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Leben in ständiger Sorge. Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt 
„Wer im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, stirbt früher als ein Besserverdiener. Und noch schlimmer: Die Lebenserwartung von Geringverdienern nimmt ab. Experten sehen die Ursache in Reformen auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitssektor und fordern eine "offensive Armutspolitik"…“ Artikel von Lena Jakat in Süddeutsche Zeitung vom 12.12.2011 . Siehe dazu:
- Lebenserwartung und soziale Schicht
„Während in den Industrieländern die soziale Ungleichheit und der Unterschied in der Lebenserwartung ansteigen, scheint dies in Schwellenländern wie Brasilien (noch) anders zu sein..“ Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 11.12.2011 
Armut macht krank. Wie Einkommen und Bildung die Gesundheit beeinflussen
WDR-Sendung vom 12. April 2011 von Amanda Mock 
Weltgesundheitsbericht: Wenn Krankheit in den Ruin führt
„100 Millionen Menschen rutschen jedes Jahr in die Armut ab, weil sie nicht krankenversichert sind – nicht nur in Entwicklungsländern. Kritik übt die WHO auch an der Politik der schwarz-gelben Koalition in Berlin.
Die von der schwarz-gelben Koalition forcierten Vorkasse-Tarife in der gesetzlichen Krankenversicherung stoßen bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Kritik. Im Weltgesundheitsbericht, der heute veröffentlicht wurde, heißt es, derartige Zahlungssystem führten in der Regel zur Verschwendung und zur Überversorgung. Als Grund nennt die WHO die bei diesen Modellen fehlende Kostensteuerung durch die Krankenkassen. Die Organisation plädiert stattdessen für Systeme, bei denen es möglichst keine direkten Finanzbeziehungen zwischen Ärzten und Patienten gibt. Aus dem Bericht, der sich mit der Finanzierung der Gesundheitssysteme weltweit beschäftigt, geht hervor, dass jährlich 100 Millionen Menschen in Armut abrutschen, weil sie nicht krankenversichert sind. Die unzureichende Finanzierung der Gesundheitsversorgung sei nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern…“ Artikel von Timot Szent-Ivanyi in der Frankfurter Rundschau vom 22.11.2010 
Ökonomische Ungleichheit und Gesundheit: Weltweite Studie zeigt Korrelation zwischen den beiden Größen
„Je größer die ökonomische Ungleichheit in einem Land, desto schlechter ist es um die Gesundheit seiner Bevölkerung bestellt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Gesundheitsökonomen Martin Karlsson von der TU Darmstadt in Kooperation mit der Universität Lund (Schweden). Karlssons Arbeit unterscheidet sich von bisherigen ähnlichen Studien durch ihre weltweite Datenbasis: sie gründet sich auf Umfragen in 21 Ländern…" PM der TU Darmstadt vom 11.01.2010 
Privatproblem. Wenn Geld für die Krankenversicherung fehlt
„Für ihre private Krankenversicherung muss Pia T. (Name geändert) Schulden machen. Nach dem Studium hat die 27-Jährige noch keinen Job. Sie hat Hartz IV beantragt. Früher hätte sie als Hilfsbedürftige in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können. Seit dem 1. Januar geht das nicht mehr. Pia T. kommt aus der privaten Versicherung nicht heraus - und kann sie nicht bezahlen. "Ich habe jetzt einen Privatkredit aufgenommen", sagt sie. Die Regelung, die Pia T. zu schaffen macht, ist Teil der Gesundheitsreform: Seit dem Jahreswechsel herrscht allgemeine Krankenversicherungspflicht - auch für Menschen, die nur Zugang zur privaten Krankenversicherung (PKV) haben. Seitdem gibt es auch den Basistarif, in den die Privaten jeden möglichen Kunden aufnehmen müssen. Zeitgleich wurde neuen Hartz-IV-Empfängern der Weg in die gesetzlichen Kassen versperrt. Eine Entscheidung für die private Versicherung sei eine "Lebensentscheidung", erklärte das Bundesgesundheitsministerium dazu…“ Artikel von Katja Schmidt in Frankfurter Rundschau vom 24.02.2009 
2007 waren rund 200.000 Menschen nicht krankenversichert
„In Deutschland gibt es mehrere hunderttausend Menschen, die keinerlei Krankenversicherung haben. Unter Erwerbstätigen sind das vor allem Selbstständige und mitarbeitende Familienangehörige…“ Artikel im Tagesspiegel vom 11.12.2008 
Armut gefährdet die Gesundheit
„Untersuchungen des Umweltbundesamtes geben neue Aufschlüsse über den Zusammenhang von sozialem Status und Umweltbelastungen aller Art.
Schon Mitte der 70er Jahre wurde im Ruhrgebiet eine empirische Studie durchgeführt, die zu keineswegs unerwarteten, aber doch höchst problematischen Ergebnissen kam. Zeigte sie doch, dass Menschen mit einem geringen sozialen Status sehr viel häufiger an stark befahrenen Durchgangsstraßen lebten als ihre besser situierten Zeitgenossen und eben hier einer erheblich höheren Dosis an Lärm und Abgasen ausgesetzt waren. In den Vereinigten Staaten wurde die Verteilung von Umweltbelastungen und Umweltgütern nach sozialen Gesichtspunkten auch in der Folgezeit intensiv erforscht ("Environmental Justice"), in Deutschland brach die Diskussion ab und wurde bis heute nur sporadisch wieder aufgenommen…“ Artikel von Thorsten Stegemann in telepolis vom 22.08.2008 
Rationierung der medizinischen Leistung. Der Präsident der Bundesärztekammer fordert eine öffentliche Diskussion über maßgebliche Entscheidungen, die das Leben betreffen
„Geht es nach Deutschlands Ärzten – oder, korrekter, nach der Bundesärztekammer - , werden die Übermenschen, die sich der vorhandenen medizinischen Mittel zur Erhaltung und Verbesserung ihrer Körper, zunehmend der reichen Schicht angehören. Schon jetzt leben die Wohlhabenden länger als die Menschen am unteren Ende der sozialen Schicht. Mit Geld kauft man längeres Leben und einen gesünderen, nicht nur einen schöneren Körper…“ Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 19.05.2008 
100.000 Menschen nicht krankenversichert
„In Deutschland leben noch immer 100.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Das geht aus den Zahlen das Bundesgesundheitsamts hervor. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will Betroffene nun mit einer Kampagne in die Krankenkassen zurückholen…“ Artikel bei RP online vom 13.02.2008 . Siehe dazu:
- Mehr Menschen ohne Krankenversicherung
„Die Zahl der Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung hat sich in den zurückliegenden Jahren deutlich erhöht. Anfang 2007 waren 211.000 Menschen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Vier Jahre zuvor seien es nur 177.000 gewesen, nach 145.000 im Jahr 1999. Nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums ist der Trend inzwischen aber gestoppt…“ Reuters-Meldung vom 7. Februar 2008 
- Rückkehr in die Versicherung. Wenn der Arztbesuch unbezahlbar wird
„Das Gesundheitsministerium startet eine Kampagne zur R ückkehr in die Krankenversicherung. Doch viele scheuen die hohen Nachzahlungen…“ Artikel von C. Schmitt und L. Gaede in der taz vom 14.02.2008 
Wie Technokraten eine gute Idee vermurkst haben. Die teure Rückkehr in die GKV
„Gesundheit ist teuer. Besonders teuer kommt sie jetzt Menschen zu stehen, die sie sich schon in der Vergangenheit nicht leisten konnten. Die Gesundheitsversicherungs-Pflicht erweist sich als ein derber Fehlschlag. Laut neuesten statistischen Zahlen von Ende August sind erst rund 43.000 Nichtversicherte in die gesetzliche Krankenversicherung zurückgekehrt. Für jene Menschen, die wegen Zahlungsschwierigkeiten aus der für Ältere und Kranke besonders teueren Privaten Krankenversicherung hinausgeworfen wurden, sehen die Zahlen sogar noch düsterer aus. Dabei schätzen die Sozialpolitik-Experten die Gesamtzahl der Betroffenen auf vier- bis neunmal so viele…“ Artikel von Jürgen Neitzel vom 09.09.2007 bei der HU-Ortsverband Marburg
Gesundheit und soziale Schicht
„Erstmals liegen für ein Bundesland detaillierte Erkenntnisse zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen vor. Die sozialen Ursachen und Folgen spielen dabei eine wichtige Rolle…“ Artikel von Thorsten Stegemann in telepolis vom 06.09.2007 
„Gesundheitsarmut“
„Eine Wortschöpfung, nun noch drastischer, aussagefähiger als das gesamte Scheingefecht der ach so um das „Wohl der Patienten“ bemühtem schwarz-roten Koalitionäre bis zur Verabschiedung der Gesundheitsreform im Bundestag. „Gesundheitsarmut“ – mit dieser Wortwahl charakterisierte Frau Professor Jutta Almendinger, Direktorin im „Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit“ unlängst den Treueschwur der Abgeordneten an die Wünsche und Lobbyisten der pharmazeutischen Industrie. Aber auch den Mitarbeitern der aufgeblasenen landesweit agierenden Verwaltungsbehörde mit dem standesdünkelhaften Namen „Kassenärztliche Vereinigung“ garantiert das „Reformwerk“ ein Überleben. Sie bleiben damit ein willfähriges Instrument des Staates, ein Relikt aus der Nazizeit, hoheitliche Interessen durchzusetzen…“ Artikel von Hans Horn
»Verantwortung wird auf uns abgewälzt«. Trotz »Gesundheitsreform« bleiben etwa eine Million Illegalisierte in Deutschland ohne medizinische Versorgung.
Interview von Kathrin Hedtke in junge Welt vom 08.02.2007 mit Burkhard Bartholome , Arzt und aktiv im Büro für medizinische Flüchtlingshilfe in Berlin
Von Patientenerlös und "erlösten" Patienten
Der Hauptstadtkongress Gesundheit befasste sich auch mit den Folgen von Nichtversicherung. Artikel von Ulrike Baureithel in Freitag vom 26.05.2006
Gesundheit und Globalisierung
„Das Alphabet der Globalisierung kennt viele Einträge. Die 11. Konferenz "Armut und Gesundheit" im November 2005 begann mit dem Eintrag A wie "Ausgrenzung" und endete mit dem Eintrag R wie "Ruhelos". Mit Projektpartnern aus Indien, Israel/Palästina, Großbritannien und Deutschland diskutierten wir über die Folgen der Privatisierungswelle im Gesundheitswesen, das Menschenrecht auf Gesundheit und die Vermarktung von Körper(teile)n sowie die Perspektiven einer internationalen Gesundheitsbewegung….“ Dokumentation des medico-Workshops Gesundheit & Globalisierung 
Krankenversicherung: Warten, bis der Notarzt kommt
„Immer mehr Menschen sind nicht krankenversichert. Beim Versuch, Sozialmissbrauch zu vermeiden, hat der Staat viele aus der Solidargemeinschaft gedrängt, die den Schutz dringend benötigen. Ein Team von Gesundheitsökonomen zeigt Alternativen auf. Ideallösung: eine „Versicherungspflicht für die gesamte Wohnbevölkerung“…“ Artikel mit weiterführenden Informationen aus Böckler Impuls 16/2005 der HBS. Siehe dazu auch die Grafik: Immer mehr Erwerbstätige sind ohne Krankenversicherung 
Zitat zum Thema: Deutsche Patientenverfügung (Muster)
"Ich, Erwin Mustermann, verfüge hiermit, daß an mir keine lebensverlängernden medizinischen Maßnahmen durchgeführt werden. Dies soll insbesondere gewährleistet werden durch...
- unzureichende ärztliche Betreuung
- unbezahlbare medizinische Versorgung
- Ablehnung von Therapien, Kuren und kostenintensiven Behandlungen...
...sowie durch alle anderen gesetzlich festgelegten Maßnahmen der aktiven Sterbehilfe
im Rahmen der Gesundheitsreform."
Aus: Der Deutsche Einheit(z)-Textdienst von Werner Lutz 5/2005
Wer arm ist, stirbt früher
Die Bundesrepublik leistet sich eine Zwei-Klassen-Medizin.
Dabei geht es nicht um das Einzelzimmer. Artikel
von Ute Andresen in ver.di-publik 06-07 2004 
Teilerfolg bei "Zuzahlungen Krankheitskosten"
Beschluss des OVG Niedersachsens vom 6. Mai 2004,
der einen Sozialhilfeträger zur Übernahme der Krankheitskosten
eines Sozialhilfeberechtigten Chronikers verpflichtet, wenn die
Kosten monatlich 2,96 € (1/12 der Belastungsgrenze) übersteigen
– das
Urteil bei BAG-SHI
Besser: nie mehr krank
Artikel
von Nadja Rakowitz über die Auswirkungen der Gesundheitsreform
ab 2004, erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische
Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 11-12/03
Projekt soziale Gerechtigkeit: Gesundheit
von unten
Appell zur Bildung lokaler Gesundheitsforen. Artikel
im medico Rundschreiben 3/2003.
Siehe auch: Gesundheit für alle. Die Millionen-Unterschriften-Kampagne
bei medico 
Medizin à la Aldi
"Ärztliche Versorgung muss billiger, zur
Privatsache darf sie nicht werden. Denn dann drohen vor allem im
Alter unterversicherte Patienten, die alle teuer zu stehen kommen.
Soll der im Regen an einer Kölner Straßenbahnhaltestelle
aufgelesene Obdachlose, an dessen eitrigen Füßen Haut
und Strumpfreste verwachsen sind, im Hyatt-Hotel übernachten?
Was soll künftig mit "hilflosen" Personen geschehen,
die laut Fallpauschalengesetz kein Recht auf einen Klinikaufenthalt
haben? Fragen, die auf den ethischen Kern der aktuellen Gesundheitsdebatte
zielen: Wahrt die Solidargemeinschaft dauerhaft ein Minimum an Gesundheitschancen
für alle?..." Artikel
von Harry Kunz in der taz vom 26.6.2003 
Lasst sie doch einfach verenden
Vorschläge zur Gesundheitsreform von Rainer Trampert
in jungle World 25 vom 11. Juni 2003
Resolution des Landesverbandes NRW des Sozialverbandes
Deutschland zum Gesundheitswesen
Resolution
auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Soziale Sicherungssysteme
bei attac |