am landesweiten Streik unter dem Motto „Czarny Protest“ (Schwarzer Protest). Die Aktion führte zu weitreichenden Einschränkungen im Geschäftsleben, Verkehr und in Regierungsbehörden. Infolge des Protests kippte die PiS-Regierung in Polen schließlich das Gesetzesvorhaben. Weitere Frauenstreiks mit vielen zehntausend Teilnehmer*innen fanden jüngst in Irland, Italien, Lateinamerika und Südkorea statt. Fazit: Frauen bewegen…” Aufruf bei FRAUEN BEWEGEN externer Link (womenmovin): Nach einer geplanten Kundgebung und Demo (wahrscheinlich Rathausmarkt) lädt ein Frauenbündnis aus der FC St. Pauli Fan-Szene zum öffentlichen Tanz ins Karoviertel
  • [Sachsen] Solidarität mit den inhaftierten Frauen* und Gewerkschafterinnen! Frauen*kampftags-Demo der Gefangenengewerkschaft zum Frauen*knast von Chemnitz
    Am achten März, dem “Internationalen Frauen*tag” wird alljährlich dazu aufgerufen, Frauen* Blumen zu schenken. An unsere inhaftierten Kolleginnen und Genossinnen denkt dabei keiner. Wir wollen aber auch gar nicht, dass man ihnen Blumen schenkt, sondern wir wollen den gesetzlichen Mindestlohn für die Inhaftierten, volle Einbeziehung in die Sozialversicherungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern sowie ein Ende der Gewalt gegen Frauen*! Diese Anliegen werden wir am Frauen*kampftag in Chemnitz auf die Straße tragen. Wir werden vom Hauptbahnhof zur JVA Chemnitz ziehen und damit unsere Solidarität mit der frischgegründeten GG/BO-Sektion in der Frauen*haftanstalt zum Ausdruck bringen…” Aufruf bei GG/BO externer Link
  • WIR VERÄNDERN! DGB-Aufruf zum Internationalen Frauentag 2017[DGB] WIR VERÄNDERN! DGB-Aufruf zum Internationalen Frauentag 2017
    “… WIR VERÄNDERN! Wir machen uns am Internationalen Frauentag stark für die eigenständige Existenzsicherung von Frauen. Wir fordern:  gute Arbeit auch in Zeiten des digitalen Wandels. In der Arbeitswelt 4.0 müssen Beschäftigte ihre Arbeitszeiten mitbestimmen und auf sichere berufliche Perspektiven durch Qualifizierung und lebensbegleitendes Lernen bauen können.; den Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit und die Rückkehr aus Teilzeit zur ursprünglichen Arbeitszeit.; ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und geschlechtergerecht zu gestalten.” DGB-Aufruf zum Internationalen Frauentag 2017 externer Link