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Nach etwa einem halben Jahr bricht Werner Brauener, ein 46 jähriger arbeitsloser Ingenieur, eine Arbeitsamts-"Qualifizierungsmaßnahme" ab. Er begründet diese Entscheidung gegenüber Klaus Herzberg, dem Direktor des zuständigen Arbeitsamtes Verden (Niedersachsen) in mehreren Briefen. Dieser antwortet ihm mit der Streichung der Arbeitslosenhilfe. Das gibt Werner, bei dem zu diesem Zeitpunkt auch "privat" gerade ziemlich viel schief geht, den Rest. Er denkt an Selbstmord. Am 12.01.01 schreibt er an Herzberg: "[...] teile ich Ihnen mit, wie ich die Verhängung einer Sperre der Arbeitslosenunterstützung bewerte: Sie brechen mir damit das Genick. Und Sie tun das mutwillig." Anfang Februar erhält er den amtlichen Bescheid über die Streichung seiner Kohle. Daraufhin beschließt Werner, den Arbeitsamtsdirektor vor dessen Haus zur Rede zu stellen. Der Wortwechsel schlägt in eine körperliche Auseinandersetzung um, in deren Verlauf Herzberg tödlich verletzt wird. Schockiert stellt sich Werner der Polizei. Seit diesem Tag sitzt er im Verdener Knast. Nun wurde Werner Braeuner zu 12 Jahren Haft verurteilt! Weitere Hintergründe, Kontakt-/Soli-Adresse von Werner sowie ein Prozeßhilfenkonto sind der Soli-Site für Werner Brauener zu entnehmen. Siehe hierzu im Labournet:
Gegen Zwangsmaßnahmen 
Am 7. Juli wurde ein telefonisches Live-Interview im Webradio von Radio Flora aus Hannover mit dem Gefangenen Werner Braeuner geführt, der aus der Arbeitslosenbewegung kommt und seit Februar 2001 inhaftiert ist, weil er einen Arbeitsamtsdirektor niedergestochen hat. Interview mit Werner Braeuner von Gefangenen Info vom 09.09.2009 bei indymedia 
Zur aktuellen Situation von Werner Braeuner
Die Redaktion des LabourNet Germany erreichte Schneckenpost aus der JVA Sehnde vom 29.7.07 mit der Bitte von Werner Braeuner, die Dokumentation seines „Falls“ zu aktualisieren. Siehe dazu:
- Die neuen niedersächsischen Hochsicherheitsgefängnisse. Erfahrungsbericht eines Insassen
Bericht von Werner Braeuner vom 15. Juli 2007 
- Zur Frage einer Rückkehr in die Freiheit
Öffentliche Erklärung von Werner Braeuner vom 15.4.2007, veröffentlicht in Gefangenen Info Nummer 325, S. 15 
Informationen rund um den Prozess
- Verzweiflung im Affekt. Im Urteil gegen den Arbeitslosen Werner Braeuner zeigt sich, wie sozialer Protest psychologisiert wird.
Bericht von Guillaume Paoli in Jungle World 35 vom 22./29 August 2001
- Es ist der Kapitalismus, der kriminell ist! Solidarität mit Werner Braeuner
"Am Freitag, den 3. August 2001, begann vor dem Langericht in Verden (bei Bremen) der Prozeß gegen Werner Braeuner - er hatte am 6. Februar 2001 den Direktor des Arbeitsamtes in Verden getötet. Werner ließ seinen Anwalt eine lange Erklärung verlesen, in der er ausführlich seine persönliche Situation darstellte und sich für die Tat entschuldigte. Er könne selber noch nicht begreifen, wie es dazu kommen konnte; er habe aus Verzweifelung gehandelt. Gleichzeitig machte seine Erklärung deutlich, in welchem Maße die Arbeitslosigkeit und insbesondere die schikanöse Behandlung auf den Ämtern, die Quälerei mit sinnlosen Beschäftigungsmaßnamen und Trainingsprogrammen zu dieser Verzweifelung beigetragen hatten. Die nächsten Prozeßtermine sind am 7., 9. und 13. August, jeweils um 9 Uhr im Saal 104 (linker Nebeneingang) des Landgerichts Verden, Johanneswall 6 (...)" Stellungnahme und Infos bei Wildcat 
- Gewalt hat viele Gesichter. Kapitalismus tötet - durch Arbeit, Armut und Staatsgewalt.
Flugblatt zu Werner Braeuner, das in Freiburg vor dem Arbeitsamt verteilt wurde , bei Wildcat
- Flugblatt aus dem Berliner Raum
zu Werner Braeuner bei Wildcat
- Besetzung des Informations- und Dokumentationszentrums der Deutschen Botschaft in Paris CIDAL (Centre d'information et de documentation de l'ambassade d'Allemagne)
"Heute, am 9. Juli 2001, haben wir das Informations- und Dokumentationszentrum der Deutschen Botschaft in Paris in der rue Maribeau 24, im 16. Arrondissement, für eineinhalb Stunden besetzt, um gegen die übertriebene Medienhetze und die Lügen des Gerichts gegen Werner Braeuner zu protestieren (...)" Presseerklärung der "Gruppe unkontrollierbare Elemente, Paris" im Wildcat-Zirkular Nr. 59/60 vom Juli/August 2001
- Kriminell ist hier die Soziallogik!
Text von Franzosen aus der Erwerbsloseninitiative AC! , die als erste eine Unterschriftensammlung gestartet haben, um die Blockade zu brechen, die sich in Deutschland gegen diesen Fall richtet.
- Es geschah in ihrer Nähe. Über einen tödlichen Fall von Zumutbarkeit.
Artikel von Guillaume Paoli , entnommen aus der Nr 4 von "Müssiggänger", Kontemplationsblatt der Glücklichen Arbeitslosen (Juni 2001)
- Prekäre Maßnahme. In dieser Woche wird vor dem Landgericht Verden die Tötung des örtlichen Arbeitsamtschefs durch einen Erwerbslosen verhandelt.
Artikel von Anton Landgraf in der Jungle World 32 vom 01. August 2001
Zwischen Forderung und Subversion. Die Bewegung der Erwerbslosen in Frankreich
Werner Braeuner (siehe oben) hatte Kontakt zur französischen Arbeitslosenbewegung, da er sich stark für sie interessierte und Texte von ihnen ins Deutsche übersetzte. Letztes Jahr übersetzte er einen längeren Text, der die Entwicklung und Probleme der Bewegung in Frankreich analysiert. Durch seinen "Fall" sind wir hierauf gestossen: Text von Nicole Thé, Mitglied von AC! Paris , verfaßt im März 2000, am 31.07.2000 in ac-forum veröffentlicht [AC! = Agir ensemble contre le chômage = Gemeinsam handeln gegen Arbeitslosigkeit]. Übersetzung von Werner Braeuner
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