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Updated: 16.02.2010 12:47

Perspektiven der Proteste

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Westerwelle: Klassenkampf von oben - werden Beschäftigte und Erwerbslose jetzt gemeinsam für einen "neuen Sozialstaat" handeln? new

Artikel von Bernd Wittich vom 15.02.10 bei scharf links externer Link

Revolution.com. Welchen Einfluss hat das Internet auf die Widerstandskultur des 21. Jahrhunderts? new

Birmanische Mönche mit Digitalkamera, chinesische Dissidenten mit Facebook-Account, twitternde iranische Studenten - all dies sind vielzitierte Beispiele, die belegen sollen, welch revolutionäres Potential die digitale Revolution auch im analogen Leben entfalten kann. Zum "Guten" haben diese onlinegestützten Proteste jedoch nichts verändert - Birma ist immer noch ein repressiver, autoritärer Staat, in China spielen sich die demokratischen Reformen in Zeitlupe ab und das iranische Regime ist seit den Protesten der Opposition sogar noch repressiver geworden. Doch der digitale Widerstand ist per se nicht prowestlich. In den prowestlichen Diktaturen des Nahen Ostens nutzen Islamisten das Netz zur Kommunikation und Aggregation. Auch die Regierungen haben dazugelernt und bedienen sich der gleichen Instrumente, um Gegenpropaganda zu streuen und Regimegegner zu identifizieren. Die Vorstellung, das Netz würde weltweit zur Demokratisierung und zur Partizipation der Massen führen, sollte endlich auf dem Friedhof idealistischer Träumereien begraben werden…“ Artikel von Jens Berger in telepolis vom 23.01.2010 externer Link

Seattle, Heiligendamm, überall! - Die Bewegung lebt!

Entgegen der Behauptung der ak-Redaktion: Die Bewegung steht! im Artikel "Eine andere Welt war möglich" (ak 541) lebt die Bewegung weiter. Dass Proteste gegen die G8 in Italien 2009 faktisch nicht stattfanden, muss u.a. italienspezifisch gedacht werden: Die italienische Linke hat sich von Genua 2001 noch nicht erholt, die diesbezügliche Repressionswelle rollt noch immer. Gerade erst gab es Verurteilungen von GipfelgegnerInnen mit bis zu 15 Jahren Haft wegen Steine schmeißen und Bildung einer vermeintlichen terroristischen Vereinigung "Internationaler Schwarzer Block". Demgegenüber wurden die PolizistInnen, die damals GipfelgegnerInnen gefoltert und fast tot geprügelt haben, frei gesprochen. Überdies ist die italienische Linke stark fragmentiert und geschwächt…“ Replik von Sabine Beck, six hills berlin, in ak externer Link - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis vom 20.11.2009

Eine andere Welt war möglich. Zum (Still-)Stand der globalisierungskritischen Bewegung

„Zehn Jahre nach Seattle herrscht auffällige Ruhe. Dabei hätte man erwarten können, dass die globalisierungskritische Bewegung im Jahr 2009 einen neuen Aufschwung erfährt. Zeigte der Neoliberalismus bislang erste Risse, brach ein Jahr nach Heiligendamm die wirklich existenzgefährdende Krise über den Neoliberalismus, ja den Kapitalismus herein. Der Widerstand gegen die Folgen der Krise hätte das verbindende Moment der anti-neoliberalen Bewegung sein können. Aber das Gegenteil war der Fall…“ Diskussionsbeitrag der ak-Redaktion in ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis vom 21.8.2009 externer Link

Die Zukunft einer radikaldemokratischen Linken: außerparlamentarische Opposition oder Rückkehr zur Staatlichkeit?

Die Fragestellung scheint überholt und längst beantwortet. Als hätten Johannes Agnoli und Peter Brückner mit ihrer vor vierzig Jahren erschienenen, immer noch aktuellen Schrift „Die Transformation der Demokratie“ nicht dargelegt, wie sich demokratische Institutionen in kapitalherrschaftssichernde und den demokratischen Souverän entmachtende verwandeln. Sie haben zugleich den Mechanismus aufgezeigt, mit dem eine radikaldemokratisch angetretene Opposition über Wahlen, Parteien und Parlament ins politische Herrschaftsgetriebe integriert und verstaatet wird…“ Artikel von Dirk Vogelskamp pdf-Datei aus dem Jahrbuch 2008 des Komitee für Grundrechte und Demokratie - exklusiv im LabourNet Germany

"Demonstrieren allein reicht nicht"

Der Politologe und Aktivist Peter Grottian ruft dazu auf, künftig am 1. Mai auch Firmenzentralen zu besetzen. Interview von Anna Lehmann in der TAZ-Berlin vom 03.05.2008 externer Link

The revolution will not be spectralized!

Seit den Montagsdemos vor dreieinhalb Jahren ist die BRD-Gesellschaft in Bewegung gekommen (Streiks bei Opel Bochum, Infineon München, AEG Nürnberg, BSH Berlin usw., Mobilisierungen an den Unis und an Schulen; Streiks im Einzelhandel und bei der Bahn). Vor diesem Hintergrund ist die Mobilisierung nach Heiligendamm gegen das G8-Treffen viel größer und radikaler ausgefallen als etwa die zum G7-Gipfel in Köln 1999. »Heiligendamm« hat frischen Wind in die politischen Aktivitäten gepustet. In den teils heftigen Erfahrungen der Junitage haben sich viele radikalisiert im Umgang mit den Bullen, mit den Medien, mit den NGOs. Die »Basisse« von Attac, Greenpeace, IL usw. haben ihre Führungen links überholt. Aber die bisherigen »Aufarbeitungsdiskussionen« der Linksradikalen sind überraschend un-radikal. Es ist dringend, auf den Perspektiventagen unsere Analysen, Praxis und Organisationsformen angesichts dessen, was um uns rum passiert, auf einen neuen Stand zu bringen…“ Flugblatt vom 17.01.08 zu den Perspektiventagen bei wildcat externer Link

Rüsten für den globalen Bürgerkrieg

Die IMI-Studie "Rüsten für den globalen Bürgerkrieg" geht von einer zunehmenden Verarmung großer Bevölkerungsteile durch den weltweiten Kapitalismus aus, deren Kontrolle von der "Strategischen Gemeinschaft" als größte Herausforderung der kommenden Jahre gesehen wird (Abschnitt 1). Durch erweiterte Sicherheitsbegriffe (Abschnitt 2) ist der Umgang mit der Zivilbevölkerung insbesondere bei Peacekeepingeinsätzen in den Aufgabenbereich des Militärs übergegangen, was sich gut am Beispiel Haiti (Abschnitt 5) darstellen lässt. Mittlerweile haben auch die USA in ihren Militärdoktrinen diese Strategie übernommen, die Zivilgesellschaften der Einsatzländer quasi militärisch zu durchdringen (Abschnitt 4).
Kern der Studie ist ein zusammenfassender Überblick über Rüstungsprojekte, welche diesen Paradigmenwechsel widerspiegeln. Dabei geht es in Abschnitt 3 noch überwiegend um eher klassische Militärgüter, für die nun aber die schnelle Verlegbarkeit eine wesentlich wichtigere Rolle spielt. Die Abschnitte 6 und 7 handeln hingegen von der Militarisierung der Polizei, dem Aufbau von Gendarmerieeinheiten und neuen Ausbildungskonzepten, mit denen Soldaten auf die Niederschlagung von Demonstrationen und Aufständen vorbereitet werden. Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die Militärs auf den Häuserkampf in noch von ZivilistInnen bewohnten Großstädten vorbereiten, besonders auf die Rolle von unbemannten Drohnen (Abschnitt 9) und so genannten Nicht-Lethalen Waffen (Abschnitt 11) hierbei wird besonders eingegangen. Zum Abschluss (Abschnitt 12) wird noch die Umstrukturierung des globalen Rüstungsmarktes dargestellt, welche ebenfalls die These untermauert, dass die Staaten immer weniger für einen Krieg gegeneinander als gegen die eigene Bevölkerung aufrüsten
…“ Aus der Vorstellung der IMI-Studie 2007/08 externer Link – dort auch eine Zusammenfassung. Siehe auch den Volltext der Studie externer Link pdf-Datei

Selbstorganisation… Transformationsprozesse von Arbeit und sozialem Widerstand im neoliberalen Kapitalismus
Selbstorganisation… Transformationsprozesse von Arbeit und sozialem Widerstand im neoliberalen Kapitalismus

Das im Mai 2007 erschienene Buch von Sergio Bologna, Michael Danner, Willi Hajek, Holger Heide, Athanasios Karathanassis und Lars Meyer (213 Seiten, 12,00 €, ISBN 978-3-00-021396-0) kann bei Die Buchmacherei bestellt werden (Carl-Herz-Ufer 31, 10961 Berlin, Tel: 030 / 81 85 77 59, Fax: 01212-5-968-42-710. Mail: DieBuchmacherei@web.de buw. http://www.diebuchmacherei.de/ externer Link). Siehe zu dem Buch – exklusiv im LabourNet Germany:

Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Block?

„… Wir, die Friedlichen, die Normalos und die nicht in Rostock waren – und erst recht nicht in den Camps, aber durch die Politik von Kapital und Kabinett zunehmend gezwungen werden, uns um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern, werden dann sogar von den Erfahrungen und der Logistik autonomer Strukturen profitieren, wie sie sich bei den G-8-Protesten gezeigt haben: die Zaun- und Blockadeaktionen, die Bekochung von tausenden von Menchen in den Volxküchen…“ Artikel von Dieter Wegner vom Juni 07 pdf-Datei. Siehe zum Thema im Labournet auch:

Unterwürfigkeit bekämpfen ... statt ausleben.

Der Widerstand gegen Sozialkahlschlag und die Suche nach Wegen aus der Abhängigkeit brauchen eine neue Dimension. Artikel von Mag Wompel in Graswurzelrevolution vom März 2007 externer Link im Vorabdruck bei Linksnet

Auf eigenen Beinen stehen, selber laufen lernen, langen Atem entwickeln! – Gegen den Ausverkauf der sozialen Bewegungen

Artikel von Michael Bättig aus der ALSO Oldenburg als Vorabveröffentlichung aus quer, der Zeitschrift für Erwerbslose, Heft 4/2006. Aus dem Text: „…Vielleicht müssen wir über unser Verhältnis zu den Gewerkschaften und über Organisation neu nachdenken. Liegt nicht in der Struktur der kapitalistischen Umstrukturierung selbst materiell begründet, warum eine „gesamtgesellschaftliche Mobilisierung“ mit den Gewerkschaften zumindest zur Zeit nur für eine nationale „Standortsicherung“ und den „Erhalt deutscher Arbeitsplätze“ möglich wäre? (…) Die deutschen Gewerkschaften wollten oder konnten mit Beginn der Massenarbeitslosigkeit in den 1980er Jahren die Arbeitslosen und Prekären nicht organisieren. Nun bleibt ihnen gegen die doppelte Erpressung durch das internationale Kapital und das Heer der industriellen Reservearmee nur, gemeinsam mit dem Kapital stärkeres Wachstum zu fordern, auf Lohn zu verzichten und weitere Spezialisierung und Flexibilisierung in Kauf zu nehmen, um „deutsche Arbeitsplätze zu retten“…“

Das geht nur ganz anders! Oder gar nicht! Wie weiter mit den Sozialprotesten nach den Herbstaktivitäten?

Artikel von Corinna Genschel in ak – Analyse + Kritik - 510 vom 20.10.2006

Erneuerung des Sozialstaats? Eine Debatte mit Fallstricken für die Formierung einer vereinigten Linkspartei in Deutschland

Diskussionsbeitrag von Karl Heinz Roth, zuerst erschienen im Supplement der Zeitschrift Sozialismus 5/2006 – wir danken dem Autor für die Freigabe! Aus dem Text: „…Die Doppelkrise der Lohnarbeitsgesellschaft wird nach wie vor nur in einer Hinsicht zur Kenntnis genommen, nicht aber die hinter der Massenerwerbslosigkeit auch versteckte Abkehr der Unterklassen von autoritären und entfremdeten Arbeitsverhältnissen Vor allem bei der Abwehr aller Bestrebungen zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens wird nach wie vor Klartext geredet: Wer sich für sie einsetze, betreibe eine besonders elegante Variante der „Entsorgung“ der Erwerbslosen. Auf die umgekehrte Frage, ob ihr eigenes starres Festhalten an den Kernbelegschaften der doppelt freien Lohnarbeiter nicht seinerseits zur Zementierung patriarchal-hierarchischer Strukturen beitrage und die Klassenfragmentierung im Fall einer Rückkehr zur Vollbeschäftigung sogar weiter vertiefen könnte, wollen sich auch die ins WASG- Lager gewechselten Gewerkschafter gar nicht erst einlassen. (…) Auf die disziplinierende Ethik der kapitalistisch verwerteten Arbeitsverausgabung mögen sie beide [PDS und WASG] nicht verzichten. Für die gewerkschaftlichen Keynesianer ist und bleibt die Lohnarbeitsgesellschaft elementare Grundlage ihrer Bemühungen um die „Re-Regulierung des Sozialen“, und das sicher auch deshalb, weil sie dadurch auch selbst als Tarifspezialisten und Arbeitsmarktpolitiker wieder „re-reguliert“ werden. (…) Dem Prozess der fortschreitenden Klassenfragmentierung sollte eine Konzeption der Klassenformierung entgegen gesetzt werden, die von denjenigen Massenbedürfnissen ausgeht, die in allen Teilen der neuen Unterklassen lebendig sind. Aus ihnen könnten erste Übergangsforderungen entwickelt werden: Umverteilung der Arbeit durch radikale Arbeitszeitverkürzung, Existentsicherung durch die Durchsetzung obligatorischer Mindestlöhne und Überwindung des normativen Arbeitszwangs durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dabei ist die Kopplung dieser drei Übergangsforderungen entscheidend. Nur im Ensemble zwingen sie das Kapital in die Defensive, weil sie den verwertenden und steuernden Zugriff auf die Massenbedürfnisse nach selbstbestimmter Tätigkeit und nach der Gewinnung ihrer sozialen Individualität in egalitär verfassten kleinen Gemeinschaften erschweren. (…) Nur auf der kommunalen Ebene der „Metropolenregionen“ und ihrer Subzentren können die Kämpfe für Mindestlohn, radikale Arbeitszeitverkürzung und bedingungsloses Sozialeinkommen konkret geführt und exemplarisch mit der sozialen Wiederaneignung der privatisierten infrastrukturellen Ressourcen (Wohnungswesen, Transportsysteme, Bildungswesen und Gesundheit, Kommunalwirtschaft, Sozialkassen) verbunden werden…“

„Die Gauner auf der Regierungsbank“. Soziale Proteste kleiner Gruppen

Artikel von Christa Sonnenfeld

Die Intelligenz und die „soziale Frage“ – Aus heutiger Sicht

Artikel von Karl Heinz Roth in Nr. 18 der grundrisse externer Link. Aus dem Text: „….Denn zu den versteinerten Strukturen einer lebenslang fixierten, tayloristisch zerlegten, patriarchalisch binnenstrukturierten und konsumistisch kompensierten Arbeitsethik will niemand mehr zurückkehren. Erst wenn wir den ambivalenteren Sachverhalt begreifen, dass die flexibilisierte Arbeit nicht nur Prekarisierung und verschärfte Ausbeutung bedeutet, sondern auch Spaß macht und in ihrer weiteren Entfaltung auf neue Weise sozial abzusichern ist, werden wir in der Lage sein, die neuen Beziehungen zwischen Intelligenz und arbeitenden Klassen adäquat zu bestimmen und eine egalitär-sozialistische Gegendynamik gegen die reformierte kapitalistische Verwertungslogik in Gang zu bringen. (…) Diese neue Managerschicht hat aber auch die politischen Strukturen der untergegangenen Arbeiterbewegung besetzt und agiert auf einer inneren Linie gegen die Lernprozesse der sich von oben und unten verbreiternden Multitude. Das ist der soziale Ausdruck eines immer krasser zu Tage tretenden Demokratiedefizits in den Apparaten der sich entsprechend dem Mitgliederschwund „gesundschrumpfenden“, also weiter zentralisierenden Einheitsgewerkschaft, aber auch des neuen linken Aufbruchs. Die Zugehörigkeit zur politischen Kaste dieser Managerschicht hat auch für viele Akteure des neuesten linken Aufbruchs oberste Priorität. Ihrem Selbstverständnis nach sind sie Berufspolitiker, für die die Sozialbewegungen in erster Linie Hilfstruppen für die Konsolidierung des durch sie repräsentierten Segments des politischen Felds darstellen….

Vom Protest zur Revolte?

„Klassen und Kämpfe“Vielen mag der Unterschied zwischen Protest und Revolte marginal erscheinen und dennoch ist er nicht zu unterschätzen: in der Art der Protestformen (Unterschriftenlisten und Demonstrationen vs. Besetzungen, Regelverletzungen und Verweigerung), in ihren Zielsetzungen und – meist dadurch bedingt – auch in ihrer Wirksamkeit. Bezogen auf die aktuellen Widerstandsbewegungen gegen die Hartz-Gesetze und die Agenda 2010 liegt ihr momentan zu konstatierendes Scheitern m.E. in genau diesem Unterschied, den ich im Folgenden an einigen Beispiel aufzeigen möchte…“ Artikel von Mag Wompel
Es handelt sich um einen – exklusiven – Auszug aus dem Buch „Klassen und Kämpfe“, herausgegeben von der jour fixe initiative berlin. Das Buch, gerade erschienen im Unrast-Verlag Münster ( ISBN  3-89771-438-8), beinhaltet u.a. Beiträge von Sergio Bologna, Daniel Bensaïd, Moishe Postone. Siehe weitere Informationen und Bestellmöglichkeit beim Verlag externer Link

»Proteste brauchen Verankerung in Betrieben«

Soziale Bewegung muß im Herbst an Stärke gewinnen. Gewerkschaften stehen in der Verantwortung. Ein Gespräch mit Tom Adler externer Link, Betriebsrat bei DaimlerChrysler in Stuttgart und Redner auf der bundesweiten Demonstration »Schluß mit den Reformen gegen uns« am Samstag in Berlin, von Wolfgang Pomrehn in junge Welt vom 08.06.2006

Zurück zu den sozialen Fronten der Globalisierung

„Dies ist ein Appell, die Diskussion über Bewegung, Widerstand, Selbstorganisation und Konstitution der revolutionären Subjektivität stärker von der Makroebene der Foren und Forderungen an die sozialen Fronten der unmittelbaren Kämpfe zurückzuholen. Die Erfahrungen aus dem Streik bei Gate Gourmet und seiner Ausstrahlungen ins soziale Terrain sind dafür ein guter Ausgangspunkt…“ Appell von Detlef Hartmann

Kollektiv: Auf ein Neues!

„Die sozialen Zusammenhänge in einer als gemeinsam erlebten Bewegung wie in den Untergrundszenen der DDR oder in der autonomen Bewegung der 80er in der alten BRD gibt es nicht mehr. Verarmung, Zukunfts- und Existenzangst schlagen viel direkter auf die Einzelnen durch. Das hat nicht nur damit zu tun, dass einzelne sich viel stärker als früher um die individuelle Karriere kümmern. Es hat auch damit zu tun, dass Jobs seltener geworden sind und die Art dieser Jobs die Individualisierung fördert. Der Druck, sich zu behaupten, ist viel größer geworden. Die Konkurrenz untereinander schlägt bis in die politischen Gruppen durch. Die BRD-Linke ist in der sozialen Realität angekommen – aber wie verhält sie sich darin?...“ Artikel erschienen in Wildcat externer Link Nr. 76, Frühjahr 2006

Fünfzehn Thesen

Fünfzehn Thesen von Werner Rätz und Thomas Seibert externer Link zur vorläufigen Beantwortung der Frage, wie man in nahezu aussichtsloser Lage wenigstens eine andere Richtung einschlägt

Organisiert Widerspruch! Die alltäglichen Kämpfe um Einkommen und Existenzsicherung brauchen Selbstorganisierung

Dieser Aufruf richtet sich an alle Sozialhilfebeziehenden, Erwerbslosen und Beschäftigten mit Anspruch auf ergänzende Alg-II-Leistungen. Denn mit Hartz IV (Alg II, Sozialgeld und Sozialhilfe) werden Millionen Menschen, Tausende vor Ort, einer einheitlichen Armutsleistung unterworfen, deren Spielregeln derzeit ausgefochten werden. (…) Selbstorganisierung und Gegenwehr braucht Erfahrungsaustausch, Arbeitsteiligkeit, Entwicklung und Bündelung von Kompetenzen, die in ausreichendem Umfang nur in solidarischer Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung entwickelt werden können. Dazu braucht es vor Ort arbeitsfähige Gruppen. Für die politische und praktische Arbeit gilt es, neue MitstreiterInnen zu finden. Der Aufruf zu regionalen Erwerbslosenversammlungen, an ehemalige Mitglieder von Initiativen, Aktivisten aus anderen politischen Zusammenhängen oder für das Auffinden anderer ‚EinzelkämpferInnen' kann der Keim einer neuen Initiative sein. Die BAG-SHI und die in ihr zusammengeschlossenen Gruppen werden nach ihren Kräften Unterstützung zum Aufbau dieser Gruppen geben….“ Aufruf zur Selbstorganisierung pdf-Datei von BAG-SHI, Kampagnenteam „Vor¬sicht!Arbeitslosengeld II“, Arbeitslosenzeitung quer, Tacheles e.V. Wuppertal, Labournet Germany, Arbeits¬loseninitiative Kiel, Sozial-IGEL e.V. Itzehoe, AG auspAK Boizenburg, Berliner Kampagne gegen Hartz IV, Kölner Erwerbslosenrat, Widerspruch e.V. Bielefeld, ALSO Oldenburg, AGAB Bremen, AK Erwerbslose im DGB Marburg. Dieser Aufruf wurde beschlossen am 30.10.2005 auf der BAG-SHI Bundesfachkonferenz in Bielefeld Für den Aufruf suchen wir weitere Unterstützer- und UnterzeichnerInnen! Siehe dazu auch die Kampagnenseite bei BAG-SHI externer Link

Vorschläge für Aktionen im Frühjahr 2006

  • Jetzt ist Schluss! Aufruf der Gewerkschaftslinken externer Link pdf-Datei, erstmals vorgelegt auf der Aktions- und Strategiekonferenz in Frankfurt am 19./20. November
  • Widerstand und Solidarität. Der am 10. Dezember 05 vom Aktionsbündnis Sozialproteste intern beschlossene und der Versammlung der Sozialen Bewegungen als Vorschlag für die gemeinsame Mobilisierung vorgelegte Entwurf externer Link pdf-Datei

Breites Bündnis für Sozialprotest und außerparlamentarischen Widerstand geschmiedet. BAG-SHI und Erwerbslosen Forum Deutschland treten in Kooperation mit dem bundesweiten Aktionsbündnis „Sozialproteste“

Anlässlich des bundesweiten Treffens des Aktionsbündnisses „Sozialproteste“ am 10.12.2005 in Göttingen, an dem auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen e.V.(BAG-SHI) und das Erwerbslosen Forum Deutschland teilnahmen, wurden der Beginn des gemeinsamen Widerstands gegen zunehmenden Sozialkahlschlag und den Abbau von Rechtsstaatlichkeit angekündigt. Nach den zahlreichen Veranstaltungen des „heißen Winters“, die weiterhin fortgesetzt und intensiviert werden, soll als Auftakt die Mobilisierung der europaweiten Protestveranstaltung gegen die Verabschiedung der „Bolkestein-Richtlinie“ und einer bundesweiten Massendemonstration gegen Sozialkahlschlag im Frühjahr´06 sein. Ziel für 2006 und 2007 ist es, den außerparlamentarischen sozialen Widerstand zunehmend zu vergrößern. Dies auch im Hinblick auf den geplanten Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm/Rostock 2007…“ Presseerklärung externer Link pdf-Datei von Martin Behrsing („Erwerbslosen Forum Deutschland“, Bonn) gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Sozialproteste

Jenseits der Wahl – die nächsten Schritte außerparlamentarischer Bewegungen

Strategie- und Aktionskonferenz der sozialen Bewegungen am 19./20. 11. in Frankfurt/M.

Hartz-IV ist der notwendige Tritt in den Arsch der Arbeitslosen (Redaktionsleiterin der Financial Times Deutschland)

„Hat sie nicht recht? Was machen 8.614 Bedarfsgemeinschaften, was machen 15.000 Alg II-Bezieher, was machen 11.000 Langzeitarbeitslose in Oldenburg?...“ Artikel von ERGO? ERwerbslosen-Gewerkschaft-Oldenburg, erschienen in STACHEL externer Link, der unabhänigen Stadtzeitung für Oldenburg, Sondernummer zu "100 Tagen Alg II"

Alltagswiderstand und Verweigerung. Perspektiven der Proteste gegen das Verarmungsprogramm der Bundesregierung

Hinter uns liegen fast drei Jahre einer neuen, keinesfalls ersten Welle des Sozialabbaus und der Proteste dagegen - ohne bereits von einer neuen sozialen Bewegung sprechen zu wollen und zu können. Ein guter Zeitpunkt, um für den notwendigen strategischen Blick nach vorne eine realistische Bilanz zu ziehen….“ Artikel von Mag Wompel in der Graswurzelrevolution 296 externer Link vom Februar 2005

Erreichbar sein. Die Sozialproteste erfordern eine stärkere Orientierung auf den Alltag.

Artikel von der gruppe fels, ag soziale kämpfe externer Link in der Jungle World vom 23. Februar 2005

Niemand wartet auf uns. Die Arbeitslosen brauchen die Linke nicht. Für Selbstorganisierung statt Stellvertreterpolitik

Artikel von Heiner Stuhlfauth externer Link, fau Köln, in der Jungle World vom 23. Februar 2005

Spricht jetzt die Tat? Zur Veränderung der sozialen Proteste

Die Hoffnung auf immer wiederkehrende, massenhafte Proteste gegen die „Sozialreformen“ hat sich vorerst und vielleicht auf Dauer verflüchtigt. Offen und, ohne sich etwas vorzumachen war diese vorläufige Bilanz vor kurzem in Berlin diskutiert worden, verbunden mit der – zunächst ergebnislosen – Suche nach anderen Protestformen. Nicht nur die Mobilisierungsbereitschaft der breiten Bevölkerung bleibe aus, sondern auch die Ideen, wie man wirkungsvoll seinen Unmut artikulieren könnte…“ Artikel von Christa Sonnenfeld bei Links-Netz externer Link

Neues Selbstbewusstsein

Mag Wompel spricht über den Krieg der Regierung nach innen, über die Gewerkschaften und Ansätze, Spaltungen im Widerstand zu überwinden. Dokumentation der Rede bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2005 am 8. Januar in Berlin. Übrigens: Alle Redebeiträge der Konferenz sind heute in einer Kurzfassung erschienen in der jungen Welt: X. Rosa-Luxemburg-Konferenz, 8. Januar 2005, Berlin - Die Sonderbeilage mit den Beiträgen der Referenten, u.a. Angela Davis, Juan Carlos Frómeta, Mag Wompel und Mumia Abu-Jamal. Zu bestellen unter: 030/53 63 55-10 bzw. aktionsbuero@jungewelt.de

Mut zur Wut: Statt Hartz IV und 1-€-Jobs jetzt für 10-€-Jobs und ein vergleichbares Grundeinkommen streiten und mit einem 1-€-Job-Streik, Lidl-Besetzungen und einer Belagerung der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst kombinieren!

Diskussionsvorlage von Peter Grottian zur Sitzung der Montagsdemonstrations-Aktionsbündnisse am 22.01. 2005 von 11 – 16 Uhr im Gewerkschaftshaus Leipzig

Specials
Highlights

Holger Burner: Maria (si se puede) (Yes we can)

Maria (si se puede). HipHop-track von Holger Burner bei LaborB externer Link (mp3, 4´21 min, 3.9 MB). Wir danken dem Künstler für den Text

Unser Standard: Holger Burner slamt gegen Agenda, Hartz + Babylon als mp3-Datei bei LaborB externer Link Wir danken dem Künstler für den Text


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