Politik

IG Metall gegen AtomkraftIG Metall für und gegen Atomkraftwerke: Mit einer Fahrradrundfahrt demonstrierten heute 100 AKW-GegnerInnen gegen Atomprofiteure. Stationen waren die Urangesellschaft, BNP-Paribas, PWC, das indische Konsulat, Areva und die IG Metall. Im folgenden dokumentieren Netzwerk-IT am 29.09.2012 den Redebeitrag zur IG Metall externer Link Aus dem Text: „(…) Zur Diskussion: Muss eine Gewerkschaft, alle abhängig Beschäftigten vertreten? Gibt es da nicht Grenzen, gibt es nicht Berufe und Tätigkeiten, die mit den Zielen einer Gewerkschaft unvereinbar sind, wo nur noch Aussteigerprogramme helfen? Sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ist es überhaupt sinnvoll für Arbeitsplätze zu kämpfen? Arbeitsplatz heißt immer fremdbestimmte Arbeit, heißt immer auch Ausbeutung, Unterdrückung und Erniedrigung? Wollen wir das – oder geht es um ein gutes Auskommen und sinnvolle Tätigkeiten? Besteht das Problem einfach darin, dass die IG Metall sich als Sozialpartner begreift, sich die Interessen der jeweiligen Unternehmen und Standorte zu eigen macht, dass die IG Metall in den Betrieben und Aufsichtsräten Ko-Management betreibt? Ist eine andere Gewerkschaft möglich?…“ Siehe dazu: (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Peter Mühlbauer in telepolis vom 26.09.2012 externer Link

Das Entfernen von Unterholz in Wäldern ist eine sehr anstrengende und auch unter normalen Umständen nicht ungefährliche Arbeit. Für die Hartz IV-Empfänger, die das Jobcenter Plauen dazu in den Hammerpark schickte, war sie allerdings noch ein Stück gefährlicher: Denn in dem Gehölz werden von Ämtern der vogtländischen Stadt Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg vermutet. Deshalb soll der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Grundstück untersuchen und übrig gebliebene Bomben und Granaten entfernen oder sprengen. Damit die KMBD-Mitarbeiter mit ihren Suchgeräten überall gut hinkommen, muss der Boden allerdings möglichst frei zugänglich sein. Darum sollten sich Hartz IV-Empfänger kümmern, die sich die mit der Säuberung beauftragte Chemnitzer “Auffangeinrichtung” Projekt Zukunft vom Plauener Jobcenter zuteilen ließ…“

  • AOK-Fehlzeitenreport: Flexibel sein bis zur Erschöpfung
    In der flexiblen Arbeitswelt ist es um die Gesundheit der Beschäftigten schlecht bestellt. Sie werden immer öfter krank. Dieser Befund des neuen Fehlzeiten-Reports des Wissenschaftlichen Dienstes der AOK bestätigt Warnungen vor den Risiken einer flexiblen Arbeitswelt…“ Meldung der IG Metall vom 18.09.2012 externer Link
  • Gesundheit in der flexiblen Arbeitswelt: Chancen nutzen, Risiken minimieren
    Der Fehlzeiten-Report 2012 beschäftigt sich mit dem Thema „Gesundheit in der flexiblen Arbeitswelt: Chancen nutzen, Risiken minimieren“. Er zeigt auf, wie es gelingen kann, durch Betriebliche Gesundheitsförderung und eine zukunftsorientierte Personalpolitik diese gesellschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Herausforderungen zu meistern. Aktuelle Daten und Analysen zu krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft runden den Report ab.Meldung von und beim Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), dort Download von Reportteilen externer Link

Quelle:  Pressemitteilung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 17.09.2012 externer Link

Beschäftigte, deren Arbeit psychisch belastend ist und wenig Gestaltungsspielräume zulässt, haben ein 23 Prozent höheres Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen als Personen, die keinen solchen Arbeitsstress erleben.“ Das berichtet die Fachzeitschrift ‚The Lancet’, eine der führenden medizinischen Fachzeitschriften weltweit, in ihrer aktuellen Ausgabe (Online First). Die internationale Studie von Prof. Mika Kivimäki, University College London, u.a. umfasst rd. 200.000 Teilnehmer aus sieben Europäischen Ländern und ist die größte Studie bisher zu diesem Thema…“

Quelle:  IG Metall-Meldung vom 20.09.2012 externer Link

Wie hell oder dunkel darf es sein oder wie laut? Fast alles ist gesetzlich geregelt. Nicht aber, wenn Mitarbeiter nach Feierabend oder am Wochenende per E-Mail, SMS oder Anruf für den Chef ständig erreichbar sein müssen. Arbeitsstress und Zeitdruck sind allgegenwärtig und machen psychisch krank. Deshalb macht sich die IG Metall stark für eine Anti-Stress-Verordnung mit klaren Regeln…“

Quelle:  IG Metall-Meldung vom 20.09.2012 externer Link

Stress, Monotonie, Leistungsdruck – Krankmacher am Arbeitsplatz gibt es zuhauf. Mit der Gefährdungsbeurteilung können die Betriebe vorbeugen, damit die Beschäftigten nicht in die Knie gehen. Gegen die Gefahren für die Psyche wird jedoch noch zu wenig unternommen…“

Quelle:  Artikel von Matthias Becker in telepolis vom 21.09.2012 externer Link

Laut einer gerade erschienenen Bestandsaufnahme des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ist es um die psychische Gesundheit der Deutschen nicht gut bestellt. Nach Ansicht der Psychologen und Therapeuten fehlt es an professioneller Betreuung und “psychischen Belastungsgrenzwerten“…“

Quelle:  Artikel von Peps Perdu in  Direkte Aktion vom Sept/Okt 2012 externer Link

Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern ist heute noch eine der größten Problematiken des kapitalistischen Arbeitsmarktes. In der BRD erhalten Frauen noch immer weniger Lohn als männliche Arbeitnehmer, was unterschiedliche Ursachen hat: einerseits die Anstellung in schlechter bezahlten Tätigkeiten und so die Frage nach der Wertigkeit von (Frauen-)Arbeit, andererseits auch der Umstand, dass Frauen beispielsweise aufgrund von Mehrfachbelastungen durch Reproduktionsarbeit (Haushaltsführung und Kindererziehung) häufiger Teilzeit arbeiten, was weniger Weiterbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten zulässt. Der Debatten über die „Gender Gap“, also die nicht vorhandene Entgeltgleichheit, stagnieren zurzeit, trotz verfassungsrechtlicher Festlegung und politischen Lobby-Organisationen. Doch selbst bis hierhin war der Kampf lang, wie einige Beispiele aus der aktuelleren Geschichte zeigen…“

Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet gegenwärtig nur für einen Niedriglohn (Niedriglohn = weniger als 2/3 des Durchschnittseinkommens im Land). Das hat das Statistische Bundesamt Anfang September in Wiesbaden mitgeteilt. Konkret heißt das: 20,6% der Beschäftigten erhalten eine Vergütung von weniger als 10,36€ pro Stunde. Die meisten Beschäftigten, die 2010 einen Niedriglohn erhielten, waren atypisch beschäftigt. Zur atypischen Beschäftigung zählt Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenarbeitsstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und Mini-Jobs. Fast jeder zweite atypisch Beschäftigte erhielt 2010 einen Verdienst unter der Niedriglohngrenze. Einen besonders hohen Niedriglohnanteil wiesen die geringfügig Beschäftigten mit fast 85% auf. Bei Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen lag der Anteil bei knapp 11%…“ Unterschriftensammlung für ein Verbot von Leiharbeit vom Stuttgarter Metallertreff  (Entnommen aus Netzwerkinfo der Gewerkschaftslinken Nr. 43 vom September 2012 ). Aus dem Text: (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Christian Schnell im Handelsblatt online vom 23.09.2012 externer Link

Die Investoren sind zuversichtlich. Mit den Hilfen der Zentralbanken haben die Börsen einen Schub erhalten, auf den sie lange gewartet haben. Die Probleme sind zwar nicht gelöst, doch das macht nichts…“

Quelle:  Artikel von Dierk Hirschel in der DGB-Gegenblende vom 19. September 2012 externer Link

Aus dem Text: „… Kurzum: Der Anstieg der Staatsverschuldung ist nicht das Ergebnis laxer Haushaltspolitik. Die Erzählung von der Staatsschuldenkrise entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ökonomisches Märchen. Hierzulande sind die realen Staatsausgaben vor der Krise sogar gesunken. Der Schuldenanstieg resultierte allein aus politischer Reichtumspflege und den Folgen der Finanzmarktkrise. Das Gemeinwohl schrumpfte zugunsten steigender Vermögen. Und jetzt sollen die Schuldenberge dadurch abgetragen werden, dass abhängig Beschäftigte, Rentner und Arbeitslose den Gürtel enger schnallen. Damit muss endlich Schluss sein. Die Schuldenfrage ist eine Verteilungsfrage. Der private Reichtum muss jetzt zum Abbau der Staatsschulden herangezogen werden…“

Quelle:  Artikel von Tomasz Konicz vom 21.09.2012 bei telepolis externer Link

aus der Reihe „Krise des Kapitalismus“ Teil 7. Aus dem Text:

„… Die Weltwirtschaft sei nun mal verflochten, könnte unter Rückgriff auf das berühmte Zitat Tucholskys zur Erläuterung dieser globalen “Ansteckungseffekte” der Eurokrise konstatiert werden. Der Einbruch in der europäischen Nachfrage lasse die Exporte nach Europa in Südostasien, den Schwellenländern und den USA einbrechen, was wiederum auch auf den europäischen Exportsektor zurückstrahlt, der sich ebenfalls mit einer sinkenden Nachfrage jenseits der Eurozone konfrontiert sieht.
Entscheidend aber ist, wie die Nachfrage in Europa generiert wurde, die nun aufgrund der europäischen Sparpolitik wegbricht und zu den weltweit sinkenden Exporten in die Eurozone führt. Offensichtlich geschah dies durch Defizitbildung, also durch Verschuldungsprozesse, die gekappt worden sind und nun zu der europäischen wie globalen Konjunkturabkühlung führen. Der Versuch der Europäer, ihren Schuldenberg vermittels rigoroser Sparpolitik abzutragen, lässt somit nicht nur Europa in die Rezession schlittern, er führt auch die “verflochtene” Weltwirtschaft an den Rand einer handfesten Weltwirtschaftskrise. Die in der hiesigen Presse permanent beklagten Verschuldungsprozesse bildeten somit das wichtigste Schmiermittel der Wirtschaftsmaschinerie des kapitalistischen Weltsystems, die ohne diese Defizitbildung sofort zu stottern beginnt und in Rezession übergeht
…“

Quelle:  N-TV-Meldung vom 21. September 2012 externer Link

Der ungarische EU-Kommissar Andor äußert scharfe Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik. Die Lohnzurückhaltung sei mit schuld an den Ungleichgewichten in der Eurozone. Höhere Mindestlöhne seien zur Lösung der Krise unabdingbar…“

Quelle:  Artikel von Thomas Händel und Frank Puskarev in der Zeitschrift Luxemburg 2/12 externer Link

Die Europäische Union ist in den letzten Jahrzehnten zu einem abgehobenen Elitenprozess entwickelt worden. Demokratie und ihre europäischen Institutionen wurden nur scheinbar gestärkt. Mitsprachen am „Europäischen Projekt“ wurden verweigert oder – wo dies nicht ging, wie in Frankreich, den Niederlanden oder Irland – deren Ergebnisse schlicht ignoriert. Die passive Frustration, Distanz und Kritik der Menschen an diesem Europa wächst und lässt die Mythen des Nationalstaates wieder aufleben. In der europäischen Linken wird seit jeher der Streit um Europa erbittert geführt…“

Quelle:  Artikel von Michel Husson in der Zeitschrift Luxemburg 2/12 externer Link

Wir scheinen vor einem Dilemma zu stehen: Sollen wir uns auf das riskante Abenteuer eines Ausstiegs aus dem Euro einlassen – oder eine utopische europäische Harmonisierung anstreben, die Arbeiterkämpfen eine »Stimme gibt«? Sozialisten sollten sich dieser Entscheidung verweigern, weil sie in die Irre führt. Mittel und Zweck müssen unterschieden werden: Ziel eines Programms der gesellschaftlichen Transformation ist es sicherzustellen, dass alle BürgerInnen gut leben können, und zwar in allen Lebensbereichen: Beschäftigung, Gesundheit, Rente, Wohnen usw. Dies kann durch eine Veränderung der Primärverteilung zwischen Profiten und Löhnen und durch eine Steuerreform erreicht werden. Will man jedoch die Kämpfe um diese Ziele voranbringen, bedeutet das auch, dass man die vorherrschenden gesellschaftlichen Interessen in Frage stellen muss, also Privilegien und Machtgefüge. Die entsprechenden Auseinandersetzungen finden in erster Linie innerhalb des nationalstaatlichen Rahmens statt. Der Widerstand der herrschenden Klassen und ihre möglichen Gegenangriffe gehen jedoch über den nationalstaatlichen Rahmen hinaus…“