Kriege sind keine Lösung - Für ein Ende des "Ja, aber"
zu Kriegen
Der 20. ordentliche Gewerkschaftstag möge beschließen:
Nach dem Ende des Kalten Krieges hat der Vater des
jetztigen US-Präsidenten George W. Bush eine "neue Weltordnung" ausgerufen,
in der nun Kriege der Vergangenheit angehören. Die Gesellschaften sollten
endlich in den Genuß einer "Friedensdividende" kommen, die der Lösung dringender
sozialer und ökologischer Probleme zukommt. Doch statt neue Anstrengungen
zur friedlichen Lösung von Konflikten zu unternehmen haben die Führer der
"neuen Weltordnung" vor allem das Kriegführen rehabilitiert. Die Abstände
der seit 1991 erfolgten Militärinterventionen wurden immer kürzer und der
permanente Ausnahmezustand mit allgegenwärtiger Kriegsdrohung soll nun offensichtlich
zur neuen Normalität in den internationalen Beziehungen werden.
Die Bilanz der letzten Kriege zeigt, dass die angeblichen "militärischen
Lösungen" nicht die Verletzung von Menschenrechten beendeten sondern nur
neue Verletzungen hinzugefügt haben. Dafür stehen folgende Ergebnisse:
- "Im Golfkrieg 1991 wurde absichtlich die überlebenswichtige
Infrastruktur stark zerstört und lebensbedrohende chemische und atomare
Giften freigesetzt; Im Zuge der Embargopolitik wurde das Verhungern
von 400 000 Kindern in Kauf genommen
- "Im Kosovokrieg wurden ebenfalls zivile Einrichtungen
bombadiert und durch die Zerstörung von Arbeitsstätten das Lebensniveau
der arbeitenden Menschen noch weiter ins Elend gedrückt; Statt Brücken
der Verständigung zu bauen wurde der Hass nur zementiert
- "Statt in Afghanistan Milliarden für den Aufbau
wirtschaftlicher Strukturen bereitzustellen, die dieser durch 20 Jahre
Krieg gezeichneten Gesellschaft eine Zukunft ermöglichen, hat der Bombenkrieg
die Zahl der Terroropfer in New York durch eine noch größere Zahl von
zivilen Kriegstoten weiter erhöht.
Die für den jetzt bevorstehenden neuen Irakkrieg
befürchteten Szenarien stellen all dies noch einmal in den Schatten. Wir,
die Delegierten des 20. o. Gewerkschaftstages der IG Metall, sind nicht
bereit diese Politik zu akzeptieren und zu unterstützen.
1995 hat der Gewerkschaftstag auf Antrag der VerwSt Weilheim den Beschluß
gefaßt: "Krieg darf nicht als Mittel der Konfliktbewältigung akzeptiert
werden, er bringt immer neues Leid und Elend". Und als Gegenstrategie
wurde empfohlen: "Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen internationalen
Aktivitäten der Solidarität arbeitender Menschen"
Im Widerspruch dazu hat sich die IG Metall bei den folgenden kriegerischen
Konflikten lediglich auf den Standpunkt zurückgezogen, dass Kriege vom
UNO-Sicherheitsrat zu billigen sind und die Verhältnismäßigkeit der Kriegsführung
angemahnt. Demgegenüber steht jedoch die Erfahrung, daß die Beschlüsse
des Sicherheitsrats durch machtpolitische Deals erkauft werden können
und einseitig den Interessen der G8-Staaten folgen, die vor allem ein
Interesse an der Aufrechterhaltung der ungerechten Weltwirtschaftsordung
haben. Die Interessen der arbeitenden Menschen an friedlicher Entwicklung
werden durch eine solche verkürzte Sichtweise nicht ausreichend vertreten.
Der 20. o. Gewerkschaftstag bekräftigt deshalb den Beschluß des Antrags
184 von 1995 und beauftragt den Vorstand in diesem Sinne einen öffentlich
sichtbaren Schulterschluß mit der Friedens- und globalisierungskritischen
Bewegung zu suchen.
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