Home > Diskussion > Arbeitsalltag: Arbeitszeit > Arbeitszeitflexibilisierung
Updated: 17.09.2007 12:02

Arbeitszeitflexibilisierung

updated = updated  externer Link = externer Link  pdf-Datei = pdf-Datei

Augen auf beim Zeitverleih! new

Artikel von Haidy Damm im Neues Deutschland vom 14.09.2007 externer Link. Aus dem Text: „…Das Interesse der Arbeitgeber ist klar, sie wollen Bedarfsschwankungen flexibel ausgleichen. Untersuchungen gehen davon aus, dass in etwa sieben Prozent aller Betriebe Langzeitkonten eingerichtet wurden. Nun hat die Hans-Böckler-Stiftung untersucht, wie sicher diese Vereinbarungen im Falle einer Insolvenz des Betriebes sind. Was passiert mit den vielen Stunden, die eine Arbeitnehmerin auf einem solchen Konto gesammelt hat, vielleicht weil sie nicht erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen will?..."

Arbeiten, wenn andere frei haben - Nacht- und Wochenendarbeit im europäischen Vergleich

In knapp der Hälfte aller europäischen Betriebe mit mindestens 10 Beschäftigten wird auch nachts, am Wochenende oder zu wechselnden Zeiten gearbeitet. Am meisten verbreitet sind Samstagsarbeit und wechselnde Arbeitszeiten, z.B. Schichtdienst. Die Verbreitung derartiger „unüblicher“ Arbeitszeiten ist je nach Land verschieden. Schweden, Großbritannien und Finnland liegen hier an der Spitze. Deutschland liegt bei allen Indikatoren im oberen Mittelfeld. Unübliche Arbeitszeiten sind prozentual häufiger im Dienstleistungsbereich vertreten als im produzierenden Gewerbe. Manager in Betrieben mit einem vergleichsweise hohen Anteil an unüblichen Arbeitszeiten haben stärker mit Personalproblemen wie Krankheit, Motivationsverlust und Fluktuation zu kämpfen. Dies ändert sich nach Einschätzung der Manager auch dann nicht, wenn Arbeitszeitmodelle eingeführt werden, die den Beschäftigten größere Gestaltungsmöglichkeiten einräumen…“ Ergebnisse der Studie von Angelika Kümmerling externer Link pdf-Datei am Institut Arbeit und Qualifikation im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen

40 Prozent aller Beschäftigten haben "extrem flexible" Arbeitszeiten

"Nur noch für knapp 13 Prozent der Beschäftigten in Deutschland gilt die klassische "Normalarbeitszeit", das heißt, sie arbeiten zwischen 35 und 42 Stunden, von montags bis freitags ohne Schichtdienst, Überstunden oder Gleitzeit. Seit 1989 hat sich diese Quote halbiert. Das zeigt eine Analyse der Arbeitszeitforscher Dr. Hartmut Seifert, Dr. Hermann Groß und Georg Sieglen. "Flexible Arbeitszeitmuster haben die Oberhand gewonnen", resümieren die drei Experten aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, von der Sozialforschungsstelle Dortmund und aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen…“ Pressemitteilung des WSI vom 07.05.2007 externer Link. Weitere Informationen und Infografik im Böckler Impuls 8/2007 externer Link pdf-Datei

Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche

Das Gros der Bundesländer will an Werktagen die Ladenöffnungszeiten freigeben. Das wird bestehende Trends verstärken: Atypische Arbeitszeiten entwickeln sich zur Norm. Mehr als jeder zweite Beschäftigte in Deutschland arbeitet mittlerweile nachts, am Wochenende oder in Wechselschichten. Hartmut Seifert, Leiter des WSI, beobachtet seit Jahren eine Ausweitung atypischer Arbeitzeiten. Selbst in Branchen wie dem Kredit- und Versicherungsgewerbe, wo Arbeit außerhalb der Bürozeiten lange Zeit die Ausnahme war, macht sich dieser Trend bemerkbar…“

Arbeitszeitkonten

  • Verhandlungsergebnis der IG Metall Baden-Württemberg pdf-Datei mit Südwestmetall zu den Themen Flexible Arbeitszeitkonten und Langzeitkonten vom 24.2.2005. Als bedenklich sind insbesondere folgende Paragrafen einzuschätzen:
    7.7.1.1: "das flexible Arbeitszeitkonto dient dem Ausgleich betrieblicher Auslastungsschwankungen..."
    7.7.1.5.2: "In Betrieben mit bis zu 500 Beschäftigten kann, soweit keine flexiblen Arbeitszeitkonten bestehen, ein der fehlenden Kapazität entsprechendes Arbeitszeitvolumen vereinbart werden, indem die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden verlängert wird. Diese zusätzliche Arbeitszeit wird ohne Mehrarbeitszuschläge ausgezahlt."
  • Arbeiten - lieber geregelt als flexibel. Studie zeigt, warum Beschäftigte Zeitkonten bisher so wenig nutzen. “Flexible Arbeitszeiten sind derzeit hoch im Kurs. Politiker fordern sie, damit Beschäftigte Beruf und Familie besser vereinbaren können. Unternehmer rufen nach ihnen, um in Zeiten wirtschaftlicher Flaute nicht unausgelastete Mitarbeiter beschäftigen zu müssen. In der Praxis stößt die Flexibilisierung von Arbeitszeiten dagegen an ihre Grenzen. Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass Arbeitszeitkonten von den Beschäftigten bisher nur sehr zögerlich genutzt werden. ..“ WZB-Pressemeldung vom 16.2.04 externer Link.
  • Mär von der neuen Freiheit. Auf einer Tagung in Berlin wurden Auswirkungen von Arbeitszeitkonten und flexibler Arbeitszeit analysiert. Artikel von Tilo Gräser in junge Welt vom 23.02.2004 externer Link
Mikrozensus 2002: "Atypische" Arbeitszeiten sind längst üblich
  • "Das bisherige Normalarbeitsverhältnis wird weiter unterhöhlt. Dazu tragen vor allem die Ausbreitung von befristeter und Teilzeitbeschäftigung bei. Auch der Anteil Scheinselbstständiger ist weiter gewachsen. Wochenend-, Nacht- und Schichtarbeit sind auf dem Vormarsch und gehören heute schon zur Normalität. Und immer noch sind überdurchschnittlich viele Ältere ab 55 Jahren arbeitslos. Das sind einige Ergebnisse des aktuellen, kürzlich veröffentlichten Mikrozensus 2002...." Bericht in Arbeit & Ökologie-Briefe 7 vom Juli 2003 externer Link
  • Ergebnisse des Mikrozensus 2002 externer Link
Abweichende Zeitwünsche ernstnehmen Flexibilisierung auf dem Vormarsch: Die klassische Regelarbeitszeit wird immer mehr zur Ausnahme

Nur noch etwa jede/r siebte Beschäftigte in Deutschland hat eine "normale" Arbeitszeit. Rund 86% der Beschäftigten dagegen haben irgendeine Form flexibler Arbeitszeit. Das zeigt eine im Auftrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums vorgenommene repräsentative Untersuchung. Die Zusammenfassung der Untersuchung ist erschienen in: ARBEIT & ÖKOLOGIE-BRIEFE Heft 24/1999, 1. Dezember 1999

siehe auch

Arbeitszeit und Gewerkschaften

Arbeitszeitver- längerung? Hier auch: Pilotabschluss Siemens und Proteste

Arbeitszeit- verkürzung

Arbeitszeit in Frankreich

Ladenschlußdebatte

Überstunden

Vertrauensarbeitszeit und Arbeit ohne Ende

Zeitgedicht. Ein Plakat aus der Plakatausstellung des Projektes »Plakate zur Wiederaneignung und Verteidigung des Lebens« mit Informationen zur Ausstellung und weiteren Plakaten


Home | Impressum | Über uns | Kontakt | Fördermitgliedschaft | Newsletter | Volltextsuche
Branchennachrichten | Diskussion | Internationales | Solidarität gefragt!
Termine und Veranstaltungen | Kriege | Galerie | Kooperationspartner
AK Internationalismus IG Metall Berlin | express | Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken
zum Seitenanfang