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Updated: 18.03.2010 11:44

Gesundheit und Armut

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Ökonomische Ungleichheit und Gesundheit: Weltweite Studie zeigt Korrelation zwischen den beiden Größen

Je größer die ökonomische Ungleichheit in einem Land, desto schlechter ist es um die Gesundheit seiner Bevölkerung bestellt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Gesundheitsökonomen Martin Karlsson von der TU Darmstadt in Kooperation mit der Universität Lund (Schweden). Karlssons Arbeit unterscheidet sich von bisherigen ähnlichen Studien durch ihre weltweite Datenbasis: sie gründet sich auf Umfragen in 21 Ländern…" PM der TU Darmstadt vom 11.01.2010 externer Link

Privatproblem. Wenn Geld für die Krankenversicherung fehlt

„Für ihre private Krankenversicherung muss Pia T. (Name geändert) Schulden machen. Nach dem Studium hat die 27-Jährige noch keinen Job. Sie hat Hartz IV beantragt. Früher hätte sie als Hilfsbedürftige in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können. Seit dem 1. Januar geht das nicht mehr. Pia T. kommt aus der privaten Versicherung nicht heraus - und kann sie nicht bezahlen. "Ich habe jetzt einen Privatkredit aufgenommen", sagt sie. Die Regelung, die Pia T. zu schaffen macht, ist Teil der Gesundheitsreform: Seit dem Jahreswechsel herrscht allgemeine Krankenversicherungspflicht - auch für Menschen, die nur Zugang zur privaten Krankenversicherung (PKV) haben. Seitdem gibt es auch den Basistarif, in den die Privaten jeden möglichen Kunden aufnehmen müssen. Zeitgleich wurde neuen Hartz-IV-Empfängern der Weg in die gesetzlichen Kassen versperrt. Eine Entscheidung für die private Versicherung sei eine "Lebensentscheidung", erklärte das Bundesgesundheitsministerium dazu…Artikel von Katja Schmidt in Frankfurter Rundschau vom 24.02.2009 externer Link

2007 waren rund 200.000 Menschen nicht krankenversichert

In Deutschland gibt es mehrere hunderttausend Menschen, die keinerlei Krankenversicherung haben. Unter Erwerbstätigen sind das vor allem Selbstständige und mitarbeitende Familienangehörige…“ Artikel im Tagesspiegel vom 11.12.2008 externer Link

Armut gefährdet die Gesundheit

Untersuchungen des Umweltbundesamtes geben neue Aufschlüsse über den Zusammenhang von sozialem Status und Umweltbelastungen aller Art.
Schon Mitte der 70er Jahre wurde im Ruhrgebiet eine empirische Studie durchgeführt, die zu keineswegs unerwarteten, aber doch höchst problematischen Ergebnissen kam. Zeigte sie doch, dass Menschen mit einem geringen sozialen Status sehr viel häufiger an stark befahrenen Durchgangsstraßen lebten als ihre besser situierten Zeitgenossen und eben hier einer erheblich höheren Dosis an Lärm und Abgasen ausgesetzt waren. In den Vereinigten Staaten wurde die Verteilung von Umweltbelastungen und Umweltgütern nach sozialen Gesichtspunkten auch in der Folgezeit intensiv erforscht ("Environmental Justice"), in Deutschland brach die Diskussion ab und wurde bis heute nur sporadisch wieder aufgenommen…
Artikel von Thorsten Stegemann in telepolis vom 22.08.2008 externer Link

Rationierung der medizinischen Leistung. Der Präsident der Bundesärztekammer fordert eine öffentliche Diskussion über maßgebliche Entscheidungen, die das Leben betreffen

Geht es nach Deutschlands Ärzten – oder, korrekter, nach der Bundesärztekammer - , werden die Übermenschen, die sich der vorhandenen medizinischen Mittel zur Erhaltung und Verbesserung ihrer Körper, zunehmend der reichen Schicht angehören. Schon jetzt leben die Wohlhabenden länger als die Menschen am unteren Ende der sozialen Schicht. Mit Geld kauft man längeres Leben und einen gesünderen, nicht nur einen schöneren Körper…“ Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 19.05.2008 externer Link

100.000 Menschen nicht krankenversichert

In Deutschland leben noch immer 100.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Das geht aus den Zahlen das Bundesgesundheitsamts hervor. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will Betroffene nun mit einer Kampagne in die Krankenkassen zurückholen…“ Artikel bei RP online vom 13.02.2008 externer Link. Siehe dazu:

  • Mehr Menschen ohne Krankenversicherung
    Die Zahl der Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung hat sich in den zurückliegenden Jahren deutlich erhöht. Anfang 2007 waren 211.000 Menschen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Vier Jahre zuvor seien es nur 177.000 gewesen, nach 145.000 im Jahr 1999. Nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums ist der Trend inzwischen aber gestoppt…“ Reuters-Meldung vom 7. Februar 2008 externer Link
  • Rückkehr in die Versicherung. Wenn der Arztbesuch unbezahlbar wird
    Das Gesundheitsministerium startet eine Kampagne zur R ückkehr in die Krankenversicherung. Doch viele scheuen die hohen Nachzahlungen…“ Artikel von C. Schmitt und L. Gaede in der taz vom 14.02.2008 externer Link

Wie Technokraten eine gute Idee vermurkst haben. Die teure Rückkehr in die GKV

Gesundheit ist teuer. Besonders teuer kommt sie jetzt Menschen zu stehen, die sie sich schon in der Vergangenheit nicht leisten konnten. Die Gesundheitsversicherungs-Pflicht erweist sich als ein derber Fehlschlag. Laut neuesten statistischen Zahlen von Ende August sind erst rund 43.000 Nichtversicherte in die gesetzliche Krankenversicherung zurückgekehrt. Für jene Menschen, die wegen Zahlungsschwierigkeiten aus der für Ältere und Kranke besonders teueren Privaten Krankenversicherung hinausgeworfen wurden, sehen die Zahlen sogar noch düsterer aus. Dabei schätzen die Sozialpolitik-Experten die Gesamtzahl der Betroffenen auf vier- bis neunmal so viele…Artikel von Jürgen Neitzel vom 09.09.2007 externer Link bei der HU-Ortsverband Marburg

Gesundheit und soziale Schicht

Erstmals liegen für ein Bundesland detaillierte Erkenntnisse zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen vor. Die sozialen Ursachen und Folgen spielen dabei eine wichtige Rolle…“ Artikel von Thorsten Stegemann in telepolis vom 06.09.2007 externer Link

„Gesundheitsarmut“

Eine Wortschöpfung, nun noch drastischer, aussagefähiger als das gesamte Scheingefecht der ach so um das „Wohl der Patienten“ bemühtem schwarz-roten Koalitionäre bis zur Verabschiedung der Gesundheitsreform im Bundestag. „Gesundheitsarmut“ – mit dieser Wortwahl charakterisierte Frau Professor Jutta Almendinger, Direktorin im „Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit“ unlängst den Treueschwur der Abgeordneten an die Wünsche und Lobbyisten der pharmazeutischen Industrie. Aber auch den Mitarbeitern der aufgeblasenen landesweit agierenden Verwaltungsbehörde mit dem standesdünkelhaften Namen „Kassenärztliche Vereinigung“ garantiert das „Reformwerk“ ein Überleben. Sie bleiben damit ein willfähriges Instrument des Staates, ein Relikt aus der Nazizeit, hoheitliche Interessen durchzusetzen…“ Artikel von Hans Horn

»Verantwortung wird auf uns abgewälzt«. Trotz »Gesundheitsreform« bleiben etwa eine Million Illegalisierte in Deutschland ohne medizinische Versorgung.

Interview von Kathrin Hedtke in junge Welt vom 08.02.2007 mit Burkhard Bartholome externer Link, Arzt und aktiv im Büro für medizinische Flüchtlingshilfe in Berlin

Von Patientenerlös und "erlösten" Patienten

Der Hauptstadtkongress Gesundheit befasste sich auch mit den Folgen von Nichtversicherung. Artikel von Ulrike Baureithel in Freitag externer Link vom 26.05.2006

Gesundheit und Globalisierung

Das Alphabet der Globalisierung kennt viele Einträge. Die 11. Konferenz "Armut und Gesundheit" im November 2005 begann mit dem Eintrag A wie "Ausgrenzung" und endete mit dem Eintrag R wie "Ruhelos". Mit Projektpartnern aus Indien, Israel/Palästina, Großbritannien und Deutschland diskutierten wir über die Folgen der Privatisierungswelle im Gesundheitswesen, das Menschenrecht auf Gesundheit und die Vermarktung von Körper(teile)n sowie die Perspektiven einer internationalen Gesundheitsbewegung….“ Dokumentation des medico-Workshops Gesundheit & Globalisierung externer Link pdf-Datei

Krankenversicherung: Warten, bis der Notarzt kommt

Immer mehr Menschen sind nicht krankenversichert. Beim Versuch, Sozialmissbrauch zu vermeiden, hat der Staat viele aus der Solidargemeinschaft gedrängt, die den Schutz dringend benötigen. Ein Team von Gesundheitsökonomen zeigt Alternativen auf. Ideallösung: eine „Versicherungspflicht für die gesamte Wohnbevölkerung“…“ Artikel mit weiterführenden Informationen aus Böckler Impuls 16/2005 externer Link der HBS. Siehe dazu auch die Grafik: Immer mehr Erwerbstätige sind ohne Krankenversicherung externer Link

Zitat zum Thema: Deutsche Patientenverfügung (Muster)

"Ich, Erwin Mustermann, verfüge hiermit, daß an mir keine lebensverlängernden medizinischen Maßnahmen durchgeführt werden. Dies soll insbesondere gewährleistet werden durch...

  • unzureichende ärztliche Betreuung
  • unbezahlbare medizinische Versorgung
  • Ablehnung von Therapien, Kuren und kostenintensiven Behandlungen...

...sowie durch alle anderen gesetzlich festgelegten Maßnahmen der aktiven Sterbehilfe im Rahmen der Gesundheitsreform."
Aus: Der Deutsche Einheit(z)-Textdienst von Werner Lutz 5/2005

Wer arm ist, stirbt früher

Die Bundesrepublik leistet sich eine Zwei-Klassen-Medizin. Dabei geht es nicht um das Einzelzimmer. Artikel von Ute Andresen in ver.di-publik 06-07 2004 externer Link

Teilerfolg bei "Zuzahlungen Krankheitskosten"

Beschluss des OVG Niedersachsens vom 6. Mai 2004, der einen Sozialhilfeträger zur Übernahme der Krankheitskosten eines Sozialhilfeberechtigten Chronikers verpflichtet, wenn die Kosten monatlich 2,96 € (1/12 der Belastungsgrenze) übersteigen – das Urteil bei BAG-SHI externer Link pdf-Datei

Besser: nie mehr krank

Artikel von Nadja Rakowitz über die Auswirkungen der Gesundheitsreform ab 2004, erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 11-12/03

Projekt soziale Gerechtigkeit: Gesundheit von unten

Appell zur Bildung lokaler Gesundheitsforen. Artikel im medico Rundschreiben 3/2003.externer Link Siehe auch: Gesundheit für alle. Die Millionen-Unterschriften-Kampagne bei medico externer Link

Medizin à la Aldi

"Ärztliche Versorgung muss billiger, zur Privatsache darf sie nicht werden. Denn dann drohen vor allem im Alter unterversicherte Patienten, die alle teuer zu stehen kommen. Soll der im Regen an einer Kölner Straßenbahnhaltestelle aufgelesene Obdachlose, an dessen eitrigen Füßen Haut und Strumpfreste verwachsen sind, im Hyatt-Hotel übernachten? Was soll künftig mit "hilflosen" Personen geschehen, die laut Fallpauschalengesetz kein Recht auf einen Klinikaufenthalt haben? Fragen, die auf den ethischen Kern der aktuellen Gesundheitsdebatte zielen: Wahrt die Solidargemeinschaft dauerhaft ein Minimum an Gesundheitschancen für alle?..." Artikel von Harry Kunz in der taz vom 26.6.2003 externer Link

Lasst sie doch einfach verenden

Vorschläge zur Gesundheitsreform von Rainer Trampert externer Link in jungle World 25 vom 11. Juni 2003

Resolution des Landesverbandes NRW des Sozialverbandes Deutschland zum Gesundheitswesen

Resolution auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Soziale Sicherungssysteme bei attac externer Link updated

Specials

Krankheit und Armut in der Sozialversicherung updated

siehe auch

Arbeitsmigration: Krankenversorgung ohne Papiere

Medizin und Ökonomie

Neue und alte Armut


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