Neueste Informationen für Betroffene von der Maatwerk-Pleite:
Wahrscheinlich wird am 01.04. über das Insolvenzverfahren entschieden,
so dass Mitte April Insolvenzgeld (oder Vorschuß) gezahlt wird. Der
Anspruch gilt dann vom 01.01. an. Anspruch auf Alg oder Alh hat man aber nur,
wenn man von seinem Zurückhaltungsrecht Gebrauch macht. Das muss man
schriftlich tun und ab dem Tag steht man dem AA dann zur Verfügung. (ohne
Gewähr!) Siehe dazu auch: Insovenz und Zahlungsverzug bei Lohn und Gehalt.
Was tun? Link
zum Ratgeber von Rolf Winkel in metall 3/2004
„Maatwerk-Leiharbeiter können Tätigkeit fortsetzen“
(???) „Von der Maatwerk-Pleite betroffene Personen müssen
nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten. Nach Angaben der Regionaldirektion
Sachsen der Bundesagentur für Arbeit vom Montag können bestehende
Verleihverhältnisse der Maatwerk-Personalserviceagenturen (PSA) bis zum
Ende des geplanten Einsatzes im jeweiligen Betrieb fortgesetzt werden. Beschäftigte
ohne aktuellen Einsatzbetrieb hätten grundsätzlich Anspruch auf
Entgeltersatzleistungen und sollten sich persönlich bei den Arbeitsagenturen
melden. In diesen Fällen trete keine Sperrzeit ein, wenn das Arbeitsverhältnis
selbst gekündigt werde….“ Link
zur ddp-Meldung vom 23. Februar 2004. Damit ist zumindest für juristische
Laien die Verwirrung perfekt, denn die BA hat pauschal allen Maatwerk-PSA
die Verleiherlaubnis entzogen…
Optimistisches Zitat des Tages: die Maatwerk-Insolvenz werfe
„den Aufbau des bundesweiten PSA-Netzes um zwei bis drei Monate zurück“
BA-Chef Weise, zitiert in: BA-Chef Weise will Personal-Service-Agenturen stärker
kontrollieren Nürnberg – dpa-Meldung
in Märkische Oderzeitung vom 21. Februar 2004
SPD lehnt staatliche Verantwortung für Maatwerk-Pleite ab. „Der
SPD-Wirtschaftsexperte Klaus Brandner hat eine staatliche Verantwortung für
die Insolvenz der Personal-Service-Agentur Maatwerk abgelehnt. Brandner sagte
am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin, die Bundesagentur für Arbeit könne
nicht für den Zusammenbruch in Anspruch genommen werden. Vielmehr seien
daran der flaue Arbeitsmarkt und die Hamburger Firma selbst schuld. «Es
hat zu wenig Vermittlung in neue Jobs stattgefunden, und sie sind viel zu
ehrgeizig in das Projekt hineingegangen», sagte Brandner…“
Link
zur AP-Meldung vom 19. Februar 2004
Rund 9500 PSA-Beschäftigte von Maatwerk-Insolvenz betroffen.
„Mit der Insolvenz der deutschen Tochter des niederländischen Personaldienstleisters
Maatwerk steht der größte deutsche Betreiber so genannter Personal-Service-Agenturen
(PSA) möglicherweise vor dem Aus. Die Bundesagentur für Arbeit (BA)
habe mit Maatwerk Deutschland rund 200 Verträge abgeschlossen, sagte
ein BA-Sprecher. Von der Insolvenz seien rund 9500 PSA-Beschäftigte betroffen.
(…) Einschließlich der Maatwerk-Mitarbeiter seien rund 10 000
Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. Maatwerk gilt in Arbeitsmarktkreisen
als ein Personaldienstleister, der ausgesprochen offensiv das Instrument der
PSA einsetzte….“ Link
zur dpa-Meldung in der WAZ online vom Montag, 16.02.2004
SAK: Maatwerk-Pleite liegt in der Logik des Systems. „Nur
wer Arbeitsplätze schafft kann Arbeitslose vermitteln“. „Auf
Dauer war damit zu rechnen, dass auch große private Arbeitsvermittler
unter den Bedingungen nicht oder nur schwer überleben werden“.
Mit dieser Erkenntnis hat die Saarländische Armutskonferenz (SAK) die
Pleite von Maatwerk-Deutschland kommentiert….“ Presseerklärung
von Saarländische Armutskonferenz vom 17.2.04
Die Fehleinschätzung des Tages: „... Maatwerk war
bis Montag ein Vorzeigeunternehmen …“ Aus: Leitartikel:
Unvermittelt pleite. Das Drama um den Rauswurf von Arbeitsamtschef Florian
Gerster war ein Ärgernis, das manche Reformprozesse etwas verzögert
hat. Die Pleite des Personaldienstleisters Maatwerk ist ein dramatischer Rückschlag.
Link
zum Leitartikel der der FTD vom 17.2.2004
Die Bundesagentur für Arbeit soll mit sofortiger Wirkung alle PSA-Verträge
mit Maatwerk gekündigt haben. Für die Betroffenen gilt:
„…Im Fall der PSA-Beschäftigte werde wie bei Mitarbeitern
normaler Unternehmer verfahren: Sie müssten sich umgehend arbeitslos
melden. "Für uns sind sie Arbeitnehmer wie in einem normalen
Unternehmen", sagte der BA-Sprecher. Derzeit werde noch geprüft,
ob sie einen Anspruch auf Insolvenzgeld hätten.
Gleichwohl würden die örtlichen Arbeitsagenturen - die früheren
Arbeitsämter - versuchen, die Betroffenen rasch zu vermitteln. Dies sei
allerdings bei PSA-Beschäftigten nicht ganz leicht, da nur schwer vermittelbare
Arbeitslose für den Einsatz bei PSAs in Frage kämen. Auch werde
versucht, sie in anderen Personal-Service-Agenturen unterzubringen….“
Entnommen aus: BA: Rund 9.500 PSA-Beschäftigte von Maatwerk-Insolvenz
betroffen. Link
zum Artikel in Süddeutsche Zeitung online vom 16.2.04