| Verwaltungsstelle
Berlin
12. Vertreterversammlung am 02.03.1999
Folgende Entschließung wurde beschlossen:
Zum Konflikt zwischen dem türkischen
Staat und den Kurdinnen und Kurden und der Verantwortung der deutschen
Politik
Die Mitglieder der Vertreterversammlung sind angesichts
der Zuspitzung des Konflikts und der jüngsten Eskalation der
Ereignisse, insbesondere in Berlin, betroffen und besorgt. Zu den
Mitgliedern der IG Metall zählen auch zahlreiche Kolleginnen
und Kollegen türkischer und kurdischer Abstammung. Die Bewahrung
des inneren Friedens innerhalb der IG Metall und der Belegschaften
ist uns ein vorrangiges Anliegen.
1. Die IG Metall kritisiert die Betrachtungsweise,
dass lediglich fremde Konflikte auf deutschen Straßen ausgetragen
werden und spricht sich dagegen aus, Lösungen ausschließlich
von Polizei, Justiz und Verfassungsschutz sowie schnellen Abschiebungen
zu erwarten.
2. Die IG Metall fordert zur Überwindung der Spirale von Gewalt
und Gegengewalt mit den Mitteln der politischen Initiative und des
politischen Dialogs auf. Sie fordert insbesondere auch die kurdischen
Organisationen und Demonstranten dazu auf, ihren Protest mit friedlichen
Mitteln zu äußern.
3. Die IG Metall fordert den türkischen Staat und die türkische
Justiz zur Einhaltung rechtsstaatlicher Grundregeln im Prozess gegen
Abdullah Öcalan auf.
4. Die IG Metall wiederholt ihre Forderung nach Einstellung der
deutschen Waffenexporte in die Türkei und insbesondere
nach dem vertragswidrigen Einsatz deutscher Waffen aus ehemaligen
NVA-Beständen gegen Kurden die Einstellung der rüstungstechnischen
Zusammenarbeit Deutschlands mit der Türkei.
5. Von allen Beteiligten erwarten wir, gerade die zugespitzte derzeitige
Lage zu einer Konfliktlösung mit friedlichen demokratischen
Mitteln zu nutzen.
Von den politisch Handelnden in Deutschland
erwarten wir dringend Initiativen auf europäischer Ebene und
im europäischen Parlament für die Verteidigung der Menschenrechte
und für eine politische Lösung des Kurdistan-Konflikts.
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