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Updated: 04.03.2010 13:19

wir haben jetzt schon genug Niedriglöhne!

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Hartz IV - weil der Lohn nicht reicht new

DGB-Arbeitsmarkt aktuell Nr. 2 vom Februar 2010 externer Link pdf-Datei

Nicht einmal jeder zweite Anspruchsberechtigte "stockt auf". 500.000 vollzeitbeschäftigte Geringverdiener verzichten auf staatliche Unterstützung new

HBS-Pressemitteilung vom 03.03.2010 externer Link

Arm trotz Arbeit. Gewerkschaften starten Dumpinglohn-Melder im Internet

Die Gewerkschaften sagen Billiglöhnen den Kampf an. Ver.di und NGG rufen betroffene Arbeitnehmer auf, Lohndumping auf einer speziellen Internetseite zu melden. Das Ziel: ein bundesweites Niedriglohn-Barometer. (..) Dazu sollen nun relevante Daten gesammelt werden. Die beiden Gewerkschaften appellieren deshalb an Beschäftigte, Dumpinglöhne zu melden. Dies sei unter der Internetadresse www.dumpinglohn.de möglich…“ Meldung bei Spiegel online vom 19.08.2009 externer Link. Siehe „Melden Sie uns Ihren Dumpinglohn!“ externer Link

Niedriglohnbeschäftigung 2007 weiter gestiegen - zunehmende Bedeutung von Niedrigstlöhnen

„Auf den Punkt ... Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland lag 2007 um rund 350.000 höher als noch 2006. Unter allen abhängig Beschäftigten lag der Anteil von Niedriglöhnen 2007 bei 21,5% - d.h. mehr als jede/r Fünfte arbeitete für einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle. Der Anteil ist damit trotz der deutlichen Zunahme der Betroffenen im Vergleich zu 2006 nur leicht gestiegen, weil auch die Beschäftigung insgesamt zugenommen hat. Gleichzeitig franst das Lohnspektrum nach unten aus, Stundenlöhne von weniger als 6 € brutto sind längst keine Seltenheit mehr. Die Durchschnittslöhne im Niedriglohnsektor sind inflationsbereinigt gegenüber 1995 nicht gestiegen und in Westdeutschland in den letzten Jahren sogar nominal gesunken…“ Aus der Pressemeldung des IAQ externer Link zur Studie von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf. Siehe auch die Studie von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf als IAQ-Report 2009-05 externer Link pdf-Datei

Für 'n Appel und 'n Ei?! DGB Niedersachsen startet Niedriglohn-Forum

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat am 9. März unter der Adresse www.niedriglohn-in-niedersachsen.de externer Link ein Internet-Forum gestartet. Dort können Beschäftigte, die zu Niedriglöhnen arbeiten müssen, ihre Situation schildern, sich austauschen und informieren.

Löhne in Deutschland: Wenn der Job nicht zum Leben reicht

Immer mehr Menschen in Deutschland verdienen so wenig, dass sie ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken müssen - sogar in Zeiten des Aufschwungs. Artikel von Thomas Öchsner in Süddeutsche Zeitung vom 04.12.2008 externer Link

Niedriglohn trifft Frauen besonders

„Frauen sind weit überdurchschnittlich von Niedriglöhnen betroffen. Sie stellten 2006 fast 70 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten, fast jede dritte Frau (30,5 Prozent) arbeitet für wenig Geld - 1995 galt das erst für ein Viertel der Frauen. Auch bei vollzeitbeschäftigten Frauen liegt der Niedriglohnanteil mit ca. 22 Prozent etwa doppelt so hoch wie unter vollzeitbeschäftigten Männern, zeigen Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Laut Forschungsdirektorin Dr. Claudia Weinkopf gelang es immerhin jedem zweiten Mann, innerhalb von fünf Jahren aus einem niedrig bezahlten Job in besser bezahlte Arbeit aufzusteigen, bei den Frauen hatte es nur jede Vierte geschafft…“ Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen vom 22.10.2008 externer Link beim Informationsdienst Wissenschaft. Siehe dazu auch unsere Rubrik „Frauen für Mindestlohn

Die Ausweitung des Niedriglohnsektors: Die Realeinkommen von Geringverdienern sind seit 1995 um fast 14 Prozent gesunken

Als Deutschland in den 90er Jahren begann, intensiver über den Ausbau des sogenannten Niedriglohnsektors nachzudenken, waren die entsprechenden Voraussetzungen bereits geschaffen. 13 bis 14 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten auch in den Wachstumszeiten der alten Bundesrepublik unter Bedingungen, die sie von der allgemeinen Einkommens- und Wohlstandsentwicklung abkoppeln mussten. Allerdings blieb ihr Anteil über viele Jahre vergleichsweise konstant, da sich die Gruppe vorwiegend aus Geringqualifizierten und Teilzeitkräften zusammensetzte und so ein fest umrissenes Segment auf dem deutschen Arbeitsmarkt bildete…“ Artikel von Thorsten Stegemann mit allen wichtigen Links in Telepolis vom 27.08.2008 externer Link. Siehe dazu:

  • IAQ untersucht Umschichtung der Einkommensverteilung: Niedriglöhne immer weniger wert
    Während die Zahl der Niedriglohnbezieher in Deutschland wächst, haben die Niedriglöhne in den letzten elf Jahren preisbereinigt fast 14 Prozent an Wert verloren. Seit 2000 sanken sogar die Nominallöhne, d.h. 2006 hatten Niedriglohnbezieher 4,8 Prozent weniger Stundenlohn in der Tasche als sechs Jahre zuvor. In den oberen Einkommensgruppen legten dagegen die Löhne in diesem Zeitraum nominal über 10 Prozent zu. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen in den WSI-Mitteilungen 08/2008 der Hans-Böckler-Stiftung. Die Einkommensumverteilung hat die untersten Lohngruppen am härtesten getroffen, Reallohnverluste reichen aber bis in die mittleren Einkommensgruppen hinein…“ Pressemitteilung vom 26.08.2008 externer Link
  • Einkommensschere: Löhne stürzen ab
    In keinem anderen europäischen Land sei der Niedriglohnsektor so stark gewachsen wie in Deutschland (..) Wie konnte es so weit kommen? Das deutsche Tarifsystem hat eine große Schwäche, meinen die Forscher: Es gibt keine verbindliche Lohnuntergrenze. Bis zur Vereinigung war das kein Problem, die meisten Betriebe im Westen zahlten Tarifgehälter oder orientierten sich daran. Dann fällt die Mauer, mit einem Schlag schnellt die Arbeitslosenrate in die Höhe. Immer mehr Unternehmen können es sich erlauben, unter Tarif zu zahlen. Die Einkommen rasseln in den Keller, auf unter fünf Euro pro Stunde - Arbeitsmarktexperten aus dem Ausland blicken fassungslos auf Deutschland, denn solche Hungerlöhne sind selbst in Ländern wie Großbritannien unzulässig. Auch die Privatisierung von staatlichen Dienstleistungen wie Post, Nahverkehr und Telekommunikation hat die Einkommen auseinander gedrückt. In Deutschland können beispielsweise private Telefonfirmen geringe Löhne zahlen und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Ex-Staatsunternehmen Telekom verschaffen. In den meisten anderen europäischen Ländern müssen sich neue Anbieter dagegen an allgemein verbindliche Tarifverträge halten, betonen die Forscher. Dies gelte etwa für Schweden, wo die Marktöffnung nicht zu Lohndumping führe, erzählt Bosch. Er nennt es einen "historischen Fehler", dass die deutschen Gewerkschaften nicht rechtzeitig allgemein verbindliche Tarifverträge für deregulierte Branchen verlangt haben. Jetzt habe das Telekom-Management alle Argumente auf seiner Seite, wenn es mit Verweis auf die Wettbewerber Einschnitte fordere….“ Artikel von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 25.8.08 externer Link
  • Niedriglohnanteile und Durchschnittseinkommen nach Wirtschaftszweigen (Deutschland, sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte), 1998 und 2005
    Übersicht bei der Frankfurter Rundschau externer Link pdf-Datei
  • Lohndifferenz - „mit“ und „ohne“ Tarifvertrag! So viel verdienen die Deutschen - und gewerkschaftliche Schlussfolgerungen
    Beitrag von Reinhold Schramm pdf-Datei
  • Einladung zur Ausbeutung
    Erschreckende Zahlen: Schon ein Fünftel aller Beschäftigten muss heute zu Niedriglöhnen arbeiten. Die Politik hat die soziale Spaltung vorangetrieben. Viele Arbeitgeber haben die Sozialreformen als eine Einladung zur Ausbeutung verstanden. SPD und auch Union müssen ihre Fehler eingestehen und umkehren, damit nicht "der ganze Laden auseinander fliegt"..." Kommentar von Harald Schumann im Tagesspiegel vom 27.8.2008 externer Link. Aus dem Text: „…Diese Entwicklung ist keineswegs nur aus den Zwängen des Markts hervorgegangen. Gewiss, die hohe Arbeitslosigkeit in Folge des Niedergangs der ostdeutschen Industrie hat die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer geschwächt und auf die Löhne gedrückt. Doch mit ihren sogenannten Reformen haben die regierenden Sozialdemokraten, angetrieben von der Union und gestützt durch die Grünen, die soziale Spaltung mit voller Absicht und maximalem Propagandaaufwand vorangetrieben. Die „Ausweitung des Niedriglohnsektors“ war erklärtes Programm, und die Hartz-Reformen haben genau das erreicht. Jede Arbeit, fast egal wie schlecht bezahlt, gilt seitdem als zumutbar. Anders als vielfach behauptet hat dieses Konzept nicht mehr Arbeit geschaffen…“

Staat subventioniert Armutslöhne mit Milliardenbeträgen

Mit rund 4,4 Milliarden Euro hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr die Einkommen von Voll- und Teilzeitbeschäftigen aufgestockt. Weil ihr Einkommen trotz Arbeit unter dem Existenzminimum lag, waren circa 1,3 Millionen Menschen auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Damit, so eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes, war ein Viertel aller Hartz IV-EmpfängerInnen im ausgewerteten Zeitraum berufstätig…“ DGB-Mitteilung vom 12.08.2008 externer Link

Unzitat der Woche 30/2008

Millionen Menschen in diesem Land verdienen wenig, viel zu wenig, und gehen trotzdem jeden Tag zur Arbeit, oft ihr Leben lang. Das sind für mich die wahren Helden unserer Zeit.“

Sozialminister Scholz laut „Hartz IV: Scholz findet deutsche Gesellschaft ungerecht
„In Deutschland geht es nicht gerecht zu, und der deutsche Aufschwung geht an der Bevölkerung vorbei. Diese Kritik kommt ausgerechnet vom Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Nicht jeder, der sozial aufsteigen will, schaffe es auch, sagte Scholz – und präsentierte zwei Ideen, wie man das ändern kann…“ Artikel in Die Welt vom 23.07.2008 externer Link

Jeder Achte schafft den Sprung aus dem Niedriglohnsektor

Etwa jeder dritte vollzeitbeschäftigte Geringverdiener von 1998/99 war sechs Jahre später immer noch im Niedriglohnbereich beschäftigt. Nur jedem Achten gelang der Sprung über die Niedriglohnschwelle. Frauen sind besonders gefährdet, im Niedriglohnsektor zu verbleiben…“ IAB-Kurzbericht Nr. 8 vom 09.06.2008 externer Link pdf-Datei

Arbeit um jeden Preis. Vollbeschäftigung zum Billiglohn: Müssen wir uns von der Idee der "guten Arbeit" verabschieden?

Mehr als jeder fünfte abhängig Beschäftigte gehört mittlerweile zu den Geringverdienern. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, trotzdem kursiert das Zauberwort von der nahenden "Vollbeschäftigung"…“ Artikel von Thorsten Stegemann in telepolis vom 23.04.2008 externer Link

Weitere Zunahme der Niedriglohnbeschäftigung: 2006 bereits rund 6,5 Millionen Beschäftigte betroffen

IAQ-Report 2008-1 von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf externer Link pdf-Datei. Siehe dazu auch:

  • Jeder Fünfte ist laut einer IAQ-Studie betroffen. 6,5 Millionen arbeiten für Niedriglohn
    Der Anteil der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland ist seit 1995 um gut 43 Prozent gestiegen. 6,5 Millionen Menschen, das sind 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten, arbeiten für wenig Geld. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen auf Grundlage der Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2006. Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung von 12.000 Privathaushalten in Deutschland, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung alljährlich durchführt…“ Pressemeldung vom 31.01.2008 externer Link

Arbeiten für wenig Geld. Niedriglohnbeschäftigung in Arbeiten für wenig Geld. Niedriglohnbeschäftigung in DeutschlandDeutschland

Seit Mitte der 1990er Jahre steigt die Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland sprunghaft an. Was sind die Triebkräfte dieser Entwicklung? Welche Arbeitsplätze sind besonders betroffen? Anhand der Beispiele Call Center, Einzelhandel, Ernährungsindustrie, Hotel und Krankenhaus verleihen die Autoren des Bandes der Niedriglohnarbeit in Deutschland ein Gesicht und zeigen, wo politischer Handlungsbedarf besteht, etwa die Einführung von Mindestlöhnen…“ Siehe zum von Gerhard Bosch und Claudia Weinkopf herausgegebenen Buch (Campus Verlag, 319 Seiten, EAN 9783593384290, Euro 34,90/SFR 59,00):

Bundesagentur für Arbeit besorgt: Hungerlöhne nehmen zu

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat mit der Warnung vor einer wachsenden Zahl armer Arbeitnehmer die Debatte über Mindestlöhne belebt. Selbst der öffentliche Dienst zahlt laut BA solche Armutslöhne…“ Artikel von Markus Sievers in Frankfurter Rundschau vom 30.03.2007 externer Link. Aus dem Text: „…Armutslöhne gibt es laut Alt auch im öffentlichen Dienst. Etwa 13 000 Beschäftigte bezögen dort zusätzlich zu ihrem Gehalt Leistungen aus der Grundsicherung. Solche Einzelfälle habe es selbst bei der BA gegeben. Dies sei inzwischen abgestellt worden, versicherte Alt. "Hier haben wir die Löhne aufgestockt." Kritik an der Nürnberger Behörde kommt dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Dessen Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy erklärte auf FR-Anfrage, die Bundesagentur widme dem Thema Lohndumping "zu wenig Aufmerksamkeit". Dies gelte für Weiterbildungsaufträge, bei denen die BA nur auf den Preis und nicht auf die Bezahlung der Lehrkräfte achte. Und dies gelte auch für die Arbeitsvermittlung, wo die Lohnhöhe keine oder kaum eine Rolle spiele…“ Siehe dazu auch:
Hartz IV im Öffentlichen Dienst. Artikel von Sven Astheimer in der FAZ online vom 29. März 2007 externer Link. Darin heisst es: „… Alt bereitet die Entwicklung des ergänzenden Leistungsbezugs Sorge. Nach der Einführung von Hartz IV im Januar 2005 erhielten knapp 290.000 Personen zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen noch staatliche Transferleistungen. Eineinhalb Jahre später war es bereits eine Million. (…) Für Alt zeigt dies bereits, dass sich einige Branchen „auf Kosten der Steuerzahlers“ auf niedrige Löhne einigen…“ Ist dies nicht genau die Funktion eines Kombilohns????

Immer mehr Menschen müssen von Niedriglöhnen leben

Mit Niedriglöhnen kommen viele Angestellte der Verlagerung von Arbeitsplätzen zuvor. Immer wieder wird die Forderung nach gesetzlich garantierten Mindestlöhnen in der Politik aufgestellt. Passiert ist bisher wenig. Die Arbeitsrealität für viele Menschen wird aber bereits von Niedriglöhnen bestimmt - und das nach Tariflohn…“ Text der Sendung von Jacqueline Dreyhaupt und Oliver Feldforth in M€X externer Link - Das Marktmagazin, HR-Fernsehen, 25.01.07, 21.10 Uhr

300.000 Vollzeitarbeiter verdienen unter ALG-II-Niveau

In Deutschland gibt es rund 300.000 Menschen, die eine volle Stelle haben und dabei so wenig verdienen, dass sie ergänzende Hilfen aus dem Arbeitslosengeld II erhalten. Diese Zahl nannte Arbeitsminister Franz Müntefering der Financial Times Deutschland…“ Artikel in Financial Times Deutschland vom 1.4.06 externer Link. Aus dem Text: „…Das Sozialministerium nannte damit erstmals eine Zahl der Niedrigverdiener, die trotz Vollzeitarbeit weniger verdienen, als ihnen an staatlicher Unterstützung zustehen würde. In einigen Wirtschaftszweigen werden Tariflöhne von 4 Euro die Stunde und weniger gezahlt, was vor allem dann nicht reicht, wenn mehrere Menschen in einer Familie davon leben müssen…“

Working Poor

Während bei uns über Kombi- bzw. Mindestlöhne diskutiert wird, gibt es bereits viele, die zwar voll arbeiten aber trotzdem so wenig verdienen, dass sie vom Staat alimentiert werden müssen…“ Manuskript des MDR-Beitrages in FAKT vom 06.03.2006 externer Link

Mindestens sechs Millionen Niedriglohnbeschäftigte in Deutschland: Welche Rolle spielen Teilzeitbeschäftigung und Minijobs?

Artikel von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf externer Link pdf-Datei als IAT-Report 3/2006

Geringverdiener. Niedriglohn: Wissenschaftliche Vorstöße in eine Grauzone

7,8 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland zu niedrigen Löhnen – oder sind es nur 3,3 Millionen? Trotz völlig unterschiedlicher Berechnungsweisen der Forschungsinstitute schälen sich inzwischen allgemeingültige Entwicklungstrends heraus: Der Niedriglohnsektor wächst nicht nur, er verfestigt sich….“ Böckler Impuls 02/2006 externer Link

Facharbeiter zum Schnäppchenpreis - Billigstjobs mit weniger als fünf Euro Stundenlohn längst Realität in Ostdeutschland

Text des Beitrags von Axel Svehla vom 14.04.2005 externer Link in der Kontraste -Sendung im Rundfunk Berlin Brandenburg vom 14. April 2005

Niedriglöhne

In ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU/CSU „Wandel der Arbeitswelt und Modernisierung des Arbeitsrechts“ gibt die Bundesregierung Auskunft über die Verbreitung von Niedriglöhnen und den Stand der Perforation des so genannten Normalarbeitsverhältnisses. Antwort vom 13. Mai 2004 als pdf-Datei auf der Bundestagssite pdf-Datei

Nicht neu, nun aber amtlich: Tarif schützt vor Armut nicht

  • Deutschland ist schon Billiglohnland. “Stundenlohn drei Euro: Was Arbeitgeber fordern und Gewerkschafter verdammen, ist längst Realität. SPIEGEL ONLINE zeigt in einer Übersicht, wer in Deutschland am wenigsten verdient. Auf eine kleine Anfrage der CDU-Bundestagsfraktion Ende März hin versandte das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Liste mit den Berufsgruppen, die laut Tarifvertrag Stundenlöhne unter sechs Euro verdienen. Aus der Liste ergibt sich, dass in mehr als 130 von insgesamt rund 2800 gültigen Verbands-Tarifverträgen Stundenlöhne unterhalb diesen Betrages gezahlt werden….“ Artikel in Spegel online vom 28. April 2004 mit einer Auswahl aus den 670 Berufen mit weniger als 6 Euro Stundelohn

  • Zum Sterben zuviel Billiglöhne – in der BRD längst Realität. Kommentar von Klaus Fischer in junge Welt vom 29.04.2004

Nach unten eine Grenze setzen

„Angesichts der anhaltend schwachen Binnennachfrage und der Ausbreitung von Niedriglöhnen in etlichen Branchen haben sich Gewerkschaftler erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, sagte der Berliner Zeitung: "Dem Unterbietungswettkampf der Löhne muss eine untere Grenze gesetzt werden. Wer Vollzeit arbeitet, muss auch davon leben können." Das Problem werde laut Möllenberg dadurch verschärft, dass es in Ostdeutschland weite Bereiche ohne Tarifbindung gebe. "Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit haben die Menschen Angst, sich gegen Dumpinglöhne zu wehren". betonte Möllenberg: "Deshalb sollte ein existenzsicherndes Mindesteinkommen in Höhe von 1 500 Euro gesetzlich geregelt werden", forderte er…“ Artikel von Matthias Loke in Berliner Zeitung vom 29. April 2004. Siehe dazu auch:
Möllenberg: Mindestlohn gegen Arbeit in Armut.
„Einen Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik und ein existenzsicherndes Mindesteinkommen hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Samstag auf einer Veranstaltung seiner Organisation in Erfurt gefordert. Angesichts der verschärften Zumutbarkeitsregeln, die ab 1. Januar 2005 für Langzeitarbeitslose gelten sollen, bestehe die Gefahr, dass immer mehr Menschen arbeiten, ohne davon leben zu können. "Wenn Langzeitarbeitslose künftig jede Arbeit, die nicht sittenwidrig ist und bis zu einem Drittel unter Tarif liegt, annehmen müssen, entsteht ein verheerender Druck auf das gesamte Tarifgefüge." Dem zu erwartenden Unterbietungswettkampf bei den Löhnen müsse deshalb eine untere Grenze gesetzt werden. Ein Mindesteinkommen von 1.500 Euro sollte gesetzlich geregelt werden, um Arbeit in Armut zu verhindern. "Der Versuch, neue Niedriglohnbereiche zu schaffen oder weitere Lohnkostenzuschüsse in Ostdeutschland zu ermöglichen, ist ein Irrweg."..“ NGG-Pressemeldung vom 24. April 2004 externer Link

Ein Drittel der westdeutschen Vollzeitbeschäftigten arbeitet im Niedriglohnsektor

"Rund ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten in Westdeutschland, das sind 6,3 Millionen Personen, erhalten einen Niedriglohn, also weniger als 75 Prozent des durchschnittlichen effektiven Vollzeitverdienstes. Das geht aus einer Studie hervor, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung im Auftrag des NRW-Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit durchgeführt hat. Das Projekt untersuchte den Zusammenhang zwischen Niedriglöhnen, sozialen Mindeststandards und Tarifsystem. Knapp 4,2 Millionen der Niedriglohnbezieher (fast 24 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten) erhalten demnach einen Arbeitslohn zwischen 50 bis unter 75 Prozent des Durchschnittsverdienstes (Prekärlöhne). Mit einem Lohn von weniger als 50% (Armutslöhne) müssen rund 2,1 Millionen Arbeitnehmer (gut 12 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten) auskommen. (...) Diese Ergebnisse widersprechen laut Dr. Claus Schäfer vom WSI vielen der gängigen Argumente zum Thema Niedriglohnsektor: "Ein Niedriglohnsektor muss nicht erst geschaffen werden, er existiert schon längst. Niedriglöhne sind unter den sogenannten Normalarbeitsverhältnissen inzwischen sogar ein Massenphänomen. Trotz dieser Entwicklung kann von einem positiven Effekt auf die gesamte Vollzeitbeschäftigung oder gar von einem "Beschäftigungswunder" aber keine Rede sein." ..." WSI-Pressemeldung vom 04.08.2003 und Pressemeldung mit zusätzlichen Tabellen pdf-Datei

Effektiv gezahlte Niedriglöhne in Deutschland

Artikel von Claus Schäfer in WSI-Mitteilungen Ausgabe 07/2003

Tarife: Niedriglöhne schon jetzt verbreitet

WSI-Studie wird als Ohrfeige für DGB-Chef Sommer gesehen. Artikel von Marcus Schwarzbach in ND vom 06.12.02 . Aus dem Text: "Eine in dieser Woche veröffentlichte Gewerkschaftsstudie verdeutlicht, wie niedrig untere Tarifgruppen in Deutschland entlohnt werden. Für Kritiker stellt dies eine ablehnende Antwort auf den Vorschlag des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer dar, für Arbeitslose niedrige Einstiegslöhne zuzulassen. In vielen Bereichen gibt es »ausgesprochen niedrige Tarifeinkommen«, erläutert der Tarifexperte Reinhard Bispinck vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI)...."

Tarifstrukturen hochdifferenziert

Untersuchung von 26 Tarifbereichen. WSI-Pressemeldung vom 03.12.2002 . Aus dem Text: "Die Einkommenstarifverträge in West- und Ostdeutschland zeichnen sich durch hochgradig differenzierte, auf die jeweiligen Branchen zugeschnittene Lohn- und Gehaltssysteme aus. Das Ausmaß der Lohndifferenzierung gerade im unteren Einkommensbereich ist weit höher, als allgemein bekannt ist. In einigen Tarifbereichen gibt es überdies ausgesprochen niedrige Tarifeinkommen. (...) In einigen Wirtschaftszweigen gibt es ausgeprägte tarifliche Niedrigeinkommen. In manchen Tätigkeitsbereichen (z.B. Botin/Bote, Friseur/in, Bäckereiverkäufer/in, Florist/in) liegen die Grundvergütungen deutlich unter 1.500 € im Monat...."

Die existierenden Niedriglohnbereiche sind das Problem - für eine positive Weichenstellung durch den Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors (ÖBS)

Erklärung des Bundes-Koordinierungsrates der PDS AG Betrieb & Gewerkschaft vom 8. Januar 2000 in Hamburg angesichts der Vereinbarungen im "Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit"

Grundinfos

(Noch) weniger sollten Sie nicht verdienen.
Aktueller Tarifspiegel: Unterste Tarifvergütungen nach Branchen externer Link als Orientierungshilfe zu Arbeitslosengeld II. Aktueller Tarifspiegel im WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung mit einem Überblick über die untersten Tarifvergütungen für ArbeiterInnen und Angestellte in über 30 Branchen mit über 250 regionalen Tarifbereichen.

siehe auch

"Lohnwucher" auf dem Arbeitsamt

Diskussion > Arbeitsalltag: Entlohnung > Lohnabstandsgebot – eine erneut falsche Debatte

Lohnarbeit ganz umsonst

Hartz IV und Niedrigstlohn

Mindestlohn

Kombilohn

Minijob

Schwarzarbeit

Entlohnung unter Diskussion/Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen


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