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Updated: 09.05.2012 11:51

Überfälliger Streit um Exportnation „D“ als Lohndrücker

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Exportschlager Niedriglohnnew

Deutschlands restriktive Lohnpolitik dient als Vorbild für andere EU-Länder. Mit dem Wirtschaftsprogramm »Europa 2020« soll die Wettbewerbsfähigkeit der EU erhöht werden…“ Artikel von Axel Berger in der Jungle World Nr. 18, 3. Mai 2012 externer Link

EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten für das Jahr 2011

Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten im Jahr 2011 durchschnittlich 30,10 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Rang sieben. Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft zahlten 32 % mehr für eine Stunde Arbeit als im Durchschnitt der EU, aber 12 % weniger als zum Beispiel im Nachbarland Frankreich. Über einen längeren Zeitraum betrachtet nimmt Deutschland bei der Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft eine Sonderstellung ein: Zwischen 2001 und 2011 hatte Deutschland mit + 19,4 % den mit Abstand geringsten Anstieg der Arbeitskosten aller Mitgliedstaaten der EU. Zum Vergleich: In Frankreich sind die Arbeitskosten in diesem Zeitraum mit + 39,2 % mehr als doppelt so stark gestiegen…“ Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 24.04.2012 externer Link. Siehe dazu:

  • D wie Dumpinglohn
    Der Geist versteckt sich, wo niemand ihn vermutet. Am Dienstag gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden die durchschnittlichen Arbeits- und Lohnnebenkosten im EU-Vergleich bekannt und erwies sich damit einmal mehr als eine der letzten Bastionen von Vernunft und Aufklärung in der verblödeten Berliner Republik. Wie die Zahlen der Statistiker zeigen, sind die Bruttostundenlöhne und ihre sogenannten Nebenkosten in Deutschland keineswegs außergewöhnlich hoch, wie das seit Jahren von neoliberalen Propagandisten behauptet wird…“ Kommentar von Jörn Boewe in junge Welt vom 25.04.2012 externer Link

Ein Mindestlohn für alle EU-Bürger

Athen, aktuell ein symbolischer Ort: Vom 16. bis 19. Mai 2011 hielt der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hier seinen ersten Kongress seit Ausbruch der Krise - in dem Euroland, das von den Sparzwängen am stärksten gebeutelt ist. Die Delegierten wollten ihre Solidarität mit dem griechischen Volk durch ein gesamteuropäisches Konzept für Gegenmaßnahmen zum Ausdruck bringen. Deshalb formulierten sie eine gemeinsame Strategie, die eine Alternative zu der Lohnangleichung "nach unten" bieten sollte. "Sie haben den Rubikon überschritten. Jetzt geht es darum, die Sparpläne der Kommission zu durchkreuzen", erklärte Cándido Méndez, der scheidende Präsident der spanischen Arbeiterunion (UGT). Da ein Sozialabbau auf breiter europäischer Front drohe, schlugen die griechischen Delegierten vor, ihr Land als "Versuchslabor" für Gegenstrategien zu nutzen. Einer von ihnen erklärte: "Die Therapie ist schlimmer als die Krankheit. Wir müssen die herrschende Lehre der Europäischen Zentralbank mit ihrer Schocktherapie bekämpfen und mit dem Dogma der Wettbewerbsfähigkeit brechen. Lohnangleichung ja, aber nach oben!" Von der anderen Seite des "Europas der zwei Geschwindigkeiten" kam die Wortmeldung eines Delegierten der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di: "Der Export des ,Modells Deutschland' verschlimmert die Situation." Und ein Repräsentant des DGB ließ keinen Zweifel daran, dass "wir auch in Deutschland handeln müssen, nicht nur in Griechenland". Die Gefahr, dass "unsere Nachbarn zu Gegnern werden", beschwor ein polnischer Solidarnosc-Vertreter. In Europa gibt es zwar einen gewerkschaftlichen Konsens darüber, dass der chronische Rückgang der Löhne bekämpft werden und die Löhne das zentrale Thema des Eurosyndikalismus sein müsse. Aber wie das gehen soll, weiß noch keiner. Angesichts der Lohndisparitäten innerhalb der EU und der Tatsache, dass es in manchen Ländern keinerlei Lohnuntergrenzen gibt, drängt sich eine logische Forderung auf: die nach dem europäischen Mindestlohn. Die Debatte darüber ist für die Kongressteilnehmer allerdings ein Minenfeld…“ Artikel von Anne Dufresne in Le Monde diplomatique vom 10.2.2012 externer Link

Beschäftigungsbericht 2012: ILO gibt deutschen Löhnen schuld an Euro-Krise

Deutschland trägt nach Ansicht der Internationalen Arbeitsorganisation eine Mitschuld an der Euro-Krise: Der geringe Lohnzuwachs habe den deutschen Exporteuren Wettbewerbsvorteile verschafft - und so die europäischen Volkswirtschaften unter Druck gesetzt…“ Artikel in Spiegel online vom 24.01.2012 externer Link. Siehe dazu:  “Global Employment Trends 2012: Preventing a deeper jobs crisis” bei der ILO externer Link

IMK u.a.: Deutsche Arbeitskosten: Eine Quelle der Instabilität im Euro-Raum

Arbeitskosten die einzige Stellschraube im gemeinsamen Währungsraum zur "Steigerung" der nationalen Wettbewerbsfähigkeit. Kommentierte Presseschau von Volker Bahl vom 13.12.2011

Lohndumping, Hightech und Krise

Das angebliche deutsche "Erfolgsmodell" verdankt sich sinkenden Lohnstückkosten, aber die allgemein steigende Arbeitsproduktivität führt nicht nur in der Euro-Zone zur Krise des Kapitalismus…“ Artikel von Claus Peter Ortlieb in telepolis vom 13.12.2011 externer Link

Relatives Billiglohnland. EU-Vergleich: Weiter niedrige Lohnkosten in Deutschland

In Deutschland stiegen die Arbeitskosten 2010 so wenig wie sonst nur in den Krisenstaaten Irland und Griechenland. Seit Jahren setzt sich diese Entwicklung fort, die der Konjunkturforscher Gustav Horn für eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Währungskrise hält…“ Artikel von Velten Schäfer im ND vom 13.12.2011 externer Link

Debatte Gewerkschaften: Wir brauchen eine neue Lohnpolitik

Die Gewerkschaften könnten helfen, den Euroraum zu stabilisieren. Doch in Deutschland sind sie schon im Inland zu schwach. Von Europa nicht zu reden…Artikel von Dierk Hirschel und Klaus Busch in der taz vom 10.10.2011 externer Link. Aus dem Text: „… Die Gewerkschaften könnten beim notwendigen Abbau der Ungleichgewichte eine wichtige Rolle spielen. Eine europäisch abgestimmte Lohnpolitik hätte die Entstehung arbeitskostenbedingter Wettbewerbsverzerrungen vermeiden können. Dafür hätten die nationalen Tarifpolitiken aber mindestens den verteilungsneutralen Spielraum (Inflation plus Produktivitätszuwachs) ausschöpfen müssen. Deutschland hat als größte Volkswirtschaft des Eurolandes diese Zielmarke fast immer verfehlt. (…) In vielen unserer Nachbarstaaten waren die Gewerkschaften dank höherer Tarifbindung, Mindestlöhnen und geringerer Arbeitslosenquoten durchsetzungsstärker als hierzulande. Diese Zeiten sind vorbei: Und das nicht nur wegen der schlechteren Konjunkturlage. In den südeuropäischen Schuldnerländern verhängt die Troika ein Lohndiktat. Sie verlangt Lohnkürzungen im öffentlichen Sektor. Darüber hinaus werden die Arbeitsmärkte weiter dereguliert. Zudem haben Merkel und Sarkozy ihre neoliberalen Politikrezepte in einen Euro-Plus-Pakt geschrieben. Folgen die nationalen Regierungen diesen Empfehlungen, dann sind die Tarifautonomie und die lohnpolitische Gestaltungsfähigkeit der europäischen Gewerkschaften am Ende…“ Siehe dazu im LabourNet: Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > europäische Tarifpolitik

Löhne in der EU: Frankreich überholt Deutschland

Ihre Wettbewerbsfähigkeit verdanken deutsche Unternehmen vor allem der Lohnzurückhaltung. Im EU-Vergleich ist Deutschland bei Arbeitskosten auf den fünften Platz gerutscht. Die Sozialabgaben liegen sogar unter EU-Durchschnitt…“ Artikel von Eva Roth in der FR online vom 11.4.2011 externer Link. Kommentar von Volker Bahl: „Die Überschrift "Frankreich überholt (bei den Löhnen) Deutschland" ist daher schon etwas irreführend, weil dies schon längerfristig der Fall war. Es sei nur daran erinnert, dass die französische Wirtschafstministerin Lagarde das schon moniert hatte (http://www.labournet.de/diskussion/eu/sopo/lohn_bahl.html). Deshalb kommt das IMK bei seiner Berechnung der Arbeitskosten und den Lohnstückkosten (!) im europäischen Vergleich zu dem Ergebnis: "Zurückhaltende Lohnentwicklung in Deutschland destabilisiert Euroraum. - Diese "Ungleichgewichte" sind mitentscheidend für die Krise im Euroraum." (http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_60_2011.pdf externer Linkpdf-Datei)“

Deutsche Arbeitskosten und Lohnstückkosten im europäischen Vergleich - Auswirkungen der Krise

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, die 2008 einsetzte, hat den Anstieg der Arbeitskosten (je Stunde) in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Europäischen Union gebremst. Zwar sind in Deutschland die Kosten für den Produktionsfaktor Arbeit (je Stunde) Ende 2008 krisenbedingt sprunghaft angestiegen, seither stagnieren sie aber. Per Saldo fiel damit ihr Zuwachs wieder geringer aus als im europäischen Durchschnitt – eine Entwicklung, die bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war….“ IMK Report 60 vom März 2011 von Torsten Niechoj, Ulrike Stein, Sabine Stephan und Rudolf Zwiener externer Link pdf-Datei

Eurozone weiter unter deutschem Lohndruck

Deutschland untergräbt weiter die Wettbewerbsfähigkeit seiner europäischen Nachbarn. Die Lohnstückkosten liegen innerhalb der Eurozone in keinem Land niedriger als in Deutschland. Und das mit deutlichem Abstand…“ Artikel von und bei Thorsten Hild vom 29.12.2010 externer Link

Das „Modell Deutschland“ geht gestärkt aus der Krise: Grund zum Feiern?

Artikel von Christoph Scherrer vom 6. Dezember 2010 in der DGB-Gegenblende externer Link. Aus dem Text: „…Der Kern des „Modell Deutschland“, die enge Kooperation zwischen Kapital, Arbeit und Staat zugunsten der Exportwirtschaft, wurde in der Krise gestärkt. Der Erfolg dieses korporatistischen Krisenmanagements könnte jedoch zum Untergang des Modells beitragen, und zwar indem seine Exporterfolge die Industrien der europäischen Nachbarn verdrängt, da diese sich im Zeitalter des Euros nicht mehr durch Währungsabwertungen schützen können. (…) Aus einer postkeynesianischen Perspektive ist diese merkantilistische Strategie dauerhafter Handelsbilanzüberschüsse eine Art, sich auf Kosten der Nachbarn zu bereichern. Sie zielt darauf ab, das eigene Wachstum und Beschäftigungsniveau auf Kosten anderer Länder zu erhöhen. Und aufgrund dessen, dass dauerhafte Defizite nur durch Schuldenaufnahme im Ausland finanziert werden können, kann eine solche merkantilistische Politik andere Länder in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Zudem dämpft sie global die Nachfrage und begünstigt wirtschaftliche und politische Instabilität. Letztlich sind die von Deutschland ausgehenden deflationären Tendenzen und die Zahlungsbilanzprobleme und/oder Haushaltsdefizite der anderen Länder zwei Seiten derselben Medaille….“

Exporte um jeden Preis? Zur Diskussion um das deutsche Wachstumsmodell

Der deutsche Drang nach Exportüberschüssen ist problematisch, für das Land selbst und seine europäischen Nachbarn. Zu kritisieren ist vor allem die ihnen zugrunde liegende Lohn- und Wirtschaftspolitik, denn die Überschüsse wurden maßgeblich durch geringe Lohnsteigerungen und ein Zurückbleiben staatlicher Ausgaben begünstigt. Folge war einerseits ein Anstieg der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, andererseits eine Schwächung der Binnendynamik und des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Diese Politik schadete zugleich den Euro-Mitgliedsländern. Diese weisen spiegelbildlich einen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit, steigende Handelsdefizite und eine zunehmende Auslandsverschuldung auf. Statt einer überzogenen Sparpolitik, die die Verschuldungskrise weiter verschärft, bräuchten diese Länder neue Wachstumsimpulse über Außenhandelsüberschüsse zum Abbau ihrer hohen gesamtwirtschaftlichen Schuldenquoten…Artikel von Heike Joebges als Wiso-Direkt der Friedrich-Ebert-Stiftung vom Oktober 2010 externer Link pdf-Datei

Lagard (Frankreich) und die Lohnentwicklung in Deutschland und Frankreich: Im Schatten des deutschen Exportwunders - Vor einer Diskussion im Ecofin-Rat

Oder auch die begründete Erwartung, dass die "ökonomischen Ungleichgewichte" in der EU Beachtung finden. Kommentierte Presseschau von Volker Bahl vom 21.10.2010

Lohndrücker Deutschland

Nun kommt sogar Druck aus der EU-Kommission: Die deutsche Lohnentwicklung schade den anderen EU-Ländern. Selbst Wirtschaftsminister Brüderle fordert plötzlich „kräftige Lohnerhöhungen“. Das sind jedoch bloße Lippenbekenntnisse, solange Menschen immer noch durch die Arbeitsmarktgesetze gezwungen werden, für Hungerlöhne zu arbeiten…“ Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 20/2010 von ver.di externer Link pdf-Datei

Das Spardiktat. Berlin will Exportgewinne auf Kosten anderer Euroländer zu verstetigen

Begleitet von Protesten in mehreren europäischen Staaten verschärft Berlin den Druck zur Durchsetzung seines Spardiktats für die gesamte Eurozone. Wie es in einem Maßnahmenpaket heißt, das die EU-Kommission am vergangenen Mittwoch vorlegte, sollen Euroländer, die die sogenannten Stabilitätskriterien nicht penibel einhalten, weit schärfer als bisher sanktioniert werden…“ Artikel von Hans Georg in NRhZ-Online externer Link - Neue Rheinische Zeitung - Online-Flyer vom 06.10.2010

Währungsstreit: Lohnkosten werden zur Waffe

Die Euro-Staaten sollten in Sachen Währung nicht ständig auf China einprügeln. Glaubwürdiger wäre, sich zuerst die Deutschen vorzunehmen. Die treiben ein ähnliches Spiel…“ Kommentar von Friederike Spiecker in der FTD vom 19.10.2010 externer Link

Kritik an der Exportnation: Juncker wirft Deutschland "Sozialdumping" vor. Der Premierminister warnt: "Der Euro-Motor kommt aus dem Takt"

„Deutschland hat die Krise im Geiste schon abgehakt. Weil die ganze Welt Mercedes, Audi und BMW bestellt, brummt der Export im Nachbarland. Doch schon regt sich Unmut: Nach der französischen Wirtschaftsministerin kritisiert auch Premier Jean-Claude Juncker deutsches "Sozialdumping"…Artikel von Volker Bingenheimer in der Internet-Zeitung des "Luxemburger Wort" vom 11.08.2010 externer Link Siehe dazu auch: Diskussion > EU > Europäische Wirtschaftspolitik

Lohnentwicklung: Wirtschaftsmacht dank Mäßigung

„Im Ranking der OECD-Staaten findet sich Deutschland nicht in der Top Ten der Einkommensliga wieder, die Deutschen verdienen heute im Durchschnitt real weniger als vor zehn Jahren. Doch das ist kein Grund zum Klagen: Vor allem der früher nicht existente Niedriglohnsektor boomt…Artikel von Axel Schrinner im Handelsblatt vom 27.07.2010 externer Link. Aus dem Text: „… Die Lohnzurückhaltung in Deutschland ist im Kreise der Industrienationen geradezu einmalig. So lagen die deutschen Arbeitnehmer im Ranking der OECD-Staaten mit einem Durchschnittseinkommen von 37 900 Euro im Jahr 2000 noch auf Platz sechs. Ein Jahrzehnt später ist das Durchschnittseinkommen der Deutschen zwar um 14 Prozent auf gut 43 000 Euro gestiegen - aber mit diesem Gehaltsniveau finden sich die Deutschen nicht einmal mehr in den Top Ten der OECD-Einkommensliga wieder. Österreich, Frankreich, Irland, Belgien, Niederlande und Dänemark sind an Deutschland vorbeigezogen, das nun Rang elf belegt. Norwegen löste die USA als Spitzenreiter ab. Im Schnitt verdiente 2009 jeder Norweger 42 Prozent mehr als jeder Bundesbürger. (…) Einen weiteren Beleg für die deutsche Lohnzurückhaltung bietet die Analyse des Volkseinkommens: Von 2000 bis 2009 legten die Arbeitnehmerentgelte in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung um insgesamt elf Prozent zu. Dagegen stiegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen im selben Zeitraum um 37 Prozent. Klammert man den Einbruch des Jahres 2009 aus, beträgt das Plus nicht weniger als 56 Prozent…“

Hat Deutschland Schuld an der Euro-Krise?

Die Deutschen setzen auf Export – und machen mit dem Ausland glänzende Geschäfte. Egoistisch und katastrophal, schimpfen die Nachbarn der Euro-Zone…“ Artikel vom 15.03.2010 in Focus online externer Link

WSI: Lohnentwicklung in Europa droht deutliche Abschwächung - Europäischer Tarifbericht in den WSI Mitteilungen

„Im Jahr 2009 sind die Tarflöhne in der Eurozone durchschnittlich um 2,6 Prozent angestiegen. Der Tariflohnzuwachs lag damit deutlich unterhalb der Steigerungsrate von 3,2 Prozent, die im Boomjahr 2008 erzielt wurde, aber oberhalb der Vorjahre 2007 (2,1 Prozent) und 2006 (2,3 Prozent). Zu diesem Ergebnis gelangt der neue Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung in der aktuellen Ausgabe der WSI Mitteilungen. Deutschland lag mit einer Tariflohnsteigerung von 2,6 Prozent im europäischen Mittelfeld. (..) "Die aktuelle Krise in Europa hängt nach Ansicht des Autors des Europäischen Tarifberichtes Dr. Thorsten Schulten auch mit der höchst ungleichen Lohnentwicklung innerhalb des letzten Jahrzehnts zusammen. So ist der EZB-Indikator für die preisliche Wettbewerbsentwicklung , der auf der Basis der Lohnstückkosten berechnet wird, zwischen 1999 und 2009 für Deutschland um 13,5 Prozent gestiegen . Damit hat sich die Position der deutschen Exportwirtschaft gegenüber allen anderen europäischen Ländern deutlich verstärkt - besonders unter dem gemeinsamen Dach des Euro unausweichlich "hart" für die anderen…Pressemitteilung vom 15.4.2010 externer Link Siehe dazu: Der Europäische Tarifbericht in den WSI Mitteilungen 4/2010 externer Link pdf-Datei

Die Null im Kopf

Die Lohnzurückhaltung deutscher Gewerkschaften ist mitverantwortlich für die Ungleichgewichte in Europa. Deutschland vermittelt auf gewisse Weise den Eindruck einer Suizidsekte. Kolumne von Wolfgang Münchau in der FTD vom 06.04.2010 externer Link

Streit um Exportnation: DGB d'accord mit französischer Deutschland-Kritik

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) teilt die Kritik der französischen Regierung an der deutschen Exportstärke: Frankreich und andere Staaten werfen der Bundesregierung vor, auf Kosten anderer Länder zu wachsen – begünstigt durch niedrige Löhne. Nun fordert der DGB ein Ende des Niedriglohn-Sektors…“ Artikel in Die Welt online vom 15. März 2010 externer Link.

Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen

Die Kritik an Deutschland wird lauter – Lohndumping und Leistungsbilanzüberschüsse der Deutschen stehen einer gesunden Eurozone im Weg. Artikel von Jens Berger in telepolis vom 16.03.2010 externer Link

Mein Überschuss ist dein Defizit

Kommentar zum Export von Robert von Heusinger in der FR vom 13.03.2010 externer Link

Neuer europäischer Arbeitskostenvergleich des IMK: Deutsche Arbeitskosten 2008 nur gering gewachsen - krisenbedingter Anstieg der Lohnstückkosten verkraftbar

Deutschland liegt bei den Arbeitskosten für die Privatwirtschaft mit einem Wert von 28,50 Euro pro Arbeitsstunde weiterhin im Mittelfeld der europäischen Staaten - an achter Stelle. Trotz einer etwas kräftigeren Lohnentwicklung sind die deutschen Arbeitskosten im Jahr 2008 wie in den Vorjahren deutlich langsamer gestiegen als im Durchschnitt von EU und Eurozone. Damit steigerte Deutschland nochmals seine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dieser Trend zeigt sich seit rund einem Jahrzehnt sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor. Die Lohnstückkosten, welche die Arbeitskosten in Relation zur Produktivitätsentwicklung setzen, stagnierten in der Bundesrepublik zwischen 1998 und Mitte 2008 sogar, während sie in EU-Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Polen, Spanien oder Dänemark um 20 bis 35 Prozent gestiegen sind…“ Pressemitteilung vom 30.11.2009 externer Link. Siehe dazu:

  • Deutsche Arbeitskosten im europäischen Vergleich: Nur geringer Anstieg
    IMK Report vom Dezember 2009 externer Link pdf-Datei von Heike Joebges, Camille Logeay, Simon Sturn, Rudolf Zwiener
  • Arbeitskosten: Deutschland wird wettbewerbsfähiger
    Der Standort Deutschland kann es mit seinen europäischen Wettbewerbern aufnehmen. Die Arbeitskosten steigen langsamer als in anderen Ländern…Artikel von Thomas Öchsner in Süddeutsche Zeitung vom 30.11.2009 externer Link
  • Kommentar von Volker Bahl-Benke gegenüber der LabourNet-Redaktion: „Diese Meldung ist insoweit "verkürzt", weil Deutschland unter dem Dache des Euro schon seit rund zehn Jahren sich mit seinem "Lohndumping" als Exportweltmeister gegen die "anderen" profiliert hatte. Nun soll - bei anhaltender Schwäche der deutschen Gewerkschaften - dieses die "ökonomischen Ungleichgewichte" verschärfende Spiel weitergetrieben werden - auf Kosten der anderen, die Dank ihrer höheren Löhne die deutschen Waren kaufen können. Es wird sicher eine Frage der Zeit sein, ob die "anderen" ,dem für sie so destruktiven Ziel der deutschen Kanzlerin weiterhin als "Exportweltmeister" agieren zu wollen, entgegentreten werden. - Heiner Flassbeck wagte ja einmal die Prognose, das wird den Euro "sprengen".“

Makroökonomie: Koordinierte Politik für Europas Löhne

Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, wie wichtig international abgestimmte makroökonomische Politik ist. Vorhandene Ansätze zu einer dauerhaft besseren Kooperation in der EU könnten ausgebaut werden. Die Lohnentwicklung in den Euroländern solle sich idealerweise “stabilitätsorientiert, verteilungs- und wettbewerbsneutral am länderspezifischen Produktivitätswachstum sowie am Preisziel der EZB” orientieren. Frühere Verletzungen dieser Regel müssten korrigiert werden. Denn die lange vorherrschende Ansicht, es komme nur auf Strukturreformen an, nicht jedoch auf “makroökonomische Gestaltung”, sei durch die aktuelle Krise widerlegt…“ Böckler Impuls 15/2009 externer Link

Deutschland als "Spielverderber" für ein europäisches Sozialmodell - und kein Weg zum solidarischen "Nordischen Modell"?

Wenn Deutschland sich durch eine massive Lohndumpingstrategie zum Exportweltmeister - noch dazu unter dem gemeinsames Dach des Euro - aufschwingt, verstärkt es mit seinen Leistungsbilanzüberschüssen auf der eine Seite die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft, die jetzt in der Krise zu einer Lösung drängen. Auf der anderen Seite jedoch übt dieses Lohndumping enormen Druck auf alle lohnpolitisch gefestigteren Systeme aus, die die Verteilungsspielräume ökonomisch angemessen ausschöpfen können - wie z.B. im Nordischen Modell -, während in Deutschland das Lohnniveau weiterhin klar unter dem Preis- und Produktivitätszuwachs blieben…“ Artikel von Volker Bahl vom April 2009. Es handelt sich um eine Aktualisierung des Beitrags

  • Europäisches Sozialmodell - aber wie? Eine Politik der Gleichheit
    Vorstoß zu der Kernfrage eines Gleichgewichts im Sozialen: starke Gewerkschaften. Nur wem gelingt es die Gewerkschaften stark zu machen - etwa der Politik? Artikel von Volker Bahl vom Juli 2008

Droht eine europäische Lohnsenkungsspirale?

„In der gesamten EU sind die gesamtwirtschaftlichen Lohnkosten pro Umsatzeinheit (reale Lohnstückkosten) von 2000 bis 2006 um 2,5 % gesunken, in Deutschland dagegen um 7,5 %. Die Frage ist, wie es sich auswirken würde, wenn diese Lohnzurückhaltung im Zeichen des Standortwettbewerbs in der gesamten EU nachvollzogen würde, angesichts ihres deutlichen negativen Einflusses auf die Binnennachfrage in den Mitgliedstaaten. Bislang beschränken Belgien, Dänemark, die Niederlande, Schweden und das Vereinigte Königreich ihre verstärkte Lohnzurückhaltung auf den Bereich ihrer Industrie. Das fördert den Export, ohne die Binnennachfrage wesentlich zu beeinträchtigen. Solange die deutsche Lohnzurückhaltung von den europäischen Standortkonkurrenten nicht nachvollzogen wird, stärkt sie die deutschen Exporte, allerdings ohne den erhofften positiven Einfluss auf die deutsche Beschäftigung. Wenn aber die gesamtwirtschaftliche Lohnzurückhaltung in der gesamten EU Schule machen würde, dann verschwänden die europäischen Exportvorteile Deutschlands, während die gesamte europäische Binnennachfrage geschwächt würde, was die deutschen EU-Exporte zusätzlich beeinträchtigen würde. Insgesamt wäre das Ergebnis einer europäischen Lohnzurückhaltung schädlich für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland wie in der gesamten EU…Studie von Thomas von der Vring bei der Friedrich Ebert Stiftung externer Link pdf-Datei

Die Lohn- und Arbeitsbedingungen-Dumper Europas – immer noch…

  • Vergleich: Deutsche arbeiten länger als die meisten Europäer
    Die Deutschen arbeiten viel länger als Beschäftigte in anderen Ländern. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit liegt bei 41,1 Stunden. Damit belegt Deutschland den vierten Platz unter den 27 EU-Ländern. In einigen Nachbarländern wird deutlich weniger geschuftet. Und im öffentlichen Dienst geht es ruhiger zu als in der Industrie.
    Die Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten immer länger. Im vergangenen Jahr lag die tatsächliche Wochenarbeitszeit bei 41,1 Stunden – 3,3 Stunden mehr als 2003. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit einen Spitzenplatz. Dies geht aus einer neuen EU-Studie für die 27 Mitgliedstaaten hervor
    …“ Artikel von Christoph B. Schiltz in Die Welt vom 15. September 2008 externer Link. Siehe dazu:
  • Tatsächliche Wochenarbeitszeiten in EU-Europa - und auf dem Papier
    Kommentar von Reinhold Schramm vom 15.09.2009 pdf-Datei mit der Tabelle „Wochenarbeitszeiten in der Europäischen Union und auf dem Papier“
  • In Deutschland wachsen EU-weit die Arbeitskosten am geringsten
    In Deutschland wird länger als im EU-Durchschnitt gearbeitet, während die Löhne geringer steigen und die Zahl der Arbeitsplätze nicht mehr als durchschnittlich wuchs..“ Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 15.09.2008 externer Link
  • Arbeitskosten in der Eurozone um 2,7% gestiegen
    „Zusammenfassung: Die Arbeitskosten pro Stunde sind in der Eurozone (EZ15) im zweiten Quartal 2008 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal nominal um 2,7% gestiegen. Im vorigen Quartal betrug der Anstieg 3,5%. In der EU27 lag die jährliche Steigerungsrate im zweiten Quartal 2008 bei 3,4%, nach einem Anstieg um 4,4% im vorangegangenen Quartal…“ Deutsche Pressemeldung von Eurostat vom 15. September 2008 externer Link pdf-Datei

Deutschland unterhält größten Niedriglohnsektor der EU und mißachtet damit die Europäische Sozialcharta

Ein Besucher unserer Website, der ungenannt bleiben möchte, hat uns ein Papier zur Verfügung gestellt, in dem er nachweist, dass die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem ausufernden Niedriglohnsektor eindeutig das in der Europäischen Sozialcharta festgeschriebene Recht auf ein gerechtes Arbeitsentgelt konterkariert. Wir übernehmen dieses Papier in redigierter Form…“ Artikel vom 20. März 2008 bei forced labour externer Link

IG BAU - Lohndumping auch ohne Osterweiterung

Interview von Gerhard Klas mit Frank Schmidt externer Link, Fachreferent für Grundsatzfragen, Internationales und Arbeitskräftemigration in der SoZ Nr.10 vom 10.05.2001. "Der IG-BAU-Chef und SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Wiesehügel will im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung "dem ausbeuterischen Treiben der Menschenhändler" Einhalt gebieten. Sind die IG-BAU-Forderungen nach Einschränkung der Niederlassung von mindestens zehn Jahren für Arbeitskräfte und Dienstleistungsunternehmen aus den Beitrittsländern das geeignete Mittel? (...)"

siehe auch

Euro-Krise

Euro-Krise und Gewerkschaften

Europäische Wirtschaftspolitik

Entlohnung

Europäische Tarifpolitik ist ein Schwerpunkt unter Diskussion: Gewerkschaftsstrategien

Tariftreuegesetz unter Diskussion > Wipo > Tarifpolitik der Wirtschaft und Politik

Mindestlöhne in der Europäischen Union unter Diskussion: (Lohn)Arbeit: Realpolitik

Die "Initiative von Doorn"


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